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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Flughafen Alcatraz
Eingestellt am 16. 10. 2009 18:46


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HaraldAlexa
Festzeitungsschreiber
Registriert: Oct 2009

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Flughafen Alcatraz

\"Flieger grĂŒĂŸe mir die Sonne\", dröhnt es in einer Punkversion aus den Lautsprechern des CD-Shops. Das MĂ€dchen vom ZuckerlgeschĂ€ft verdreht die Augen und schiebt sich missmutig die Ohrstöpsel in den Gehörgang. Raucher schmoren pofelnd in der viel zu kleinen Selchkammer vor sich hin.

Die kleine Angestellte darf sich kurz von ihrer schweren Eisenkugel losmachen, die an ihr Fußgelenk gekettet ist und verlĂ€sst das Sklavenschiff in Richtung Toilette. Am Damenklo wartet geduldig eine lange Schlange Frauen, bis sie von den viel zu wenigen Sitzgelegenheiten abgefertigt werden kann. Danach beĂ€ugen sich die Damen gegenseitig im Spiegel und werfen sich neidische Blicke zu. \"TĂŒre zu!\" ruft eine Frau im Frankendialekt in Richtung MĂ€nnerklo, wo die TĂŒre immer offen steht, damit sich der beißende Uringestank besser verflĂŒchtigen kann.

Der Mann von der Sicherheitskontrolle schenkt dem MĂ€dchen vom ZuckerlgeschĂ€ft die CD \"Best of Lovesongs\". Sie freut sich, stellt sich auf ihre Zehenspitzen und kĂŒsst ihn liebevoll auf die Wange. \"Ausweis, E-Card!\" verlangen die Beamten von der Finanzbehörde auf ihrer Suche nach illegalen ArbeitskrĂ€ften. Die Kellnerin aus der Ukraine versteckt sich am Behindertenklo.

Das Behindertenklo ist das Asyl am Flughafen Alcatraz. Dorthin kommt keine Finanzbehörde, kein launischer Vorgesetzter und selbst der Haschhund Ronnie, ist aufgrund der zahlreichen \"DĂŒfte\" restlos verwirrt. Das Behindertenklo ist sauber und großrĂ€umig. In der Ecke steht ein Babywickeltisch.

Der Chef stampft herein und keift: \"Um 5.000,- Euro ist der Umsatz gegenĂŒber dem Vormonat gesunken. Ich schau mir das noch zwei Monate an, dann schließe ich den Laden und ihr könnt stempeln gehen!\"

Ich schaue hinĂŒber. An der Kassa des ZuckerlgeschĂ€fts steht ein Schild \"Komme gleich\", und ich weiß, dass das MĂ€dchen vom ZuckerlgeschĂ€ft jetzt auf dem Wickeltisch liegt und sich ein paar Momente des GlĂŒcks mit ihrem Freund von der Sicherheitskontrolle gönnt. Dann kehrt sie wieder auf ihren Arbeitsplatz zurĂŒck. Dorthin, wo der Profit alles und der Mensch der ihn erwirtschaftet nichts wert ist. Am Flughafen Alcatraz.

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