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Leselupe.de > Ungereimtes
Flussauf II
Eingestellt am 08. 08. 2008 18:32


Autor
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Christel Tjoa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2008

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Flussauf


Es dr├Ąngt mich raus
aus diesem Menschenmeer
das mir nicht mehr Heimat ist
nur adoptierte Obdachlosigkeit.

Ich schlie├če mich den Lachsen an
mit instinktgesteuerter Orientierung
und lasse nur die Spuren
meiner gedem├╝tigten H├Ąutungen zur├╝ck.

Sie, will und muss ich finden
die mir mein Menschsein oktroyierten
mich zwingen gegen den Strom zu k├Ąmpfen
allen Widrigkeiten zum Trotz.

Mit zu Flossen mutierten Gliedma├čen
und rot gef├Ąrbten Fischleib
schwimme ich unerkannt unter Tausenden
xychromosomengetrieben flussauf.

Jede Schuppe auf mir brandeisenmarkiert
mit einer offenen Frage
keine werde ich vergessen zu stellen
wenn ich mich vor euch zu erkennen gebe.

Nicht aufgeben werde ich
bis ich angekommen bin
im Kiesbett meines Seitenarmflusses
der mir Herkunft ist.


Das Meer verlassend
schwimmt ein kupferroter Lachs
flussauf zum Kiesbett.


Christel Tjoa 08.08.2008


Version vom 08. 08. 2008 18:32

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Duisburger
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

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Wow, vom Dreizeiler zum Epos.

Was in der ersten Version nicht herauskam, der Bezug zum Menschen, wir jetzt hier mit der ├╝bergro├čen Kelle ├╝ber den Leser ausgesch├╝ttet.
Will sagen, das ist nun zuviel, zu aufgesetzt, zu "gewollt".
Vor allem die Adjektivlastikeit, mit der du bildhaft schreiben wolltest, erschl├Ągt mich.

adoptierte Obdachlosigkeit
instinktgesteuerter Orientierung
gedem├╝tigten H├Ąutungen
mutierten Gliedma├čen
gef├Ąrbten Fischleib


Du bist schon auf dem richtigen Weg, doch hier ist weniger mehr. Lass dem Leser Raum f├╝r eingene Interpretationen. Du setzt ihm alles mundgerecht vor. Da ist f├╝r nichts anderes mehr Raum.
Ich lese, nicke. Und nun?

lg
duisburger
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige K├Ânig (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Thys
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Christel,

schlie├če mich da weitgehend Duisburger an. Z.B. in S1 ist
Z4 ├╝berfl├╝ssig, w├╝rde ich mal sagen. Z3 keine Heimat Z4 die
unsch├Âne adoptierte Obdachlosigkeit. Eigentlich kein Gewinn.
Keine neue Info, kein f├╝r mich erkennbares besonderes
Stilmittel. F├╝r mich nur ein Trend zur Effektehascherei.
Ein Drang, der meint, Gedichte w├╝rden besser, wenn man sie
mit merkw├╝rdigen bis merkw├╝rdigsten Wortkreationen und
-kombinationen best├╝ckt. Beispiel f├╝r S1:

Es dr├Ąngt mich raus
aus diesem Menschenmeer
das mir nicht mehr Heimat ist
nur adoptierte Obdachlosigkeit.

Das unsch├Âne "raus" nehmen wir auch mal raus
"Es dr├Ąngt mich aus dem Menschenmeer". Das steckt das "raus"
schon implizit drin.

Ich lege mal eine Erg├Ąnzungsliste an:
* oktroyierten? Wieso nicht "aufzwingen"
* xychromosomengetrieben
* brandeisenmarkiert

Bsp:
schwimme ich unerkannt unter Tausenden
xychromosomengetrieben flussauf.

Alt1: treibt es mich unerkannt unter Tausenden flussauf
Alt2: (wenn schon getrieben) schwimme ich unerkannt unter Tausenden
instinktgetrieben flussauf
Alt3: zwingt es mich unter Tausenden flussauf
:

Bsp:

Jede Schuppe auf mir brandeisenmarkiert
mit einer offenen Frage

Alt1: Jede meiner Schuppen tr├Ągt eine offene Frage
:

Dann w├╝rde ich mir noch einmal genau ├╝berlegen, was Du eigentlich
sagen willst, worum es Dir genau geht. Daraufhin den Text
├╝berpr├╝fen und jeden unn├Âtigen Wortballast in den Flu├č werfen.
Nicht zu viel Worte, dass der Leser alles vorgekaut bekommt,
nicht zu wenig Worte, dass der Leser sich fragt: "Was soll
das denn".

So, alles als Anregung zu sehen.

Gru├č

Thys

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