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Leselupe.de > Anonymus
Folge 2: Barry und ein Fisch namens Edna
Eingestellt am 02. 07. 2004 09:52


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Anonymous
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Als Barry ins Ministerium zur├╝ckkam, stand Johnson Johnson beteits an seinem halben Schreibtisch (Barry teilte ihn mit Ronaldo Vileza). Johnson hatte die Arme hinter dem R├╝cken verschr├Ąnkt und blickte aus dem Fenster. Barry bog vom Korridor ins B├╝ro ein und machte sofort kehrt. Den R├╝cken an die Wand neben der T├╝r gepresst, grub er seinen inzwischen wieder aufgef├╝llten Flachmann aus der Jacketttasche und trank ihn zur H├Ąlfte leer. Sein Stottern konnte er jetzt nicht gebrauchen. Er schob sich einen Kaugummi in den Mund und betrat das Zimmer.

┬źAh, da sind Sie ja!┬╗, drehte sich Johnson um. ┬źDa - sind - Sie - ja!┬╗, wiederholte er laut und deutlich, damit Barry ihn verstand. ┬źHaben Sie die Drachen!! - gefunden??┬╗

┬źNein.┬╗, gab Barry zur Antwort.

┬źWarum k├Ânnen Sie nicht ein paar kleine Drachen finden? Naja, das dachte ich mir schon. Barry, - ich - habe┬╗

┬źVielleicht sind sie so schwer zu finden, weil sie so klein sind.┬╗, konterte Barry und Johnson Johnson blickte ihn erstaunt an. Nach einer Sekunde fasste er sich: ┬źGlauben Sie das, ja? Na, wie Sie meinen. Ich hab Sie ├╝brigens landen sehen. Gar nicht in die M├╝lltonnen heute.┬╗ Barry presste die Lippen aufeinander. Seine Narbe auf der Stirn pulsierte. Johnsons Augen nahmen indes einen milderen Ausdruck an. ┬źWie dem auch sei. Ich - habe - einen neuen - Auftrag!! f├╝r Sie. Ein Gro├čer Fisch, wenn Sie so wollen. Bin sicher, dass Sie diesmal erfolgreich sein werden.┬╗

Tante Edna war etwa 185 Zentimeter gro├č und wog etwa 185 Kilogramm - 370 Pfund. Barrys Auftrag bestand darin, sie zu ihrem Zug nach Brighton, einem Kurort an der K├╝ste S├╝denglands, zu bringen. Wenn alles glatt ginge, hatte er sich ausgerechnet, k├Ânnte er um 19 Uhr Feierabend machen, endlich. Diese Hoffnung geriet angesichts der schwerf├Ąlligen Tante ins Schwanken. Barry blickte in ein rundes Teiggesicht mit d├╝nnen Lippen und kleinen farblosen Augen. Am Kinn fiel das Gesicht terassenf├Ârmig ab und ging in einen feisten Hals ├╝ber. Barry stellte sich vor, wie sie am Strand l├Ąge und aufgeregte Umweltsch├╝tzer versuchen w├╝rden, sie ins Wasser zu zerren, weil es Wale dieser Gr├Â├če kaum noch gab. Er wusste noch nicht, wie plausibel seine Vorstellung war.

┬źWarum bringt Johnny mich nicht┬╗, fragte das runde Gesicht auf dem runden K├Ârper, der die viereckige Wohnungst├╝r ausf├╝llte.
┬źEr hat keine Zeit.┬╗ Warum musst du denn unbedingt mit dem Zug reisen, wollte Barry zur├╝ckfragen. Doch ihm fiel ein, dass Tante Edna f├╝r typische Transportwege wie Besen und Kamin (Flohpulver) nicht geeignet war; so dick war sie. Warum sie aber nicht allein zum Bahnhof fahren konnte, begriff er, als er ihr Gep├Ąck sah ...

Tante Edna blieb vor einem Schaufenster stehen. Au├čer sich selbst trug sie nur eine winzige Handtasche. Diese war aufdringlich gr├╝n und passte auf den ersten Blick nicht zu dem hellblauen Kleid, den roten Schuhen, den gelben Locken und dem violetten Hut mit wei├čem Federbusch. Denn das modische Konzept dahinter lag zweifelsfrei in der K├╝hnheit, s├Ąmtliche Farben des Regenbogens miteinander zu kombinieren. Barry nutzte die Gelegenheit, die Koffer abzusetzen. Drei imposante braune Koffer trug er, wobei er sich den dritten unter den Arm klemmte. Er schwitzte, und die Beine taten ihm weh. (Die Arme sp├╝rte er nicht mehr.) Und dummerweise wusste er keinen muggle-unauff├Ąlligen Zauber, um das Gep├Ąck ohne Kraftaufwand zu dieser verdammten Stra├čenbahn zu bringen.

┬źIch brauche diesen Hut.┬╗, sagte das Tantchen pl├Âtzlich zum Schaufenster, und bevor Barry verstand, dass das nicht blo├č so dahingesagt war, zog sie einen winzigen Zauberstab aus der Handtasche und machte kurzerhand die Scheibe so durchl├Ąssig wie ein offenes Fenster. Der Hut, eine Art breitkrempiges schwarzes Wagenrad, schwebte und landete auf Barrys Kopf.

┬źWww-ww ...!┬╗ Was tust du!, wollte er sie anschreien. Keine Zeit, sie mussten fort. ┬źElevatus!┬╗, ‹Schwebe!›, rief er aus und schwang seinen Stab. ┬źElevatus!┬╗ Er stapelte die Koffer ├╝bereinander und setzte die erschreckt jauchzende Edna obendrauf. Ab ging die Post. Der Kofferturm schwebte hinweg. Barry eilte hinterher und fasste an einer Kofferecke an, so als tr├╝ge er diese ganze Kranladung.

Auf dem weiteren Weg nahm Tante Edna ihm von ihrem Kofferthron aus den Hut ab, zur Begutachtung. Dabei entdeckte sie seine Narbe unter dem Pony ... ┬źStimmt es, dass Sie mit einem Basilisken gek├Ąmpft haben?┬╗, nervte sie ihn. ┬źWar es schlimm f├╝r Sie, als Ihre Eltern von Du-wei├čt-schon-wem zerfetzt wurden??┬╗ ... ┬źUnd warum begleiten Sie, nicht Johnny, mich zum Bahnhof und stellen sich mit falschem Namen vor? Oh weh! Ich ahne es! Es ist doch nicht etwa der Dunkle Lord wieder auferstanden und macht Jagd auf meine Familie??? Geht es Johnny gut? Reden Sie!┬╗

Das letzte St├╝ck zum Bahnhof musste Barry noch einmal Koffer schleppen. Er hatte Tante Edna inzwischen erkl├Ąrt, dass er nicht Harry Potter sei. Die Narbe habe ihm im Kampfe ein Drache zugef├╝gt. Tante Edna glaubte ihm schlie├člich und fand, dass der Harry Potter auf Sammelbildern und Corn Flakes-Packungen auch viel niedlicher sei als Barry. Dann holte sie weit aus und legte dar, welch gef├╝rchteter Drachent├Âter-Ahnenreihe sie entstammte, um zu dem Schluss zu kommen: ┬źJetzt hab ich doch meine Drachenlederstiefeletten vergessen! Wir m├╝ssen sofort zur├╝ck.┬╗, marschierte sie entschlossen stadtausw├Ąrts.

┬źSie ha-haben besti-e ...┬╗ Barry hatte die Koffer hingeworfen und war ihr nachgelaufen. Aber ohne Zauberei war Tante Edna, einmal in Fahrt, nicht aufzuhalten. ┬ź... bestimmt, noch, andedere tschwere Schuhe in ih-ihren Ko-ko ...┬╗
┬źIch brauche sie. Holen Sie die Koffer.┬╗
┬źMi-misses Johnson, ih-ihr Zug.┬╗ Barry wollte in Tr├Ąnen ausbrechen. Zum Bahnhof waren es keine hundert Meter mehr.
┬źIch nehme den n├Ąchsten.┬╗
┬źIh, Ihr Neffe, hat mich, angewiesen ...┬╗
┬źIst mir egal. Dann h├Ątte er selbst kommen m├╝ssen, statt so ein junges W├╝rstchen zu schicken. Ich hole sie. Bleiben Sie bei den Koffern.┬╗

Entnervt zog Barry seinen Zauberstab aus dem G├╝rtel, jedoch Tante Edna war schneller. W├Ąhrend Barry einen Fessel-Zauberspruch zusammenstotterte, hatte sie den n├Ąchsten Gullydeckel ge├Âffnet. Einen Moment sp├Ąter steckte ein gro├čer bunter Zierfisch im Gully fest und zappelte mit dem Schwanz.

Muggle-Passanten gafften, rieben sich die Augen. ┬źSeien Sie auf der Hut, sie ist ein Animagus┬╗, hatte Johnson Johnson noch gewarnt und mit Barry den ┬źManifestate!┬╗/‹Offenbare dich!›-Spruch aus der sechsten Klasse wiederholt - den Barry genau in dieser Sekunde vergessen hatte. Zum Gl├╝ck verwandelte sich Tante Edna selbst zur├╝ck. Sie dachte wohl, sich auf die Weise befreien zu k├Ânnen. Nat├╝rlich umsonst. Sie war als Mensch nicht nur weniger beweglich, sondern auch weniger glatt. Muggles zogen inzwischen an ihren dicken, weichen Strumpfhosenbeinen, versuchten zu helfen - auch dies erfolglos. ┬źHelfen Sie mir, Harry! Zu H├╝lfe!┬╗

Barry ging im Kopf alle 20 oder 30 Zauberspr├╝che durch, die er beherrschte. Er konnte sie nicht ebenfalls in einen Hasen verwandeln. Au├čerdem schauten Muggles zu. Am Ende erwischte er noch einen von ihnen.
┬źHilfe!┬╗
Oder wahrscheinlich w├╝rde es bei so viel Publikum gar nicht erst klappen. Aber wie sollte er dann vor seinen Chef treten? Ihre Tante verpasste leider den Zug, sie steckte fest. Nein, nicht im Fahrstuhl. - Es war nicht meine Schuld. Ich habe alles getan, was sie gesagt hat.
┬źHarry, helfen Sie mir!┬╗
Alles getan, was sie ... Dumm stellen!!!, schoss es Barry durch den Kopf. Und er h├Ârte sich stottern: ┬źO-ok! Da-dann ho-hol ich jetzt die Schhhhhhhh- schtiefel hol ich! Ne-nicht weggehn!┬╗
Edna schimpfte. Ihre Beine strampelten. Von allen Seiten str├Âmten Muggles herbei, um die dicke Frau im Gullyloch anzusehen. Johnson oder irgendjemand oder die Muggles w├╝rden sich schon um sie k├╝mmern. Als Beamter des Ministeriums lag das hier gar nicht in seinem Aufgabenbereich. Barry machte sich auf den Weg des geringsten Widerstandes.

Folge 3 Folge 1

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