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Leselupe.de > Kurzprosa
Frankfurt, meine Liebe
Eingestellt am 02. 05. 2001 19:44


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Omar Chajjam
???
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Frankfurt, meine Liebe


Die Kaiser zogen durch diese Straße zur Krönung im Dom. An den Toren hielt der Zug an und der Rat der Stadt trat ihnen entgegen, um ihnen die SchlĂŒssel auszuhĂ€ndigen. Heute ist die Kaisertrasse vom Hauptbahnhof zur alten Stadtmauer eine große EnttĂ€uschung fĂŒr die Messebesucher, die sich sexuell zu entspannen versuchen. Mit dieser Straße hĂ€lt die Stadt ihre HĂ€nde auf und empfĂ€ngt die Fremden, denn mit den Fremden lebt diese Stadt. Sie ist damit wie ein Gast im eigenen Land. Denn Hessen hat eigentlich mit Frankfurt nichts zu tun. Hessen ist kleinstĂ€dtisch, lĂ€ndlich aus Tradition. Nur Frankfurt macht es weltoffen.

Der Bahnhof empfÀngt mit Glockentönen und dem Gedröhn der Elektromotoren. In den Stahlstreben fangen sich die Echos der tausend Stimmen. Die Bahnsteige zittern zwischen den AntriebsrÀdern der ICEs. Die GerÀusche begleiten die Fremden hinein in die Stadt.

Fremde haben in ihr, seit sie besteht, eine neue Heimat gefunden. Die Juden haben hier schon immer gelebt. Ihnen gehören viele der goldenen TĂŒrme der Stadt. In den Straßen herrscht der Orient. Die HĂ€ndler jeder Nation des Nahen Ostens und des Mahgreb reihen ihre LĂ€den aneinander um den Bahnhof. Afrika schenkt seine Farben dem Ostend. Über die BrĂŒcken schickt der Osten seine Drachen hinein in die GeschĂ€fte des Westends.

TrĂ€ge schlurft der Fluß am Osthafen vorbei durch den Eisernen Steg hindurch. Die Museen dort blickt er gar nicht an, nippt nur grießgrĂ€mlich am Äppelwoi aus Sachsenhausen. Er war Besseres gewöhnt aus Franken. Noch weiß er nicht, dass er bei Hoechst vorbei muß. Hier, da unten, am Nizza war die Furt, durch die Kaiser Karl seine Franken fĂŒhrte – Frankfurt, meine Liebe.

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Adlerfeder
Hobbydichter
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Was ist schon die Kaiserstrasse gegen den Römer, die Zeil, die Messe, das Theater, die Alte Oper, der Spargel, der Henninger Turm, die Berger Strasse, die Dippemess', die Eissporthalle, das WÀldchen und soweiter und so weiter?

Nicht allein die Kaiserstrasse ist das BegrĂŒĂŸungskomitee der GĂ€ste, auch der Flughafen mit Kelsterbach. Aber ich vermisse meine Heimat ebenso.

Wenn ich an Frankfurt denk, denk ich an Worscht und Äppelwoi, Frau Rauscher und die Lisel Christ, Heinz Schenk und unser' Petra Roth. Goethe und Schiller bei "GrĂŒn' Soß'" und 'nem Schoppen. Mensch was vermiss' ich meine Heimat.

GrĂŒne HĂŒgel, der Volksmund sagt auch Taunus dazu, die Saalburg mit seinem Limes und der gut erhaltenen Ruine einer Römergarnison. Der Hessenpark - ein KulturstĂŒck aus lĂ€ngstverganener Tage und Radio FFH. Mensch was vermiss' ich meine Heimat.
__________________
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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

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Nichts kann ich Dir zum Trost sagen, als daß es nichts Schöneres gibt, hier die freie Luft zu atmen, wenn die ganze Welt zu Gast ist. Vielleicht treffen wir uns ja mal im Ali Baba, dann erzĂ€hl ich Dir mal die Frankfurter MĂ€rchen.

Dein
Omar Chajjam

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