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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Franziska Bauer und der Erlkönig
Eingestellt am 06. 04. 2015 17:23


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Jo Phantasie
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Franziska Bauer und der Erlkönig


Jetzt spürte sie es wieder, real und erotisch! Seine Zudringlichkeiten erfuhren in den letzten Tagen immer neue sinnliche Steigerungen!
Die Hände umfassten ihre muskulösen Pobacken, erst zärtlich, dann kräftig, im Moment etwas fordernder. Jetzt glitten sie zur Innenseite ihrer Oberschenkel. Warme Fingerspitzen tasteten sich langsam aufwärts, schmiegten sich an die Oberfläche ihrer hautengen Sportleggins. Sie mag einfach diese zweite Haut, die jede ihrer Muskelbewegungen sichtbar macht und dabei ihre Scham fast unanständig detailliert abbildet. Zu ihrer heißen Stelle, direkt zu ihrer Muschi, ja bitte, genau dorthin sollten die Fingerkuppen gleiten! Jetzt konnte sie mit geschlossenen Augen weiterlaufen, denn er führte sie. Diese wundervollen verborgenen Wonneinstrumente wurden immer stärker zu ihrer eigentlichen Erfüllung. Die Ziele, die zwischen ihren Schenkeln und die ihrer Joggingstrecke, beide harmonierten miteinander. Seine Bewegungen standen im Einklang mit ihren Schritten. Auch war sie sich sicher, dass man ihre Vorfreude, Lust, Begierde, dass man all das an diesem Flecken vorne, dieser durchfeuchteten Stelle, erkennen konnte.

Gleich würde es wieder geschehen, dort bei den Büschen. Diese Erlen, Weiden, Ebereschen, sie waren sein Besitz, genau deswegen musste es auch hier passieren. Zuerst würde er sie niederdrücken, dann hinüberziehen und all diese wundervollen Sachen mit ihr machen. Hinter diesen Sträuchern, direkt auf der Sonnenseite dieser zum Licht strebenden dünnen Äste, die im frühen Jahr noch keinen ausreichenden Sichtschutz für die wollüstigen Geschehnisse bildeten, dort musste es geschehen. Noch war es zu kalt für erste zarte Knospen, seine Jahreszeit kannte die wohltuende Wärme nicht, die sie benötigten.

Doch so gewaltig wie ein Sommergewitter würde er über sie kommen.

Zumindest war das in ihrer Vorstellung so ...

Als sie dort zum letzten Mal aufgewacht war, genau vor vier Tagen, da konnte sie sich jedenfalls an nichts mehr erinnern. Nur diese wundervollen Gefühle waren noch in ihr: Sehnsucht, Erfüllung, Erlösung und Glück hatten in ihrem Kopf eine so angenehme Verschmelzung erzeugt. Tatsächlich jedoch waren damals ihre Leggins bis zu den Knöcheln heruntergezogen, ihre Beine weit gespreizt und ihr Slip und der BH zerrissen. In diesem Zustand war sie langsam aus ihrem Koma in das Leben zurückgekehrt. Ohne Erinnerung war sie aufgewacht, bis eben auf das noch vorhandene Gefühl an diese Hände, die ihr das angetan haben mussten. Diese blauen Flecken an den Brüsten und an ihrem Gesäß erschienen ihr ebenso real, wie der ziehende Schmerz in ihrer Vagina. Wie kam es denn nur, dass sie trotz der mutmaßlichen Spuren eines Missbrauchs eine so große Sehnsucht nach seinen Händen verspürte? Diese fordernden, tastenden, wollüstig machenden Finger, die sie immer nur fühlen, niemals jedoch sehen konnte!

Lange hatte sie gerätselt, was mit ihr geschehen sein konnte. Polizei, Psychiater, Psychologe, ihre Mutter, wem hätte sie das erklären, wen um Rat bitten können? Nein, jeder hätte sie dann nur so merkwürdig angesehen, sie sah diese Blicke schon vor sich. „Die gehört in eine Therapie!“, dieser Satz wäre bestimmt auch bald gefallen. Auf keinen Fall wollte sie sich ihre Karriere versauen! Jura im sechsten Semester. Ihre Noten und die Leistungen waren so überzeugend, dass sich bereits zwei Anwaltskanzleien bei ihr erkundigt hatten, ob sie Interesse an einem Praktikum hätte. Es lief richtig gut, da konnte sie nicht in den Verdacht geraten, psychische Aussetzer zu haben.

Außerdem wusste sie doch, wer es war. Sie kannte ihn schon so lange. Seit ihrer Kindheit war er in ihrem Kopf, seitdem sie diese Ballade gelesen hatte, die zwischenzeitlich etwas verblasst und in ein Halbdunkel abgetaucht war. Doch niemals hatte sie ihn vergessen. Nun war er da. Er war bei ihr, für sie wiedergekommen!

Sie beschleunigte ihre Schritte noch einmal. Diese tastenden Hände, sie waren nun eindeutig unter ihren Leggins, bereits im Slip. Das war das Zeichen, dass es bald soweit sein würde. Ihre Wünsche sollten sich wieder einmal realisieren: „Ja, hol mich! Nimm mich, ich bin dein!“
Dann konnte auch sie ihn wahrnehmen:

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir.“


„Ich komme! Lass es endlich geschehen. Erlkönig, lass mich deine Königin sein!“


Irritation und Angst, das waren die Anfänge gewesen. Ungefähr vor zwei Wochen hatte es angefangen. „Schschsch!“, ein Geräusch wie ein seichter Windstoß, der das Laub des Vorjahres vor sich hertreibt. Aber es war windstill. Ein zweiter Jogger? Aber da war niemand. Auf diesem Höhenweg war auf einem Kilometer vor und hinter ihr ja auch alles einsehbar. Jeder Spaziergänger, Jogger, alle wären Minuten vorher erkennbar gewesen. Sträucher, Büsche, Verstecke? Hier nicht. Trotzdem dieses „Schschsch“ hinter ihr. Jedenfalls immer, wenn sie lief. Sobald sie stehen blieb, verstummte auch dieses Rascheln. Also doch ein Echo ihrer eigenen Schritte! Sie sollte ja auch nicht so schlürfen, sondern die Füße immer schön anheben.
„Schschsch!“
Einfach weiterlaufen! Sie musste nur diese iPhone-Knöpfe etwas energischer in die Ohren stecken und „Rolling in the Deep“ lauter einstellen.
Das Geräusch ...?
Verschwunden!
Dann zum ersten Mal: Etwas streifte ihr Gesäß, so, als wenn jemand drüberstreicheln würde. Ein ängstlicher Blick zurück. Blödsinn, Einbildung. Nur etwas schneller laufen sollte sie!

Einhundert Meter weiter fing es dann richtig an.

Aber natürlich war niemand hinter ihr, auch nicht vor oder neben ihr. Es wäre auch schwer vorstellbar gewesen, mit ihr Schritt halten zu können und gleichzeitig so zärtliche harmonische Streichelbewegungen auszuführen, als säße sie zu Hause auf ihrem Sofa.

Trotzdem hatte sie die Haustür fest hinter sich zugeschlagen und dann noch zweimal von innen abgeschlossen. Was war nur mit ihr los gewesen? Hin und hergerissen zwischen einer unbestimmten Angst vor einem „Schwarzen Mann“ und dem nagenden Zweifel, einen „an der Waffel“ zu haben, hatte sie entschieden, am nächsten Tag das Laufband im Fitnessstudio zu benutzen. Keine gute Idee! Schweißausbrüche, Atemnot, ein schwerer klaustrophobischer Anfall ließ sie zusammensinken. Das war ihr noch nie passiert. Raus, nach draußen, sie musste einfach an die frische Luft! Laufen, hartes Training würde ihrem Körper guttun und ihrer Seele auch!

Diese Hände, wenn sie sich die nur einfach wegdenken könnte.
Nein, sie sollte es einfach akzeptieren, das wäre die bessere Methode!
So hatte Franziska Bauer gelernt, dieses Streicheln nicht nur zu ertragen, sondern sogar zu genießen. Es war doch schließlich egal, ob sie es sich einbildete, selber machte, oder ob es Paul wäre.




Ja Paul!
Konnte sie sich vorstellen, dass er es auch mal so romantisch und lustvoll machen würde, so ausdauernd und so erregend? Bislang hatte sie jedenfalls allzu enge Zärtlichkeiten zwischen ihnen vermieden. Aus gutem Grund. Es wäre für ihr Vorhaben einer Desensibilisierung bestimmt nicht förderlich gewesen.
Deshalb keimte plötzlich in ihr der Verdacht auf, dass es ihre eigenen unterdrückten Sehnsüchte sein könnten, die sie mit ihren Einbildungen zu realisieren versuchten. Aber das war natürlich Blödsinn!

Paul war nämlich der ideale Partner für ihre Spiele. Handschellen, schwarze Seile, Lederklatsche, Peitsche, und das alles so lange und so kräftig, bis sein Arsch rotglühend geworden war. Er genoss es und sie sah diese Praktiken als einen Teil ihres Programmes an, ihre psychische Labilität in den Griff zu bekommen. Wie hatte sie es gehasst, bei jeder auch nur annähernd traurigen Geschichte einen Nervenzusammenbruch zu bekommen. Nein, diese harten Spiele, ihr gewollter Sadismus, das war dafür genau die richtige Therapie!

Danach war der Fick mit Paul auch immer genial. Lang, hart und ausdauernd konnte sie es dann mit ihm treiben. Drei Jahre lang hatte sie diese sich abwechselnden Programme jetzt genossen und er hatte sie mehrfach gefragt, ob sie denn nicht besser zusammenziehen sollten.
Seit zwei Tagen war das anders. Sie machte sich jetzt wirklich Sorgen um Paul und um ihre Beziehung.

Er kriegte ihn nicht mehr hoch. Dieser immergeile, zu jeder Stunde sexgierige Kerl zeigte ihr einen Schlappen. Wichsen, blasen, ja, das hatte ihr immer Spaß gemacht, vor allem, weil sie ihn damit so schön quälen konnte. Was war es eine sadistische Freude, seinen durch hartes Anwichsen erzeugten Steifen nach einer Minute der Untätigkeit zusammenfallen zu sehen. Wie hatte sie es ausgenutzt, wenn er sie dann angebettelt hatte, es endlich machen zu dürfen und sie ihn dann umso zügelloser reiten konnte. Aber all ihre Techniken hatten jetzt versagt. Seit drei Tagen hatten sie keinen Sex mehr gehabt und Paul hatte sich immer tiefer zurückgezogen.

Dafür hatte sie es dann genossen, beim Joggen diese multiplen Orgasmen zu bekommen. Die Hände waren jetzt überall, an ihren Brüsten, an der Scham, dann auch direkt in ihrer feuchten Spalte. Ihre Klitoris wurde stark erregt, so real waren diese zwei Finger, zwischen denen sie gerieben wurde. Diese Finger, die auch in sie eindrangen und ihre Vagina kurz vor ihrem Höhepunkt weiteten. Das war auch meistens unmittelbar vor diesen Momenten, an denen er sie hinter das Gebüsch gezerrt und es mit ihr getrieben hatte.
Zum dritten Mal!

Sie hatte sich angewöhnt, einen Minirucksack mitzuführen. Ein zweiter Slip, ein neuer BH, vorsichtshalber auch Ersatzleggins und ein Shirt, sie wollte auf alles vorbereitet sein. Aber es war einfach so wundervoll, auf diesen Moment warten zu können, auf ihre Erfüllung und diese überirdische Macht, die sie jederzeit zu Boden zwingen konnte.

„ ...und hörest du nicht,
was Erlenkönig mir leise verspricht?“


Wie konnte es nur geschehen, dass ihre kindlichen Urängste angefangen hatten, zu realen Erlebnissen zu werden? Zumindest zu realistisch wirkenden Gefühlen ...

Fünf Jahre alt war sie gewesen, als ihre Oma ihr „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ vorgelesen hatte. Danach hatte sie zwei Tage und Nächte nicht schlafen können. „Es soll nicht tot sein! Lass es wieder aufwachen!“, hatte sie immer wieder geschrien. Ein Jahr lang wurden ihr keine Märchen mehr vorgelesen, sie sei zu sensibel für die nicht kindgemäßen Schilderungen in den alten Geschichten. Also nur noch Pumuckel und Bussy Bär, bis der Vorfall in Vergessenheit geraten war.

Dann „Hänsel und Gretel“. Dass sie die böse Hexe in den Ofen geschoben hatten, das ging schon in Ordnung. „Mama, gibt es denn Eltern, die ihre Kinder im Wald aussetzen wollen, weil sie nicht genug zu Essen haben?“, mit Tränen in den Augen hatte die Antwort ihrer Mutter sie nicht zufriedenstellen können. Nie wieder war sie mit ihren Eltern an einsame Orte gegangen. In den Wald schon mal gar nicht. Das hatte sie konsequent durchgezogen, bis sie dann mit fünfzehn ihren ersten Freund hatte, der mit ihr in seinem alten Golf natürlich zu einer Waldlichtung gefahren war.
Da hatte sie es aber auch bereits überwunden.
Glaubte sie!

„Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
in seinen Armen das Kind war tot.“


Oberstufenstoff.
Völlig unvorbereitet hatte es sie getroffen. Der Notarzt, den der Deutschlehrer gerufen hatte, stellte eine vorübergehende Bewusstlosigkeit aufgrund akuter Unterzuckerung fest. Sie wusste es besser. Emotionale Überreaktion, so hatte sie es für sich selbst diagnostiziert. Sie würde alles unternehmen, um das endlich loszuwerden. So hatte sie mit den hemmungslosen Sexspielen angefangen, mit zahlreichen sadistischen Praktiken experimentiert, viele Jungs verschlissen und dramatische Eifersuchtsszenen und Abschiede verursacht.
Sie wollte endlich belastbarer und unsensibel werden.
Das hatte auch geklappt, jedenfalls die ganzen langen Jahre.
Bislang.

Sie hatte das Problem mit ihrer psychischen Labilität schon fast wieder vergessen, bis dann vor drei Wochen ein Kommentar auf ihrer Facebook-Seite erschienen war:

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt!“


Die Nachricht kam von einem „erlkoenig666“.
Er hatte sie gefunden!

Ihre Nachrichten an ihn blieben unbeantwortet, sein Profil war bereits gelöscht. Sie war sich jedoch sicher, dass es eine sehr ernste Warnung gewesen war. So bekam Franziska Bauer nach ihrer zweiten fiktiven Vergewaltigung die Gewissheit, dass es eigentlich nur der Erlkönig sein konnte, der sie so begehrte und verwöhnte. Er hatte sie seit seiner Kindheit im Auge behalten, ihre außerordentliche Hypersensibilität und ihre sexuellen Interessen ausgenutzt. Nein, nicht ausgenutzt, er hatte ihr ja die Erfüllung gegeben. Konnte es etwas Schlechtes sein, von dem König dieser Jahreszeit, dem Beherrscher von Flora und Fauna begehrt zu werden?
Wer so lange auf sie warten konnte, der hatte sie auch wirklich verdient.
Ja, sie würde ab sofort willig sein!

Mit dieser Einstellung begab sie sich auf ihre nachmittägliche Joggingtour.
Voller feuchter Erwartungen!
Er war ja so mächtig, so kraftvoll und ungestüm.

Seit zwei Monaten war jetzt ihre Periode ausgeblieben. In der Gewissheit, dass es etwas anderes sein müsste, hatte sie sich in der Apotheke einen Schwangerschaftstest besorgt. Danach musste sie stark hyperventilieren und sich lange Zeit auf den Boden setzen, als das Wort „schwanger“ auf dem Teststreifen erschienen war. Das konnte doch nicht sein! Paul war fast seit sechs Wochen nicht mehr bei ihr erschienen und er konnte doch sowieso nicht mehr!
Es gab auch keinen anderen Mann, außer ...?

Die Frauenärztin runzelte ebenfalls nachdenklich ihre Stirn: „Schwanger sind sie nicht, obwohl die beta-hCG-Werte eindeutig hoch sind. Nehmen sie irgendwelche Hormonmedikamente, Anabolika oder Steroide ein?“ Nein, natürlich nicht.
Nach dem Wiederholungstermin zwei Wochen später wurde sie zu einer MRT-Untersuchung überwiesen. „Sicher ist sicher!“, klang es etwas unsicher von der Ärztin. Franziska hatte ihr auch erzählt, dass sie dieses typische Schwangerschaftsunwohlsein verspürte. Dann ihr Heißhunger auf Gurken, der Busen spannte, so kam es ihr jedenfalls vor, eigentlich das ganze Programm. Ein Fötus war jedoch auf dem Ultraschall nicht zu erkennen. Die MRT-Ergebnisse waren auch alle negativ, sie war kerngesund.
„Ein sehr seltener Fall einer Scheinschwangerschaft. Machen Sie sich keine Sorgen, es wird von selbst verschwinden, wenn Sie sich nicht zu sehr darauf konzentrieren!“, das war der einzige Rat, den die Ärztin ihr geben konnte.

Aber sie machte sich Sorgen. Es war doch schließlich sein Kind! Informationen über die richtige Ernährung: Folsäure, B-Vitamine, Kalzium. Konsequent stellte sie ihre Nahrung von Pizza und Hamburger auf Obst, Gemüse und Vollkornprodukte um. Die tastenden Griffe bei ihren jetzt leichten Joggingläufen blieben ebenso aus, wie der Vergewaltigungsakt hinter dem Gebüsch.
Er wusste es auch bereits!

Die Untersuchungen fanden jetzt wöchentlich an der Universitätsklinik statt. Franziska wurde zu einer medizinischen Sensation. Psychologen, Neurologen, Gynäkologen, alle waren ratlos. Noch verblüffter kuckten sie, als dann im achten Monat die erste Milch aus ihrer Brust tropfte. Die Einzige, die sich keine Sorgen machte, war Franziska selbst. Sie wusste, es war „sein“ Kind, es würde sein Junge, ein echter „Erlprinz“ werden!

Joggen war jetzt nicht mehr angesagt. Zu Hause bleiben konnte sie jedoch auch nicht, es mussten Luft, der Wind und die Natur sein. Die Joggingstrecke im Spaziertempo benötigte zwar zwei Stunden, aber es wurden jedes Mal zwei wundervolle Stunden. Alle Bäume und Sträucher schienen sich vor ihr zu verneigen. Die Vögel sangen nur für sie. Sie erkannte sogar die Melodie: „Rolling in the Deep“ zwitscherten sie extra für sie. Sogar der Wind schien ihr Flügel zu verleihen, damit sie die schwere Last leichter zu tragen vermochte. Ihr ging es richtig gut, als die Wehen plötzlich einsetzten, schmerzhaft und urgewaltig.

Nur kriechend konnte sie noch von der Straße flüchten, weg von ihrer Joggingstrecke, auf der gelegentlich auch Autos fuhren. Keiner sollte es sehen, niemand mitbekommen! Bis hinter diese Büsche, jetzt mit vollen dunkelgrünen Blättern, die jede Sicht verdeckten, dort, wo er es immer getan hatte, dort sollte es sein. Mit letzter Kraft schaffte sie es noch, bevor sie ohnmächtig zusammenbrach.


Paul war wieder bei ihr. Er hatte immer noch keine Ahnung, wieso er „bei einer so scharfen Braut, wie sie es sei“, keinen hochgekriegt hätte. In den letzten Wochen hatten sie dafür das gesamte Pensum der letzten sieben Monate nachgeholt, jedenfalls, was das Ficken anbetraf. Für den anderen Part besaß sie jetzt keinen Kopf mehr. Franziska Bauer hatte beschlossen, ihre emotionale Sensibilität erhalten zu wollen, ja sogar zu pflegen. Sie genoss es jetzt, wenn Paul sie vor dem Sex lange und ausgiebig streichelte und er wundersamerweise ebenso.
Von ihrer „Scheinschwangerschaft“ hatte er auch überhaupt nichts mitbekommen, so tief hatte er sich vor Scham vergraben.

Ihr zweiter Platz beim Stadtmarathon, sie hatte den Eindruck, dass der Wind, die Luft, dass ihr alle unter ihre Arme gegriffen und ihr dieses Gefühl einer gewissen Leichtigkeit verliehen hatten, das ihr das Laufen so einfach machte. Die Anfeuerungsrufe der Menschen am Straßenrand waren nichts im Vergleich zu dem Gesang der Vögel. Sie verstand jedes ihrer Lieder: „Flieg, flieg mit uns!“ Und so war sie geflogen, drei Wochen bereits nach der Geburt ihres Erlprinzen.
Trotzdem fehlte ihr etwas ...

Realität, Einbildung. Lange hatte sie gegrübelt.
Ja, so könnte es gewesen sein.

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?“

Die Sehnsucht nach einem Sohn war wohl so groß gewesen, dass er vor über 200 Jahren bereits den Versuch gestartet hatte, einen Jungen zu entführen. Die letzten Zeilen der Ballade, jetzt konnte sie es aufsagen, ohne in eine tiefe Ohnmacht zu fallen. Die versuchte Entführung war für den kleinen Jungen jedenfalls tödlich ausgegangen. Er war den Lockrufen ja auch nicht freiwillig gefolgt.

So musste es also unbedingt sein eigenes Kind werden! Was sind dann für einen Erlkönig schon 200 Jahre, wenn er auf die Richtige warten musste? Es konnte ja auch nur eine Frau sein, die ausreichend empfänglich dafür war, seine transzendenten Zeichen, die fiktiven tastenden Hände, seine Finger, all das überhaupt erfühlen und erkennen zu können. Sie war es also gewesen, auf die er so lange gewartet hatte. Und nur sie hatte ihm seinen eigenen Sohn schenken können.

Dafür hatte er ihr anscheinend auch etwas zurückgelassen. Sie hatte sich insgesamt verändert, verspürte ihre neue Kraft, neue Emotionen und dazu eine absolute Gewissheit: Er hatte ihr die Erkenntnis verliehen, dass sie zu ihm gehörte. Sie musste doch da sein, für ihr Kind und auch für ihn!

Der Wetterbericht hatte erste Nachtfröste bis minus fünf Grad vorausgesagt. Das war seine Jahreszeit, sein Wetter! Die Sträucher, diese Stelle hinter ihnen, „ihr“ Platz, dort sollte es geschehen. Fein säuberlich hatte sie all ihre Kleidung im Rucksack verstaut, Leggins, Shirt, aber auch den Slip, BH und sogar ihre Laufschuhe. Die Beine weit auseinandergespreizt, die Arme ebenfalls, so lag sie wie ein großes „X“ vollkommen nackt am Platz, an seinem Ort. So, wie er sie immer geliebt hatte, so wollte sie ihm begegnen.

Liegen und warten, er würde kommen, sie musste nur die Augen schließen und den Kontakt aufbauen. Die Vögel, Abschiedslieder trällernd ..., der Wind, hinübertragend ...
Schon bald fühlte sie immer stärker seine mächtigen eisigen Hände, die sie diesmal nicht wohlig erregen wollten, sondern unwiederbringlich in sein Reich zogen.

Es war drei Uhr morgens, als Franziska Bauer dann auch sein Gesicht sah:

„Erlkönig, nimm mich zu dir. Ich bin willig, du brauchst keine Gewalt!“


*****


__________________
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

Version vom 06. 04. 2015 17:23

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Miro
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weiter literarischer Bogen!

Sex und Gewalt, beherrschen und beherrscht werden, Unterwerfung und Hingabe: schwierige Thematik und gut gelöst!

Eine lesenswerte und eindrucksvolle Umsetzung ohne ausschweifende SM-Szenarien, aber mit der Verknüpfung zum Erlkönig ein genialer literarischer Bogen, der die Phantasie anregt und verführt.

Die Wirklichkeit (Paul) und die Phantasie (Erlkönig) verschmelzen wunderbar.

Einzig die Beschreibung der Verletzungen nach Vergewaltigung stört diese Verbindung:
Im fünften Abschnitt werden Folgen einer tatsächlichen Gewaltanwendung beschrieben, die nicht zur Phantasie passen ...

Ich würde vorschlagen, es eher so zu beschreiben, das es sich "anfühlte, als ob ..." aber eben nicht wirklich tatsächliche Verletzungen beschreiben.

Der Schluss passt dann meiner Ansicht nach auch noch viel besser und ist auch folgerichtig.

LG

Miro

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Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

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aligaga
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Im Erlkönig wird keinem Mädchen Lust bereitet, sondern ein Knabe von einem Nachtmahr vergewaltigt, bis der Tod eintritt. Ob der Vater, der dabei ist und dem Kind außer Beschwichtigungen nichts anzubieten hat, mit dem Scheusal unter einer Decke steckt oder doch nur ein Dödel ist, bleibt der Interpretation des Lesers überlassen.

Aus dieser doch recht sonderbaren Vorlage konstruiert der Autor eine Szenerie, in der eine vorgebliche Einserjuristin Lust daran fände, beim Joggen von ebendiesem Schrat im Intimbereich betatscht zu werden, bis sich nicht nur multiple Orgasmen, sondern gar (Schein)schwangerschaften einstellen.

Wer je wirklich mit einer Frau zu tun hatte, weiß, dass solche Fantasien ebengerade nicht jene sind, die weiblichen Wesen Lust bereiten, sondern dazu angetan sind, ihnen das einsame Laufen im Park oder das Schwimmen in dunklem Wasser zuverlässig zu vergällen. Es gehört zu ihren schlimmsten Vorstellungen, ausgerechnet im Intimbereich von etwas berührt zu werden, dem sie nicht vertrauen und das sie nicht unter Kontrolle haben können.

Man fragt sich daher, was den Autor dazu gebracht haben mag, sich einen solchen Schmarren auszudenken. Es bestand ja schon einmal Anlass, zu bemerken, dass der Horizont seiner sexuellen Vorstellungen ein besonderer sei, der bei sorgfältigem Lesen einiges Kopfschütteln hervorriefe.

Auch hier findet @ali nichts, was ihm auf der Suche nach "erotischer Literatur" Vergnügen bereitete. Es überwiegt der Ekel vor den primtiv-abstrusen "Männer"fantasien und vor der Gewalt, die ihnen innewohnt. Wer sich die Frau als Opfer vorstellen muss, um Lust zu verspüren, ist ein armer Tropf, der nie erfahren wird, was es bedeutet, eine Gefährtin zu haben.

Ich würde den Text nach "Horror und Psycho" verschieben lassen. Da gehörte er hin.

Gruß

aligaga

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Jo Phantasie
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Miro,
danke für deinen konstruktiven Kommentar.
Muss die potenzielle Vergewaltigung literarisch abgeschwächt werden? Klar, der Erzähler hat hier natürlich die Möglichkeit, auch das weiterhin wie eine Störung ihrer Wahrnehmung (dissoziative Störung) aussehen zu lassen. Mit gefällt das sogar besser. Der Leser kann auch damit immer noch entscheiden, wie er damit umgehen möchte.

Ich musste dafür auch lediglich nur ein Wort ändern:

Diese blauen Flecken an den Brüsten und an ihrem Gesäß erschienen ihr jedenfalls ebenso real, wie der ziehende Schmerz in ihrer Vagina.

aligaga,
das dem wikipedia entnommene Halbwissen über den Erlkönig kann mich leider nicht überzeugen. Geschichten über neurologische Störungen in die Rubrik „Horror“ schieben zu wollen, erinnert mich an ..., ach, lassen wir das doch!

In Erotik passt es deswegen, weil natürlich die Gefühle der Franziska Bauer so echt sind, wie sie es bei dem Krankheitsbild dieser Ausprägung überhaupt sein können. Dass es hier den Erlkönig trifft, ist reiner Zufall.
Mit dem Weihnachtsmann hätte es allerdings dann schon in die Rubrik „Humor“ gehört.

Ich möchte hier keineswegs gegen aligagas eindimensionale Sichtweise einer Erotik plädieren, die kann auch ihre Berechtigung haben, für ein ganz bestimmtes Leserklientel natürlich.
Dazu zähle ich die Leser der LL allerdings nicht!

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aligaga
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O mei,

dass der "Erlkönig" ziemlich Pädo ist und ob der Herr Geheimrat entsprechend veranlagt war, wurde bereits in den 50ern des vorigen Jahrhunderts festgestellt resp. diskutiert. Es macht also überhaupt keinen Sinn, sich nun mit plumpem Hinweis auf die "Wiki"-Kiste aus der Klemme ziehen zu wollen, @Jo.

Ebensowenig verschlägt dein Versuch, die LeLu-Leser in Sippenhaft zu nehmen. Die brauchen keinen Vormund, die können sich ihr Urteil selber bilden. Vor allem die analogen Mädelz unter ihnen. Glaub mir!

Es geht um dein sonderbares Machwerk, @Jo, und was es daran berechtigt zu kritisieren gibt. Um sonst nichts. Ich wiederhole: Lasse es nach "Horror und Psycho" verschieben. Da gehört's hin - so wie der "Erlkönig".

Gruß

aligaga

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DocSchneider
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Hm, die (mögliche) Verbindung von Sex und Gewalt missfällt mir, der Text nährt das Klischee, dass Frauen "so etwas" gerne wollen und u.U. auch eine Vergewaltigung selbst provozieren.
Die Scheinschwangerschaft ist wirklich zu dick aufgetragen, das würde ich weglassen. Die "Geburt" erinnert außerdem stark an Motive aus "Rosemarys baby" und wirkt kopiert, auch wenn das sicher nicht Deine Absicht war.

Lieber die Phantasien von Franziska spielen lassen, das würde ich jedenfalls favorisieren. Der Erlkönig interessiert mich jetzt hier als Leser weniger.

LG Doc
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Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermüdendem Lesen. (Virgina Woolf)

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