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Leselupe.de > Ungereimtes
Fraß
Eingestellt am 10. 02. 2005 16:21


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werther
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2003

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Als Kind wurde ich gefüttert, mit einem Löffel, aus kleinen Gläsern. Ich war unruhig. Vieles steckte man mir in den Mund. Nicht alles konnte ich schlucken. Meinen Hunger stillte man nicht.

Dann gab man mir Messer und Gabel, zu schneiden, zu stechen. Ich durfte kleine Stücke in den Mund stecken. Ich sollte gerade sitzen und ich musste still sein. Hungrig war ich noch immer.

Nun fresse ich
mit den Händen,
grabsche,
reiße.
Auf allen Vieren,
rasend.
Mein Maul
verschlingt Fetzen,
Stücke,
wo es nur kann.
Mein Fraß
kennt keinen
Hunger

__________________
"zu schreiben, als ob sich Leben darin ausdrücke und zu leben, als ob sich Philosophie darin fände."

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo,

der Gedanke zum Gedicht ist nicht schlecht. Die ersten beiden Verse sind zwar wenig lyrisch, aber muten zum weiterlesen an. Der dritte Vers jedoch verspricht und hält auch nichts. Zu umgangssprachlich wird verpackt, was du ausdrücken möchtest. Es muss m.E. dringend überarbeitet werden, ich halte es jedoch auch für wert überarbeitet zu werden.

LG
Sandra

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

hallo werther,
mir fehlt ebenfalls die formale lyrische form.
der sprung in die dritte strophe ist zu heftig.
dabei stört mich nicht unbedingt die harte sprache,
sondern die art, wie zu ihr hin geleitet bzw. eben
nicht hingeleitet wird.
es fehlt eine zwischenstufe. wenn ich es richtig
verstehe, soll doch eine entwicklung im lauf des
lebens dargestellt werden. so macht es jedoch eher
den eindruck, als hätte sich der protagonist in einen
werwolf verwandelt.
der gedanke gefällt mir. die umsetzung könnte geschickter
sein.
viele grüße,
denschie

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werther
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2003

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Fassung

Danke für eure Anregungen, ich muss zugeben, direkt die erste Fassung nach dem Auftippen hier eingestellt zu haben. Dennoch würde eine lyrische Sprache in den ersten beiden Strophen fehl am Platz sein, besonders aber in der letzten. Das Ich entwickelt sich schließlich aus einer infantilen, monotonen Sprache in den ersten Strophen, durch die gesellschaftlichen Konventionen hin zu etwas, das diese Konventionen zwar nicht ganz verlässt, jedoch jedes Maß verliert. Deswegen gewollt starke Ausdrücke in abgehakter Folge.
__________________
"zu schreiben, als ob sich Leben darin ausdrücke und zu leben, als ob sich Philosophie darin fände."

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An werther

Deswegen gewollt starke Ausdrücke in abgehakter Folge.

sagst du in deinem Kommentar. Und ich kann dir folgen. Ich würde es nur wirklich abgehakt machen.

Der Satz "Man steckte mir vieles in den Mund, doch nicht alles konnte ich schlucken." ist ein Beispiel dafür, wie das Bindewort "doch" den Sinn schwächen kann.

Ich schlage dir vor, kurze Sätze zu bilden. Lies dann alles laut vor. Du wirst den Unterschied merken.

Im gegebenen Beispiel wäre es:

Als Kind wurde ich gefüttert.
Mit einem Löffel, aus kleinen Gläsern.
Ich war unruhig.
Man steckte mir vieles in den Mund.
Nicht alles konnte ich schlucken.
Meinen Hunger stillte man nicht.

Ich habe es nur der Übersicht wegen untereinander geschrieben. Setze es mit den anderen Strophen fort, und dein Text wird gewinnen.

So wie er ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Lotte Werther

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werther
One-Hit-Wonder-Autor
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So, habe den Aufbau noch einmal radikal umgestellt. Das Ich verliert nun in der letzten Strophe die Struktur im Ganzen, aber auch die ersten beiden Strophen sind kurzatmiger. Danke nochmals für die Anregung.
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