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Leselupe.de > Humor und Satire
Frau Achselscheuer
Eingestellt am 24. 04. 2003 08:11


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pleistoneun
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Frau Achselscheuer war unter den restlichen beiden Br├╝dern die einzige Tochter und auch die j├╝ngste. Ihr Leben war von vorn bis hinten traumatisch. Unmittelbar nach der Geburt wurden ihr beide Babynieren entfernt, damit die Geburt bezahlt werden konnte. In gro├čer Armut und st├Ąndigem Durst wuchs sie bei ihren kinderfeindlichen Eltern auf. Ihr Leben drehte sie vorwiegend um Durststillung, denn ohne Nieren rann das Wasser ungefiltert durch ihren K├Ârper. ├ärzte gaben ihr den Namen "Dr├Ąnagenkind". Mit 14 Jahren bekam sie einen k├╝nstlichen Zufluss und Geld von einem Verehrer, der in dem ├Ârtlichen Krankenhaus innere Chirurgie betrieb. Sie sollte sich damit fl├╝ssig halten. In den vielen Stunden, an denen sie aus ├Âffentlichen Brunnen und Kl├Ąranlagen trank, dachte sie oft an ihre beiden Br├╝der, von denen sie nur wusste, dass sie erfolgreiche M├Ąnner irgendwo beim Milit├Ąr waren. Die ungewollte Bekanntschaft zu dem zudringlichen Kinder-Arzt und Helfer verhalf Frau Achselscheuer eine Lehrstelle als W├Ąscherin bei der hiesigen Krankenanstalt anzunehmen. Als man aber bemerkte, dass sie die feuchte Raumluft w├Ąhrend des Dienstes trank, wurde sie f├╝r Wochen in eine dunkle Kammer gesperrt und vergessen. In dieser Zeit trank sie komfortabel im Bett liegend von den nassen W├Ąnden. Am Tag ihrer R├╝ck├╝berstellung in die W├Ąscherei musste sie feststellen, dass ihr die lichtlose Kammer das Augenlicht gestohlen hatte. Auf diesen Schock hin lie├č Frau Achselscheuer den vollen Korb mit der W├Ąsche stehen und stolperte ├╝ber die Stufen und durch die G├Ąnge ins B├╝ro des Kinderarztes, denn der hatte ihr das alles ja eingebrockt. Nach kurzer Diskussion hatte man sich schnell geeinigt, dass sie f├╝r einen kleinen Mehrlohn ihre Augen spenden w├╝rde, sie k├Ânne sie ja sowieso nicht mehr brauchen. Da nun mehr Platzangebot in ihren Kopf war, passierte etwas Gro├čartiges. Ihr Gehirn konnte sich weiter ausdehnen. Die Intelligenz nahm sprunghaft zu. Ihre Genialit├Ąt veranlasste Frau Achselscheuer dazu, gedankliche Abhandlungen ├╝ber fehlgeleitete Orientierungen vernachl├Ąssigter Menschengruppen zu verfassen und Vortr├Ąge vor den gr├Â├čten Experten auf diesem Gebiet zu halten. Im Jahre 1971 erst kam es auf einem Weltkongress in Algerien zu einem neuerlichen Treffen mit dem Kinderarzt von fr├╝her, der sich mittlerweile auch zum Erwachsenenarzt hochgearbeitet hatte. Das W├╝stenklima trocknete Frau Achselscheuer ungeheuerlich aus und so kam es, dass nach einem nur dreieinhalb min├╝tigem Gespr├Ąch Frau Achselscheuer ihr wertvolles Gehirn f├╝r eine Flasche Wasser an den Erwachsenenarzt verscheuerte. Ohne Gehirn fehlte ihr etwas die Orientierung in der W├╝ste. Frau Achselberger wird diesen Tag nicht ├╝berleben, weil auch der letzte Schluck Wasser aus ihrer Flasche leergetrunken wurde. Niemand wird sich an sie erinnern, man wird nicht einmal wissen, wo sie begraben liegt. Feiner W├╝stensand legt sich ├╝ber ihr Gesicht und f├╝llt ihre Augenh├Âhlen. Langsam legen sich die K├Ârner ist jede Pore, flie├čt der Sand ├╝ber H├Ąnde und Beine. Frau Achselscheuer wird von der W├╝ste verschluckt und es wird so aussehen, als h├Ątte es sie niemals gegeben.

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