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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Frauen nicht auf ihre Mutterrolle festlegen - eine Intervention
Eingestellt am 13. 01. 2012 21:40


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Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

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Rezension zu:

Elisabeth Badinter, Der Konflikt. Die Frau und die Mutter, DTV 2012, ISBN 978-3-423-34691-7

Dieses Buch ist der verzweifelte Versuch einer in Frankreich ber├╝hmten Wissenschaftlerin und Feministin gegen eine Entwicklung anzuschreiben, die sie mit Sorge erf├╝llt. War Frankreich, auch durch den Einfluss von Frauen wie Elisabeth Badinter und einen anderen kulturellen Hintergrund ├╝ber lange Zeit geradezu das Paradebeispiel f├╝r die Vereinbarkeit von Beruf und Familie f├╝r Frauen mit einer entsprechend hohen Geburtenrate, scheint sich eine Entwicklung anzubahnen, die das Rad zur├╝ckdreht. Es ist das Bild der "guten Mutter", das Badinter beschreibt und kritisiert und das sie in einem Interview so definiert:
"Die 'gute Mutter' kehrt zu den Urspr├╝ngen zur├╝ck, sie lehnt Wegwerfwindeln und Babynahrung in Gl├Ąschen ab, sie stillt lange, sie arbeitet nicht, sie k├╝mmert sich ausschlie├člich um ihr Kind."

Der Druck, den dieser Trend auf viele Frauen in Frankreich aus├╝bt, ist enorm, die meisten k├Ânnen sich dem kaum entziehen. Zwei Faktoren benennt Badinter als Ausl├Âser und Motor dieser f├╝r sie beklagenswerten Entwicklung, die die Frauen wieder auf die reine Mutterrolle zur├╝ckwirft, so als ob man nicht schon viel weiter gewesen w├Ąre: Die Wirtschaftskrise und die ├ľkobewegung. Durch die Krise sind viele Arbeitsverh├Ąltnisse prek├Ąr und schlecht bezahlt geworden, und die ├ľkobewegung mit ihrem Trend zur├╝ck zur Natur erfordert viel h├Ąusliche Arbeit statt fertig produzierter Produkte vor allem f├╝r die Ern├Ąhrung der kleinen Kinder.

Doch auch unabh├Ąngig davon beklagt sie die Tatsache, dass die materielle Unabh├Ąngigkeit von Frauen, die ihrer Generation so wichtig war und f├╝r die sie gek├Ąmpft haben, immer mehr jungen Frauen nicht mehr wichtig ist. Ohne Not reklamieren sie ihre Rolle als Mutter, und dr├Ąngen damit diejenigen, die nach wie vor von Anfang an Beruf und Familie miteinander verbinden wollen, zunehmend in die Rolle von Rabenm├╝ttern.

Badinter setzt sich ausf├╝hrlich mit den verschiedenen Modellen und Mustern von "Mutterschaft" auseinander und fordert, vollkommen zu Recht, eine st├Ąrkere Einbeziehung der V├Ąter.
Im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland sagt sie in dem schon erw├Ąhnten Interview:
"Langfristig kann kein Land eine r├╝ckl├Ąufige Demographie hinnehmen. Deutschland kann nicht akzeptieren, dass es auf lange Sicht verschwindet, auch wenn uns das jetzt sehr weit entfernt scheint. Ich bin mir sicher, dass sich der Blick auf das Mutterbild wandeln wird, dass die politisch Verantwortlichen daran arbeiten werden. Kurioserweise scheint Frankreich den entgegengesetzten Pfad zu beschreiten."

Entwicklungen, auch soziale, laufen nie linear, sondern in Wellenbewegungen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, welche Entwicklung die Debatte und vor allen Dingen die tats├Ąchlichen Entscheidungen der Menschen in der n├Ąchsten Zeit bei uns nehmen werden.

Ein Buch, das vehement daf├╝r pl├Ądiert, Frauen nicht auf ihre Mutterrolle festzulegen und ihnen die freie Wahl f├╝r ihr Leben zu ├╝berlassen.

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