Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5404
Themen:   91054
Momentan online:
346 Gäste und 20 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erotische Geschichten
Frauen sind seltsame Wesen
Eingestellt am 21. 03. 2017 17:37


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
wieauchimmer
Hobbydichter
Registriert: Mar 2017

Werke: 1
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um wieauchimmer eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Frauen sind seltsame Wesen

Ich verschlucke mich fast am Rest meines Bieres, als ich Torsten im TĂŒrrahmen des Wohnzimmers auftauchen sehe. Na herzlichen GlĂŒckwunsch. Er hat wieder zugeschlagen. Im Eiltempo zieht er seine neueste Errungenschaft durch die anderen GĂ€ste der Party. Das MĂ€del mit der wasserstoffblondierte Asipalme auf dem Kopf muss dabei aufpassen, dass sie mit ihren Stöckelschuhen hinterherkommt. Die Blitzvorstellung seiner Begleitung erzeugt bei den Angesprochenen wenig Begeisterung. Kein Wunder.
Seit mittlerweile zwei Jahren hat Torsten stĂ€ndig wechselnde Frauenbekanntschaften. Den Höhepunkt seines Schaffens erreichte er vor zwei Wochen. Mit ein paar Freunden waren wir zum gemeinsamen Kochen und Essen verabredet. Eine noch am Morgen angekĂŒndigte Begleitung hatte am Abend merkwĂŒrdigerweise einen ganz anderen Namen und Hautfarbe. Unsere Freunde fanden das nicht mehr komisch. Im Gegenteil. Sie hatten die Schnauze voll.

Seitdem gilt eigentlich die Drei-Monats-Regel und Torsten kann von GlĂŒck sagen, dass die Party heute einen öffentlichen Charakter hat. Sonst wĂŒrde es wahrscheinlich gleich Ärger geben. Torsten darf, so haben es die anderen beschlossen, erst dann wieder eine neue Freundin mitbringen, wenn er seit mindestens drei Monaten mit ihr zusammen ist.
Mich stört es weniger. Ich habe nur Mitleid mit den MĂ€dels. Gut, nervig ist es schon immer wieder diese ersten KennenlerngesprĂ€che zu fĂŒhren. Vor allem, wenn man weiß, dass die Tante schon innerhalb weniger Stunden Geschichte sein kann. Das stumpft schon ab.

„Jens! Darf ich dir Kinga vorstellen“, strahlt er kreisrund, als er vor mir steht.
„Ne, im Moment nicht. Ich brauche ein neues Bier“, antworte ich und verlasse zwei verdutzte Augenpaare Richtung KĂŒche.

Dass er allerdings ausgerechnet heute nicht alleine kommt, Ă€rgert mich. Heute wollten wir richtig miteinander feiern, damit ich endlich meine Ex vergesse. Das war wohl nichts. In der KĂŒche hole ich mir eine neue Flasche Bier und gehe auf den Balkon. Zum GlĂŒck ist er groß genug, so dass ich mich nicht dem sinnlosen Party-Smalltalk der anderen Raucher anschließen muss. Dazu fĂŒhle ich mich mental nicht in der Lage.
Verglichen mit dem warmen Tag ist die Luft angenehm kĂŒhl geworden. Ich nehme einen tiefen Schluck aus der Flasche, zĂŒnde mir eine Zigarette an und drehe mich um. Durch die weit geöffnete SchiebetĂŒre sehe ich, wie Torsten und Kinga sich auf die Couch setzten. Attraktiv ist sie ja. Das kann man nicht anders sagen. Vielleicht etwas auffĂ€llig, aber das ist nun mal Torstens Beuteschema.

Ihr schwarzes Strech-Minikleid ist eindeutig mehr zum Stehen als zum Sitzen geeignet, denke ich gerade, als Kinga nĂ€her an Torsten rĂŒckt, sich zu ihm dreht und ihr Bein ĂŒber seines schlĂ€gt. Der nur in Grenzen dehnfĂ€hige Stoff ihres Kleides hat seinen Zenit erreicht und sucht sich StĂŒck fĂŒr StĂŒck einen Ausweg ĂŒber ihren wohlgeformten Hintern. Bedeckt ist selbiger jetzt nur noch von einer schwarzen transparenten Strumpfhose. Darunter nichts. Von UnterwĂ€sche scheint sie nicht viel zu halten. Um zu erkennen, dass sie unter dem hautengen Kleid keinen BĂŒstenhalter trĂ€gt, brauchte man keine umfangreichen Ermittlungen anzustellen.

Seine bisherigen Gespielinnen hatten selten mehr Grips als ein Einzeller. Wenn ich den Eindruck habe, ich könnte dem MĂ€del eins in die Fresse hauen und ihr dann erklĂ€ren, dass das großartiger Sex wĂ€re, turnt mich das total ab. Spontan entschließe ich mich einen neuen Bestwert auf der nach oben offenen Schlampenskala zu vergeben. Damit erreicht Kinga eine noch nie da gewesene Zehn.

Aus Neugier, wie die restliche Partygesellschaft auf diese Darbietung reagiert, mache die Zigarette aus und gehe rein. Dass sich die RealitĂ€t mit meinen Vermutungen deckt, wundert mich nicht. WĂ€hrend den weiblichen GĂ€sten aus Wut und Neid bald die GlĂ€ser aus den HĂ€nden zu fallen scheinen, wĂ€ren die MĂ€nner gut beraten ihre fallenzulassen. Dann wĂŒrde ihr Sabber auf dem Parkett weniger auffallen.

Ja Stutenbissigkeit ist weder Klischee noch Aberglaube sondern RealitĂ€t. Das kann man in jeder FußgĂ€ngerzone beobachten. Frauen haben einen eingebauten Radar fĂŒr andere Frauen, die in irgendeiner Art und Weise ihren Körper zur Schau stellen. Egal, ob es sich um ein freizĂŒgiges DekolletĂ©, einen kurzen Rock, kurzes Kleid oder um Schuhe mit, ihrer Meinung nach, zu hohen AbsĂ€tzen handelt.

Wenn gleich mehrere Faktoren zusammenkommen: Gute Nacht.

Bereits Kilometer gegen den Wind können Frau so etwas wittern, wie der Jagdhund die Beute. Bei alle dem ist der Gradmesser der eigene Stil. Jede noch so kleine Abweichung wird argwöhnisch beĂ€ugt und entweder in Gedanken oder laut kritisiert. FĂŒr den Mann, der sie begleitet, bringt das Vor- und Nachteile.

Ortet also Frau ein entsprechendes Exemplar, macht sie ihren Mann mit ihren UnmutsĂ€ußerungen auf das Zielobjekt aufmerksam. Die Verwendung der Bezeichnungen: billige Nutte, Schlampe oder Flittchen, sind dabei signifikant. Was fĂŒr ein GlĂŒck fĂŒr den Mann. Ihm wĂ€re sie vielleicht gar nicht aufgefallen. Um Ärger zu vermeiden bestĂ€tigen mindestens 8 von 10 MĂ€nnern das Urteil ihre Frau und denken das Gegenteil. Alleine die fehlende Logik irritiert sie. Wie soll sich denn bitte eine billige Nutte zum Beispiel solch teure Schuhe leisten können?

Wenn die Frau ihren Mann nur ein paar Sekunden lĂ€nger in die Augen sehen wĂŒrde, wĂŒrde sie erkennen, was er wirklich denkt. Dies wĂ€re eine Chance fĂŒr die MĂ€nner ihrer Holden zu erklĂ€ren, dass selbst Nicole Scherzinger, Megan Fox, Scarlett Johansson oder Kim Kardashian im Flanellpyjama mit Entchen oder BĂ€rchen drauf, nicht sexy sind.

NatĂŒrlich braucht eine Frau nicht den ganzen Tag im Minirock und Strapsen rum zu laufen. Sich aber zu wundern, dass ihr Mann fremdgeht, wo sie doch immer so nett im Kartoffelsack oder im Labberjoggingdress auf der Couch sitzt, geht ĂŒber den Tatbestand der NaivitĂ€t weit hinaus.

Bezogen auf die Stutenbissigkeit gibt es einen weiteren interessanten Aspekt. Den Quetelet-Kaup-Index oder auch Body-Mass-Index. Also das VerhĂ€ltnis von KörpergrĂ¶ĂŸe zu Körpergewicht. Basis ist auch hier der eigene Wert. Genauer gesagt der subjektive oder gefĂŒhlte Wert, der maximal ein Normalgewicht ergibt, egal wie die Wirklichkeit aussieht. Die Verschiebungen beim Dividend und Divisor machen ja nur ein paar unbedeutende Kilos und Zentimeter aus. An der Stelle trickst Frau einfach die Mathematik aus.

In Verbindung mit dem Beispiel in der FußgĂ€ngerzone entstehen nun vollkommen neue Szenarien. WĂ€hrend fĂŒr Zielobjekte bis PrĂ€adipositas noch der zuvor genannte Ablauf gilt, verĂ€ndert sich die Sache zwischen Adipositas Grad I und Grad III schon deutlich. Hier passiert etwas Erstaunliches. Je ungĂŒnstiger nun dieses VerhĂ€ltnis beim feindlichen Objekt beurteilt wird, desto milder fĂ€llt das Urteil der Frau aus. Von Nutten oder Flittchen ist dann nur noch selten die Rede.

Ja, so diskriminierend und fernab der Welt können Frauen sein. Zum GlĂŒck sieht der Artikel 12 unseres Grundgesetzes bezĂŒglich Berufsfreiheit da etwas Anderes vor. So können auch besser proportionierte Frauen das Ă€lteste Gewerbe ausĂŒben, wenn sie wollen.

Bei diesem Thema und beim Sex haben Andrea und ich uns gut verstanden. Aber es braucht mehr zu einer guten Beziehung und an dem einem oder anderem Mehr ist es bei uns gescheitert. In der Hinsicht sind MĂ€nner wesentlich simpler gestrickt als Frauen. MĂ€nner brauchen was Warmes auf dem Tisch und im Bett, so blöd es sich auch anhört. Im Endeffekt reicht mir das auch nicht, aber es ist schon mal eine gute Ausgangsposition. Warum mĂŒssen Frauen immer so kompliziert sein?

Meine Stimmung ist am Nullpunkt und ich beschließe nach Hause zu fahren. Ohne mich zu verabschieden verlasse ich die Party und nehme die Straßenbahn.

Zuhause angekommen und setzte ich mich auf die Couch. Als ich merke, dass ich nicht zur Ruhe komme, hole ich mir ein Bier aus dem KĂŒhlschrank und zappe durch das Fernsehprogramm. Instinktiv bleibe ich auf einem Sportkanal hĂ€ngen und beobachte zwei alberne, junge Frauen, die in UnterwĂ€sche Wii-Tennis spielen.

Als die Telefonsexwerbung kommt schalte ich schnell um. Zu groß ist meine Angst vor einem bestimmten Spot, in dem eine sehr reife Lady ihre Dienste anbietet. Nichts gegen Sex im Alter und wenn ich mal Älter bin, werde ich das vielleicht auch mit anderen Augen sehen, aber momentan geht das gar nicht. Da vergeht mir die Lust auf alles und ich habe Angst, dass sich das Bild von der Ă€lteren Dame ĂŒber das Bild von Kingas Arsch auf meiner Netzhaut brennt.

Ich ĂŒberlege, wie ich meine sexuelle Anspannung am besten löse. Nach einer kurzen AbwĂ€gung ĂŒber meine derzeit möglichen Sexpartner entscheide ich mich fĂŒr meine rechte Hand. Trotzdem kann etwas zusĂ€tzliche Stimulation nicht schaden, denke ich und durchforste meine DVDs. Nach Pulp Fickschön, Sperminator und Analstufe Eins ist mir momentan nicht. Die notgeilen Krankenschwestern halte ich fĂŒr eine gute Wahl und mache es mir auf der Couch gemĂŒtlich.

Am nĂ€chsten Morgen bin ich schon frĂŒh wach. Unmotiviert schlĂŒrfe ich in die KĂŒche und werfe die Senseo an. Mit dem Kaffee bewaffnet gehe ich auf den Balkon frĂŒhstĂŒcken. Die erste Zigarette ist immer die schönste. Ich blicke in den Himmel und sehe, wie die Sonne mich mit einem fetten Grinsen anlacht. Warum kann ich nicht auch lachen?

Frustriert blicke an mir runter und entdecke einen leichten Bauchansatz. Was ist denn jetzt los? ErnĂ€hre ich mich etwa nicht ausgewogen genug? Dabei achte ich doch extra darauf, nur jeden zweiten Tag zu McDonaldÂŽs zu gehen und möglichst viele verschiedene MenĂŒs innerhalb einer Woche zu essen. Wahrscheinlich vertrĂ€gt sich das mit den Pizzen und CurrywĂŒrsten doch nicht so gut.

Um mich abzulenken, checke ich meine E-Mails. Zwischen sensationellen Angeboten von Ebay und einmaligen Tagesangeboten von Amazon entdecke ich eine Mail von Torsten, die ich öffne. Na klasse, wieder so eine tolle Witzmail denke ich und beginne zu lesen:

»In Berlin hat gerade ein neues Kaufhaus eröffnet, in dem Frauen sich einen Ehemann kaufen können. Am Eingang vor dem Fahrstuhl erklÀrt ein Schild kurz die Regeln.
Sie dĂŒrfen dieses Kaufhaus nur einmal besuchen.
Es gibt 6 Stockwerke und in jeder Etage steigt die QualitĂ€t der ausgestellten MĂ€nner. Sie können auf dem Stockwerk, wo Sie sich gerade befinden, einen Mann wĂ€hlen oder in die nĂ€chste Etage aufsteigen. Auf keinen Fall dĂŒrfen Sie wieder zurĂŒckgehen, es sei denn, um das GeschĂ€ft zu verlassen.
Eine Frau tritt in das GeschÀft ein, um sich einen Ehemann auszusuchen.
In der 1. Etage steht auf dem TĂŒrschild zu den VerkaufsrĂ€umen: "Diese MĂ€nner haben eine Arbeitsstelle."
Die Frau fÀhrt eine Etage höher.
In der 2. Etage steht auf dem TĂŒrschild: "Diese MĂ€nner haben eine Arbeitsstelle und lieben Kinder."
Die Frau fÀhrt noch eine Etage höher.
In der 3. Etage steht auf dem TĂŒrschild: "Diese MĂ€nner haben eine Arbeitsstelle, lieben Kinder und sehen besonders gut aus."
Die Frau freut sich, spĂŒrt aber instinktiv, dass es sich lohnt weiter zu fahren.
Sie erreicht die 4. Etage und auf dem TĂŒrschild steht: "Diese MĂ€nner haben eine Arbeitsstelle, lieben Kinder, sehen besonders gut aus und helfen bei der Hausarbeit."
Begeisterung macht sich auf ihrem Gesicht breit und frohen Mutes fÀhrt sie weiter in die 5. Etage.
Hier sagt das TĂŒrschild: "Diese MĂ€nner haben eine Arbeitsstelle, lieben Kinder, sehen besonders gut aus, helfen bei der Hausarbeit und sind besonders romantisch."
Die Frau kann ihr GlĂŒck kaum fassen und fĂ€hrt in die 6. Etage.
Auf einer großen elektronischen Anzeigentafel steht:
„Sie sind die 31.456.028. Besucherin dieses Stockwerks. Auf dieser Etage gibt es keine EhemĂ€nner. Dieses Stockwerk besteht nur, um zu beweisen, dass es unmöglich ist, Frauen zufrieden zu stellen. Vielen Dank fĂŒr ihren Besuch im Kaufhauses fĂŒr EhemĂ€nner und denken Sie daran, dass Sie nicht wiederkommen dĂŒrfen.“
Genau gegenĂŒber hat ein Kaufhaus eröffnet, welches in gleicher Art und Weise Ehefrauen verkauft.
In der 1. Etage werden Frauen ausgestellt, die Sex lieben.
Die 2. Etage stellt Frauen aus, die Sex lieben und die kochen können.
Die Etagen 3 bis 6 wurden niemals besucht.«

Ich muss grinsen und bekomme bessere Laune. In einer Übersprungshandlung beschließe ich Joggen zu gehen. An der frischen Luft etwas fĂŒr die Gesundheit zu tun, ist jetzt genau das Richtige. Mit neuer Motivation springe ich die Treppen herunter auf die Straße und laufe los. Ich fĂŒhle mich gut und bewege mich mit leichten Schritten auf die nĂ€chste Kreuzung zu, die nur wenige Meter von meiner HaustĂŒre entfernt ist.
Direkt nach der Kreuzung merke ich, wie meine Pulsfrequenz emporschnellt. Nach fĂŒnfzig weiteren Metern verlangsame ich mein Tempo. Schließlich geht es nicht um Zeit sondern um Ausdauer. Trotzdem steigt mein Puls weiter an und ich spĂŒre mein Herz rasen. Zeitgleich fĂŒhlen sich meine Beine wie Pudding an. Ich höre auf zu laufen und gehe.

Meine Beine schmerzen und ich fĂŒhle mich, als wenn ich auf den letzten Metern eines Marathonlaufes bin. Aus Angst irgendwo auf der Straße liegen zu bleiben, drehe ich um und gehe langsam wieder zurĂŒck. Nachdem ich mich die letzten Stufen im Treppenhaus nach oben gekĂ€mpft habe, lasse ich mich erschöpft auf die Couch nieder. Aus Angst, dass etwas Schlimmeres passiert, gilt meine volle Konzentration dem Ein- und Ausatmen.

Das Klingeln meines Handys bringt mich aus dem Takt. Verdammt jetzt liegt das Ding auch noch in der KĂŒche, fluche ich innerlich und ĂŒberlege, ob ich schon wieder gefahrlos wagen kann aufzustehen. Vorsichtig rappele ich mich auf.
Es ist Torsten, der mich ĂŒberreden will mit ihm und Kinga Schwimmen zu gehen. Obwohl ich mich in meiner momentanen körperlichen Konstitution kaum motiviert fĂŒhle mitzukommen, sage ich zu. WĂ€hrend ich meine Sachen zusammen suche, ĂŒberlege ich, wie es dazu gekommen ist.

In unserer Gegend gibt es mehrere Bademöglichkeiten. Neben diversen SchwimmbĂ€dern gibt es eine Vielzahl von Baggerlöchern, die teilweise als Badeseen mit StrĂ€nden und Liegewiesen umfunktioniert wurden. Bei gutem Wetter, wie heute, tobt dort und in den FreibĂ€dern der Mob. Da Torsten und ich nicht so auf den ĂŒberdrehten Massentourismus stehen, suchen wir meistens einen weniger legalen, aber dafĂŒr wesentlich ruhigeren Badeplatz auf.

Schon am Feldweg sehe ich, dass an unserem Baggerloch nicht viel los ist. Nur zwei Autos dösen einsam und verlassen in der Mittagssonne hinter mir. Die paar FahrrĂ€der, die weiter vorne, kurz vor dem See im Gras liegen, indizieren auch keine Menschenmassen. Ich brauche nicht lange um Torsten und Kinga an unserem ĂŒblichen Platz zu finden. Er liegt etwas höher ĂŒber dem See zwischen BĂ€umen und GebĂŒschen. Durch die BĂŒsche nach unten zum See sind es ein paar Meter, aber dafĂŒr ist man vollkommen ungestört. Torsten entdeckt mich zuerst.

„Jens! Da bist du ja. Komm her! Also, das ist Kinga“, strahlt er.
„Hallo ihr beiden“, sage ich und lege meine Sachen neben Torsten.
„Hallo Jens! Alles wieder in Ordnung bei dir?“, fragt Kinga freundlich und sieht mich dabei an, als wenn sie mir noch ganz andere Avancen machen will.

Ihre braunen Augen strahlen gegenseitig um die Wette, wÀhrend sich ihre vollen Lippen zu einem sinnigen LÀcheln formen. Dieser Blick fasziniert mich so sehr, dass ich kurzfristig zwei Dinge gleichzeitig vergesse.

Dass ich meine Antipathie ihr gegenĂŒber verdrĂ€nge, wirkt dabei jedoch nicht so schwer, wie die komplette Missachtung des offensichtlich dargebotenen PrimĂ€rzieles meiner Augen. Ich muss schlucken. Unter dem Minikleid war es ja schon zu erahnen, aber jetzt live in Farbe und Bunt bin ich von ihrer Schönheit ĂŒberwĂ€ltigt. Ihre BrĂŒste sind der Hammer. Groß genug um sie nicht zu ĂŒbersehen und klein genug um sich nicht die Hand zu verstauchen.

Antipathie hin oder her, aber da kannst du nichts machen, wenn dich eine barbusige Schönheit so verzaubert. Selbst fĂŒr den, nicht zu ĂŒberhörenden, osteuropĂ€ische Akzent vergebe ich keine AbzĂŒge in der B-Note. Ist ja ohnehin Geschmackssache.

„Ja klar“, versuche ich ĂŒberzeugend zu wirken und bin froh, dass ich eine Badeshort und keine Badehose trage.
„Schön. Wir wollten gerade ins Wasser. Kommst du mit?“, fragt Torsten und hebt eine pinkfarbene Luftmatratze auf.
„Nö, geht ihr mal“, sage ich und stecke mir eine Zigarette ins Gesicht. Der Schock meines Joggingdesasters sitzt mir noch tief in meinen Knochen.

Wieder bekomme ich Kingas prachtvollen Hintern zu sehen und mein Kopfkino lĂ€uft auf Hochtouren. Der String, den sie trĂ€gt, macht seinen Namen alle Ehre. Ohne den oberen, dĂŒnnen schwarzen Bund bestehend aus einem schwarzen SchnĂŒrchen, hĂ€tte ich behauptet, sie hĂ€tte kein Höschen an. Zufrieden stelle ich fest, dass meine gestrige Wertung auf der Schlampenskala nicht ĂŒbertrieben war.

„Na los mein Pferdchen“, ulkt Torsten und gibt Kinga einen unĂŒberhörbaren Klaps auf ihren quasi nackten Po, wĂ€hrend er an ihr vorbei stĂŒrmt.
Kingas: „Hey!“, klingt eher gespielt als nach echter Empörung.

Ja so ist das mit der Gleichberechtigung. So ein bedeutungsschwangeres Wort, von dem selbst die Frauen nicht ĂŒberzeugt sind beziehungsweise nicht wissen was sie davon halten sollen.





Frau Schwarzer und Konsorten haben ebenso nicht begriffen, dass das was sie sich wĂŒnschen oder fordern nicht funktionieren kann, solange der Steinzeitmodus in unseren Köpfen aktiv ist. Wenn ein Mann eine Frau wirklich gleichberechtigt behandeln wĂŒrde, wĂŒrde das Frau zwar am Anfang zwar toll finden. Aber, auf der anderen Seite wĂŒnscht sie sich genauso den Macho in ihm. Und diesen schmalen Grat sollen ausgerechnet wir MĂ€nner beherrschen? Dazu in einer Art und Weise, wie es gerade der Frau passt, die nicht selten selber nicht weiß, was sie gerade will? Ein Teufelskreis.

Teufelskreis ist ein gutes Stichwort. Was Torsten macht, ist auch einer, wobei ich mir nicht sicher bin, ob absichtlich oder nicht. Zwar verspricht er keinem MĂ€del die große Liebe. Ganz im Gegenteil. Er erzĂ€hlt ihnen frei heraus, dass sie lieber vorsichtig mit ihren GefĂŒhlen sein sollen, da er fĂŒr nichts garantieren könne. Auch ihre diversen VorgĂ€ngerinnen verschweigt er nicht. Mittlerweile bin ich zwiegespalten, ob ich ihn fĂŒr seine Ehrlichkeit achten oder ihn wegen seines Psychotricks verachten soll.

Mit seinen Ex-Freundinnen habe ich, auch wenn ich nur wenige wirklich mochte, großes Mitleid. Sie haben ja keine Ahnung auf was sie sich einlassen. Am liebsten wĂŒrde ich sie warnen. Irgendwann und das dauert bestimmt nicht mehr lange, wird es wie bei „Two an a half man“ wahrscheinlich eine Warnseite im Internet ĂŒber Torsten geben.

Zwischen ihm und Charly gibt es viele Parallelen. Allerdings hat Torsten die deutlich positiveren Aspekte auf seiner Seite. Auch Torsten ist ein cleverer, attraktiver und wenn er will, ein sehr charmanter Kerl. Allerdings hat Torsten weder ein Spiel- noch ein Alkoholproblem und er belĂŒgt keine Frau. Zumindest nicht absichtlich. Und genau das ist der Punkt an dem die Frauen verloren sind.

Im ersten Schritt bewundern ihn die Frauen fĂŒr seine Ehrlichkeit. Damit bin ich einverstanden. Aber jetzt kommt das perfide. Jede neue Frau denkt, sie wĂ€re diejenige, die ihn auf den Pfad der Tugend und womöglich in den Hafen der Ehe bringt. Sie laufen ihm hinterher, sind ihm hörig und kleben an seinen Lippen, als wenn er der Messias wĂ€re. Alles nur um ihr Ziel zu erreichen. Sie sind angefixt von ihm und angesteckt von dem Reiz ihn zu heilen. Doch dazu kommt es nicht. Nach wenigen Tagen, maximal ein paar Wochen, ist der Zauber bei ihm verflogen und er hat schon das nĂ€chste Ziel vor Augen.

Die Sonne hat meinen kraftlosen Köper aufgeheizt und trotz meiner gesundheitlichen Bedenken, will ich es wagen ins Wasser zu gehen. Ich merke, dass ich mich wieder etwas krĂ€ftiger fĂŒhle, als ich den Abhang durch die BĂŒsche nach unten steige. Am See angekommen, sehe ich wie Torsten gerade aus dem Wasser kommt.

„Geh ruhig ein. Das Wasser ist herrlich. Kinga ist da vorne auf der Luftmatratze. Unterhalte dich doch ein bisschen mit ihr“, grinst er und zeigt auf das pinke Gummiteil, das sich zum GlĂŒck nicht allzu weit vom Ufer befindet.
„Ok“, antworte ich irritiert und prĂŒfe mit meinen Zehen vorsichtig die Wassertemperatur.

Badewannentemperatur ist anders, denke ich und ĂŒberlege, ob ich meinen Körper das antun soll. Zum GlĂŒck ist weit und breit niemand zu sehen, der mein peinliches Zögern bemerken könnte. Torsten ist bereits durch die BĂŒsche verschwunden und erst in ca. hundert Meter Entfernung entdecke ich die nĂ€chsten BadegĂ€ste.

Minutenlang stehe ich so da und Ă€rgere mich darĂŒber, was fĂŒr ein Kamilleteetrinker ich in den letzten Monaten geworden bin, bis ich bemerke, dass Kinga mir zuwinkt. Um nicht das letzte StĂŒck WĂŒrde zu verlieren, beschließe ich, mit dem Altherrengehampel aufzuhören.

Todesmutig beschleunige ich meine Schritte ins Wasser und setzte zu einem gewagten Hechtsprung an. Unter Wasser spĂŒre ich, wie mein Körper auf den deutlichen Temperaturunterschied reagiert. Mein Herz pumpt, wie wild, als ich wieder an die WasseroberflĂ€che komme. Um warm zu werden, kraule ich auf Kinga zu. Mit vollem Einsatz, wie im 100-Meter-Freistil-Finale bei Olympia, pflĂŒge ich durchs Wasser, bis ich unerwartet gegen das Fußende der Luftmatratze schlage. Erster!

„Nicht so stĂŒrmisch“, lacht Kinga und reibt sich das Wasser aus den Augen.

Noch völlig außer Atem schaffe ich es nur langsam mich zu orientieren. Kinga liegt vor mir und ich starre an ihren FĂŒĂŸen vorbei zwischen ihre leicht geöffneten Beine.

„Alles ok?“, reißt mich Kinga mitten aus der Vorstellung meines Kopfkinos.
„Äh, ja“, stammle ich und kann meinen Blick nicht lösen.
„GefĂ€llt dir, was du siehst?“

Nur langsam bewegen sich meine Augen von ihrer blank rasierten Körpermitte ĂŒber ihre wunderschönen BrĂŒste zu ihren Augen. Schon wieder dieser Blick, den ich spontan in der Richtung Du-kannst-mich-haben deute.

„Ähm, sorry. Ich bin etwas aus der Puste. Nichts mehr gewohnt. Muss dringend mehr Sport machen“, antworte ich.

Kinga wiederholt ihre Frage. ErgĂ€nzt sie um mehrere nicht jugendfreie AusdrĂŒcke fĂŒr die Stelle, auf der mein erster Blick verharrte und fragt, wie ich dazu sagen wĂŒrde. Verwirrt schaue ich sie an. Tickt die jetzt noch ganz sauber? Wir haben kaum drei Worte miteinander gewechselt und jetzt will sie mit mir ĂŒber die Schönheit ihre Genitalien nebst passender VulgĂ€rsprache diskutieren.

„Torsten, nein, ich meine man kann auch Vagina dazu sagen“, antworte ich.
„Vagina“, prustet Kinga, „das hört sich aber gar nicht sexy an.“
„HĂ€?“
„Sorry, ich glaube ich habe dich etwas ĂŒberfallen. Vergiss es einfach. Ich bin oft sehr direkt und vergesse, dass nicht jeder Mensch damit klarkommt und wir kennen uns ja kaum.“
„Schon ok“, antworte ich erleichtert, wĂ€hrend Kinga ins Wasser rutscht.
„Ich muss mal. Was dagegen, wenn ich in den See mache?“, sagt Kinga und schwimmt ein paar Meter weg.
„Ne ne, kannste machen. Der See ist groß genug und du bist weder die Erste noch die Letzte, die das macht“, antworte ich wĂ€hrend ich versuche den Druck in meiner Hose anders zu sortieren.

Kinga scheint fertig zu sein und schwimmt auf mich zu.
„Was machst du da? Holst du dir etwa einen runter?“, grinst sie neben mir angekommen und fasst zwischen meine Beine.
„Quatsch“
„Na ja, aber ganz schön hart ist er schon. Kannst die Luftmatratze behalten und dich dran festhalten, wĂ€hrend du dich entspannst. Ich gehe raus.“, lacht sie und schwimmt zurĂŒck.

Fassungslos treibe ich mit dem pinken Gummi im Wasser. Wie ist die denn drauf? Die kann mir doch nicht mal so eben an den Dödel packen um sich persönlich nach meiner Libido zu erkundigen. Aber sie hat.

Nachdem ich kurz das FĂŒr und Wider einer Handentspannung abwĂ€ge, entschließe ich mich die alte Kohl- bzw. neuerdings Merkel -Methode anzuwenden. Einfach aussitzen.
Mit einer Mischung aus VerĂ€rgerung, Verwirrung aber auch Belustigung kehre ich zu unserem Liegeplatz zurĂŒck, nachdem sich mein bestes StĂŒck beruhigt hat. Oben angekommen, erkenne ich sofort, was sich in der Zwischenzeit abgespielt hat. Jeder noch so unbegabte SonderschĂŒler wĂŒrde bei einem Multiple-Choice-Test das richtige Kreuzchen setzten. Egal wie viele Antwortmöglichkeiten es gĂ€be.

Mit rotglĂŒhenden Wangen versucht Kinga durch das Strippenwirrwarr ihres Bikinihöschens zu steigen, wĂ€hrend Torsten wohlig entspannt mit geschlossen Augen auf der Decke liegt und die gewerkschaftlich vorgeschrieben Ruhepause fĂŒr MĂ€nner einlegt. Na ja, sie sind ja alt genug.
Am Abend treffe ich mich mit Torsten und Kinga in der Disco. Zuerst war ich wenig ĂŒberzeugt. Doch Torsten meinte, es wĂ€re mal wieder an der Zeit, dass ich richtig Gas gebe. Zur verabredeten Zeit treffen wir uns am Eingang und betreten zusammen eine riesige alte Industriehalle. Zielstrebig und gemĂ€ĂŸ meiner heutigen Aufgabe steuere ich die nĂ€chste Theke an. Dort bestelle mir einen Longdrink. Meiner Aufforderung nach einer Version fĂŒr Erwachsene kommt der Barkeeper mit einem Grinsen nach.

Zwei weitere Bacardi-Cola treffe ich eine alte Bekannte wieder, die sich wahnsinnig freut mich zu sehen. Ohne Punkt oder Komma spricht sie auf mich ein. Bis auf mein: „Hallo“, lĂ€sst sie mich nicht zu Wort kommen. Hilflos schaue ich mich um und höre dabei nur noch ein Rauschen. Um mich vor ihrem Sprechdurchfall zu retten brĂŒlle ich panisch: „Mein Drink ist leer und ich muss mal wieder zu meinen Leuten. Bis spĂ€ter mal“, und gehe zu einer Theke am komplett anderen Ende des Ladens.

Beim vierten Bacardi-Cola merke ich, dass ich schon voll einem im Tee habe. Na also, wir sind auf Erfolgskurs.

„Na du“, stupst mich Kinga von der Seite an.
„Na du“, antworte ich gekonnt und ernte wieder diesen Blick von ihr.
„Du siehst gut aus“
„Danke“, sage ich, „du auch, aber wem erzĂ€hle ich das? Kannst du mal eben auf meinen Drink aufpassen. Ich muss mal aufs Klo. Die Halle ist zwar groß genug, aber es sind zu viele Menschen hier. Nachher werden die noch neidisch.“
„Klar“, lacht Kinga.

Auf der Toilette entdecke ich ein lÀngst vergessenes Gesicht wieder. Freudig strahlt es mich an, als ich mir die HÀnde wasche. Der Alkohol, denke ich. Jetzt geht das los mit dem Dauergrinsen.

„Und hast Du dir noch einen runter geholt am See?“, empfĂ€ngt mich Kinga mit der normalsten Frage der Welt.
„NĂ¶â€œ, antworte ich entspannt und entschlossen mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
„Echt? Das könnte ich nicht. Wenn es mich juckt, dann kann ich nicht anders. Wie machst du es dir denn so, wenn du es dir machst?“, fragt Kinga

Wie bitte? Kurz bevor ich richtig sauer werde, fÀllt mir ein, was mich die ganze Zeit an ihr so irritiert. Sie kann reden. Und zwar direkt und Klartext.

Normalerweise bedienen Frauen sich ja einer perfide ausgeklĂŒgelten Geheimsprache, die fĂŒr uns MĂ€nner entweder unverstĂ€ndlich ist oder uns zur Weißglut treibt. Indirekte und vage Andeutungen sind dabei das Zauberwort. Nur MĂ€nner ab dem schwarzen GĂŒrtel des Frauenverstehens haben dabei eine Chance.
Ein harmloser Satz wie: „Schatz, ich glaube der MĂŒll ist voll.“, birgt ein unvorstellbares Konfliktpotenzial. Dessen sind sich Frauen anscheinend nicht bewusst, sonst wĂŒrden sie mit dem Schwachsinn aufhören.

Bleiben wir bei dem Satz. Was passiert? Der normale Mann ĂŒberlegt. Was will Frau ihm damit sagen? Der Satz hat keinerlei Aussagekraft. Ist einfach eine Vermutung, die ihn ebenso interessiert, als wenn irgendwo auf der Welt ein Sack Reis umkippt.

Wen er gut drauf ist, geht er, bevor er die Wohnung verlĂ€sst, zum MĂŒlleimer und sagt: „Stimmt.“ Auf die Idee den MĂŒll mit nach unten zu nehmen, kommt er nicht. Ergebnis: Frau ist sauer.

Bei einem Mann mit dem schwarzen GĂŒrtel des Frauenverstehens gibt es zwei Möglichkeiten. Was seine Frau ihm sagen will, hat er verstanden. Insofern könnte er der verschlĂŒsselten Geheimbotschaft nachkommen. Es kann aber auch genauso gut sein, dass er sich darĂŒber Ă€rgert, warum sie ihn nicht einfach bittet den MĂŒll runter zu bringen. Ergebnis: Beide sind sauer und der MĂŒlleimer immer noch voll.

„Meistens mit meiner Lieblingshand“
„Und? Welche ist es?“, grinst Kinga
„Rechts“
„Na da haben wir Frauen mehr Möglichkeiten. Ich habe mittlerweile Dildos in allen GrĂ¶ĂŸen und Formen und vor ein paar Wochen habe ich mir einen Aufliegevibrator gekauft. Das Teil ist super. Bereits nach wenigen Sekunden gehe ich ab, wie eine Rakete. Beim ersten Mal konnte ich gar nicht aufhören, weil ein Orgasmus in den nĂ€chsten ĂŒberging. DafĂŒr hatte ich dann die nĂ€chsten Tage einen ganz schönen Muskelkater in meiner Muschi“, lacht Kinga.
„Ah ja?“, antworte ich eloquent und bestelle mir einen Wodka pur. Schließlich will ich heute endlich meine Ex vergessen.
„Ich gehe auch mal eben aufs Klo“, sagt Kinga und dreht sich um.
„Der Wodka schmeckt nach nichts. „Da ist doch nie und nimmer Alkohol drinnen“, diskutiere ich mit dem Barkeeper, der sich keiner Schuld bewusst ist und mir aus Kulanz zwei zum Preis von einem anbietet.

Obwohl ich immer noch nicht vom Alkoholgehalt des Wodkas ĂŒberzeugt bin, verzichte ich auf weitere Diskussionen mit dem Wasserverteiler und drehe mich zur TanzflĂ€che. In der Mitte entdecke ich Torsten mit zwei absolut gleich aussehenden MĂ€dels tanzen. Ich ĂŒberlege kurz, ob ich jetzt schon doppelt sehe, verwerfe die Theorie aber schnell wieder. Schließlich sehe ich Torsten ja auch nur ein Mal. Die Tatsache, dass Kinga auch nur in einfacher AusfĂŒhrung von der Toilette zurĂŒckkommt, unterstĂŒtzt meine These.

„Kannst du den bei dir in die Hosentasche stecken? Ich habe ja leider keine Taschen “, fragt sie mich, drĂŒckt mir ein rotes StĂŒckchen Stoff in die Hand und hebt symbolisch die Arme, wie um zu zeigen, dass sie unbewaffnet ist. Verwundert schaue auf den roten Stofffetzen und scheibchenweise wird mir klar, dass sie mir ihren Slip in die Hand gedrĂŒckt hat. Hastig und ungelenk verstaue ich ihn in meiner Hosentasche und drehe mich zur Theke um einen neuen Wodka zu ordern. Kinga schlĂŒrft an ihrem Cocktail und schaut mich wieder so an.

„Wenn ich Alkohol trinke, werde ich immer so hemmungslos“, sagt sie.
„Und gleich noch einen“, rufe ich dem Barkeeper hinterher.
Ich werde noch wahnsinnig. Die will mich doch anmachen, oder nicht?
„Mir bitte auch noch so einen“, sagt Kinga und schaut auch unseren GetrĂ€nkelieferanten mit dem gleichen Blick an. Mir drĂŒckt schon wieder die Blase.

Auf dem Weg zum Klo geschieht etwas MerkwĂŒrdiges. Ich habe das GefĂŒhl, dass mich jeder ansieht. So besoffen kann ich doch gar nicht sein. Ich bin ratlos. WĂ€hrend ich von den MĂ€nnern in einer Mischung aus Respekt, Bewunderung und Belustigung angesehen werde, ernte ich von den weiblichen GĂ€sten empörte, genervte und nur sehr wenige freundliche Blicke. Demnach kann ich mich nicht entscheiden, ob ich mich wie John Wayne, Cristiano Ronaldo oder Muammar al-Gaddafi fĂŒhlen soll.

Auf der Toilette gehe ich sofort zu den Waschtischen und schaue in den Spiegel. Bis auf mein leicht debiles Dauergrinsen kann ich nichts Ungewöhnliches entdecken. Ach du Scheiße! Ich habe doch wohl nicht in die Hose gemacht, schießt es mir durch den Kopf. Trotzdem ich mir das nur sehr schwer vorstellen kann, senke ich Ă€ngstlich meinen Kopf, ĂŒberprĂŒfe meine Hose und muss laut lachen. Alles trocken. Zum GlĂŒck. Des RĂ€tsels Lösung war Kingas roter Spitzenstring. Lediglich einen kleinen Teil des Ganzen hatte ich richtig in meiner Tasche verstaut. Der grĂ¶ĂŸere Rest baumelt einer TrophĂ€e gleich an meiner Hose.

ZurĂŒck an der Theke bestelle ich wieder meinen obligatorischen Longdrink. Nur halb besoffen ist schließlich rausgeworfenes Geld.

„Sag mal, ist Torsten eigentlich immer so ein Arschloch?“, fragt mich Kinga ruhig.
„Wie jetzt?“, antworte ich und drehe mich um.
„Na sieh doch mal was Torsten da auf der TanzflĂ€che mit den beiden Tussen veranstaltet“, sagt Kinga.
Da meine optische Wahrnehmung mittlerweile erheblich eingeschrĂ€nkt ist, brauche ich etwas lĂ€nger um mit meinem Tunnelblick Torsten auszumachen. Trotzdem kann ich erkennen, dass er bei den beiden MĂ€dels auf TuchfĂŒhlung gegangen ist.
„Ich bin nun wirklich nicht ĂŒbertrieben eifersĂŒchtig, aber das geht mal gar nicht. Was soll das?“
„Ach das meinst du. Das hat nichts zu bedeuten. Torsten weiß genau, was er an dir hat“, lĂŒge ich und hoffe instĂ€ndig, dass sich das karmatechnisch wieder ausgleicht. Schließlich habe ich etwas Gutes mit meiner LĂŒge vor.

An dieser Stelle könnte man den frustrierten Frauen Recht geben, die behaupten MĂ€nner sind alles Schweine. Was Torsten und seine Frauengeschichten angeht, wĂŒrde ich das sogar unterschrieben, aber mehr auch nicht. Wie soll das denn sonst funktionieren, wenn zum Beispiel nur die MĂ€nner ihre Frauen betrĂŒgen? Mit wem denn? Mit sich selbst? Weder mathematisch noch statistisch ist das haltbar. GlĂŒcklicherweise sind die meisten Frauen davon ĂŒberzeugt, dass ihr Mann die rĂŒhmliche Ausnahme ist. Dass das ebenso wenig haltbar ist, kĂŒmmert niemanden.

FĂŒr den umgekehrten Fall, wenn eine Frau ihren Mann betrĂŒgt, ist das natĂŒrlich etwas Anderes. Diesen berĂŒhmt-berĂŒchtigten Satz verwenden Frauen, auch in anderen ZusammenhĂ€ngen, erstaunlich hĂ€ufig und meist dann, wenn sie mit ihrer Logik am Ende sind.

„Na ich weiß nicht. Ist lieb von dir, dass du das sagst, aber es fĂ€llt mir schwer daran zu glauben.“
„Komm lass uns noch was trinken! Noch einen Cocktail?“ versuche ich sie abzulenken und drehe mich zur Theke zurĂŒck.
„Hast Recht. Habe auch keine Lust mich darĂŒber aufzuregen. Wer nicht will, der hat schon. Ich laufe niemanden hinterher.“
Der Barmann reagiert mittlerweile zĂŒgig auf meine noch so kleinen Körperbewegungen. Kein Wunder, da ich mich bereits frĂŒh als konsumfreudiger Kunde geoutet habe. Unsere GetrĂ€nke stehen in Windeseile auf dem Tresen.

„Auf das Leben“, prostet Kinga mir zu und schenkt mir wieder einen ihrer speziellen Blicke.
„Auf das Leben“, antworte ich mechanisch um zu unterdrĂŒcken was ich eigentlich sagen will. Instinktiv schießt mir eher etwas wie: „Ja, ich will“ oder: “Gehen wir zu dir oder zu mir?“, durch den Kopf. Unter Anbetracht meines momentanen Alkoholpegels ist letzteres die wahrscheinlichere Alternative.

Da ich spĂŒre, dass der Abend sich in eine gefĂ€hrliche Richtung entwickelt, beschließe ich den geordneten RĂŒckzug anzutreten. Nicht aus Feigheit sondern aus purer Vernunft. Ich kenne mich gut genug.

„Ich glaube ich habe schon mehr als genug getrunken und es ist Zeit fĂŒr mich nach Hause zu gehen, solange ich den Weg noch finde“, sage ich zu Kinga.
„Jetzt schon? Das ist aber schade. Aber du bist doch gar nicht so betrunken.“
„Oh doch, glaub mir. Es ist besser. Machs gut“, verabschiede ich mich will gehen.
„Warte! Gib mir deine Handynummer, ja?“, sagt Kinga und beugt sich ĂŒber die Theke zum Barmann unseres Vertrauens. Mit einem Kugelschreiber bewaffnet sieht sie mich fragend an. Ich diktiere ihr meine Nummer, die sie sich auf die Innenseite ihres Armes schreibt.

Mit einem KĂŒsschen auf die Wange entlĂ€sst mich Kinga aus ihren Armen. Wie in Trance verlasse ich den Laden und steige in den nĂ€chst besten Mercedes. Ohne ein Wort der BegrĂŒĂŸung nenne ich den Fahrer mein Reiseziel und lasse mich in den Sitz fallen.

Den Sonntag verbringe ich ĂŒberwiegend in der Horizontalen zwischen Couch und Bett. Die einzigen Ausnahmen sind die kontinuierlich wiederkehrenden vertikalen Demutsgebete vor meiner KloschĂŒssel. In meinem Kopf hĂ€mmert den ganzen Tag ein Presslufthammertoni rum. Mir geht es hundelend. Kein Wunder. Dabei war es weniger die Alkoholmenge, als die Tatsache, dass ich nicht bei einer Sorte geblieben bin. Ich Ă€rgere mich ĂŒber mich selber und schwöre zum wiederholten Male, dass mir das nie wieder passieren wird. Erst gegen Abend gelingt es mir die ersten Salzstangen auf den eigentlich vorher bestimmten Weg zu bringen.

Am Montag hat sich mein Magen zum GlĂŒck wieder beruhigt. Mittags in der Kantine wage ich es das erste Mal wieder etwas Richtiges zu essen. Ich will gerade wieder zurĂŒck ins mein BĂŒro, als mein Handy klingelt.

„Ja?“, antworte ich knapp, da mir die Nummer nicht bekannt ist.
„Hi Jens. Ich bin’s Kinga. Ich wollte dich fragen, ob du Lust hast nachher mit mir in der Stadt einen Kaffee zu trinken“, höre ich Kingas Stimme.
„Hi, klar, warum nicht“, antworte ich spontan.
Nachdem wir Zeit und Ort verabredet haben, mache ich wieder auf den Weg zu meinem Schreibtisch.

Vor Karstadt muss ich nur kurz auf Kinga warten. In ihrem grauen Business-KostĂŒm sehe ich sie schon von weiten auf mich zukommen. Mit gekonnten Schritten balanciert sie, auf ihren High Heels auf mich zu. Als sie nĂ€herkommt, muss ich aufpassen, dass ich nicht lache. Diese Frau ist Porno pur. Sogar besonders in diesem Aufzug und das obwohl ich das erste Mal nur knapp drei Viertel ihrer langen Beine zu sehen bekomme. VerstĂ€rkt wird meine Meinung durch die streng zurĂŒck gegelten Haare und einem weiteren Accessoire, das ich bis jetzt noch nicht an ihr gesehen habe.

„Hallo Kinga!“, begrĂŒĂŸe ich sie und frage erstaunt: „Seit wann trĂ€gst du eine Brille?“
„Hallo Jens!“, antwortet Kinga und gibt mir ein KĂŒsschen auf die Wange. „In der Woche trage ich meist meine Brille. Nur am Wochenende nehme ich Kontaktlinsen. Schlimm?“
„Ne ĂŒberhaupt nicht. Steht dir gut“, antworte ich wahrheitsgemĂ€ĂŸ.
Kinga strahlt und sieht mich durch die schwarze Hornbrille so an, dass ich wegschmelzen könnte.
„Danke. Ich wollte gern noch kurz beim Orsay vorbei. Ist das in Ordnung fĂŒr dich? Wenn nicht ist auch nicht schlimm.“
„Kein Problem. Können wir machen.“

Ja, so ist es. Ich traue mich fast nicht das zu zugeben, aber ich gehöre zu der seltenen Minderheit der MĂ€nner, die hin und wieder ganz gerne mal einkaufen oder bummeln geht. Alles in Maßen versteht sich. Außerdem stelle ich mir vor, dass das mit Kinga ganz interessant werden kann.

Im GeschĂ€ft angekommen beschließe ich eine ruhige Stelle zu suchen. Man kennt das ja. In solchen LĂ€den wird jeder Quadratzentimeter genauesten berechnet. Dem Kunden wird dabei maximal so viel Platz gelassen, dass er gerade noch an den Regalen und KleiderstĂ€ndern vorbeikommt. Da ich nicht von irgendeiner vollgepackten Shoppingtrulla durch den halben Laden geschoben werden möchte, ergreife ich halt Sicherheitsmaßnahmen. Erstaunlicherweise ist gerade vor den Umkleidekabinen am wenigsten los, wo ich mich sogleich postiere. Neben mir steht ein anderer Mann vor einer Kabine. Nach seinem Gesichtsausdruck tippe ich darauf, dass dies nicht der erste Laden am heutigen Tage ist, in dem er seine Frau oder Freundin begleitet.

„Das gibt es doch nicht“, höre ich eine Frauenstimme aus der Umkleide vor ihm. „Nichts passt. Alles zu klein. Kein Teil in 38 passt. Das kann doch nicht sein. Hab ich etwa zugenommen?“, wettert sie weiter.

Meine Alarmsirenen lĂ€uten Sturm. Der arme Kerl, wenn er jetzt nicht aufpasst, dann ist er verloren. Jetzt sag bloß nichts Falsches sagen.

„Aber Schatz. NatĂŒrlich nicht und selbst wenn, wĂŒrde ich dich noch immer lieben.“
Good Morning Vietnam! Das war’s. Game Over. Gehen sie zurĂŒck auf Los und ziehen sie keine viertausend Dollar ein. DĂŒmmer geht’s nimmer.
„Du meinst also ich hĂ€tte zugenommen?“, kommt die zu erwartende Fangfrage aus der Kabine geschossen.

Er hĂ€tte sonst was sagen können oder sogar weglaufen können, aber das war der grĂ¶ĂŸte Fehler, den er machen konnte. NatĂŒrlich hat er es gut gemeint, aber das funktioniert bei diesem Thema nicht. Auch wenn es wohl offensichtlich ist, dass sie zugenommen hat. Anders wĂ€re es natĂŒrlich, wenn man annehmen wĂŒrde, dass es sich um eine geheime Rache der Chinesen handelt. Dass sie absichtlich in jedes KleidungsstĂŒck ein Etikett mit einer kleineren GrĂ¶ĂŸe nĂ€hen um uns auf diesen Weg still und heimlich zu demoralisieren. UnabhĂ€ngig von der Chinesentheorie ist dem armen Kerl sowieso nicht mehr zu helfen. Also entferne ich mich lieber. Soll er doch mit seinem selbst herauf beschworenen Waterloo alleine fertig werden. Zudem sehe ich eine Frau mit einem Stapel voller KleidungsstĂŒcke ĂŒber ihren Arm geworfen auf mich zu kommen. Schnell weg hier. Kinga hat nur eine kurze Jeanshose in der Hand und steuert auf die Umkleide zu.

„Ich probiere die nur eben an. Dann können wir weiter“, sagt sie und zieht den Vorhang hinter sich zu.

Meinem Blick durch den Laden kreuzt der verlorene Krieger von eben. Vor ihm dampft seine Frau mit raumgreifenden Schritten Richtung Ausgang. Selber schuld.

„Kannst du mal gucken kommen?“, höre ich Kinga.
Was ist denn jetzt los? Die ist doch sonst nicht so prĂŒde. Warum kommt sie nicht raus? Ein kleines StĂŒck schiebe ich den Vorhang zur Seite und halte die Luft an.
„Die Strapse musst du dir jetzt wegdenken. Das sieht ja bescheuert aus mit den hellen StrĂŒmpfen“, erklĂ€rt Kinga
„Tja also
 das wĂŒrde ich so nicht sagen“, lache ich.
„Du Blödmann. Soll ich etwa so auf die Straße?“
„Ja ne, wohl eher nicht.“
„Schade, mit dir zusammen hĂ€tte ich das vielleicht gemacht. Aber meinst du die sitzt richtig? Auch von hinten? Ist sie nicht zu klein?“, fragt sie, dreht sich um und hĂ€lt ihren Blazer hoch.
FachmĂ€nnisch greife ich an ihrem StrapsgĂŒrtel vorbei an den hinteren Hosenbund um zu prĂŒfen, wie eng die Hose sitzt. Dort ist auf keinen Fall zu wenig Platz. Im Gegenteil. Es reicht aus, dass ich sehen kann, dass sie wieder mal kein Höschen trĂ€gt.
„Also hier ist es auf jeden Fall nicht zu eng. Sieht doch gut aus. Steht dir“, versuche ich gelassen zu antworten.
„Prima. Dann nehme ich sie.“

Nachdem Kinga ihre Jeans bezahlt hat, setzten wir uns in ein Straßenkaffee. Wir ergattern einen Tisch direkt an vorne an der Straße und bestellen unsere GetrĂ€nke bei einem italienischen Kellner, der Kinga mit seinen Augen auffrisst. Meinen Cappuccino wirft er aus gefĂŒhlten drei Meter Entfernung auf den Tisch, wĂ€hrend er sich fĂŒr die Lieferung des Latte Macchiato an Kinga am liebsten auf ihren Schoß setzten wĂŒrde. Was wohl auch insgesamt zum GrĂ¶ĂŸen- und MachtverhĂ€ltnis der beiden als Paar passen wĂŒrde. Ich grinse innerlich und zĂŒnde mir eine Zigarette an. Kinga ist auffĂ€llig. Das ist kein Geheimnis und anscheinend stört es sie genau so wenig, wie sie sich etwas darauf einbildet.

„Sag mal, wĂ€rst du wirklich so mit mir auf die Straße gegangen? So in Short und mit den Strapsen?“, frage ich neugierig.
„Na ja. Alleine wĂŒrde ich das auf keinen Fall machen. Aber mit dir, warum nicht? Warum fragst du?“
„Stört dich das nicht, was die anderen von dir denken?“
„Na ja gut, das wĂ€re ja dann schon extrem. Aber wirklich interessieren tut mich das nicht. Warum auch? Die kennen mich doch gar nicht. Wie sollen die sich denn ein Urteil ĂŒber mich erlauben?“
„Das stimmt, aber sie machen es ja trotzdem.“
„Es interessiert mich nicht. Ich bin doch nicht auf der Welt um es allen anderen recht zu machen. Mir ist absolut bewusst, dass ich so fĂŒr die meisten schon auffĂ€llig genug bin“, sagt Kinga und zeigt auf sich, „aber was soll ich denn machen. Ich kann nichts dafĂŒr und ziehe mich gerne so an. Ich bin noch jung. Wenn nicht jetzt, wann dann?“
„Ja da hast du Recht. Deine Einstellung gefĂ€llt mir“, grinse ich.
„Danke. Gefalle ich dir den so, oder bin ich dir auch zu auffĂ€llig? Sei ehrlich!“, lacht Kinga.
„Also mir gefĂ€llt das sehr gut. Ich mag Frauen, die sich ihrer Weiblichkeit bewusst sind und das auch zeigen. Traurig finde ich hingegen, dass viele Menschen damit nicht umgehen oder es vertragen können.“
„Das hast du sehr schön gesagt“, lĂ€chelt mich Kinga wieder mit ihrem durchdringenden Blick an.
Obwohl ich weiß, dass sie nicht nur mich so anschaut, verfehlt er nicht seine Wirkung. Um das Thema zu wechseln, frage ich Kinga nach ihrer Arbeit. AusfĂŒhrlich erklĂ€rt sie mir ihre TĂ€tigkeit in der Werbeagentur, in der sie arbeitet.
„Sag mal, hast du eigentlich meinen Slip noch?“, fragt mich Kinga, als wir uns voneinander verabschieden.
„Der wird wohl noch in meiner Jeans sein“, ĂŒberlege ich. „Getragen habe ich ihn jedenfalls noch nicht, obwohl er mir bestimmt gutstehen wĂŒrde“, ergĂ€nze ich und wundere mich selber ĂŒber den Blödsinn, den ich von mir gebe.
„Ich glaube, mir steht der besser. Kannst du ihn morgen nach der Arbeit bei mir vorbeibringen? Ich vermisse ihn“, lacht Kinga.
„Bei so einer FamilienzusammenfĂŒhrung bin ich doch gerne behilflich“, grinse ich.

Als ich am Dienstagabend vor Kingas HaustĂŒre stehe, fange ich an zu zweifeln. Was mache ich eigentlich hier? Worauf soll das ganze hinauslaufen? Nur wegen ihres Slips bin ich wohl kaum hier. Zögernd drĂŒcke ich auf ihre Klingel.

„Ja?“, tönt Kingas Stimme durch die Gegensprechanlage.
„Ich bin’s. Jens.“
„Komm rein. Zweite Etage rechts“, sagt Kinga und betĂ€tigt den TĂŒröffner.
Auf der zweiten Etage stehe ich vor ihrer angelehnten WohnungstĂŒre.
„Kinga?“, frage ich, da ich niemanden sehe.
„Komm rein, ich bin gleich da“, höre ich sie gedĂ€mpft aus einem anderen Raum sagen.

Als ich die TĂŒre öffne, blicke ich in einen langen Flur. Lediglich zwei Kerzen auf einer Anrichte dienen als Beleuchtung. Trotzdem bleibt mir Kingas Schuhparade nicht verborgen. Wie an einer Schnur aufgezogen, stehen sie in Reih und Glied an der Wand lang. In den verschiedensten Farben und Formen sind sie anscheinend nach ihrer Absatzhöhe von hoch, ĂŒber sehr hoch bis hin zu mörderisch hoch sortiert. Am Ende des Flures scheint durch eine TĂŒre mit einer Milchglasscheibe ebenfalls nur gedĂ€mpftes Licht. Hinter einer TĂŒre neben mir höre ich GerĂ€usche. Ich tippe auf das Badezimmer. Auf dem Boden sind auf jeden Fall Fliesen. Kingas AbsĂ€tze sind nicht zu ĂŒberhören. Wenn jetzt auch noch Fliesen an der Wand sind und das ganze durch ein paar Keramikeinheiten ergĂ€nzt ist, liegt die Trefferwahrscheinlichkeit bei nahezu hundert Prozent. Ich weiß, dass klingt albern, aber ich habe mal eine Wohnungsbesichtigung erlebt, bei dem jemand in einem solchen Raum tatsĂ€chlich nachgefragt hat, um was fĂŒr einen Raum es sich handeln wĂŒrde. Nichts ist unmöglich.

Da ich mir irgendwie blöd vorkomme, so im Flur rum zu stehen, gehe ich weiter und öffne die TĂŒre zum Wohnzimmer. Auch hier brennen Kerzen und im Hintergrund lĂ€uft leise Musik. Ich setzte mich auf die schwarze Ledercouch und fĂŒhle mich vollkommen fehl am Platz. Was mache ich hier? Was soll das werden? Noch ehe ich weiterdenken kann, kommt Kinga ins Wohnzimmer.

„Möchtest du auch ein Glas Wein?“ fragt sie fröhlich und winkt mit einer Flasche in der Hand.
„Äh, ja
warum nicht“, höre ich mich antworten und wundere mich ĂŒber mich selber.

Kinga holt aus einer Vitrine zwei GlĂ€ser und einen Korkenzieher. Den Korkenzieher reicht sie mir ĂŒber den Couchtisch. Dass sie, wie vermutet, keine Angora UnterwĂ€sche unter dem knappen schwarzen Kimono trĂ€gt, kann ich bis zum Bauchnabel bestĂ€tigen. Es braucht seine Zeit, bis ich die Lasche gefunden habe, um die Versiegelung der Flasche zu öffnen, damit der Korken frei liegt. In meinem Kopf herrscht ein völliges Chaos. Ich öffne den Wein und fĂŒlle unsere GlĂ€ser. Nur langsam lichtet sich der Nebel in meinem Gehirn. Wahrscheinlich erwartet sie Tosten. Deswegen veranstaltet sie das ganze Brimbamborium, kommt mir in den Sinn.

„Auf unser Wohl“, prostet Kinga mir zu.
„Ja, auf unser Wohl“, stimme ich zu. „Du, ich glaube, ich gehe jetzt besser“, schiebe ich nach einem tiefen Schluck hinterher.
„Was? Wieso, du bist doch gerade erst gekommen?“
„Ja, aber ich glaube, dass ich nur störe. Ich möchte nicht so mit dir hier sitzen, wenn Torsten gleich kommt“, antworte ich und nestle ihren roten Slip aus meiner Hosentasche. „Hier ist dein Slip“, sage ich und stehe auf.
„Wie kommst du darauf, dass Torsten gleich kommt?“, fragt Kinga verwundert, was mich noch mehr irritiert, als ich ohnehin schon bin.

Was ist denn jetzt los? Glaubt die jetzt ernsthaft mit mir mal so nebenbei eine Nummer zu schieben, wo sie doch mit meinem Freund zusammen ist? So etwas mache ich nicht. Niemals intim im Team.

„Kinga, was soll das werden? So sehr ich dich mag, aber du bist mit Tosten zusammen“, antworte ich verĂ€rgert.
„Mit Torsten bin ich schon seit Samstag nicht mehr zusammen. Ich dachte, dass weißt du. Hat er dir denn nichts erzĂ€hlt?“
Langsam sinke ich wieder auf die Couch und greife nach meinem Wein. Durch Torstens hohe Fluktuation an weiblichen Bekanntschaften bin ich selten genau im Bild. Wozu auch? Die letzten Tage hatten wir nur einmal kurz miteinander telefoniert.
„Nein hat er nicht, aber das Ă€ndert trotzdem nichts. Dann warst du eben seine Freundin“, antworte ich und leere das Glas. „Was sollte eigentlich das mit deinem Slip? Warum hast mir den gegeben?“, fĂ€llt mir endlich die Frage ein, die ich ihr schon gestern stellen wollte.
„Schade, dass du das so siehst. Ich mag dich schon, seit wir uns das erste Mal gesehen haben. Mit dem Slip, das war bescheuert, ich weiß. Ich wollte irgendwie deine Aufmerksamkeit.“
„Das ist dir auch ohne deinen Slip schon lange gelungen. Hast du eigentlich mitbekommen, dass ich ihn am Anfang nicht richtig in meine Hosentasche gesteckt habe?
„Ne, wieso“?
„Na weil ich das Ding wie eine Fahne aus meiner Tasche baumelte und ich so damit durch den kompletten Laden auf dem Weg zur Toilette gelaufen bin. Erst dort habe ich herausgefunden, warum mich alle so komisch angesehen haben“, erklĂ€re ich.
„Schade, dass hĂ€tte ich gerne gesehen“, lacht Kinga und fĂŒllt unsere GlĂ€ser auf.
„Wirklich schade, dass wir uns nicht vorher kennen gelernt haben“, sage ich und trinke einen weiteren Schluck.
„Das kann man nicht mehr Ă€ndern, aber ist das wirklich so schlimm fĂŒr dich? Ich habe schnell gemerkt, wie Torsten drauf ist. Ich bin ja nicht blind. Das musst du doch am besten wissen. Dass du ihn am Samstag verteidigt hast, ehrt dich, aber Ă€ndert doch nichts an der Tatsache, oder?“
„Das stimmt schon“, antworte ich.
„Du hast mir von Anfang an gefallen, aber da war ich schon mit Torsten zusammen. Deine stille zurĂŒckhaltende Art finde ich sehr angenehm. Normalerweise mag sich solche MĂ€nner nicht, weil ich denke, dass sie nicht wissen was sie wollen oder es sich nicht zu sagen trauen. Bei dir ist das nicht so. Du weißt genau, was du willst und stehst zu deiner Meinung. Das bewundere ich an dir. Was machen wir denn jetzt?“, fragt Kinga und schenkt mir wieder einen ihrer unwiderstehlichen Blicke.

Mein Herz rutscht in die Hose, in der es ohnehin schon eng genug ist, nachdem Kinga aufsteht und ihren Kimono auszieht. Meine Mutmaßung, dass sie auch sĂŒdlich des Baunabels auf WĂ€sche jeglicher Machart verzichtet hat, erhĂ€rtet sich ebenso wie mein bestes StĂŒck, als sie auf allen vieren von ihrem Sessel auf mich zu gekrochen kommt.

„Ich habe einen Vorschlag. Ich werde dir jetzt einen blasen, dass dir Hören und Sehen vergeht. Danach möchte ich, dass du mir das Gehirn rausvögelst. Wenn du das nicht möchtest, haust du mir eins in die Fresse, erklĂ€rst mir, dass das großartiger Sex war und verschwindest auf Nimmerwiedersehen aus meinem Leben, ok?“, sagt Kinga und schaut mich wie ein scheues Reh an.

Da ich nichts gegen eine sinnvolle Art der Frauenbewegung habe und Gewalt gegen Frauen verachte, helfe ich Kinga mit einem Grinsen im Gesicht meine Hose zu öffnen.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

Werke: 64
Kommentare: 1390
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Ralph Ronneberger eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo wieauchimmer, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Maße an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

Ganz besonders wollen wir Dir auch die Seite mit den hÀufig gestellten Fragen ans Herz legen. Hier klicken


Viele GrĂŒĂŸe von Ralph Ronneberger

Redakteur in diesem Forum

Bearbeiten/Löschen    


PEEB
???
Registriert: Dec 2016

Werke: 10
Kommentare: 250
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um PEEB eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi

Ich verschlucke mich fast am Rest meines Bieres, als ich Torsten im TĂŒrrahmen des Wohnzimmers auftauchen sehe. Na herzlichen GlĂŒckwunsch. Er hat wieder zugeschlagen. Im Eiltempo zieht er seine neueste Errungenschaft durch die anderen GĂ€ste der Party. Das MĂ€del mit der wasserstoffblondierte Asipalme auf dem Kopf muss dabei aufpassen, dass sie mit ihren Stöckelschuhen hinterherkommt. Die Blitzvorstellung seiner Begleitung erzeugt bei den Angesprochenen wenig Begeisterung. Kein Wunder.

Da beginnt eine Eschotische Gerichte mit "Ich" und im gleichen Satz hinter dem Komma steht geschrieben "ich". Welchen Eindruck das auf Leser macht, die zwischen den Zeilen lesen, direkt einen Eindruck bekommen und darauf reagieren, was Du hier weiter schreibst?
Ich sags dir. Das "ich ErzĂ€hlen" ist ein ErzĂ€hlstil, der eigentlich nur auf Reality angewendet werden kann, da es meist um Erlebnisse des Autors geht. Diese mögen fĂŒr den Berichterstatter eine magische Wirkung haben, fĂŒr den Leser sind sie aber eher langweilig und haben nur selten mit dem gewĂ€hlten Genre zu tun, es gibt in der LL unzĂ€hlige Beispiele, leider auch von mir Es wird wichtig sein, jedem Autor hier zu erklĂ€ren, dass die Leser meist erwachsen sind und sich gegenseitig mit sexuellen Erfahrungen totschmeißen können.
Asipalme ist wieder eine ganz besondere Wortschöpfung, bei der sich der Leser fragt, ob der Autor eine erotische Beschreibung fĂŒr Antisoziale sucht oder unfĂ€hig ist, eine Sache zu artikulieren. Die hisigen Redakteure werden sich nicht groß bemĂŒhen, da sie Dich einschĂ€tzen können. Man stempelt sich mit seiner Redensart selbst ab. Gesagt hab ich es nicht aber ich glaube, dass die Geschichte sang und klanglos abrutschen wird. Dass wirklich Interesse an winwm Text besteht sieht man daran, dass er bewertet wird, denn damit lassen sich Leute auf den Text ein. Eine Bewertung kann auch nur schriftlich erfolgen, um den Autor nicht kleiner zu machen als er ist. Was mir besonders erwĂ€hnenswert vorkommt, ist die Flexionsnutzung in einem solchen Text. Das soll ein erotischer Text sein, kein larifari Schreiben mit vorgegebener Richtung.
Fast spuck ich die BierfĂŒtze aus, die gerade in meine Kehle rinnt. Torsten schleift wieder eine SĂŒĂŸe (junge Frau mit?)hinter sich her, deren Tritte sie fast fallen lassen. Oder so was in der Art.Auch die 8000 Worte machen den ersten Eindruck nicht besser. Wenn ich unbedingt was von Asi oder so lesen oder hören will, guck ich Manta Manta etc. Ich glaube, wenn ich den ganzen Text lesen und schriftlich bewerten sollte, könnt ich ein Lehrbuch schreiben. Sei nicht sauer aber wenn der Text so weitergeht,wie er beginnt, Ă€hm .. Hier muss ich den Hut vor denen ziehen, die meine Texte gelesen, verstanden und sich darauf eingelassen haben, mir dambei zu helfen, DANKE!!!
Gruß PEEB
__________________
think for your own

Bearbeiten/Löschen    


3 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  Erotische Geschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!