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Leselupe.de > Kindergeschichten
Frederick, der Falter
Eingestellt am 23. 08. 2003 01:44


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Herbert Stahlvogel
AutorenanwÀrter
Registriert: May 2003

Werke: 15
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Frederick, der Falter

Unten in den Wiesen, zwischen Blumen und StrÀuchern, bei den Grashalmen geborgen, hielt sich Balthasar nachts versteckt, damit ihm im Schlaf weder Riesen noch RiesenschnÀbel was anhaben konnten.

Sein bester Freund Frederick schlief mehrere Etagen ĂŒber ihm, denn er liebte es auf dem höchsten Grashalm zu schlafen, wo man eine leichte Brise wehen spĂŒrt und die Sterne zum greifen nahe sind. Balthasar hĂ€tte gerne bei ihm geschlafen, aber Fredericks Schlafstellen fand er meist zu gefĂ€hrlich. Was wenn ein Riesenschnabel ihn aufpickte? Was wenn ein Riesenfuß ihn zerquetschte? Oft hatte er Frederick des Nachts gebeten, er solle zu ihm hinunter kommen, unters Blumenblatt, wo es warm und kuschelig war, doch Frederick hatte seinen eigenen Kopf.
Balthasar fĂŒhlte sich oft allein an seinem Schlafplatz, weil er niemand hatte, der ihn in den Arm nahm. Wenn er nachts wach lag, lugte er unter seinem Blumenblatt hervor und bat Frederick seine FĂŒhler auszustrecken, damit er wusste, dass er bei ihm war. Es gab nichts, was Frederick mehr hasste, doch Balthasar bettelte so lange herum, bis er es letztendlich doch tat. Dann konnte Frederick nicht einschlafen, weil er seine FĂŒhler als Kissen gebrauchte. So war es nicht selten, dass sie beide nachts wach blieben und sich bis spĂ€t in die Nacht Geschichten und Abenteuer erzĂ€hlten, die sie zusammen durchlebt hatten.
Als Balthasar wieder einmal keinen Schlaf fand, weil ihn ein Gedanke quÀlte, klopfte er energisch an Fredericks Grashalm, so dass er ihn aus dem Schlaf riss." Du Frederick, ich möchte dich was fragen."
"Was ist? HÀltst du wieder Nachtwache?" stöhnte Frederick, der es fast schon gewohnt war, aus dem Schlaf gerissen zu werden.
"Wieso fliegen wir von einem Ort zum anderen? Wir sind hier auf der schönsten Wiese, auf der ich jemals war. Ich habe noch nie so viele Blumen gesehen und noch kein Duft war so sĂŒĂŸ, wie ich ihn hier fand." Frederick drehte sich zur Seite und streckte seine FĂŒhler ĂŒber den Grashalm." Balthasar, mein Freund. Alles was du siehst, die Blumen und StrĂ€ucher, die Wiesen und BĂ€ume, verdanken wir dem Licht. Eine Knospe wĂŒrde sich in der Dunkelheit niemals öffnen und nicht einmal ein Riese vermag es, sie mit seiner Hand zu öffnen ohne dass sie Schaden erleidet. Die ganze Welt richtet sich nach dem Licht. Aber wohin wir auch kamen herrschte abends die Dunkelheit. Glaubst du wirklich, es gĂ€be nicht einen Ort, wo es immer hell und warm ist, wo es noch viel viel schöner ist, als die Orte, die wir durchflogen sind? Wenn wir jenen Ort finden, werden wir dort bleiben, bis an unser Lebensende. Aber bis dahin, werde ich fliegen, solange bis meine FlĂŒgel mich tragen." Balthasar dachte ĂŒber seine Worte nach und sagte schließlich:" Aber Frederick, ich habe zwar von diesem Ort gehört, kenne aber niemanden der von dort zurĂŒckgekehrt ist, um davon zu erzĂ€hlen.“
"Ja," meinte Frederick leicht genervt, „weil er so weit weg ist. Selbst wenn du es wolltest, wĂŒrdest du nicht mehr zurĂŒckfinden. Aber ich verspreche dir, wenn du dort bist, ist es dir egal was auf der anderen Seite noch ist. Es ist so schön, dass du alles vergisst."

So erzĂ€hlte Frederick noch eine ganze Weile lang ĂŒber das Land des Lichts, bis er Balthasar schnarchen hörte.
In dieser Nacht trÀumte Balthasar von diesem Ort, von dem Frederick sagte, er sei so hell, dass man gar nicht anders könne, als ihm entgegen zu fliegen.

Am nĂ€chsten Morgen als der nasse Tau auf den BlĂ€ttern und GrĂ€sern lag und die ersten Sonnenstrahlen die Erde erreichte, zogen sie los, um das Land jenseits von ihnen zu erkunden. Auf dem Weg kamen sie an vielen Wiesen und StrĂ€uchern vorbei. Sie flogen ohne zu rasten bis in den tiefen Nachmittag hinein und nach einer scheinbar endlosen Reise trafen sie auf eine Siedlung, wo Riesen und Riesenriesen ihr zu Hause hatten. "Solange du ihnen nicht zu nahe kommst," nahm Frederick seinem Freund die Antwort vorweg, ehe er sich darĂŒber den Kopf zerbrach," brauchst du keine Angst vor ihnen zu haben." "Und was ist, wenn ein Riese auf mich zukommt?" fragte Balthasar darauf hin erregt. " Dann musst du alle Kraft zusammennehmen und so hoch fliegen, dass sie dir nichts anhaben können."
Und so geschah es auch. Sobald Riesen in ihrer NĂ€he waren, flogen sie hoch und wenn sie allein waren, flogen sie tief. Schließlich wurden sie mĂŒde von der langen Reise und von der schmutzigen Luft in der Riesensiedlung und so beschlossen sie, sich eine Weile schlafen zu legen. Sie schliefen mehrere Stunden und als beide aufwachten, war die Dunkelheit bereits hereingebrochen. Sie waren erstaunt, wie lange sie geschlafen und wie sehr die Reise sie geschwĂ€cht hatte und als sie sich umdrehten, um weiterzufliegen, sahen sie von weitem ein kleines unscheinbares Licht noch brennen. Frederick streckte seine FĂŒhler aus und schrie so laut er konnte:" Sieh, Balthasar. Es ist dunkel! Dunkel ĂŒberall. Und da! Sieh hin! Es ist wie ich es dir gesagt habe. Es gibt einen Ort, wo es immer Licht gibt!" Frederick freute sich, schlug Saltos und umflog seinen Freund, dass es Balthasar schwindelte. Doch Balthasar blieb skeptisch und mit einem Klos im Hals sagte er:" Frederick, die Welt ist kleiner als ich gedacht habe!“
"Aber nein, Du Dummerchen!" spottete Frederick, "Das ist doch nur der Tunnel zum Licht! Dahinter liegt die Welt von der ich dir erzÀhlte!"
Frederick flog so schnell er konnte geradewegs zum Licht. Und es war wirklich so, wie es Frederick ihm beschrieben hatte. "Der Ort ist so hell, Balthasar, dass du gar nicht anders kannst, als ihm entgegen zu fliegen." Balthasar flog seinem Freund hinterher, aber weil er so schwere FlĂŒgel hatte, kam er nur mĂŒhselig voran. Frederick war schon fast da. Er war schneller - schon immer schneller gewesen, so wie er auch in allem besser war. Wenn er eine Frage hatte, wusste er die Antwort, ehe er etwas sagte. Frederick wusste alles und alles musste fĂŒr ihn schnell gehen. WĂ€hrend er darĂŒber nachdachte und der Welt des Lichts nĂ€her kam, sah er mit völligem Entsetzen, wie sein bester Freund Frederick gegen die Wand aus Licht flog und auf die Erde knallte. Zwei Riesen saßen neben einem kleinen Riesen und unterhielten sich. Einer von ihnen nahm Frederick und kehrte ihn zur Seite.

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