Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92240
Momentan online:
458 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Frei
Eingestellt am 20. 03. 2012 20:00


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ich bin so frei
ich bin so furchtbar frei
dass mich die Freiheit jeden Tag vernichtet
von Freiheit wird ja jeden Tag berichtet
bin frei von Arbeit
also frei von Nutzen
bin frei von Chancen
frei von Fr├Âhlichkeit
ich bin so frei
ich bin so furchtbar frei

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Bernd,
dein Gedicht spricht mich sehr an.
Zeigt es doch - in all seiner K├╝rze - die Fehlkonditionierung eines gro├čen Teils der Menschheit.
Von Kind auf ist uns eingetrichtert worden, dass Identit├Ąt nur ├╝ber Arbeit m├Âglich sei. Dass sich der messbare Wert des Einzelnen ausschlie├člich ├╝ber das Wachstum des jeweiligen Bruttosozialprodukts bestimmen l├Ąsst.
Schon jetzt st├Â├čt dieses Wachstum an seine Grenzen. - Gleichwohl f├╝hrt diese Maxime zur Aussonderung eines Teils der jugendlichen Erwerbst├Ątigen, der Frauen, der ├Ąlteren Arbeitnehmer.
Fast ebenso schlimm ist, dass sich all diese Betroffenen selber als unn├╝tze, chancenlose Loser etc. begreifen. Und das obwohl sich die Sockelarbeitslosigkeit langfristig nur dramatisch erh├Âhen kann.
Warum findet eigentlich parallel zu dieser Entwicklung nicht ein Prozess des Umdenkens statt und zwar in jedem einzelnen Kopf? Warum wird das Auff├╝llen der entstehenden Leere schon im Vorfeld der Freizeitindustrie ├╝berlassen? Warum lassen wir uns in diesem Ma├če manipulieren? Warum sollte ein erf├╝lltes Leben nicht ohne 8-Stundentag - mit weniger Konsum - m├Âglich sein?
[Bitte versteh mich jetzt nicht falsch. Ich wei├č nat├╝rlich, dass die von dir beschriebene "Freiheit" im Gegenw├Ąrtigen auch Armut bedeuten kann.]
Soweit zum Inhalt.

Formal k├Ânnte ich mir ein- zwei kleine ├änderungen vorstellen:

quote:
Ich bin so frei
so furchtbar frei
dass mich die Freiheit jeden Tag vernichtet

bin frei von Arbeit
frei von Nutzen
bin frei von Chancen
frei von Fr├Âhlichkeit

ich bin so frei
ich bin so furchtbar frei

Ist nat├╝rlich auch Geschmackssache. Aber so w├Ąren die Wiederholungen vielleicht noch einen Tic gezielter eingesetzt ...
Was meinst du?
Der 8.

Experimentell finde ich den Text ├╝brigens nicht.




Bearbeiten/Löschen    


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Achter,
danke f├╝r den Kommentar.

Experimentell halte ich die Mischung von Reim oder Nicht-Reim.

Au├čerdem experimentiere ich mit der Bedeutung von Freiheit.

Frei bin ich nicht, wenn ich Drohungen bekomme.
Freiheit ist heute immer die Freiheit des Geldes.
So wird ab April in Pillnitz Eintritt f├╝r den Park erhoben, auf den sogar von den Monarchen verzichtet wurde, damit nur noch die freien B├╝rger Zutritt haben.
Es gibt viele Beispiele.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Experimentelle Lyrik Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!