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Leselupe.de > Kurzprosa
Frei sein?
Eingestellt am 15. 04. 2002 19:59


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mountainhope
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2001

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"Freiheit bedeutet f├╝r mich, das zu tun, was man will, wo, wann und so viel einem gerade in den Sinn kommt. Wenn ich zu jeder Zeit, an jeden Flecken der Erde reisen k├Ânnte, dann w├Ąre ich frei," sagte Marilyn, als sie und Gerald an einer saftig gr├╝nen Wiese vorbei gingen und sich in der Ferne die schneebedeckten Berge begannen von dem fast gleichfarbigen, grauen Hintergrund abzuheben
"Frei sein!" seufzte sie.

Auch Gerald blieb stehen. Er lehnte sich an einen Baum und sah, wie Marylin ihren Blick in die Wolkendecke lenkte.
Er hatte sie nur gefragt, was sie unter ┬┤Freiheit┬┤ verstehen w├╝rde.
"Jetzt wird Marylin mir wohl einen Vortrag ├╝ber die Freiheit, und ├╝ber ihre positiven und negativen Einfl├╝sse auf den Menschen halten." dachte er.
Aber sie stand nur da und lie├č ihren Blick ├╝ber die Wolken bis zu den Bergen am Horizont gleiten
"Was ist da, was siehst du da?"
Gerald war ihren Blicken gefolgt.
Abwesend, als sei sie gar nicht mehr hier, hob Marylin ihre Hand und fuhr sich langsam durch das lange Haar. Leicht und wie in einer Zeitlupenaufnahme viel es ├╝ber ihre Schultern.
"Frei sein!" hauchte sie noch einmal, "wie ein Vogel durch die Luft zu fliegen," sie breitete ihre Arme aus und flog," wie ein Fisch durch die Meere zu schwimmen," sie sprang in den See und schwamm ins Meer, "wie eine Antilope ├╝ber die weite Savanne zu laufen..." sie stand auf und lief
"Das ist f├╝r dich Freiheit?" fragte Gerald nach ein paar Minuten.
Marylin sah ihn entr├╝stet an. Er hatte ihren wunderbaren Traum mit dieser sehr abwertend klingenden Frage gest├Ârt.
"Ja, nat├╝rlich. Das ist Freiheit. Pure Freiheit. - Was denkst du denn, was Freiheit ist?"
"Freiheit ist mit einem Jeep durch die staubige Savanne zu brettern, mit dem eigenen Motorboot volles Rohr ├╝ber dass Wasser zu blasen und mit einem Bungeeseil von einer megahohen Br├╝cke zu springen. Das ist die Freiheit, die man heute braucht, deine ist doch total veraltet."
Gerald grinste Marylin herausfordernd an.
"Das ist aber ein tr├╝gerische Freiheit!. F├╝r den Jeep und das Boot brauchst du Benzin und beim Bungeespringen hast du vielleicht f├╝r drei bis h├Âchstens f├╝nf Sekunden das Gef├╝hl von Freiheit, dann werden deine Eingeweide in deinen Kopf geschleudert und dein Gehirn wird hin- und hergeworfen. Du bist nicht wirklich frei!"
"F├╝r mich ist Freiheit alles, was mir Spa├č macht."
Gerald wurde unsicher.
"Au├čerdem ist das doch wohl schei├čegal, lass uns weitergehen, ich will nach Hause."
In den zwanzig Minuten bis zu ihrem Auto sprachen sie kein Wort miteinander. Marylin dachte ├╝ber ihre Freiheit und Gerald ├╝ber seine nach.
Dann stiegen sie in ihr Auto und fuhren zur├╝ck in die Stadt und landeten prompt im Feierabendverkehr.

__________________
Stephan Berghoff

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