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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Freiheit
Eingestellt am 03. 11. 2013 18:23


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KAZEKAI
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2013

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Maria steht allein in den sanft schĂ€umenden Meereswellen, welche kĂŒhl auf ihrer Haut prickeln. Unter ihren FĂŒĂŸen glitzern kleine Sandkörner, die tote Körper von Quallen entblĂ¶ĂŸen. Sie empfindet nichts bei ihrem Anblick. Keine Reue. Kein Mitleid. Wieso auch? Schließlich mĂŒssen alle Lebewesen einmal in den Himmel. Selbst die Menschen. Selbst sie.

Maria hebt den Blick, der sich nun auf die helle Scheibe richtet, die das blaue Gewölbe durchbricht. Sie kneift die Augen zusammen und nach nur wenigen WimpernschlĂ€gen muss sie ihren Blick wieder senken. Das gleißende Licht brennt wie Feuer in ihren Augen und mit MĂŒhe versucht sie den Schmerz in ihrer Iris zu ignorieren. 
Wie in Trance betrachtet Maria das sanfte Wogen der Wellen, welche immer wieder um ihre FĂŒĂŸe fließen. Sie atmet tief ein und saugt so viel von der frischen Meeresluft ein, wie sie nur kann. 
Maria kommt sich wie ein Fels in der Brandung vor und muss leicht kichern. Ein Windhauch wirbelt ihr eine StrÀhne ins Gesicht, die sie lÀchelnd hinters Ohr streicht.
Das Meer hat schon immer eine gewisse Faszination auf sie ausgeĂŒbt. Seit Maria die ersten Schritte tat, hat sie das ruhige Meereswogen betrachtet. Und natĂŒrlich den Himmel, dessen Gewölbe sie ĂŒbermĂ€chtig umschließt. Maria seufzt und streckt ihre mĂŒden Glieder. 
Niemand außer ihr kommt hierhin. Es ist ihr Platz. Der Platz, der nur ihr gehört. Maria lĂ€chelt. Sie lacht und springt vor Freude in die Höhe. Das Wasser spritzt um ihren Körper und sie merkt, wie ihre Hose nass an ihr haftet. Es kĂŒmmert sie nicht. Ganz im Gegenteil. Maria freut sich und beginnt zu gehen. Dann zu laufen. Dann zu rennen. Ihr Atem rasselt so laut, dass er selbst das Meeresrauschen ĂŒbertönt. Der Wind versucht sie zurĂŒckzuhalten, doch er schafft es nicht. Maria lĂ€uft so schnell, dass ihr Herz höher und höher schlĂ€gt. Sie fĂŒhlt sich frei. Frei, wie ein Vogel in der Luft. Maria jauchzt. Wann hat sie das letzte Mal so schreien können? Die Luft um sie herum tobt und sie breitet die Arme aus. Auf und ab. Auf und ab. Ihre FĂŒĂŸe scheinen vom Boden abzuheben und das vertraute GefĂŒhl der Freiheit erfasst sie.

Maria rutscht auf dem glitschigen Sand aus und fĂ€llt hart zu Boden: Ihr GlĂŒckszustand ist abrupt beendet. UnwillkĂŒrlich fĂ€ngt Maria an zu weinen. Ihr linker Knöchel tut höllisch weh und sie merkt, dass jede noch so kleine Bewegung die Schmerzen vergrĂ¶ĂŸert. Maria reibt sich schluchzend die Augen und rappelt sich qualvoll auf.
Der Schmerz ist nicht der Grund fĂŒr ihre Trauer: Sie weint, weil sie aufgehört hat zu fliegen.
Schniefend klopft Maria sich den groben Dreck von ihrer Kleidung und betrachtet abermals den hellen Himmel, der ihr aufmunternd entgegen leuchtet. Plötzlich fĂŒhlt sie sich nicht mehr traurig. Eine allumfassende Ruhe ergreift Besitz von ihr. Frieden kehrt ein. Maria versucht zu lĂ€cheln und wischt sich die TrĂ€nen aus dem Gesicht. Sie streckt eine Hand nach dem Himmel aus, doch sie greift ins Leere.

Eines Tages..., denkt Maria wĂ€hrend sie im Geiste wieder in die RealitĂ€t zurĂŒckkehrt. Eines Tages möchte ich ein Engel werden und den Himmel berĂŒhren...

Version vom 03. 11. 2013 18:23
Version vom 14. 12. 2013 10:00
Version vom 14. 12. 2013 10:02
Version vom 14. 12. 2013 10:03

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Val Sidal
???
Registriert: Jan 2013

Werke: 42
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KAZEKAI

mir gefĂ€llt dein Text gut. Er fĂŒhrt mich langsam in eine Stimmungslage, die – ohne mich besonders zu fordern – zum neugierigen aber gelassenen Beobachter der Szene macht: ich will wissen, was geschehen wird, bin aber mit dem, was ich gerade sehe, zufrieden.

Ein paar Bemerkungen noch:

Wenn „Sie“ und das „MĂ€dchen“ eine Person sind, dann gib dem MĂ€dchen einen Namen oder eine passende weiblich Bezeichnung – der Wechsel irritiert beim Lesen unnötig.

quote:
Der Schmerz ist jedoch nicht der Grund fĂŒr ihre Trauer. Nein. Sie weint, weil sie aufgehört hat zu fliegen und fĂŒr die nĂ€chste Zeit auch nicht mehr dazu in der Lage sein wird.
Nein streichen. Der Pathos darin wirkt aufgesetzt.

Manche Formulierungen und Bilder wirken unfertig und/oder ĂŒberbelichtet – z. B.

quote:
Das Meer hat schon immer eine gewisse Faszination auf sie ausgeĂŒbt. Seit sie die ersten Schritte getan hat, ist sie immer hierhin gelaufen und hat das ruhige Meereswogen betrachtet. Und natĂŒrlich den Himmel, der sie ĂŒbermĂ€chtig umschließt.

Oder

quote:
Eines Tages..., denkt sie wĂ€hrend sie im Geiste wieder in die RealitĂ€t zurĂŒckkehrt. Eines Tages möchte ich ein Engel werden und den Himmel berĂŒhren...

Mit ein paar AbsÀtzen könntest Du den Lesefluss besser steuern.

Den Schlusssatz finde ich unbefriedigend.

quote:
Eine letzte TrĂ€ne rollt ihr Gesicht herunter, als sie die vertraute HĂŒtte vor sich sieht, die einst ihren Eltern gehört hat.

Er fĂŒhlt sich an, als wĂŒrde der Autor, der mich wĂ€hrend der ganzen Lesezeit das MĂ€dchen und das Meer beobachten ließ, mich mit Gewalt um 180 Grad drehen und anschreien: „Guck! Dort ist die HĂŒtte, die frĂŒher ihren Eltern gehört hat. Jetzt aber nicht mehr! Warum? Das sage ich dir nicht – es ist eine Kurzgeschichte! Es soll ein offenes Ende haben!

Solche Offenheit ist nicht gemeint – fĂŒrchte ich. Sie ergibt sich nicht aus der Geschichte.

Der Titel ist m. M. n.sehr unglĂŒcklich gewĂ€hlt.
__________________
valS
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© Meine Werke und Kommentare sind mein Eigentum. Diebe werden verflucht.

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USch
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo KAZEKAI,
deine Geschichte erinnert mich ein wenig an >Die Möwe Jonathan<.
Ich mache dir mal ein paar VorschlÀge, wie du aus meiner Sicht den Text verbessern kannst:
Sie steht allein auf einer Scheibe aus Wasser, die vom Meer gebildet und zerstört wird. Dieses Bild kapiere ich nicht! Unter ihren FĂŒĂŸen glitzern kleine Sandkörner, die tote Körper von Quallen entblĂ¶ĂŸen. Sie empfindet nichts bei ihrem Anblick. Keine Reue. Kein Mitleid. Wieso auch? Schließlich mĂŒssen alle Lebewesen einmal in den Himmel. Selbst die Menschen. Selbst sie.
Das MĂ€dchen Sie hebt den Blick, der sich nun auf die helle Scheibe richtet, die das blaue Gewölbe durchbricht. Bleibt mir unklar! Sie kneift die Augen zusammen und nach nur wenigen WimpernschlĂ€gen muss sie ihren Blick wieder senken. Das gleißende Licht brennt wie Feuer in ihren Augen und mit MĂŒhe versucht sie den Schmerz in ihrer Iris zu ignorieren. Wie in Trance betrachtet sie das sanfte Wogen der Wellen, welches immer wieder durch ihre FĂŒĂŸe fließten. Sie atmet tief ein und saugt so viel von der frischen Meeresluft ein, wie sie nur kann. Sie kommt sich wie ein Fels in der Brandung vor und muss leicht kichern. Ein Windhauch wirbelt ihr eine StrĂ€hne ins Gesicht, die sie lĂ€chelnd hinters Ohr streicht.
Das Meer hat schon immer eine gewisse Faszination auf sie ausgeĂŒbt. Seit sie die ersten Schritte tatgetan hat, ist sie immer hierhin gelaufen und hat sie die ruhigen Wogen betrachtet. Und natĂŒrlich den Himmel, der dessen Gewölbe sie ĂŒbermĂ€chtig umschließt. Sie seufzt glĂŒcklich und streckt ihre mĂŒden Glieder.
Niemand außer ihr kommt hierhin. Es ist ihr Platz. Ihr Der Platz, der nur ihr gehört. Sie lĂ€chelt. Sie lacht und springt vor Freude in die Höhe. Das Wasser spritzt um ihren Körper und sie merkt, wie ihre Hose nass an ihr haftet. Es kĂŒmmert sie nicht. Ganz im Gegenteil. Sie freut sich und beginnt zu gehen. Dann zu laufen. Dann zu rennen. Ist rennen eine Steigerung von laufen? Ihr Atem rasselt so laut, dass er selbst das Meeresrauschen ĂŒbertönt.
Absatz
Der Wind versucht sie zurĂŒckzuhalten, doch er schafft es nicht. Sie lĂ€uft so schnell, dass ihr Herz höher und höher schlĂ€gt. Sie fĂŒhlt sich frei. Frei, wie ein Vogel in der Luft. Sie jauchzt. Wann hat sie das letzte Mal so schreien können? Die Luft um ihr herum tobt und sie breitet die Arme aus. Auf und ab. Auf und ab. Ihre FĂŒĂŸe scheinen vom Boden abzuheben und das vertraute GefĂŒhl der Freiheit erfasst sie.
Der GlĂŒckszustand verschwindet jĂ€h, als sie auf der glitschigen Sandmasse ausrutscht und hart zu Boden fĂ€llt.
Sie rutscht auf dem glitschigen Sand aus und fĂ€llt hart zu Boden. Ihr GlĂŒckszustand ist abrupt beendet
UnwillkĂŒrlich fĂ€ngt sie an zu weinen. Ihr linker Knöchel tut höllisch weh und sie merkt, dass jede noch so kleine Bewegung die Schmerzen vergrĂ¶ĂŸert. Das MĂ€dchen Sie reibt sich schluchzend die Augen und rappelt sich qualvoll auf.
Der Schmerz ist jedoch nicht der Grund fĂŒr ihre Trauer. Nein. Sie weint, weil sie aufgehört hat zu fliegen und fĂŒr die nĂ€chste Zeit auch nicht mehr dazu in der Lage sein wird.
Schniefend klopft sie sich den groben Dreck von ihrer Kleidung und betrachtet abermals den hellen Himmel, der ihr aufmunternd entgegen leuchtet. Plötzlich fĂŒhlt sie sich nicht mehr traurig. Eine allumfassende Ruhe nimmt ergreift von ihr Besitz von ihr, die mehr einer Art inneren Frieden gleichkommt.Frieden kehrt ein. Sie versucht zu lĂ€cheln und wischt sich die TrĂ€nenspuren aus dem Gesicht. Sie streckt eine Hand nach dem Himmel aus, doch sie greift ins Leere.
Eines Tages..., denkt sie wĂ€hrend sie im Geiste wieder in die RealitĂ€t zurĂŒckkehrt. Eines Tages möchte ich ein Engel werden und den Himmel berĂŒhren...

Das MĂ€dchen wendet sich schweren Herzens ab und humpelt den gewohnten Weg zu ihrem Dorf zurĂŒck. Eine letzte TrĂ€ne rollt ihr Gesicht herunter, als sie die vertraute HĂŒtte vor sich sieht, die einst ihren Eltern gehört hat.

Das sind nur VorschlĂ€ge, die du nicht ĂŒbernehmen mußt. Es ist dein Text.
LG USch

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USch
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo KAZEKAI,
ist nach der Überarbeitung sehr viel besser geworden.
Zwei Klienigkeiten sind mir noch aufgefallen:

quote:
Wie in Trance betrachtet sie das sanfte Wogen der Wellen, welche immer wieder durch um ihre FĂŒĂŸe fließen.
Durch FĂŒĂŸe kann kein Wasser fließen, sondern nur drum herum.

Die Luft um ihr sie herum tobt und sie breitet die Arme aus.

Die Scheibe aus Wasser gefĂ€llt mir persönlich nicht als Bild. Eine Scheibe ist etwas Hartes und zerspringt, wenn man drauftritt. Wasser ist ganz im Gegenteil etwas total Nachgiebiges, zerfließt, wird getrieben vom Wind usw.
Du meinst doch, wenn ich dich richtig verstehe, eine flache abgegrenzte WasseflÀche auf einer WattenflÀche - oder?
LG USch

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KAZEKAI
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2013

Werke: 1
Kommentare: 1
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Ja genau. Ich verstehe jedoch jetzt, was dich stört und finde mein Bild im Nachhinein auch eher unpassend:P Nochmals danke fĂŒr die Tipps!
Lg KAZEKAI

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