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Leselupe.de > Ungereimtes
Fremdling
Eingestellt am 05. 10. 2004 20:13


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Vera-Lena
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Fremdling

Wie eine Briefmarke
aus dem Bogen herausgel├Âst,
auf einen Umschlag geklebt,
in ein fremdes Land verschickt,
dort als Farbklecks fl├╝chtig wahrgenommen,
dann in eine Schublade gelegt,
wieder hervorgeholt,
auf den Tisch geschmettert,
abermals verschubladet.

W├Ąre ich eine Briefmarke,
w├╝rde ich in dieser Weise
mein Dasein erf├╝llen.

Aber ich bin keine.







__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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lapismont
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Hallo Vera-Lena,

man k├Ânnte das Bild noch etwas intensivieren.
"wieder hervorgeholt,
auf den Tisch geschmettert,
abermals verschubladet."
Das finde ich zusehr ausgewalzt und ┬┤f├╝gt dem Bild nichts hinzu.

Mir fielen noch Pinzette und Alben ein.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Dorothea
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Wehret den Schubladen

Hallo Vera-Lena,
durch einen originellen Vergleich schildert Dein Gedicht anschaulich und eindringlicher als manche gesellschaftskritische Studie die Entfremdung des heutigen Menschen bis zu seiner v├Âlligen Enthumanisierung.
LG.
__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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Vera-Lena
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wieder und immer wieder

Liebe lapsi,

genau darum ging es mir, um die Wiederholungen, die nichts neues am Horizont aufschimmern lassen.

Beispiel:

Du f├╝hlst, da ist jemand auf Dich neugierig geworden. Er kommt tats├Ąchlich auf Dich zu. Nach kurzer Zeit sagt er sich, "ach so, Ausl├Ąnder". Jetzt wei├č er, was ihn neugierig gemacht hatte. Damit ist seine Neugier aber bereits befriedigt und er wendet sich wieder ab. Wieder hat er Dich in eine Schublade eingeordnet und damit ist "seine" Welt jedenfalls in Ordnung.

In dem "auf den Tisch geschmettert" und "schubgeladet" sind aber noch andere Details aus dem Alltag eines Fremdlings enthalten.

Die Pinzette w├╝rde eine Behutsamkeit suggerieren. Das Gegenteil davon w├Ąre,"den w├╝rde ich noch nicht einmal mit einer Pinzette anfassen", aber das l├Ą├čt sich ja auf eine Briefmarke nicht ├╝bertragen.
Das Album k├Ânnte man noch verwenden als Sammelort f├╝r Kuriosit├Ąten, aber eine derartige Zuspitzung der Menschheit zu unterstellen, widerstrebt mir dann doch, obgleich solche Dinge in Einzelf├Ąllen leider, leider vorkommen.

Ich danke Dir herzlich f├╝rs Mitnachdenken und f├╝r Deine Antwort!

Einen sch├Ânen Tag und liebe Gr├╝├če!
Vera-Lena
__________________
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Vera-Lena
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Liebe Dorothea,

Das freut mich, dass der Gehalt dieses Textes Dich erreicht hat.

So, wie ich das da formuliert habe, kann ich diesen Inhalt leichter ertragen. Wenn ich ihn mir selbst vor Augen f├╝hre so nackt und blo├č wie die blanken Tatsachen, die wir manchmal miterleben m├╝ssen, dann bin ich schon wieder den Tr├Ąnen nahe, obgleich ich wirklich alles Andere als ein tr├Ąnenreicher Mensch bin.
Ich bin froh, dass ich dieses Thema in dieser schon fast am├╝santen Weise, bei der einem allerdings das Lachen im Halse stecken bleibt, in meinem Innern erl├Âsen konnte.
Mit diesem Statement wollte ich jetzt nur erkl├Ąren, wo der Grund f├╝r Originelles manchmal liegt.

Danke f├╝r Deine einf├╝hlsame Antwort!
Einen sch├Ânen Tag w├╝nsche ich Dir noch.
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
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