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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Freund
Eingestellt am 27. 10. 2000 18:42


Autor
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Ann-Kathrin Deininger
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Sep 2000

Werke: 57
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Ich sehe deine Augen und denke an fr├╝her.

Wir haben nebeneinander gewohnt. Wir haben jeden Tag zusammen gespielt. Ich bin nie gro├č gewesen, deshalb haben oft Gr├Â├čere mein Geld haben wollen. Du hast mich dann immer besch├╝tzt. Du warst wie mein gro├čer Bruder, und ich war gerne dein kleiner Bruder. Wir haben uns manchmal beim Spielen mit Steinen beworfen. Aber wir haben uns immer wieder vers├Âhnt. Du hast mich umarmt, und alles war wieder gut.
Wir sind immer wie wild durch die Stra├čen gerannt, au├čer am Sabbat. Da war ich zu Hause. Du hast dann immer Steine gesucht, damit haben wir am n├Ąchsten Tag eine Burg gebaut. Als wir ├Ąlter wurden, sind wir zur Schule gegangen. Nicht auf dieselbe Schule. Aber das machte nichts. Du hast oft gewartet, bis ich fertig war. Dann sind wir zusammen nach Hause gegangen. Wir haben viel miteinander geredet. Wir haben uns mit Steinen beworfen, aus Spa├č. Wir haben uns wieder vers├Âhnt. Du hast mich umarmt, und alles war wieder gut.
Wir haben gemerkt, dass wir Unterschiede haben. Ich fand das nicht schlimm. Du hast gesagt, es w├Ąre schlimm, wenn es nicht so w├Ąre. Ich habe versucht, mir eine Welt vorzustellen, in der alle so sind wie meine Eltern. Wir haben gelacht. Als wir ├Ąlter wurden, haben wir zusammen den M├Ądchen hinterhergeschaut. Wir haben uns gefragt, wir ihre Haare wohl aussehen, und waren sicher, dass sie die sch├Ânsten Frauen der Welt sein m├╝ssten. Meine Eltern haben oft auf dich geschimpft. Ich habe versucht, nichts zu h├Âren. Ich habe dich interessiert betrachtet, wenn du auf diesem kleinen Teppich gekniet hast. Du hast immer gewartet, wenn ich in die Synagoge ging. Wir haben uns mit Steinen beworfen, wegen einer Frau. Ich habe dich geschlagen, aber wir haben uns wieder vers├Âhnt. Du hast mich umarmt, und alles war wieder gut.
Wir waren Freunde.
Dann seid ihr eines Tages nicht mehr da gewesen. Ich habe nichts mehr von dir geh├Ârt. Du warst einfach weg.
Dabei warst du mein Freund.

Jetzt sehe ich in deine Augen. Du hast einen Stein nach mir geworfen. Ich habe dich geschlagen. Diesmal vers├Âhnen wir uns nicht. Ich l├Âse meine Hand aus deiner. Ich w├╝rde gerne umarmt werden. Aber du umarmst mich nicht.
Mit zitternden Fingern schlie├če ich deine Augen.

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Yossarian
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

Werke: 14
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Nun Nun...

Man weiss leider schon nach zwei Zeilen worum es geht und das macht die Sache ein wenig langweilig, ohnehin ist das Thema nicht gerade die Innovation schlechthin. Irgendwie gewinnt es der Sache nichts neues ab, was den Text recht ├╝berfl├╝ssig macht.

Sch├Âne Gr├╝├če

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Juni
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2000

Werke: 8
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Sebstdarstellung hat ihren Preis

Wer ist eigentlich Yossarian?
Wer ist der Mensch, der jeden Beitrag zerrei├čt?
Wo finde ich etwas Eigenes von Ihm?
Warum ma├čt er sich diese vernichtenden Kritiken an?
Wof├╝r mag er sich halten? So ganz wertfrei...

Juni

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Yossarian
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

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Oho

Nun lieber Juni, was soll ich jetzt sagen, Gestern Nacht habe ich mir vier Geschichten durchgelesen von denen mir eine gefallen hat, was ich betreffender Person auch schrieb. Wer bist du, der heilige Samaiter, welcher arme Autoren in Schutz nimmt, die eigentlich nur gute Kritik verdienen, damit ihr Ego nicht gef├Ąhrdet wird ?
Wieso sollte man die Schnautze halten, wenn einem etwas nicht gef├Ąllt ?
Ich habe ja nicht gesagt "B├äHH, Schlecht", sondern es auch begr├╝ndet. Was soll ich bitte von einem Text halten, den ich in ├Ąhnlicher Form schon unz├Ąhlige male gelesen habe und sei mal ehrlich, kommt dir das Ganze nicht auch ein WENIG bekannt vor ?
Ich lese einen Text und schreibe meine jeweils positive ODER negative Meinung dazu, weil es tats├Ąchlich der Sinn der Leselupe ist das zu tun, was aber einigen hier entgangen zu sein scheint.
Was w├Ąre wenn alle denken w├╝rden wie du ?
Die Leselupe w├╝rde zu einer schmalztriefenden Witzveranstaltung verkommen, oder es w├╝rde ├╝berhaupt nichts mehr geschrieben werden.
Statt mich dumm anzubl├Âcken, h├Ąttest du vielleicht deine eigene Meinung zum Text schreiben sollen, damit w├Ąre der Autorin sicher mehr geholfen.
Im ├╝brigen habe ich nie behauptet es besser zu k├Ânnen, sondern einfach nur einen Kommentar geschrieben, dass kann sogar Jemand machen, der nicht einmal alle Buchstaben des Alphabets beherrscht.
Also schreib den Autoren deine Meinung oder lasse es bleiben, aber verurteile nicht andere daf├╝r nicht so auf political correctness abzufahren, wie du es scheinbar tust.

Sch├Âne Gr├╝├če

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Juni
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2000

Werke: 8
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Den Geruch von Napalm lliebst Du also?????

...unabh├Ąngig vom Betreff, habe ich Dein About gelesen und billige Dir nun, um Dein Alter wissend, diese Form der Sebstdarstellung zu.

Ja, es ist ein Unterschied, ob man Marcel Reich-Ranitzki ist oder eben ein 18-j├Ąhriger belesener, kritikf├Ąhiger junger Mann.
Nichtsdestotrotz ermutige ich lieber Menschen konstuktiv, als sie zu vernichten. Gerade Menschen, die ihre Gef├╝hle in Schriftform, ├╝ber die Malerei oder die Musik ausdr├╝cken sind zarter besaitet als Andere. Aber das mag Dir nicht gen├╝gen.
So tue Du, Yossarian, was Du magst und ich tue es eben Anders.
Nur sei nicht so erhaben. Auch Du mu├čt Dir Kritik gefallen lassen.

Juni, die weiblicher Natur ist, nur am Rande erw├Ąhnt

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

Werke: 64
Kommentare: 1400
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Ich mu├č v├Âllig zerknirscht eingestehen, da├č meine Intelligenz nicht ausgereicht hat, um bereits nach zwei Zeilen zu wissen, worum es in der Geschichte geht. Also habe ich weiter gelesen. Auch nach der letzten Zeile habe ich mit keiner Silbe daran gedacht, in meinem Ged├Ąchtnis danach zu kramen, nur um mich an ├Ąhnliche Texte zu erinnern.
"Aber du umarmst mich nicht. Mit zitternden Fingern schlie├če ich deine Augen"
Da erst wu├čte ich, wurum es ging, und es hat mich stark ber├╝hrt. Eine stille Geschichte mit einem stummen aber durchdringendem Schrei am Ende. Ich finde sie gro├čartig.

Ganz spontan fiel mir noch Folgendes ein:

Wer den Geruch von Napalm liebt,
hat ihn noch nie gerochen.
Wenn dich der bei├čend' Qualm umgibt,
von Kugeln dann dein Leib durchsiebt!
Du hast von Sieg gesprochen?
__________________
Schreib ├╝ber das, was du kennst!

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