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Leselupe.de > Kurzprosa
Friede, Freude, Eierkuchen
Eingestellt am 12. 10. 2017 15:06


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Rehcambrok
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2015

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Die Rezension durch einen Forenredakteur hatte ich im ersten Augenblick ziemlich angepisst zur Kenntnis genommen. Eine Antwort blieb ich auf die sicherlich mĂŒhevolle Kleinarbeit schuldig, bis heute. Mit ein wenig Abstand, es durfte lange sacken, machte ich mich an die Aufarbeitung.
Eine Gewichtung der Kritik ist genauso suggestiv wie die Kritik selbst. Also galt es einen anderen Ansatzpunkt zu finden, eine weder durch Emotionen geschwĂ€ngerte MentalitĂ€t noch eine Esoterische Ader sollten in den Mittelpunkt rĂŒcken. Ein Pro und Contra, sich der Kontoverse stellen ohne persönlich zu werden, schlicht die Contenance zu wahren, wurden zu einer echten Herausforderung.
Selbst gesteckte Rahmenbedingungen einzuhalten, den Pfad der Tugend nicht zu verlassen, grenzte schon an Schizophrenie. Überspitzt stellte sich die Aufgabe wie in einem uralten Witz dar: „Der Versuch in einem rundem Raum in die Ecke zu scheißen.“
Nicht dass ich der geborene Politiker wĂ€re, aber bei nĂ€herer Illumination der Gegebenheiten waren Abstriche unvermeidlich. Der Rotstift als bewĂ€hrtes Mittel, ein Angriff auf die Mathematik. Von Wahrscheinlichkeitsrechnung ĂŒber das kleinste gemeinsame Vielfache bis hin zum grĂ¶ĂŸten gemeinsamen Teiler um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Was war in seiner Struktur wie zu wandeln? Welche Form von Algorithmus konnte der Fieberkurve des gestellten Anspruchs entgegenwirken?
Viele unbeantwortete Fragen, das Konzept einer Lösung in eine Ferne gerĂŒckt die weiter nicht sein konnte. Greifbar und rationell von der Verarbeitung her, damit hatte ich mich auf den Weg gemacht und dĂŒmpelte im Schlamm des Literaturmoors. Mit jedem Schritt versank ich tiefer in die anstachelnden Emotionen, das Pendant meiner Bestrebungen.
„Mutter, Mutter, wie weit darf ich reisen?“ Ein Kinderspiel bei dem fast alle nach getaner Arbeit wieder am Ausgangspunkt angelangten, je prĂ€ziser die Vorstellung umso bizarrer wurde das Konterfei des Handlungsstrangs. Langsam kochte Wut in mir auf, Adrenalin und der Wunsch des quasi neutralen Betrachten trafen wie Feuer und Wasser aufeinander.
Ich fĂŒhlte mich wie ein Fotograf in der Natur, das Bild vor Augen aber die EinflĂŒsse ließen keine dementsprechende Aufnahme zu. Egal welche Perspektive, das Bild hatte schon vor BetĂ€tigen des Auslösers nicht retuschierbare Risse.
Nach drei Tagen, jeweils mehrstĂŒndige AnlĂ€ufe, gab ich auf. Zumindest hatte ich nun ein wenig mehr VerstĂ€ndnis fĂŒr die VorgĂ€nge in der Politik. In den Fokus geratene Ziele, wie eine leuchtende Galionsfigur im Wahlkampf herausgearbeitet, sind nicht allgemein vertrĂ€glich. Was am Ende bleibt ist der auf Mindestmaße abgespeckte gemeinsame Nenner, oftmals hat sich das eigentliche Ziel in Luft aufgelöst.
Mit der gewonnenen Einsicht, sie war eigentlich immer prĂ€sent – passte mir nur nicht in den Kram, beschloss ich es dann doch anzugehen. Ein Kompromiss oder doch ein SelbstverstĂ€ndnis?
Ein Sezieren der Literaturleiche, vielleicht zu drastisch.
In FiletstĂŒcke geteilt, unterschiedlich gegart, analog zu Schwein, Rind und Lamm, war die einzig vorstellbare Variante. Drei Sorten Fleisch, immer der AufhĂ€nger. Aber wie sieht das MenĂŒ eigentlich wirklich aus?

Das Lammfilet, Innen zart rosa, gibt dem Gericht seinen Namen. Aber nur durch die Beilagen wird es zu einem MenĂŒ. Wie man das Ganze arrangiert, mehr oder weniger scharf, vielleicht sogar nur mild, mancher mag es ungewĂŒrzt um den Geschmack der Natur zu erleben. Jede Art der Zubereitung findet seine Liebhaber, Konsumenten.
Ähnlich verhĂ€lt es sich wohl auch im Leseverhalten. Nicht alles was der breiten Masse schmeckt ist fĂŒr alle das Nonplusultra. Wenn die Gemeinde der Naturliebhaber, unverfĂ€lscht durch EinflĂŒsse, die sicher nur eine Nische sind, gilt es auch diese zu bedienen. Dieses scheinbar geschmacklose regt die Geschmacksknospen meist erst im Nachgang an. Die den Teller aufblĂ€henden Beilagen, die Art wie sie durch ihre Platzierung die Reihenfolge des Essens bestimmen, werden dem Genießer erst viel spĂ€ter bewusst. Nachhaltigkeit im Sinne des Gaumens.
Das Rinderfilet als Steak, mehr als nur der Mittelpunkt. Zumeist nur schmal an Beilagen um den optischen Reiz zu fördern. Hier ist es eher die Frage des genauen Garpunkts. Von Kaumuskel stĂ€rkender Schuhsohle bei der sich kein Genuss einstellen will, bis hin zu viel Blut auf dem Teller reicht die Palette. Die WidersprĂŒche, falsch geschnitten bis ĂŒberwĂŒrzt sind ebenso vielfĂ€ltig wie die jeweilige Perspektive.
Und nicht zuletzt die Medaillons vom Schwein, vom Timing her mit den grĂ¶ĂŸten AnsprĂŒchen versehen. Trocken und blutig wird es ungenießbar, bleibt nur ein schmaler Korridor. Hier hilft nur Erfahrung durch jahrelanges Üben, sich dem Ziel langsam anzunĂ€hern. Bekanntlich ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Nach den Aspekten der Kritik, dem Schriftbild meiner Publikationen im Ero-Bereich, wirke ich wohl stenök, einem Dinosaurier Ă€hnlich. Aber gerade in Foren bei denen mehr als nur ein Hauch Erotik im Vordergrund steht, kommen die scheinbar konfliktlosen Geschichten sehr gut an. Als Beispiel fĂŒr viele Kommentare:
„Der Wahnsinn. Wie kann ein Schreiberling derart sozialkritische Themen in solch einfĂŒhlsame Geschichten kleiden? Ich bin tief beeindruckt.“
Den weiteren Austausch, es wÀre nur noch Lobhuddelei, spare ich mir. Aber es war halt eine der Wenigen die erkannt hat dass die Beilagen einem Essen das Gewicht geben.
Die Mischung aus etwas mehr Frieden, angereichert mit Freude, kann auch ein schmackhafter Eierkuchen sein.

__________________
Wer Frieden auf der Welt will muss bei den Kindern anfangen .

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SilberneDelfine
???
Registriert: Oct 2015

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Hallo Rehacambrok,

ich denke, ich weiß worauf sich dieser Text bezieht, auch wenn ich jetzt nicht auf die Schnelle deine ganze lange erotische Geschichte und auch nicht die ganze lange Antwort des Forenredakteurs gelesen habe.

HĂ€ngengeblieben ist aber die Kritik an der Kritik ĂŒber die Konfliktfreiheit in einer Geschichte. FrĂŒher habe ich das genauso gesehen wie du. Seitdem ich mich damit beschĂ€ftige, aus BĂŒchern und in einer Interessengemeinschaft kreatives Schreiben zu lernen, sehe ich das anders bzw. habe etwas daraus gelernt. Eine Handlung braucht einen Konflikt, sonst ist sie langweilig. Eine Handlung sollte sogar darauf aufgebaut werden.

LG SilberneDelfine

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

Werke: 65
Kommentare: 1404
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Hallo Rehcambrok,

wow, ich glaube, ich erlebe es zum ersten Mal, dass ein Kommentar von mir zum Gegenstand eines Kurzprosa-Textes avanciert. Das heißt: „Gegenstand“ ist wohl zu viel gesagt, „Anlass“ wĂ€re wohl zutreffender.
Um ganz ehrlich zu sein – trotz mindestens viermaligem intensivem Lesen, hat sich mir der Inhalt der Abhandlung nur bruchstĂŒckhaft erschlossen. Aber das liegt eher an meinem schlichten Verstand als an deinen wohlgesetzten Worten. Dabei war der erste Satz fĂŒr mich noch unzweideutig.

quote:
Die Rezension durch einen Forenredakteur hatte ich im ersten Augenblick ziemlich angepisst zur Kenntnis genommen
Das ist nicht nur sprachlich verstÀndlich, sondern auch inhaltlich nachvollziehbar.
Die Kritik, die in meiner Verbesserungs-Orgie steckt, hĂ€tte mich, wenn ich der Betroffene gewesen wĂ€re, auch wĂŒtend sein lassen. Ähnliches ist mir schon hĂ€ufig passiert. Ich pflege dann meist, meinem Ärger gegenĂŒber Unbeteiligten Luft zu machen (meist mĂŒssen die WĂ€nde im Arbeitszimmer dafĂŒr herhalten), um dann die kritischen Anmerkungen des betreffenden Besserwisser-Arschlochs noch mal in Ruhe durchzulesen. Dabei schĂ€len sich in der Regel folgende Feststellungen heraus, von denen die eine mehr, die andere weniger ĂŒberwiegt.

1. Der Kerl oder die Kerline spinnt. Scheint gar nicht kapiert zu haben, was ich ausdrĂŒcken wollte,

2. Was, ich soll diese Passage streichen, weil sie mit der Handlung so gut wie nichts zu tun hat? Dabei habe ich mich gerade damit ewig herum gequÀlt. Das bleibt so! Oder doch nicht?

3. Über etliche Formulierungs-VorschlĂ€ge mĂŒsste ich zumindest nachdenken.

4. Der inhaltliche Vorschlag gefÀllt mir, aber die richtige Formulierung denke ich mir selber aus,

5. Mit einigen Anmerkungen hat er/ sie absolut Recht. Warum ist mir das beim Schreiben nicht selbst aufgefallen?

6. Uff! Es scheint, als warte eine Menge Textarbeit fĂŒr mich. Lohnt sich das, oder kloppe ich das Machwerk in die Tonne?

So Ă€hnlich spielt sich das ab. Deinen Einlassungen entnehme ich, dass du ĂŒber Punkt 1 kaum hinausgekommen bist. Anstatt unter dem Text auf meine Anmerkungen einzugehen, schilderst du in schwĂŒlstigen Worten und mit schwer nachvollziehbaren Vergleichen, wie schwer es dir gefallen ist, „schlicht die Contenance zu wahren“ und „den Pfad der Tugend nicht zu verlassen“. Dass dich diese selbst auferlegte Beherrschung fast in die Schizophrenie getrieben hat, tut mir ehrlich leid. Dies umso mehr, weil ich auch mit einem wĂŒtenden Aufbrausen deinerseits nicht nur hĂ€tte leben können, sondern das auch verstanden hĂ€tte. Nicht von jedem kann man KritikfĂ€higkeit erwarten.

Über deine kaum nachvollziebaren AusflĂŒge in die Mathematik will ich keine Worte weiter verlieren. Nur soviel: „Der Rotstift als bewĂ€hrtes Mittel, ein Angriff auf die Mathematik.“ Wer ist denn da mit dem Rotstift auf die Mathematik losgegangen? Tut mir leid, aber das ist Schwurbelei.
Den nicht zu Ende gebrachten Satz: „Von Wahrscheinlichkeitsrechnung ĂŒber das kleinste gemeinsame Vielfache bis hin zum grĂ¶ĂŸten gemein-samen Teiler um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.“ verstehe ich nicht, denn ich finde beispielweise keinen Unterschied zwischen Nenner und Teiler – aber das nur am Rande.

Ziemlich am Ende fĂŒhrst du mich in die Geheimnisse der KochkĂŒnste ein. Das ist lieb von dir, aber zwecklos, denn vom Kochen verstehe ich nichts und werde es in meinem Alter auch nicht mehr lernen. Am Ende dieses KĂŒchen-Exkurses kommst du zu dem kĂŒchenmesserscharfen Schluss:

quote:
Wie man das Ganze arrangiert, mehr oder weniger scharf, vielleicht sogar nur mild, mancher mag es ungewĂŒrzt um den Geschmack der Natur zu erleben. Jede Art der Zubereitung findet seine Liebhaber, Konsumenten.

Ich weiß, dass du dich damit auf unterschiedliche Texte beziehst und muss dir uneingeschrĂ€nkt Recht geben. Es gibt nur eine EinschrĂ€nkung: Genießbar muss es sein!

Und dann kommt zu guter Letzt noch ein Seitenhieb auf meine Anmerkung, dass deine erotische Geschichte mir zu konfliktfrei gestrickt seien.

quote:
Aber gerade in Foren, bei denen mehr als nur ein Hauch Erotik im Vordergrund steht, kommen die scheinbar konfliktlosen Geschichten sehr gut an. Als Beispiel fĂŒr viele Kommentare:
„Der Wahnsinn. Wie kann ein Schreiberling derart sozialkritische Themen in solch einfĂŒhlsame Geschichten kleiden? Ich bin tief beeindruckt.“

Wohl dem, der sich an derartigen Kommentaren aufrichten und sein SelbstwertgefĂŒhl fĂŒttern kann. Schade nur, dass ich diese Zeilen unter keinem deiner Prosa-Werke finden konnte. Vielleicht hĂ€tte mich das davon ĂŒberzeugt, dass ich mit meinem Kommentar wirklich völlig daneben lag. Aber ich verspreche, ich mache so etwas (zumindest bei deinen Werken) nie wieder.

Es grĂŒĂŸt Ralph


__________________
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