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Friede´s Kommission
Eingestellt am 08. 05. 2003 18:10


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Friede
Leere-Blätter-Hasser
Registriert: May 2003

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Wechseln wir vom „wahren Leben“ in die Realität und finden uns wieder am Rande des dritten Weltkrieges gegen die „Achse des Bösen“, wie der amerikanische Präsident, wenn ich das richtig verstanden habe, die Länder Deutschland, Frankreich, Russland und den Irak neuerdings zu nennen pflegt.

Aber nicht das ist es, was mir wirklich Sorgen macht, nein, das was mich wirklich beunruhigte, war der nächtliche Anruf von Hans Blix, dem Chef der Uno Inspektoren im Irak.

Und er hatte völlig recht mit seiner Aussage, dass ja für Ihn und seine Truppe jetzt, wo der amerikanische Aufmarsch quasi seinen Höhepunkt erreicht hat, bald nichts mehr zu tun wäre. Recht hatte er auch mit seiner Vermutung, dass nach einer kurzen Zahlung von Arbeitslosengeld relativ schnell die Stütze folgen würde, und danach der soziale Abstieg zum Sozialhilfeempfänger nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, denn das hatte der Kanzler ja am Freitag unmissverständlich kundgetan. ...\"Der Jüngste sei er ja auch nicht mehr, und bis zur Rente würde sein Erspartes doch nicht reichen!\" jammerte er weiter. „Auch die anderen von der Truppe haben ja nicht viel gelernt, also was tun?“

Ich konnte Ihn zunächst beruhigen, indem ich Ihm sagte, dass ich mich auch schon mit seiner Situation, zumindest geistig, auseinandergesetzt hätte, und wir uns auf keinen Fall noch weitere 130 arbeitslose Inspektoren leisten könnten und ich versprach Ihm noch in dieser Nacht eine Kommission, ähnlich der Hartz oder Rürup Kommission einzuberufen, die ich dann Friede´s Kommission nennen würde. Wir würden dann relativ schnell mit Ergebnissen auf Ihn zukommen – er solle mir aber seine Hanndynummer zur Sicherheit gleich mal durchgeben. Soweit so gut meinte er, jetzt ginge es Ihm schon besser, und er würde mal eben noch 2 Scud Raketen mit dem Bagger zerstören, denn sein derzeitiger Job bereite Ihm immer noch viel Freude, auch wenn er ab und zu mal selbst mit Hand anlegen müsse. Damit war unser Gespräch beendet und während Hans weiter fröhlich Raketen zerstörte, ließ er mich mit seiner Beschäftigungsproblematik und den Arbeiten, die der Gründung einer solchen Kommission immer vorausgehen, alleine.

Da galt es zunächst einmal fähige Mitarbeiter und Investoren zu finden, allerdings für mich kein großes Problem, denn meine alten Freunde Dr. Helmut K. und Jürgen W. Möllemann würden sich dieser Finanzierung schon annehmen. Als Schriftführerin schlug ich Angela Merkel vor, Möllemann meinte seine Frau wäre besser, und Dr. Helmut K. meinte Hannelore wäre gut. Mit allem Respekt musste ich Ihm da aber widersprechen, und Ihn darauf hinweisen, dass Hannelore im Moment etwas schwierig zu erreichen sei... Das sah er dann auch nach einer kurzen Denkpause ein, und wir wählten dann doch Angela Merkel.

Ich stellte kurz die Problematik vor, eben die Weiterbeschäftigung der Uno Inspektoren nach Beginn des 3. Weltkrieges, möglichst in Ihrem Aufgabengebiet, dem Inspizieren, sicherzustellen. Die Arbeitslosigkeit dieser, schwer vermittelbaren Herren, quasi „on the Top“ auf unsere ohnehin schon horrende Arbeitslosigkeit könnten wir uns auf keinen Fall mehr leisten.

Fast alle Kommissionsteilnehmer konnten meiner Argumentation folgen, nur Dr. Helmut K. wollte noch mal genau wissen, was denn nun genau so ein „Uno-Kommissar“ jetzt machen würde... Daraufhin warf Frau Merkel ein, dass man sich mit mangelnder Allgemeinbildung und Unkenntnis der weltpolitischen Gesamtlage nicht allzu lange aufhalten könne, denn sie habe schließlich noch einen Frisörtermin um 12.00 Uhr.
Möllemann widersprach Ihr mit den Worten: „Ich habe auch schon mal mit diesem Blix gesprochen, wegen Finanzierungsgedanken für meine neue Partei, aber er hat mich dann direkt an Saddam Hussein verwiesen..“

Nachdem also jeder nun seine speziellen Vorstellungen in die Kommission eingebracht hatte, bat ich höflich, doch nun wieder auf das Wesentliche, eben die Weiterbeschäftigung der Inspektoren, im Angesicht der drohenden Kürzung der sozialen Bezüge in unserer Gesellschaft, zurückzukommen.

Daraufhin brachte Dr. Helmut K. ein, dass er gerade noch mal nachgedacht hätte, und doch lieber Hannelore, anstelle von Angela Merkel in der Kommission sehen würde. Zum Schein ging ich auf seine Forderung ein, und ich würde Ihm auch zustimmen, wenn er mir sofort jetzt Ihre Handynummer geben könnte. Er begann dann auch unmittelbar seine Papiere durchzusuchen und gab erst mal Ruhe.

Möllemann bat um kurze Unterbrechung, den er müsse mal eben mit Saddam telefonieren, kehrte aber kurzfristig zurück, den Saddam war gerade draußen mit Hans und irgendwelchen Raketen spielen. Sein Vize-Außenminister, Tarik Asis, sagte er solle doch noch mal kurz nach 6.00 Uhr, wenn es dunkel ist, und Saddam wieder drinnen wäre, anrufen.

Ich wiederholte meinen Wunsch, man möge sich jetzt doch dem Wesentlichen endlich stellen, und die Privatangelegenheiten außen vorlassen, Dr.Helmut K. meinte dann: „Fridde, bitte noch etwas Gedullt, habb die Nummer von Hannelorre gleich gfunden!“

Nach etlichem Hin und Her konnte dann aber schließlich doch noch ein Vorschlag formuliert werden:

Der sog. „Verfassungsvorschlag für die Weiterbeschäftigung der UNO Inspektoren nach Beginn des dritten Weltkrieges“ sah folgendes vor:

Mit Beginn des Krieges ist es auch für Privatpersonen erlaubt Uno Resolutionen zu stellen, das ist dann nicht mehr Sache der Mitgliedsstaaten. So können z.B. bei privaten Streitigkeiten Inspektoren in das Haus des Gegners geschickt werden, um dort gegebenenfalls verfassungsfeindliches und pornographisches Material sicherzustellen und dessen Vernichtung zu überwachen.

Im Notfall kann der wirtschaftlich Stärkere dann auch ohne Uno -Privat -Resolution eingreifen, wenn er die Kosten dafür selbst trägt. Der Gesetzesentwurf führt gleichzeitig noch in hohem Maße zu Entlastung der Gerichte, da viele Streitigkeiten dann durch Uno-Privat Resolutionen ausgetragen werden können.
Ein Uno Inspekteur hat denselben Status wie ein staatlich bestellter Richter und kann Resolutionsentscheidung vor Ort umsetzen oder geeignete Mittel zu seiner sofortigen Umsetzung bestimmen.
Der Hauptsitz der Inspektoren sollte laut Möllemann dann Gelsenkirchen sein. Zur Hauptkassiererin wurde Angela Merkel bestellt, denn Dr. Helmut K. suchte immer noch die Handynummer von Hannelore... Ich selbst sollte dann später noch Hans Blix anrufen.

Damit war die Arbeit der Kommission getan, Frau Merkel verließ das Gebäude, um Ihren Frisörtermin noch rechtzeitig wahrzunehmen, Möllemann versuchte nochmals Saddam anzurufen, aber er war immer noch draußen spielen, und Dr. Helmut K. wollte noch etwas bleiben, um die Handynummer von Hannelore vielleicht doch noch zu finden, denn gestern hätte er sie ganz sicher noch \"gehabbt\"...

Stellen wir uns abschließend die Durchsetzung dieses Gesetzes in der Praxis, an einem von mir selbst gerade durchlebten Beispiel vor:

Ich befinde mich nämlich derzeit in einem kalten Krieg mit meinen Pokerkumpels, die einfach nicht in der Lage sind, einen Terminvorschlag für den nächsten Pokerabend noch in 2003 zu formulieren.
Nach Inkrafttreten des neuen Gesetztes werde ich deshalb sofort eine Uno – Privat –Resolution formulieren. Ein umgehender Besuch von Uno Inspektoren bei den betroffenen Personen ist die Folge. Die Inspektoren werden dann sofort Gründe für die Terminverhinderung der Pokerkumpels in deren Wohnungen finden und offen legen. Was sie sonst noch für Schweinereien entdecken werden sei dahingestellt, und der Phantasie des Einzelnen überlassen... . Ha!

Also sollten wir unser Denken weiterhin darauf ausrichten Probleme durch Gründung immer wieder neuer Kommissionen zu lösen, denn die Friede Kommission hat klar gezeigt, dass hier schnell, unbürokratisch und kompetent Lösungen präsentiert wurden.


F.-K. Weide, Kommissionsvorstand, März 2003, kurz vor dem 3. Weltkrieg


__________________
Gruss
Friede

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