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Leselupe.de > Ungereimtes
Frieden
Eingestellt am 17. 03. 2004 19:42


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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Frieden

Ich bin mit mir.
Jenseitig das Gel├Ąnde
umkost schon dunkles Violett.
Im Scho├če ruhn
die m├╝den Abendh├Ąnde,
nichts ist mehr, das sie an sich b├Ąnde,
kein Wort mehr, das zu meiner Stimme f├Ąnde.

Im Schauen bin ich dieser Farbe
Gef├Ąhrtin, str├Âme willig zu,
wenn sie umschlie├čt des Tages rote Narbe
und wehe mit ihr alle Risse zu.
Ummantelt von den Sternengarben
erkennt der Tag sein Ruhebett.
Als alle Rufe nach mir starben,
sank ich ins tiefe Violett.






__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Vera-Lena

"ich bin mit mir" - wann kann man dies schon sagen.
Im Alter, wenn man weise geworden ist? Wenn man den
Frieden mit sich und der Welt gemacht hat? In der Jugend
ist man eher h├Ąufig au├čer sich
"M├╝den Abendh├Ąnde"....."nichts ist mehr, das sie an sich b├Ąnde"...Alles scheint getan zu sein.

Die zweite Strophe gef├Ąllt mir ganz besonders gut.
Man ahnt/sieht schon das Ende - noch ist es ein dunkles Violett,doch bald geht es wohl ins Schwarz ├╝ber. Noch im Schauen Gef├Ąhrtin sein - doch bald auch real mitgehen ins jenseitige Gel├Ąnde.
"Wenn sie umschlie├čt des Tages rote Narbe" - wenn des Lebens Leid endet?
"Als alle Rufe nach mir starben" - wenn mich nichts mehr hier h├Ąlt, dann gehe ich.....
Ich hoffe, da├č ich nicht wieder falsch liege, liebe Vera-Lena. Na, ja, und wenn schon. Hauptsache dieses Gedicht gef├Ąllt und es gef├Ąllt mir. Hab n├╝scht zu meckern.

Einen sch├Ânen Abend
und ganz liebe lyrische Gr├╝├če
Irene

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Harald
Guest
Registriert: Not Yet

Wenn ich mit mir den Einklang finde,
klingt aus dem dunklen Violett
und aus der Trauer Ruhebett
ein goldner Ton ÔÇô befreit von S├╝nde.

Ein Ton klingt.
Wo?
Was meint sein Ruf?
Was ist es,
das sein Wunder schuf?

Der Ton ist Teil
der Achtsamkeit,
die aus der tiefsten Stille schreit.
Er klingt in
ihrer Resonanz
wie Lebenslust
im Totentanz.

Und breitet seiner Seele Klang
├╝ber der Stille Abgesang.

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Vera-Lena
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ein sanfter Tod

Liebe Irene,

als ich gestern diesen Text schrieb, war ich sehr m├╝de, und ich glaube durch diese M├╝digkeit ist das herausgekommen, was ich wirklich im tiefsten Innern meine, weil der Kontrollmechanismus nicht mehr funktioniert hat.

Ja, nat├╝rlich w├╝nsche ich mir einen sanften Tod, wie wahrscheinlich alle Menschen. Wie sehr ich mir das w├╝nsche, hat mir erst Deine Interpretation klar gemacht.
Danke!

In dem Zuwehen der Risse liegt f├╝r mich dann noch, eine Arbeit des Vergebens. Das w├╝nsche ich mir auch noch vor meinem Tod, dass ich es geschafft habe, wirlich allen, die mich jemals verletzt haben, von ganzer Seele vergeben zu haben; und umgekehrt k├Ânnte ich mir das auch w├╝nschen, aber damit darf man nat├╝rlich nicht rechnen. Wer auf ewig einen Groll gegen mich hegen will, was soll man da machen.....?

Ja, und dann will ich nat├╝rlich erst gehen, wenn es wirklich nichts mehr f├╝r mich zu tun gibt. Also Tapferkeit geh├Ârt schlie├člich auch zum Leben dazu, und deshalb bleibe ich noch.
Aber das Violett hat eine Sogwirkung, das will ich nicht leugnen.

Als ich es schrieb, hatte ich das Violett mehr als einen Ruhepunkt empfunden, auf den man sich konzentriert, damit f├╝r einige Zeit die roten Narben nicht mehr sp├╝rbar sind, aber Deine Interpretation hat die Sache doch noch besser auf den Punkt gebracht.
Ich danke Dir von Herzen, Du Goldsch├╝rferin.
Du hast ja meistens ans Licht gebracht, was in meinen Texten so drin steht.

Einen sch├Ânen Abend w├╝nsche ich Dir noch
Ganz liebe Gr├╝├če Vera-Lena
__________________
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Vera-Lena
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Klang

Lieber Harald,

danke f├╝r Deine poetische Antwort!
Dass Du das Thema mit Hilfe eines Klanges zum Ausdruck bringst, ist f├╝r mich auch ├╝berzeugend.
Achtsamkeit und Stille sind Dinge, die uns manches n├Ąher bringen k├Ânnen, was sonst in uns selbst immer verborgen bliebe.
Und Lebenslust und Totentanz sind in der Tat Verwandte, zwei Pole, die aber st├Ąndig ineinander verschlungen sind.

Auch Dir noch einen sch├Ânen Abend!
Mit lieben Gr├╝├čen Vera-Lena
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