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Leselupe.de > Humor und Satire
Frikadellenkrieg in Las Vegas
Eingestellt am 07. 11. 2008 03:49


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Micham
Routinierter Autor
Registriert: Jun 2008

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In der Küche brutzelt es. Heute gibt’s Frikadellen. Yippie! Sowas kennen die Amerikaner gar nicht. Ein Meatloaf oder auch ein Meatball ist längst nicht so lecker wie eine Frikadelle. Und eine 08/15-Frikadelle ist längst nicht so lecker wie eine Frikadelle aus der Küche meines Rippchens. Das Geheimnis liegt in der Käsefüllung!

Gleich ertönt garantiert wieder der Feueralarm. Dies geschieht immer, weil ich es mag, wenn die Frikadellen schön dunkel gebraten sind. Dadurch entsteht eine Menge Rauch. Und die Rauchdetektoren in unserer Wohnung sind leider sehr empfindlich. Sie schlagen bereits Alarm, wenn man zu intensiv über eine Sache nachdenkt. Der Alarm ist so laut und körperlich schmerzhaft, dass man sich nur noch winselnd auf dem Boden rollen kann. Als starker Raucher habe ich es mir deshalb inzwischen abgewöhnt, den Rauch auszuatmen.

Mein Rippchen hat sich wegen der Frikadellen-Brutzelei bereits einen Namen in der Nachbarschaft gemacht. Wenn sich die Rauchschwaden auf den Weg zu den umliegenden Häusern machen, entsteht jedesmal ein eindrucksvoller Tumult:

“The German woman is cooking again!”
“It’s ‘freaky dellen’ day! Praise Jesus!”
“Get the kids, we must hurry!”

Mittlerweile bildet sich unter unserem Balkon regelmäßig eine beachtliche Menschentraube mit gierig gestreckten Hälsen. Während der Fütterungszeit wird es auch für mich streßig, da mein Rippchen ununterbrochen für Nachschub sorgen muss. Ich bin somit für die Essensverteilung zuständig. Vom Balkon aus muss ich schnell agieren, weil die Hungrigen sonst anfangen die Hauswand hochzuklettern. Die erste Frikadelle werfe ich immer so weit ich kann. Dadurch lockert sich die Menge etwas auf und die Gefahr, dass jemand an der Wand zerquetscht werden könnte, verringert sich.

Manchmal suche ich auch das Gespräch mit der Nachbarschaft:

“Please stay calm! There’s enough for everybody.”
“Shut up and feed us, immigrant!”

“Put some ketchup on mine!”
“Ketchup? You don’t eat Frikadellen with ketchup!”
“Well, I do!”
“You are sick!”
“Whatever … where’s my food?”

“Ewwww, those ‘freaky dellen’ look like dog shit!”
“You don’t have to eat them.”
“You wish! Gimme!”

“Hey, give the Frikadelle back to the little girl!”
“Why?”
“Because I said so!”
“You’re ugly!”
“Do it!”
“Even your mother thinks you’re ugly!”
“Don’t make me come down there!”
“You’re fat, too!”

Ist aber im Grunde alles reine Zeitverschwendung …

Wir müssen auch an unser eigenes Wohl denken. Als wir uns das letzte Mal auf diesen Wahnsinn eingelassen hatten, tobte draußen nicht nur ein heftiges Gewitter, sondern auch eine ungehaltene Menschenmasse, welche sich von mir partout nicht beschwichtigen lassen wollte. Kaum hatte ich verkündet, dass unser Vorrat an Frikadellen so gut wie aufgebraucht war, da versuchte sich ein hinterlistiger Nachbar per Sprung von einer Palme Zugang zu unserer Wohnung zu verschaffen. Zum Glück wurde dieser aufdringliche Mensch noch in der Luft von einem Blitz pulverisiert. Am Ende musste die Polizei den Menschenauflauf unter Kontrolle bringen, und uns wurde empfohlen unsere deutschen Kochgewohnheiten gefälligst in Deutschland zu lassen und auf Meatloaf umzusteigen. Das wüsste ich aber! Auf meine Frikos will ich nicht verzichten!

Aus diesen Erfahrungen heraus sind wir inzwischen besser vorbereitet. Zunächst einmal habe ich alle Fenster und Türen versiegelt, damit keine verräterischen Gerüche vorzeitig nach draußen dringen können. Dann haben wir uns einen zweiten Herd zugelegt. So kann mein Rippchen in derselben Zeit die doppelte Menge an Frikadellen produzieren, wodurch die entfernte Möglichkeit besteht, dass diesmal auch für mich etwas übrig bleibt.

Ach ja, und Ohrenstöpsel habe ich uns besorgt; für den Feueralarm …

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
“It’s ‘freaky dellen’ day! Praise Jesus!”

Ja, da kann ich auch nur Jesus praisen, für diese wahrhaft göttlich-komische Geschichte!

(Du bist eine meiner Herzensfreuden in der Leselupe, leider erst (zu?) spät entdeckt ...)

Enthusiastische Grüße
Heidrun

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Micham
Routinierter Autor
Registriert: Jun 2008

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Ah, das ist aber ein sehr schoenes Kompliment. Danke!

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Christoph Sturm
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2008

Werke: 6
Kommentare: 70
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Ich wünschte eine solch formidabel geformte Frikadelle, wäre jetzt mein eigen.
Solch schönes Fleischwerk, wär an diesem frühen Morgen das Beste, meinen Hunger zu vertreiben.

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