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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Friss mich!
Eingestellt am 24. 08. 2001 01:57


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Tabasco
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Friss mich!


Ich wurde mal gefragt, warum ich schreibe... Ich kann heute nicht mal mehr genau sagen, was ich geantwortet habe, aber mit Sicherheit w├╝rde ich darauf zum jetzigen Zeitpunkt folgendes sagen: "Ich schreibe um zu vergessen. Zu vergessen? Nein, ich hab keine ersch├╝tternde Kindheit hinter mir. Kein verwahrlostes Elternhaus und keinen Vater der meine Mutter schlug. Nichts der gleichen. dennoch...ich schreibe um zu vergessen. Mich selbst. In der Welt, so wie ich sie will. Ich schreibe, um Hass und Traurigkeit geradewegs ausm dem Kopf aufs Papier oder in den Computer zu projezieren. Ich schreibe um emotionale Befriedigung zu bekommen."
Poetisch nicht wahr? Doch stellt sich mir jedes mal, wenn ich diesen kleinen Monolog im Sch├Ądel rev├╗ passieren lasse, die Frage, ob ich mich mit dem ganzen Scheiss nicht letztendlich selbst bel├╝ge.
Mir schwirrt noch ein anderer Gedanke im Kopf herum, der das ganze wohl etwas unverbl├╝hmter erscheinen l├Ąsst.
"Ich schreibe, weil ich absolut schlampig bin! Ich m├Âchte Schriften ver├Âffentlichen. In riesengro├čer Auflage! Ruhm? Kohle? Sicher nicht. Aber... weil ich schlampig bin. Mal ehrlich, was w├╝rde ich denn tun, wenn die ganze Bude hier pl├Âtzlich Feuer fangen w├╝rde, inklusive aller meiner Geschichten und Gedichte? Ganz recht, weg w├Ąren sie. Auf nimmer wiedersehen. Das beste ist also, man bringt seine Sachen an den Mann, und sucht sich einen geeigneten Verlag, der willig ist, all das subversive Zeug herauszubringen und hofft innerlich auf einen Bestseller. Je st├Ąrker der Verkauf, desto niederiger die Wahrscheinlichkeit, dass mir irgendwas abhanden kommt."
Ja ich glaube, das w├Ąre die Antwort, die ich geben w├╝rde, wenn ich mit mir selbst im Reinen bleiben wollte. Letztendlich interessiert die Wahrheit aber kein Schwein, was zwar traurig und deprimierend sein mag, aber im Endeffekt Tatsache ist und ausserdem will der Ottonormal-Leser lieber ein bisschen Thrill und Love zu lesen bekommen, als irgendein Sachbuch ├╝ber die Tristigkeit des Lebens und die unertr├Ągliche Abart des Daseins.
Nun zu meinem M├Ąngel: ICH KANN SO NICHT SCHREIBEN! Es tut mir ernsthaft leid, aber ich kriege diese Art der Versch├Ânerung und gl├╝ckseeligen Darstellung menschlicher Charakt├Ąre einfach nicht auf die Reihe.
Und so f├Ąllt mir auch gleich noch ein weiterer Grund ein, der erkl├Ąren k├Ânnte, warum ich schreibe.
"Ich schreibe, weil ich ein gest├Ârtes Verh├Ąltnis zur Kommunikation habe. Ich schreibe Gedanken. Gedanken, die ich wohlm├Âglich vielen Leuten erz├Ąhlen wollen w├╝rde, aber nicht dazu komme, weil sich die meisten einen Dreck darum scheren, was ich denke. Fakt!
9 Schemen. 9 Schemen in Bezug auf Selbstverwirklichung, Selbstzerst├Ârung, Politik, Weltanschauung, Leben, Tod, Autonomie, Revolution und Religion. Bedauerlich, aber ich muss diese 9 Schemen in einem mehrst├╝ndigen Gespr├Ąch abgebaut haben, bevor ich ├╝berhaupt in der Lage bin eine n├Ąhere Bindung zu einer beliebigen Person aufzubauen und bevor ich mich generell erst f├╝r die Anschauungen und Probleme dieser Person interessiere. das mag vielleicht egoistisch klingen, ist es vielleicht auch, aber hilft mir in jeder Weise weiter, mich als menschliches Individuum zu f├╝hlen."
Glaube ich somindest. Ich kann dazu ja eigentlich gar nichts sagen, da es mir bis zum heutigen Tage leider noch nicht verg├Ânnt war, eine Person zu finden, die all dieses Ges├╝lze meinerseits ertragen konnte, oder vielleicht doch ertragen konnte aber von mir nicht so lange ertragen wurde, da sie mir in meiner "Rede" zu unaufmerksam schien.
Wenn ich rede wird verdammt nochmal zugeh├Ârt!
Ich kann Menschen ...M-m-menschen im Allgemeinen nicht auf Dauer aushalten. Es bedarf 2, wohlm├Âglich 3 Wochen, manchmal weniger, bis mich bisher jede Person in meinem Leben regelrecht angewidert hat. Dieses ewige auf die Pelle r├╝cken. Bah! Das schafft einem nicht gerade viele Freunde, stimmts? Ich kann das ganze ja ziemlich leicht damit abtun, zu sagen, ich w├Ąre halt kein Beziehungsmensch. Ist ja auch so. Ist aber ebenso nur die halbe Wahrheit. Man sagt, ich w├Ąre ein gest├Ârtes Subjekt menschlichen Abschaums. "hmmm...manchmal."
Vieles was mich in Abgr├╝nde reisst, k├Ânnte ich sicher loswerden, wenn ich an mich glauben w├╝rde.
Tatsache ist, dass ich mir selbst nichts wert bin und Tatsache ist auch, das ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal will, dass sich meine Einstellung zum Leben derart ├Ąndert. Zwar w├╝rde ich weniger leiden (das w├╝rde ich abgesehen davon, nach dem Tod ├╝berigens auch), aber ich w├╝rde auch so viel sch├Ânes(?) mit aufgeben. Viele Momente in den ich zar einsam bin, aber dennoch ein Gl├╝cksgef├╝hl empfinde in all dieser Depression. Momente in denen ich diese wahnsinnige Lust versp├╝hre
alles hinzuschmeissen, aber dann doch wieder die Flucht in Stift und Zettel finde. W├╝rde dies alles mit verschwinden? Ich habe keine Heilung n├Âtig. Oder vielleicht doch! Aber nicht von all dem. Viel mehr von dem, was mich umgibt. Von dem was die Masse darstellt. Von dem was als Lebensstandart festgelegt ist. Von dem was als wichtig gehandhabt wird und die komplette Zerst├Ârung zur Folge haben wird, fr├╝her oder sp├Ąter. Von all dem. Von all dem, von dem ich tr├Ąume, dass es einfach weg w├Ąre, aber auch immer ein Traum bleiben wird.

~~~~Depression~~~~

...und ich bin gerade mal 17 Jahre alt.
Und wehe einer versucht mir jetzt einzureden, all das Geschwafle w├Ąre nur eine "Phase meiner Pubert├Ąt".
Das h├Âre ich nun wirklich schon zur Gen├╝ge. Und selbst wenn das so w├Ąre, ist das noch lange kein Grund mir diese Aussage direkt vor den Latz zu donnern. So etwas geh├Ârt sich einfach nicht!
9 Schemen. 9 Schemen, die ich mit Sichheit niederschreiben werde, um sie dann Menschen, die ich als interessant empfinde, zum Lesen vorzuwerfen. Das d├╝rfte so einiges, in Bezug auf Kontaktkn├╝pfung ver├Ąndern und verbessern.

Warum ich schreibe?
"Um auch morgen noch kraftvoll zubei├čen zu k├Ânnen!"

<<Amen>>


Tabasco 2001
(24.08.01 *01:31*)






P.S.: War das Thrill und Love? ...ansatzweise?

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gladiator
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P.S.: War das Thrill und Love? ...ansatzweise?

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schwafelfasel
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naja, f├╝r mich schon - ansatzweise

Immerhin hat mich dieser Text tats├Ąchlich dazu gebracht ├╝ber mich nachzudenken. Wozu es bei mir allerdings momentan keiner gro├čartigen Denkanst├Âsse bedarf. Bin n├Ąmlich auch grad in meiner egozentrischen Phase (d.h. i_c_h hoffe zumindest, dass es sich bei mir nur um eine Phase handelt, aber ich f├╝rchte fast, das dem nicht so ist, weil ich eigentlich immer schon ziemlich ich-bezogen war, und, da ich ja doch nie was ├Ąndere, vermutlich auch auf ewig so bleiben werd). Ein bisschen erkenn ich mich selbst darin wieder, aber andererseits eigentlich auch wieder ├╝berhaupt nicht. Jedenfalls, irgendwie kann ichÔÇÖs schon nachvollziehen. Und den Titel find ich gut.

Schwafelfasel

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Tabasco
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???

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Effekt...

Also erstmal muss ich nochmal kurz klarstellen, dass es sich bei dieser scheinbaren Selbstanalyse in erster Linie immer noch um eine Kurzgeschichte handelt, also auch dem entsprehend gewertet werden sollte. Zwar muss ich schon zugeben, dass einiges, oder auch vieles von der dargestellten Person auf mich zutrifft, dennoch ist es auch eine spezielle Art zu schreiben, die in vielen meiner Kurzgeschichten recht h├Ąufig zur Anwendung kommt. Ich finde es einfach durchaus witzig, sich selbst als Autor eine gewisse Rolle im Geschehen zu geben. Es mag wohl sein, dass diese Rolle im jetzigen Werk sehr ├╝bertrieben stark zur Geltung kommt, aber im Endeffekt sollte das nicht die Hauptstory sein. In meinen Geschichten geht es mir um Charakt├Ąre, um den Schreibstil und die lyrische darstellung. weniger um die Story an sich.

Das wollte ich eigentlich nur noch mal loswerden.

in disem Sinne... danke f├╝r die Kritik

der Tab

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schwafelfasel
Guest
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ups...

b├Âser Fehler: Ich-Erz├Ąhler nie mit Autor verwechseln!

H├Ątte mir nicht passieren d├╝rfen.

Schwafelfasel

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Tabasco
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???

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Verwechslung?

Was ich, in Bezug auf Autor = "Ich" meine, ist weniger eine Verwechslung. Mehr die Vermischung aus Realit├Ąt und Utopie. Aber wie bei allem ist auch das sicher eine Frage des Geschmacks und der Auffassung. Ich mag diesen, wohlm├Âglich sehr eigenwilligen, Stil der Erz├Ąhlperspektive.

Aber wie auch immer... ich muss mir auch mal ein paar Sachen von dir durchlesen, schwafelfasel (netter Name ├╝berigens).

in diesem Sinne...

man liest sich...

der Tab
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L├╝g

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