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Leselupe.de > Gereimtes
Fronleichnam
Eingestellt am 30. 05. 2005 09:18


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Zarathustra
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Fronleichnam

Gelbes Gold, glei├čendes Silber,
froh leuchten die Weiden
sie brennen,
schweben flimmernd in der Luft
unter der Sonne
Luftspiegel
zwischen Himmel und Erde

Die Schellen der K├╝he
fernab der Zwiebelt├╝rme
bimmeln und klagen
m├╝de, geplagte Seelen in den Schlaf.

Mittags steht die Welt im Glanz.

Werden die k├╝hnen Habichte,
die Wasseramseln aus den Auen am Schilfbach
das Gewitter rufen?
Wolkenschiffe, an den Hochgraten gestrandet,
bald bl├╝hen die Wetter,
str├Âmt der Regen
aus Gewittergelass.

Maik├Ąfer, braune Brummer
opfern sich herabst├╝rzenden Schwalben,
opfern sich ihrer gierigen Brut; -
kehlig, vielstimmig zwitschernd
im Lehmnest unter dem First der Scheune.


Vom Birkenw├Ąldchen
beim schilfigen Weiher
wo Gro├čvater Sichelmond sich eitel spiegelt
quaken Unken die D├Ąmmerung
die sich hoch schleicht ins Dorf; -
in den Heuschober l├Ądt sie die M├╝hsal der hei├čen Stunden,der ausklingende Tag aber
folgt dann eilig dem Ruf der Kirchenglocken
lehnt sich gegen die Wand der Kumuluswolken
und st├╝rzt vom Sternenlicht betrunken
in den gr├╝nen Spiegel des Ziehbrunnens, - um
nach dem ertrunkenen, blassen Mond zu tauchen.
Dieser t├Ârichte Narziss.

***

Hautfarbener Mond
Wieder aufgestiegen,
singt n├Ąchtelanges Schweigen ├╝ber das Tal.
Mensch und Tier schreiten and├Ąchtig
den steilen Anger zur Marienkapelle hoch.


23/26.05.2005 ┬ę Hans Feil; Oberreute im Allg├Ąu

__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

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NJKahlen
Guest
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hallo!
der titel "fronleichnam" l├Ąsst mich als leser vermuten, dass dieses auch thema des gedichtes sei. jedoch nur am ende denke ich: ach ja......es hei├čt ja fronleichnam, das gedicht..." w├╝rde der titel "an einem Fronleichnam" zb. hei├čen, w├Ąre das treffender, denn fronleichnam ist nicht das thema des gedichtes
"er aber folgt aber dann"....ein aber sollte wech ;-)
vom bezug her muss ich annehmen, dass mit "er aber" der sichelmond gemeint ist. wieso aber kann dann ein sichelmond nach dem ertrunkenen blassen mond tauchen? oder hab ich an dem text etwas grundlegendes missverstanden?
"Du t├Ârichter Narziss".....-wieso wechselst du einfach zur direkten anrede? Warum schreibst du nicht: "Dieser t├Ârichte Narziss"?
hm......also: vieles ist nach meinem empfinden zu unklar...
lieben gru├č: Niko (der "Anger" ein wenig antiquarisch findet ;-) )

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Zarathustra
Routinierter Autor
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Danke f├╝r deine Hinweise...

Fronleichnam..
ja nun es war der Fronleichnamstag an dem sich diese alles ereignet hatte.

Wer sich in den Brunnen st├╝rzte?
Du hast recht, ich hab mich ungeschickt ausgedr├╝ckt ..

es war der vergehende Tag... und der taucht nach dem Mond...

Die Anrede habe ich auch ge├Ąndert,

Nun bleibt der Anger..
Mir hat halt das Wort gefallen..

Jedenfalls Danke..

Hans
__________________
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Vera-Lena
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Hallo Zarathustra,

dass K├╝he and├Ąchtig einen Berg hinaufschreiten, habe ich allerdings auch schon beobachten k├Ânnen.

├ťberhaupt ist mir die Landschaft, die Du hier beschreibst und die Stimmung sehr vertraut.

Den Titel finde ich nur insofern gegl├╝ckt, als er die Jahreszeit festlegt und auch ein Sonnt├Ągliches, Feiert├Ągliches heraufbeschw├Ârt.

Dass dieser Tag sich selbst bespiegeln m├Âchte... eine k├╝hne Aussage, dar├╝ber k├Ânnte man noch weiter nachdenken....

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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