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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Früher
Eingestellt am 05. 04. 2012 16:21


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Carina M.
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Früher
... da waren die Sommer noch Sommer und der Winter noch ein richtiger Winter. Heutzutage spielt selbst das Wetter verrückt.
Da, wo heute der Zubringer zur Autobahn ist, war damals ein Hohlweg.
Die Hänge im Sommer mit gelben und roten Ginster bewachsen. An den herben Duft erinnere ich mich heute noch.
Auf dem Schotterweg, urige, krumme Weidenbäume, gesäumt von wilden Veilchen, Stiefmütterchen und Gräsern. Heckenrosen aus deren Früchten wir dann später Juckpulver machten.

Der Weg zur Schule war weit, es gab noch keine Busverbindung aber das machte uns nichts aus.
Im Winter lag meterhoch der Schnee und wir rutschten nach der Schule, auf dem Heimweg, auf unseren Tornistern die Hänge hinunter.
Das war ein Spaß.
Die Mutter fand es weniger lustig, wenn sie die nassen Hefte betrachtete.
Wir gelobten Besserung aber bei der nächsten Gelegenheit, ging es wieder mit Gejauchze den Hang hinunter.
Manchmal waren die Schneewehen so hoch, dass wir darin eine Bude bauten. Nicht ganz ungefährlich, wie ich heute weiß, aber als Kind macht man sich darüber keine Gedanken und wenn doch war immer genug Optimismus vorhanden - es wird schon nichts passieren - ist es dann auch nicht.

Der Schnee war noch sauber. Die weißen Kristalle mit Himbeersirup vermischt ergaben ein köstliches Eis. In der Pfanne wurden Karamellbonbons gekocht und zum Geburtstag gab es eine Torte mit gerösteten Haferflocken, statt Mandeln.

Damals wohnten wir alle noch bei Oma und Opa mit 3 Personen in einem winzig kleinen Zimmer. Die Toilette war auf der halben Treppe, für alle Hausbewohner, mit Zeitungspapier bestückt. Bei Gewitter versammelten sich alle. die im Haus waren im dunklen Flur. Nur der Keller war noch viel dunkler, nur spärlich beleuchtet, wenn man hinab ging. Und muffig und säuerlich roch es da. Große Bottiche mit eingelegtem Kappes zu Sauerkraut vergoren ebenso die Bohnen. Es war mir immer sehr unheimlich dort unten und ich ging nur mit Wiederstreben dort hin.
Schöner fand ich den Gemischtwarenladen, ich erinnere mich noch an diese Bonbons, rosa Seidenkissen. Und die Marmalde, in einer großen, weißen Schüssel hinter der Theke. Man musste ein leeres Glas mitbringen, wenn man welche kaufen wollte. Mir schmeckte sie so köstlich wie später keine Marmelade mehr.
Einmal in der Woche, Freitags, ging Mutter zum Metzger und wenn sie das, in graues Papier eingeschlagene Wurstpaket auswickelte, wie köstlich war dieser Duft.

Vor einiger Zeit, bin ich mal auf alten Wegen der Vergangenheit gewandert.
Da, wo früher eine blühende Wiese war, mit hohem Gras, Wiesenschaumkraut und Gänseblümchen, ist heute ein asphaltierter Parkplatz. Der kleine Bach, der dort durch floss ist auch irgendwie verschwunden, wahrscheinlich umgeleitet oder gar trocken gelegt.
Opas Garten und auch die anderen Gärten gibt es ebenfalls nicht mehr. Das kleine Buchenwäldchen dahinter abgeholzt. Der schmale Weg mit Rot und Weißdorn, wie liebte ich diese Blüten, sie sind nicht mehr zu finden.

Aber ich brauche gar nicht so weit in die Kindheit zurückzublicken.
Das Haus mit Garten, in dem meine Familie und ich einst wohnten, hat sich auch stark verändert. Alle Tannen dir wir einmal liebevoll gepflanzt hatten, als Sichtschutz zu den Nachbarn, weg!

Die Blumenrabatte, die rustikale Lampe, die im Sommer den Garten beleuchtete, wenn wir noch gemütlich auf der Terrasse saßen - fort.
Den Gemüsegarten gibt es auch nicht mehr.
Dabei wäre der doch gerade jetzt wieder von Bedeutung, weil alles so teuer geworden ist. Tomaten aus dem eigenen Anbau riechen und schmecken nun mal ganz anders als die gekauften, meist wässrigen. Sonntags zum Braten schnell einen Salat gepflückt und sofort zubereitet, mit würzigen Kräutern, natürlich auch aus dem Garten.

Das alles ist Vergangenheit.
Aber mir wird es immer lebendig bleiben, auch wenn sich so vieles verändert hat.

Oftmals denke ich daran... ja damals.

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