Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92203
Momentan online:
278 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Frühjahrsbelebung
Eingestellt am 06. 04. 2004 11:25


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1978
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Frühjahrsbelebung

Wer kennt es nicht, dies jährlich wiederkehrende Ereignis. Der Frühling. Der Vorgänger namens Winter wird in der närrischen Zeit verabschiedet, die Fastenzeit beginnt und klammheimlich ist er das.

Die ersten wärmenden Strahlen einer erwachenden Sonne. Eigentlich beginnt jetzt das neue Jahr. Der Frost ist besiegt und bekommt im April – der weiß nicht was er will – eventuell eine Renaissance. Doch es ist nicht zu verhindern. Die ersten Blüten sprießen, der allgegenwärtige Kahlschlag wandelt sich in ein erstes zartes Grün.

Man nennt es Frühjahrsbelebung. Mann auch. Die Lenden erwachen und Mann schaut sich um. Ein munteres kennen lernen und ausprobieren beginnt. Alte Beziehungen werden beendet, neue beginnen. Es ist neuer Mut da, auch alte Zöpfe abzuschneiden. Doch ist dieser Umstand ein rein hormoneller?

Frühjahrsbelebung gibt es auch auf dem Arbeitsmarkt. Eigentlich nicht, bleibt sie doch aus. Die konjunkturelle Entwicklung steigt nicht stark genug, um saisonbereinigt eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen. Dieses Beamtendeutsch hat was. Der Arbeitsmarkt lässt sich nicht von Frühling anstecken, er ist nicht geil auf neue willige Arbeitskräfte. Es verwundert nicht, da er ja schon lange unfähig ist, sich neu zu verlieben, die Vermutung einer Impotenz liegt nahe.

Die Experten wissen Rat. Schuld ist nicht der Arbeitgeber, schließlich sind die Produktionskapazitäten ausreichend und nicht ausgelastet. Sprich das geneigte Weib ist momentan nicht gebärfähig. Wer ist es also dann?

Die EZB angeblich auch nicht. Wozu die Zinsen senken, wenn kein Bedarf da ist, das Geld zu nehmen und zu investieren? Man könnte meinen, das geneigte Weib ist nicht hungrig, eine Einladung zum Essen bringt nicht die gewöhnte Erleichterung.

Der Kanzler soll es machen. Gerhard, der Lenz, ist als Heilsbringer verschrieen, soll die Wirtschaftspolitik ändern. Sein Werben nach dem geneigten Weibe war schlecht, und sorgt für eine generelle Unlust der Weiblichkeit. Ob das mal so ist?

Die althergebrachten Methoden sprechen da mehr Erfolg. Wachstum, und das in unserem Alter? Wissen die denn nicht, dass man irgendwann nur noch in die Breite wächst. Den Bierbauch verschämt zusammendrückend soll ich weiter wachsen?

Mehr Kinder, mehr Bevölkerung, mehr Binnenmarkt, gleich Wachstum. Ein Formel für Analphabeten, doch ist sie der Umkehrschluss zur Frühjahrsbelebung. Sie wissen ja, die Sache mit den Lenden, mit den Hormonen. Aber eben auch diese wirkt nicht unmittelbar, sondern setzt schweißtreibende Leidenszeit voraus. Neun Monate.

Bei Erfolg nennt sich das dann Wintereinbruch? Ich hoffe nicht, denn mir ist die Erinnerung noch gewahr, die von Eis und Glätte, dem Verkehrchaos berichtet.

Hoffen wir auf Besserung und vertrieben uns die Zeit mit Besserem. Frische Luft und Vögelgezwitscher. Denn unseren Frühling kann uns niemand nehmen. Der ist unabhängig von der Belebung. Also genießen wir ihn. Solange wir noch dazu in der Lage sind.

__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Essays, Rezensionen, Kolumnen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!