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Leselupe.de > Gereimtes
Für Helene, Biggi und Winni
Eingestellt am 23. 05. 2002 22:51


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Jo-Achim Wulf
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2002

Werke: 10
Kommentare: 15
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Dieses Gedicht ist nicht von mir. Ich erhielt es vor etwa einem Jahr von einer alten Dame, die mit jugendlichem Elan Märchen verfasst - und diese seit Jahren einer stets begeisterten Kinderschar präsentiert. Die "Märchentante Helene" hatte in ihrer eigenen Kindheit zahlreiche Schicksalsschläge zu verkraften und auch das "Erwachsenendasein" wurde durch diverse Verhängnisse arg überschattet. Ihre grenzenlose Liebe gilt dennoch ungetrübt den Kindern dieser Welt, denen sie ausnahmslos ein besseres Dasein wünscht, als es ihr beschieden war. Weshalb ich dieses Gedicht nun hier platziere, ist die traurige Tatsache, dass jener unbeschreiblich liebenswerte Mensch vor wenigen Tagen den Tod seines Enkelkindes Jonas hinnehmen musste, der den Tag seiner Geburt nicht überstand.



Weil Gott nicht überall sein kann, schuf er die Mütter

Mütter geben unserem Geist die Wärme
und die Väter das Licht.
Ich hatte eine Mutter,
so jung war deine Mutter nie
als in dem Lenz da sie dich trug
da noch dein Herz in ihrem schlug
so jung war deine Mutter nie.

Tag war wie Nacht und Nacht wie Tag
sie lag mit Augen wach und groß;
du wuchsest ja in ihrem Schoß!
Tag war wie Nacht und Nacht wie Tag.

Der Frühling war in ihrem Blut,
die Knospe dehnte sich und sprang,
die Amsel brütete und sang
und Frühling war in deiner Mutter Blut.

Sie saß an deinem Bette, wenn du krank warst.
Sie saß an deinem Bette, wenn du traurig warst.
Dein Kummer war auch ihr Kummer
und deine Mutter weinte die Tränen doppelt, die du geweint.
Und wenn du fällst in deinem Leben -
deine Mutter versucht dich wieder aufzurichten.
Und wenn deine Ehe zerbricht -
ein Wort, ein Blick und ein Gebet der Mutter;
ein Maria, die größte aller Mütter ...
Wer kann da verlassen werden,
in der Unendlichkeit dieser Welt?

Deine Mutter geht mit dir durch ein Tal der Tränen,
die du vielleicht nicht weinst,
wenn du stumm bist in deinem Schmerz.
Wenn du es nicht fassen kannst,
was Menschen dir manchmal für ein Leid antun.

Mütter sind die tapfersten Frauen dieser Welt,
wenn ihre Kinder in den Krieg ziehen,
oder wenn ihre Söhne gar ihr Leben lassen.
Dann füllen sie das Meer mit ihren Tränen.

Nicht die Regenten regieren das Land;
nicht die Lehrer bilden das Leben,
sondern die Mutter tut das.
Sie ist die Wurzel in deinem Herzen und deinem Leben.
Sie ist die Wurzel deines Seins.

So behutsam
hat deine Mutter den Samen der Güte und Liebe in dein Herz gelegt.
Und wenn du ihn erntest,
wird es eine gute Frucht sein.
Und trag sie hinaus in die Welt,
die manchmal voll von Hass und Bösem ist.
Und lass den Samen und die Furcht wachsen -
stell dir vor, er wird die ganze Welt füllen.

So nimm die schlichte Gabe hin
von einfach ungeschmücktem Wort getragen;
und meine ganze Seele nimm darin -
wo man am meisten fühlt,
weiß man nicht viel zu sagen.

Nun will ich nie mehr liebe Mutter gegen dich mich so erhitzen!
Will dir in Ehre deine Hände küssen;
der Siegelring wird nicht in hartem Stein dich drücken -
Herz werde weiches Wachs;
soll Gottes Bild dich ewig schmücken.

Mit einer Kindheit voller Liebe kann man ein Leben lang die kalte Welt aushalten.
Mama, umarme mich, so wie ich dich umarme!
Ich liebe dich aus tiefstem Herzen!
Es kann auf dieser weiten Welt
doch niemand zärtlicher sein
als eine Mutter ...

Wenn du in den Nächten weintest,
dann hat sie dich getragen
und gewiegt in ihrem Armen.
Ein Schritt, zwei Schritt -
so schritt sie durch das Zimmer,
küsste deinen Mund,
liebkoste deine Wangen,
sang dir all die schönen Kinderreime,
die auch ihre Mutter schon gesungen,
bis dein Weinen leiser wurde
und leiser
und auch ihre Augenlieder schwerer
und schwerer.

Dann legte sie sich zur Ruh
und neben sich, da legte sie dich.
Sie drückte dich an ihr Herz,
du süßer kleiner Liebling.
Spürtest ihre Wärme
und die Engel breiteten weit ihre Flügel aus,
wenn alles schlief in diesem stillen Haus.

Und wenn die Kraft der Mutter nachlässt,
ihre Liebe, große Liebe zu dir
lässt niemals nach!
Tröste sie und streichle ihre Wangen
und lass sie nie allein,
denn ein Mutterherz
ist das gebrechlichste Gefäß,
das man mit Liebe oder Leid füllen kann.
und Dein Engel wird dich dafür segnen.

Eine Mutter weiß: Kinder gehen fort.
Söhne hängen Frauen an,
Töchter kriegen ihren Mann.
Etwas nehmen sie doch mit -
wir sind ärmer, sie sind quitt.
Und die Uhr geht Schritt für Schritt
um den leeren Tisch.

Der Mutter kommt kein kühlender Schatten gleich.
Der Mutter kommt kein Schatz gleich. Der Mutter
kommt keine Liebe gleich.


Helene Schuld, Sinzig, am 11. Juli 2000

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