Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5468
Themen:   92972
Momentan online:
218 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Anonymus
Für die Lyrik und den guten Zweck....
Eingestellt am 17. 09. 2008 16:07


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Für die Lyrik und den guten Zweck

Werft grünverspante Bäume weg,
Vergesst die Sommertunten,
Stimmt lieber für den guten Zweck,
Im Fensterchen dort unten.

Vergesst die Kuh mitsamt dem Hai
Und straft den Wald mal Lügen,
Man zieht euch durch Kakao, dabei
Soll ich allein doch siegen!

Ach, rührt statt Hartz der Abschied IV,
Die Mütter hier zu Tränen?
Oh Limbokönig: transformier!
Denn Du bist echt zum gähnen.

Der Knochen krebst, der Drach' ist tot,
Kein Schwein hier reimt so tüchtig,
Wie ich, drum endet hier die Not,
Für den, der lyriksüchtig.

Die Euro für den großen Preis,
Die will ich sinnvoll spenden,
Mir scheint, bei UNICEF, da sei's
Doch nur in falschen Händen.

Bei mir da hilft das Geld direkt,
Ach Leute habt Erbarmen,
Wie gern hätt' ich es eingesteckt,
Als Spende für die Armen.





Version vom 17. 09. 2008 16:07
Version vom 17. 09. 2008 17:21

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Diele
Guest
Registriert: Not Yet

Gereimtes

Dies Gedicht animiert mich, über den Reim nachzudenken, und dafür bin ich den Autor dankbar. Ihm fällt das Reimen sehr leicht, er weiß es selbst, und ich spüre so etwas wie Unzufriedenheit, wenn nicht gar Kummer bei ihm. Das erinnert mich an Ingeborg Bachmann, die darunter litt, dass ihr das Gedichteschreiben so leicht fiel.
Wenn einem die Reime so leicht fallen, wie in diesem Falle hier, steckt darin eine Gefahr..
Wer erfand eigentlich die Reime? Das war in der Frühzeit, als man Geschichten nicht aufschreiben konnte, sondern von Mund zu Mund weitergab. Und um sie leichter im Gedächtnis aufzubewahren zu können, wurden sie gereimt. Aber nicht nur deswegen: sie sollten auch eine Melodie haben, sie wurden also auch noch gesungen, wobei die Sprache selbst einen Großteil der Melodie hergab. Für beides war der Reim sehr nützlich – durch seinen Klang.
Das heißt: Der Reim hatte zwei Funktionen: den Inhalt einer Geschichte im Gedächtnis „festzumachen“ und ihn beim Vortrag zum Klingen zu bringen.
Der Reim hat also eine dienende Funktion
Das Wichtigste an einem Text aber – und da zitiere ich Puschkin – ist der Gedanke. Er ist der Anfang aller Dichtung. Und darum mein Vorschlag, der Autor sollte den Blick mehr auf den Inhalt des Gedichtes lenken. (In der Reimkunst ist er schon Meister). Einen Gedanken vom Anfang bis zum Ende durchkomponieren und so im Kopf des Lesers melodisch und klanglich „festmachen“.
Aber natürlich kann man auch nur Reimeschmied sein. Das ist dann Pop-Literatur. Ex-und-Hopp-Literatur. Was dann auch den Autor zum Ex-und-Hopp-Autor macht.
Aber so wie ich das sehe, will das unser Autor nicht. Es fuchst ihn, dass er so gut reimen kann. Und das ist gut so. Was weh tut, lässt einen nicht ruhn, bis die Ursache des Schmerzes beseitigt ist.
Zum guten Schluss etwas von Eichendorf:
„Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort.
Und das Lied hebt an zu klingen,
triffst du nur das richtige Wort.“
Amen.



Bearbeiten/Löschen    


Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Um an Dichtkunst nicht zu leiden
muss man nur die Tiefe meiden;
besser schreibt man inhaltsleer,
dann fällt's Reimen gar nicht schwer.

Warum manche armen Seelen
sich fast masochistisch quälen,
sonst verborgne Seelenschmerzen
hinzuschreiben, statt zu scherzen?

Das will ich euch gerne sagen:
Steine, welche schwer im Magen
liegen und dem Frohmut trotzen,
hilft die Lyrik, auszukotzen.

Doch ich selbst, ich bin zu feige,
nicht ein Steinchen ich euch zeige.
Les' ich euren Seelenschrott,
gibt's zum Lohne meinen Spott.

Schreibt mir bitte keine Briefe,
lasst mich sein, auch wenn ich miefe,
nennt mich oberflächlich, seicht,
Dichten, kann ich unerreicht




Bearbeiten/Löschen    


MaryRose
Guest
Registriert: Not Yet

Wer sich nennt ein Dichterlein,
schreibt im stillen Kämmerlein,
um dann anonym zu sein,
hat mehr Schein als wahres Sein.

Der kann hohnen und spotten
unter fiesen Marotten.
Kann anonym hier protzen,
und ist dabei zum Kotzen.

Dichter ist er dadurch nicht,
höchstens nur ein schwarzes Licht.
Bis ihm jemand den Stolz bricht -
und der Wicht nur noch Geschicht'.

Sitzt dann böse in der Eck',
von der Seite bleibt er weg.
Und der Häme guten Zweck
fällt er auch noch in den Dreck.

Bearbeiten/Löschen    


Diele
Guest
Registriert: Not Yet

Gut gesprochen, MaryRose. Leider klappert Anonymus wieder und jetzt erinnert mich das Klappern doch sehr an eine Kinderrassel.

Bearbeiten/Löschen    


Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Bearbeiten/Löschen    


Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Mir gefällt Jote`s Gedicht.


Heidrun

Bearbeiten/Löschen    


13 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Anonymus Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!