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Leselupe.de > Gereimtes
Für immer
Eingestellt am 24. 04. 2002 19:50


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Mensch Version 1.0
Hobbydichter
Registriert: Apr 2002

Werke: 2
Kommentare: 0
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FÜR IMMER!!!!!

“... für immer!” Ich versuche mich an seine Stimme zu erinnern, aber es gelingt mir einfach
nicht. Wie lange ist es jetzt her, das ich ihn das letzte mal gesehen hab? Drei Jahre. In etwa!
Ich rechnete nach. Ja, in einer Woche kommt er raus. Ich hab ihn nie besucht. Er wollte es
nicht. Natürlich hab ich ihn vermisst und ich vermiss ihn auch jetzt. Jeden Tag hab ich an ihn
gedacht, es war sehr hart nie zu wissen wie es ihm geht. Es ist ein komisches Gefühl zu
wissen das er in einer Woche wieder hier sein wird. Seine Eltern haben mich angerufen.
Nächsten Samstag um 7 Uhr wird er entlassen, ich werde ihn endlich wieder in meine Arme
nehmen können. Ich freue mich! Natürlich! Aber trotzdem ist es sehr komisch! Ob er sich sehr
verändert hat? Ein bißchen Angst habe ich schon davor ihn wieder zu sehen. Wenn ich ganz
ehrlich bin hab ich sehr große Angst davor.
“Wir werden heiraten wenn ich wieder draußen bin! Versprochen!”
“Wirklich?”
“Ja! Ich liebe dich! Wir gehören zusammen. Für immer!”
Dann wurde er abgeführt. Ich habe tagelang geheult. Die ganzen Jahre lang war mein größter
Wunsch IHN wieder zu haben und jetz hab ich Angst? Verdammt wovor? Wir waren ein
Traumpaar! Und wir werden auch weiterhin eins sein! Ich versuchte mich an Dinge zu
erinnern die wir zusammen gemacht haben. Ich nehme das Foto aus der Schublade neben
meinem Bett. Erst jetzt merke ich wieder wie sehr er mir fehlt. Alles war so schön mit ihm
zusammen. Wir konnten zusammen lachen, er wusste immer wieder neue Streiche. Wenn es
mir schlecht ging konnte ich zu ihm kommen und er nahm mich in den Arm und hat mich
getröstet. Ich konnte nich verstehen wieso er diesen Scheiß gemacht hat. Ich hab es einfach
nicht verstanden und eigentlich verstehe ich es immer noch nicht.
Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Heute werde ich ihn wiedersehn. Es ist 5 Uhr und ich bin
schon wach. Er wird erst in zwei Stunden entlassen, aber ich kann einfach nicht länger
schlafen. Ich werd heute nicht zur Schule gehn, auch wenn wir wahrscheinlich wichtige
Sachen lernen werden. Immerhin hab ich in wenigen Wochen mein Abi zu bestehen. 5:20Uhr
Ich halte es langsam nicht mehr aus, wenn die Zeit so weiter schleicht, dreh ich noch durch.
Ich habe meinen Kaffe getrunken, naja eher heruntergekippt. Das fördert mein Herzklopfen
irgendwie nur noch mehr. Um 6:30Uhr soll ich beim seinen Eltern sein, die nehmen mich dann
mit um ihn abzuholen. Noch eine Stunde. Was mach ich nur so lange? Ich schalte den
Computer ein. Checke meine E-Mails. Irgendwo muss ich doch noch SEIN E-Mail haben. Das
erste E-Mail das er mir geschrieben hat, nachdem ich ihm in der Schule meine E-Mail Adresse
gegeben hatte. Ah hier. “Hi Jenny, Wir sehen uns so oft in der Schule, deshalb weiß ich gar
nicht was ich dir schreiben soll. Naja in der Schule reden wir auch nicht wirkleich oft
miteinander. Find ich eigentlich ziemlich schade. Ich find dich sehr nett... Das hört sich jetzt
irgendwie so an als ob ich was von dir wollte. Um ganz ehrlich zu sein... stimmt das auch! Ich
glaube ich hab mich in dich verliebt! In Liebe Michael”
Süß, wir waren 15 damals. Zwei Tage nach dem E-Mail waren wir ein Paar und seitdem sind
wir unzertrennlich gewesen und auch der Knast kann uns nicht trennen, da bin ich jetzt fest
von überzeugt. Auch wenn viel passiert ist in der Zwischenzeit. Ich blicke auf die Uhr. Noch
eine halbe Stunde. Ich mache den Computer wieder aus. Ich halte es nicht mehr aus ich setze
mich in mein Auto und fahre erst mal zur nächsten Tankstelle und kaufe mir was zum
frühstücken. Ich kriege allerdings nichts runter, also fahre ich jetzt zu Michis Eltern.
“Guten morgen Jenny”
Michis Vater macht mir die Tür auf.
“Du bist früh! Komm rein!”
Ich sehe Michis Mutter wie verrückt durcfh die Wohnung laufen. Sie putzt hier noch ein
bißchen und saugt da noch schnell.
“Guten Morgen, Frau Helt”
“Guten Morgen!”

Als wir endlich losfahren zittern meine Knie wie verrückt. Nach drei Jahren sehen ich Michi
endlich wieder. Während der Fahrt denke ich an nichts. Ich weiß nicht wie lange es gedauert
hat. Plötzlich tippt Herr Helt mich an.
“Wir sind da!”
Immer noch wie in Trance steige ich aus. Ich habe das Gefühl gleich ohnmächtig zu werden.
Ich folge Herrn und Frau Helt einfach. Plötzlich steht Michael vor mir.
“Jenny”
“Michi”
Wir fallen uns in die Arme. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben. Am liebsten würde ich
ihn nie wieder loslassen. Er sieht mich an.
“Wie gehts dir?”
Ich kann nicht antworten, Tränen laufen über meine Wangen. Ich kann es immer noch nicht
fassen. Auch auf dem Heimweg sage ich kei Wort. Er auch nicht... Stumm sitzen wir
nebeneinander. Als wir wieder bei ihm zuhause sind habe ich mich langsam wieder beruhigt.
“Willst du noch mit rein kommen? Oder wollt ihr beide erst mal allein sein und zu dir fahren?”
Ich blicke Michi fragen an.
“Zu Jenny!”
“OK, lass dich nochmal umarmen mein Junge!”
Seine Mutter umarmt ihn nochmal dann steigen wir wieder stumm in mein Auto und fahren zu
meiner Wohnung.
“Hier wohne ich jetzt seit einem Jahr:”
Sage ich als wir auf den Parkplatz des Hochhauses fahren indem ich wohne.
“Ah”
Es scheint ihn nicht wirklich zu interessieren. Er ist sowieso irgendwie komisch.
“Was ist los? Gehts dir nicht gut?”
“Hm... doch!”
Er nickt abwesend.
“Alles OK!”

Zuerst dachte ich es läge daran das er sich erst wieder eingewöhnen muss und er sich an die
Freiheit gewöhnen muss, aber einen Monat später war es immer noch nicht viel anders. Er
antwortete nur wenn er gefragt wurde und eigentlich träumte er nur die ganze Zeit vor sich
hin. Er übernachtete die ganze Zeit bei mir und weigerte sich zu seinen Eltern zurückzugehen
und sogar mit ihnen zu telefonieren. Ein paar mal wenn ich Nachts wach wurde, merkte ich
das er weg war. Morgens tat er immer als wäre nichts gewesen. Auf Fragen antwortete er
immer nur er sei spazieren gewesen. Das erschien mir alles sehr seltsam. Aber ich gab ihm
einfach Zeit. Fünf Wochen nach seiner Freilassung. Nachts, ich wache auf, weiß nicht wovon.
Der Wecker zeigt 2:35 Uhr an. Ich drehe mich auf die andere Seite und schlafe weiter. Als ich
das nächste mal die Augen öffne ist es 3 Uhr. Ich stehe auf. Michi ist wieder nicht da. Das
kam zwar so oft vor in den letzten Wochen, trotzdem habe ich irgendwie ein schlechtes
Gefühl. Trotzdem versuche ich wieder zu schlafen. Aber ich kann nicht mehr schlafen. Ich
stehe auf ziehe mich an und koche mir einen Kaffe.
Nachdem ich bis 9 Uhr auf ihn gewartet habe suche ích nach meinen Schlüsseln um nach ihm
zu suchen. Neben meinem Schlüsselbund liegt ein Brief. Ich weiß das etwas schlimmes
passiert ist. Mein Herz klopft und das nicht nur wegen dem Kaffee. Ich reiße den Umschlag
auf und lese den Brief der eindeutig mit Michis Handschrift geschrieben ist.
“Liebe Jenny, Du wirst gemerkt haben, dass ich in den letzten Wochen komisch war. Es ist
einfach nicht mehr das gleiche. Die drei Jahre im Gefängnis haben viel verändert. Nicht meine
Gefühle zu dir, aber in mir hat sich etwas verändert. Damit komme ich nicht klar. Es tut mir
alles so unendlich leid! Vermiss mich nicht! Ich will das du glücklich bist! Und du wirst
glücklich sein, auch ohne mich!
Michi”
Tränen laufen mir über die Wangen. Wo ist er nur? Ich nehme meine Schlüssen und stürze
aus der Wohnung. Ich muss ihn suchen, aber wo soll ich anfangen. Die Stadt ist so groß. Ich
glaube seine Eltern kann ich ausschließen. Da fällt mir etwas ein. Ich fahre zu einem
Waldstück am Stadtrand. Als ich aus dem Auto steige fange ich an zu zittern. Erstens weil ich
vor lauter Hektik vergessen hab eine Jacke anzuziehen und zweitens aus Angst vor dem was
ich vorfinden werde. Das letzte Stück renne ich. Ich weiß genau wo ich hin will. Zu einer Bank.
Dort haben wir uns zum ersten mal geküsst. Tatsächlich dort ist er. Wie versteinert bleibe ich
stehen. Ich bewege mich kein Stück, ich habe das Gefühl ich habe aufgehört zu atmen. Ich
weiß nicht wie lange ich so stehen geblieben bin. Es kam mir vor wie ewigkeiten. Michi lag auf
der Bank, neben sich eine Flasche Whisky. Als ich näher rangehe sehe ich ... Blut, überall
Blut. Neben der Flasche liegt ein Messer, an der Klinge klebt auch Blut. Auf der Bank, auf
seinem Hemd, überall Blut! Ich bin unfähig etwas zu tun oder zu sagen. Ich kann nicht mal
meinen Blick abwenden.
“Michi” hauche ich.
Er bewegt sich! Er lebt! Verflucht, warum hab ich nur mein Handy auf dem Küchentiscj liegen
gelassen?
“Verdammte scheiße! Michi, warum??? WAURUM??”
Ich wühle in seiner Jackentasche. Er hat sein Handy mit. Ich rufe einen Krankenwagen.
Bis der Krankenwagen kommt scheinen Stunden zu vergehen. Ich knie neben Michi und
weine. Ich weiß nicht wieso er das getan hat. Ich weiß es absolut nicht. Plötzlich merke ich
das er tief Luft holt.
“Ich liebe dich!” sagt er leise.
Dann schließt er die Augen. Er hat aufgehört zu atmen.
“NEIN!!!!!! MICHI!!!!! Du kannst mich doch nicht allein lassen. NEIN!!”
Ich springe auf, schnappe mir sein Messer und ich renne. Ich renne einfach in den Wald
hinein. Als ich an einer Lichtung ankomme, werfe ich mich einfach auf den Boden. Ich blicke
in den Himmel. Der Himmel ist grau. Ich friere. Ich umklammere das Messer mit beiden
Händen. Ein Schnitt! Tränen laufen meine Wangen runter. Er hat gesagt das er mich liebt.
Das war das letzte was er gesagt hat.
“Ich liebe dich auch Michi.”
Ich sinke zurück und hauche ein letztes...
“...FÜR IMMER!”


______________________________

Ich würd mich sehr über konstruktive Kritik freuen!!!

Danke im Vorraus
Mel

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inken
Guest
Registriert: Not Yet

hallo Mel

...da kann man erst mal nicht viel dazu sagen. Die Geschichte ist ausgehalten. Man liest mit der Spannung der Ich-Erzählerin und hat das Gefühl, mehr konnte sie nicht ertragen und die Geschichte somit auch nicht. Die Distance ist gut gewählt, so wird es nicht melodramatisch - einfach ausgehalten und somit hat die kleine Geschichte etwas von Größe. Liebe Grüße Inken.

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