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Fundament-Null-Methode oder: Werte aus dem Nichts
Eingestellt am 18. 09. 2006 11:16


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Penelopeia
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An den Anfang setze ich eine kleine Gedankenspielerei. Stellen wir uns folgende Festlegung vor:

Die Zahl Null, 0, sei die leere Menge, Ø, eine Menge ohne Elemente. Die Zahl 1 sei die Menge, welche die Null enthÀlt und somit die Menge {0} mit nur einem Element. Weil 0 die leere Menge ist, muss 1 die Menge sein, welche die leere Menge als Element hat {Ø}. Diese ist keineswegs selbst die leere Menge: Die leere Menge ist eine Menge ohne Elemente, wÀhrend {Ø} eine Menge mit einem Element ist.
Nach diesem Muster definiert sich die Zahl 2 als die Menge {0, 1}, die der Menge {Ø, {Ø }} entspricht. Die 3 ist demnach die Menge {0, 1, 2 } bzw. {Ø, {Ø}, {Ø, {Ø }}}.
Allgemein definiert sich die Zahl N als die Menge, welche die 0 und alle Zahlen kleiner als N enthÀlt. Also ist N = {0, 1, 2, ... N -1} eine Menge mit N Elementen.


Die Methode der „Erschaffung von Zahlen aus dem Nichts“, aus der „Menge ohne Elemente“, wurde von Gottlob Frege entwickelt, von B. Russell wiederentdeckt und von John von Neumann auf die vorliegende Form gebracht. Was uns das soll? Nun, ich denke, diese kleine Logikspielerei beschreibt ein wesentliches Prinzip der Erstellung von Definitionen, der Schaffung von Werten und somit der AusĂŒbung von Macht. Eine erste Ahnung vom behaupteten Zusammenhang zwischen dem Logikexperiment und der Wirklichkeit dĂ€mmert, hoffe ich, beim Leser herauf, wenn ich sage: Alle Zahlen in dieser Menge lassen sich als eingebettete Mengen – Ă€hnlich den Matroschka-Puppen – darstellen, Mengen, die sich allein aus dem Konzept der leeren Menge, Ø, zusammensetzen.

Deutlicher wird das Prinzip sicher an folgendem Beispiel. Das Selbstbewusstsein der christlichen Kirche speist sich nicht nur aus den „göttlich“-ethischen, sondern auch aus den sakrosankten immobilen Werten, den KirchengebĂ€uden selbst: Wo eine Kirche, ist Gott nicht weit... Dieses Denkmuster geht auf eine Geschichte aus der Genesis zurĂŒck, in der Jakob, auf dem Wege nach Haran, in einer Art WĂŒstenlandschaft ĂŒbernachtet. Er schiebt sich einen Stein unter den Kopf, schlĂ€ft ein und trĂ€umt den Traum von der Himmelsleiter: Eine Leiter, von der Erde bis in den Himmel. Engel steigen aus dem Himmel auf die Erde und klettern wieder zurĂŒck. Am oberen Ende steht Gott und versichert, Jakob werde das versprochene Land erhalten, seine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und in allen FĂ€hrnissen des widrigen Schicksals seine schĂŒtzende Hand zur VerfĂŒgung stellen. Am Morgen erwacht Jakob, reibt sich die Augen, betrachtet die karge StĂ€tte, den unscheinbaren Stein, und beschließt, diesen aufzustellen. Er nennt den Ort „Bethel“, das „Haus Gottes“. Im Prinzip die erste Kirche.
Die Behauptung, christliche Kirchen seien die – einzige – Pforte des Himmels, also der – einzige – Weg ins Paradies, basiert auf dem Traum eines einzelnen Wanderers. Was ist ein Traum? Kann man ihn anfassen, nachprĂŒfen, begutachten, kritisieren? Wohl kaum. Also handelt es sich um ein gegenstĂ€ndliches Nichts, um eine „Tatsachen-Leermenge“. Der aufgerichtete Stein, die erste Kirche, ist vergleichbar mit der „Eins“ aus obiger Gedankenspielerei. Erinnern wir uns: Die Zahl 1 sei die Menge, welche die Null enthĂ€lt und somit die Menge {0} mit nur einem Element.
Die „Eins“ nun ist eingebettet in die grandiosen, hochdramatischen und mitreißenden, jedoch sonst nicht weiter beweisbaren VorgĂ€nge um die ErzvĂ€ter, um den Einzug in und den Auszug aus Ägypten, um WĂŒstenwanderung und Gotteserscheinungen, die wiederum in die „Zwei“ des gesamten Kreises von Berichten, Mythen, Sagen, Gesetzen, Speisevorschriften, Liebesgedichten des alten Testaments, das die Grundlage fĂŒr das Neue Testament, somit auch fĂŒr die christlichen Kirchen und deren SelbstverstĂ€ndnis liefert...
An manchem Kirchenportal kann man heute die Worte aus Genesis 28,17 lesen: „Heilig ist diese StĂ€tte. Hier ist Gottes Haus. Hier ist die Pforte des Himmels.“

Viele werden meinen, das sei weit hergeholt. Beispiel zwei.

Ein Schreiber in einer Diktatur, ein großer Dummkopf, eine wahrhaft geistige Null, unbekannt weithin, einer, dem prinzipiell nicht viel mehr gelingt als die Verfertigung staatstragender Hymnen in mangelhafter Formgebung, ist vom „Ministerium fĂŒr Geistige Hygiene“ auserkoren worden. Man will ihn – weil er es möchte und andere da nicht mitspielen – zu einer GrĂ¶ĂŸe machen. Einer GrĂ¶ĂŸe, die man herumzeigen, auf die man sich berufen, die man zitieren kann...
Erste Maßnahme des Ministeriums: Ein lobender Zeitungsartikel ĂŒber ein Buch des ehrgeizigen Dummkopfes. In dem Buch steht, inhaltlich gesehen, nichts drin. Es handelt sich, mit den Begrifflichkeiten der Mathematik formuliert, um eine „Leermenge“. Der – gedungene – Kritiker denkt zwar ebenfalls „Null“, schreibt aber „erstklassig“. (Vielleicht erinnert er sich sogar des allgemeingĂŒltigen Grundsatzes, der seit Urzeiten lautet: Wer zu negativen VerhĂ€ltnissen ein optimistisches Ja! beisteuert, produziert, wenns harmlos ausgeht, Null.)
Der nunmehr, auf Basis des „Null-Buches“, zum erstklassigen Schriftsteller Beförderte, erhĂ€lt im nĂ€chsten Schritt einen staatlichen Preis fĂŒr hervorragende Verdienste bei der Verbesserung der geistigen Hygiene. Das zĂ€hlt nun bereits doppelt. Im dritten Schritt bringt man das ĂŒberaus erfolgreiche, bestrezensierte und mit einem renommierten Preis ausgezeichnete Werk des KĂŒnstlers landesweit auf die BĂŒhnen, produziert eilig einen Film und lĂ€dt tonnenweise Platten in den BuchlĂ€den ab. Auf diesen findet sich das „Werk“ in der Vertonung eines „namhaften“ Komponisten.
Der Mann ist jetzt eine vorzeigbare GrĂ¶ĂŸe: Sein (Null-)StĂŒck erhielt das Lob der „Fachleute“; es errang den Preis – des Ministeriums fĂŒr Geistige Hygiene, das sich natĂŒrlich nicht direkt bei der Verleihung zeigte, denn es ist beim Volke nicht sonderlich beliebt. Es schickte einen zweiten Dummkopf, der den Weg der Entstehung einer GrĂ¶ĂŸe aus dem Nichts schon hinter sich hat. Und es ist in aller Augen und Ohren, siehe Dummköpfe drei, vier, fĂŒnf usw., die Regissseure, Filmemacher, Komponisten – wenn es den meisten im Volke auch zum Hals raushĂ€ngt.
Nur auf der internationalen BĂŒhne, da funktioniert das nicht. Aber das macht den Regierenden nichts aus: da sind ohnehin nur Dekadenz und bĂŒrgerliche Verfallserscheinungen zu beobachten...

Das war einmal? Das gabs nur in den Ostblockstaaten? Mag sein. Die Methode jedoch dĂŒrfte ein abstraktes Schema abgeben fĂŒr Prozesse, die sich zu allen Zeiten abspielen. Mir fĂ€llt spontan der Betbesuch Benedikts im italienischen Dorf Manoppello ein, mit dem er einen Großteil der Zweifel seiner SchĂ€fchen an der Echtheit des „Heiligen Antlitzes“, einer der wertvollsten Reliquien der katholischen Kirche, zerstreute. Rein durch des Papstes AutoritĂ€t, durch unerwarteten Besuch des Fleckens, durch Kniefall und Anbetung, sind nun sehr viel mehr GlĂ€ubige der Meinung, mit dem TĂŒchlein sei Christi Schweiß und Blut abgetrocknet worden. Die Frage, ob Christus je lebte, stellt sich gar nicht mehr...

GefĂ€hrlich wird die „Schöpfung von Werten aus dem Nichts“, die „Fundament-Null-Methode“, wenn es um die BegrĂŒndung von Kriegen geht. Den Ausschlag fĂŒr den letzten Irak-Krieg gab der „Kay-Bericht“, ein Bericht ohne Ergebnisse, zumindest, wenn man die erfolgreiche Suche nach Massenvernichtungsmitteln als Ergebnis sieht. Ein paar Passagen aus dem Bericht, von Colin Powell in der Washington Post am 7.10.2003 veröffentlicht:

Obwohl Kay und sein Team bisher keine Waffenlager entdeckt haben, werden sie in den kommenden Monaten mit ihrer wichtigen und beschwerlichen Arbeit fortfahren. Alle Zeichen sprechen dafĂŒr, dass sie weitere Beweise fĂŒr die gefĂ€hrlichen Absichten Saddam Husseins finden werden.

Vor dem Krieg hatten unsere Nachrichtendienste eine gezielte Kampagne zur Verhinderung sinnvoller Inspektionen festgestellt. Wir wussten, dass irakische Beamte, Mitglieder der regierenden Baath-Partei und Wissenschaftler verbotene Objekte in ihren HĂ€usern versteckten.

Und siehe da, Kay und sein Team fanden StrĂ€nge von Organismen im Haus eines Wissenschaftlers versteckt, und sie berichteten, dass einer der StrĂ€nge zur Herstellung biologischer Kampfstoffe verwendet werden könnte. Kay und sein Team haben auch Dokumente und GerĂ€te bei den Wissenschaftlern entdeckt, die fĂŒr die Wiederaufnahme der Bestrebungen zur Urananreicherung nĂŒtzlich gewesen wĂ€ren.

Der Kay-Bericht spricht auch das Thema möglicher mobiler Labors fĂŒr biologische Kampfstoffe an: "Die Ermittlungen zur Herkunft und der beabsichtigten Verwendung zweier im April im Nordirak gefundener AnhĂ€nger haben einige ErklĂ€rungsmöglichkeiten geliefert, darunter Wasserstoff, Raketentreibstoffe, und die Herstellung biologischer Kampfstoffe, aber aufgrund technischer EinschrĂ€nkungen sind diese Verfahren nicht ideal fĂŒr diese AnhĂ€nger geeignet. Nachdem das gesagt ist: Ihre Verwendung zur potenziellen Herstellung biologischer Kampfstoffe ist durch nichts ausgeschlossen." Kays Erkenntnisse sind in diesem Punkt nicht schlĂŒssig. Er wird weiter an dem Problem arbeiten.

Kay und sein Team haben jedoch Folgendes gefunden: "Ein geheimes Netz von Labors und sicheren HĂ€usern innerhalb des irakischen Nachrichtendienstes mit GerĂ€ten, die der Überwachung durch die Vereinten Nationen unterliegen und fĂŒr weitere Forschung an chemischen und biologischen Waffen geeignet sind." Sie entdeckten außerdem: "Einen GefĂ€ngnislaborkomplex, der wahrscheinlich fĂŒr Menschenversuche mit biologischen Kampfstoffen benutzt wurde; irakische Regierungsvertreter, die die Vorbereitungen fĂŒr die UN-Inspektionen trafen, wurden ausdrĂŒcklich angewiesen, diese Einrichtung den Vereinten Nationen gegenĂŒber nicht anzugeben."

Der Kay-Bericht bestĂ€tigt, dass unsere Nachrichtendienste das Unternehmen Al Kindi zu Recht verdĂ€chtigte, an den verbotenen AktivitĂ€ten beteiligt zu sein. Raketenbauer bei Al Kindi erzĂ€hlten Kay und seinem Team, dass der Irak die Arbeit an der Umwandlung der SA-2-Boden-Luft-Raketen in ballistische Raketen mit einer Reichweite von rund 250 Kilometer wieder aufgenommen habe, und dass diese Arbeit sogar fortgesetzt wurde als die UNMOVIC-Inspektoren im Irak waren. Die von den Vereinten Nationen fĂŒr den Irak vorgeschriebene Obergrenze war eine Reichweite von 150 Kilometern.


Ich weiß nicht, ob Powell die Zwei, Cheney die Drei, Bush die Vier waren. Fakt ist jedenfalls: Das ganze Sammelsurium von offiziellen KriegsgrĂŒnden basiert auf der zum (Meinungsbildungs-)Element gemachten „embedded“ Leermenge der Eins, und das ist der Kay-Bericht. (Er wurde zur „Lehrmenge“.)

Fazit: Die Schaffung von Werten, von scheinbar einleuchtenden Tatsachen, GrĂ¶ĂŸen, GrĂŒnden – bis hin zu KriegsgrĂŒnden – scheint sehr gut möglich aus dem Nichts heraus. Es bedarf lediglich einer anfĂ€nglichen Leermenge, die man entsprechend, mit interpretatorischer Kunst, Festlegung, AutoritĂ€t zum gĂŒltigen Element, zum anerkannten (eingebetteten) „Wertevorrat“ macht, um ihr sofort und bestĂ€ndig auf gleiche Weise produzierte „Wertelemente“ hinzuzufĂŒgen. Bis ein komplexes System unwiderlegbar vorhanden ist (eine Menge von ĂŒberzeugenden Lehren).

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

kein widerspruch. das funktioniert.
allerdings sollte man die emotionalitÀt von verhalten
stÀrker in betracht ziehen. der mensch ist nicht nur
rationales geistwesen sondern vorallem irrational
empfindendes wesen. wer das herz der menschen besitzt,
trĂ€gt darum eine große verantwortung.
als fundament von werten sollten die gedanken der aufklÀrung
genĂŒgen. moral, weil sie vernĂŒnftig ist.

ich finde den essay recht schĂŒssig und gut geschrieben.

bon.

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dubidu
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Liebe Pen,

das ist eine Sicht der Dinge aus einer verÀnderten Perspektive. Intelligent gemacht und gut geschrieben. Allerdings ist der Ansatz nicht wirklich neu: alles ist aus dem Nichts entstanden!

Sehr gut hat mir das Dummkopf-Beispiel gefallen; dafĂŒr ist der Kay-Bericht viel zu langatmig geraten: viele Leser werden spĂ€testens ab der Mitte des Textes das Handtuch werfen. Und außerdem: dieser Part wirkt m.E. zu konstruiert und zu rechthaberisch.

Etwas mehr Schmackes und Pfiff wĂŒrden den Text konsumierbarer machen. Ein guter Stil allein ist etwas zu wenig; es fehlt das i-TĂŒpfelchen!

Gruß
das dubidu
__________________
Die TollkĂŒhnheit des Schreibers und sein spontanes BedĂŒrfnis nach Wahrheit mĂŒssen allemal grĂ¶ĂŸer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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Penelopeia
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Hallo Bon und Dubidu,

danke fĂŒrs Feedback, ich teile die Bedenken: der Kay-Bericht ist wirklich zu lang, ich werde ihn kĂŒrzen. Habe auch schon mehrmals ĂŒberlegt, ob man den so bringen kann.
Andererseits fand ich den Text derart sinn- und faktenleer, dass er mir, als Lehrbeispiel fĂŒr politische Arroganz und Dummheit, fast schon wieder zu wertvoll erschien, um in "partialisierter" Form verwendet zu werden.

Dass alles aus nichts entstanden sein könnte, ist, soviel ich weiß, eine neuere These von Hawking und Co. Als Kind bin ich immerhin schon zum Umkehrschluss gekommen, dass alles nichts ist. Ich wollte erwachsen werden. Wollen die WelterklĂ€rer nun wieder zu Kindern werden, um in den Himmel zu kommen (lach)?

LG

P.

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jon
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Entschuldigung, vielleicht bin ich ja wiedermal zu einfach gestrickt, aber:

Abgesehen davon, dass mir der "Witz" des "Prologs" entgeht, weil ich eine Mauer in mir fĂŒhle, die mich hindert, diese rein mathematische Überlegung in "Sachwerte umzurechnen" und mich dann zu wundern (ich "wundre" mich also gar nicht), erscheint mir keines der Beispiele als Beleg fĂŒr die "Schaffung von Werten aus dem Nichts". Es ist bestenfalls die „BegrĂŒndung von Werten mit Nichts". Im Fall der Kirchen ist es sogar eine Vermischung der Kriterien – von "Sachwert Kirchbau" und "Symbolwert des Ortes" nĂ€mlich. Wobei diese beiden Werte wiederum mit den anderen Werten – den "moralischen/ethischen Werten" – nur peripher (in der Konsequenz des Umgangs mit dem "Objekt") zu tun haben. Und keiner dieser Werte hat mit dem Wert aus dem Mathebeispiel (= numerische Beschreibung) zu tun 
 


Weil ich dieses Problem mit der aus meiner Sicht "inhaltlich unzulĂ€ssigen Kombination" habe, kann ich den fließenden und durchaus "etwas Zwingendes in sich habenden" Stil (außer der schon erwĂ€hnte LĂ€nge bei Kay) gar nicht richtig wĂŒrdigen.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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Penelopeia
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Es ist bestenfalls die „BegrĂŒndung von Werten mit Nichts".

Hallo Jon,

ein bisschen MĂŒhe habe ich nun doch, deinen AusfĂŒhrungen zu folgen. Es mag sicher so sein, dass nicht jedem meine Beispiele liegen. Ich bin davon ausgegangen, dass unser Begriffsvermögen, die Kraft unseres analyt. Denkens, recht begrenzt ist. Daher bedienen wir uns gern verschiedener Hilfsmittel. Eines davon - vielleicht das wichtigste - ist die Mathematik: Sie ist - m.E.- sowas wie "Gottes Schrift in Reinform".
Das kleine Beispiel nach Frege/Neumann scheint mir trotz aller EinwĂ€nde gut geeignet, den Prozess der Entstehung - besser: Herstellung - von Werten deutlich zu machen. Wobei es mir um Werte im Sinne von Normen ging, die fĂŒr Machtinteressen dienlich sind.
Ein Wert, eine Definition, eine These bedarf immer eines Anfangs-Wertevorrates, eines Grundgedankens, eines "embedded element", ehe man darauf aufbauen oder anschließen kann. Paradox ist eben nur, das genau dieser Anfang oft aus wenig oder nichts besteht...

Deine Formulierung enthĂ€lt eine hĂŒbsche Aporie. Werte mit Nichts sind einfach nichts. Man brĂ€uchte sie nicht begrĂŒnden. Hier geht es aber um das Nichts, das im Anfang zu etwas gemacht wird, um anschließend einen schweren Turm von Bedeutungen und Inhalten tragen zu mĂŒssen...

LG

P.

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