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Leselupe.de > Kurzprosa
Fußball
Eingestellt am 21. 04. 2002 14:02


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antebear
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2002

Werke: 32
Kommentare: 45
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Ich parke mein Auto.
Gehe auf das Spielfeld zu.
Ich nähere mich dem Rand des Feldes.
Sehe Anke.
Ein kleines gezwungenes und doch unterhaltsames Gespräch.
Ich suche ihn.
Schaue mir die Blauen ganz genau an.
Mein Blick bleibt stehen.
Da ist er.
Herz, schlag weiter, schlag weiter!
Jetzt rast es
ganz ruhig, ganz ruhig!
Nicht aufgeregt sein!
Wie soll ich mich hin stellen?
Soll ich mich an die Stange lehnen?
Sehe das gut aus?
Antje! Bitte, es ist nur ein Fußballspiel...
in dem er für mich die Hauptrolle spielt.
Ok, doch anlehnen.
Ich starre ihn an.
Oh gott, ich starre ihn wirklich an!
Ich drehe mich um, keiner soll mitbekommen,
wie sehr ich ihn anstarre!
Ich atme dreimal tief durch mit geschlossenen Augen.
Als ich sie wieder öffne, sehe ich sie.
Oh nein.
Seine Freundin kommt.
Ob sie wohl etwas von mir weiß?
Nein, ich glaube nicht,
er sagte ja, es wird alles unter uns bleiben.
Gedanke also wieder schnell weg.
Ich sage Hallo.
Ich schenke ihr ein kleines Lächeln.
Will ich etwa ihre Freundin werde?
Was für eine absurde Idee..
nein.
Soll ich sie hassen?
Genauso absurd,
schnell weg mit diesen Gedanken.
Ich rede mit ihr über Dinge, die ich längst schon von Frank gehört habe.
Oh gott..
merkt man etwa an meiner Stimme wie sehr ich ihn begehre?
Nein
keine Angst, ganz ruhig bleiben.
Keiner weiß etwas...
Ein Tor!
Für die Gegner.
Oh nein.
Er schmeißt sich auf den Boden.
Ist deprimiert.
Warte, ich komme zu dir und mach dir neuen Mut!
Nein!
Das geht nicht.
Die anderen.
Meine Finger zittern..
Ein Pfiff, Halbzeit.
Er kommt auf uns zu.
Fängt an die Reihe bei seiner Freundin zu begrüßen.
Ich sehe genau hin.
Ein kurzes Berühren der Lippen.
Was war das?
Kein Knistern?
Kein Funkeln in den Augen?
Keine Zärtlichkeit
Keine Freude?
Ist es doch langweilig geworden zwischen den beiden?
Vielleicht liebt er ja das trockene und alltägliche an ihr.
Sie ist eine Schönheit.
Neben ihr fühle ich mich plötzlich ganz klein.
Der Satz meines Vaters kommt mir in den Sinn:
Zeig dass du etwas besseres bist!
Bin ich das?
Ich weiß es nicht, will es auch gar nicht wissen.
Er kommt zu mir.
Was macht er?
Er streckt mir seine Hand entgegen.
Ich lasse meine in seine gleiten,
spüre die Energie, die Wärme, die Geborgenheit.
Lass diesen Augenblick verweilen!
Er sieht mir in die Augen und ein kleines hallo schwindet aus seiner noch gebliebenen Luft.
Komm her und küss mich
los küss mich!
Nein.
Schnell weg mit diesen Gedanken.
Schau weg Antje!
Starr ihn nicht an, die anderen gucken schon!
Wo geht er hin?
Ah
Umkleidkabine, Besprechung, klar.
Ich warte geduldig bis die Zeit rum ist.
Da ist er wieder.
Er ist eine Schönheit.
Ich würde ihn mit der Sonne vergleichen
Strahlt Wärme aus
in seiner Gegenwart ist mir nie kalt.
Er lächelt und rennt auf das Spielfeld.
Es geht weiter. Er kämpft um den Ball.
Ja, los, du bekommst ihn!
Da kommt er geflogen..
oh nein
vorsicht!
Zu spät.
In die Seite.
Er stürzt zu Boden.
Oh nein!
Was hat er?
Er steht nicht mehr auf
Komm Frank, steh auf!
Los!
Nein, er ringt nach Atem,
ich höre sein Stöhnen, ein Keuchen
Los! Atme!
Der Schiri kommt.
Packt ihm am Rücken und hebt ihn an
Er stöhnt
oh nein
warte ich komme!
Nein, geh nicht hin
bleib da
die anderen
Atme!
Der Trainer kommt
hebt ihn hoch und stemmt gegen seinen Rücken
Ja!
er atmet!
Ja!
oh gott.
Er leidet.
Spielt unter Schmerzen weiter.
Ich leide mit ihm.
Er tut mir leid.
Oh nein
er stürzt schon wieder!
Im Hintergrund vernehme ich die Stimme seiner Freundin:
Der liegt ja schon wieder am Boden.
Wie bitte?!
Was war das denn.
Ich starre sie entsetzt an.
Nein, nicht, schau weg, bleib ruhig, sie darf nichts merken!
Puh, nichts passiert..
Ein Tor!
1:1
Ja!
Er schmeißt sich auf den Boden.
Oh gott, ich freu mich so.
Ich sehe zu seiner Freundin:
Kein Lächeln, kein Freuen.
Was ist mit ihr los?
Vielleicht hatte sie schon zu viele Spiele gesehen, vielleicht war es nur Routine?
Ich weiß es nicht
Ich will es auch gar nicht wissen.
Gedanke weg.
Der Schlusspfiff.
Außer Atem geht er an mir vorbei in die Umkleidekabine.
Seine Freundin soll ihn seine verdiente Rote Brause holen.
Ja, die hast du dir sicher verdient!
Ich könnte ihn küssen.
Weg mit diesem Gedanken!
Sie bestellt die Brause. Bekommt.
Bringt sie ihm, ohne eine Miene.
Doch Routine?
Ich weiß es nicht.
Ich werde losgehen.
Ein letzter Blick zu ihm.
Traue mich nicht zu winken.
Sage innerlich: Tschüss mein Schatz.
Ich setze mich ins Auto
mache Musik an.
Denke an ihn.
Er ist so wunderbar.
Liebt er seine Freundin noch?
Liebt sie ihn noch?
Bei beiden ist es kaum erkennbar.
Die Frische und das Lebendige ist verflogen.
Darf ich überhaupt darüber urteilen?
Ich weiß es nicht.
Ich dränge den Gedanken beiseite.
Fahre nach Hause.
Habe Hunger.
Setze mich an den Tisch und esse.
Ich denke an ihn
Vielleicht kommt er heut Abend ja wieder zu mir, wie letzte Woche?
Vielleicht.
Nein, Gedanke weg.
Keine Hoffnung.
zu verletzlich.
Sehnsucht

__________________
Gedichte spiegeln das Traurige und Schöne des Lebens wieder. Nur in ihnen steckt die Wahrheit..

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