Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
415 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
GUTE NACHT GESCHICHTEN
Eingestellt am 16. 02. 2004 15:03


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Lambertus
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2002

Werke: 11
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Lambertus eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

„Guten Tag, meine Damen und Herren...“ So beginnen unzählige Redner ihren Vortrag und verteilen mit der abgedroschenen Begrüßungsformel sogleich die erste Schlaftablette an die Zuhörerschaft. Ähnlich verhält es sich, wenn Mama oder Papa zum 357. Mal ihre Geschichte zur Guten Nacht mit dem Satz beginnen: „Es war einmal...“ Nur wäre hier das baldige Einschlafen von Elternseite oft zwar erwünscht, beim zuhörenden Kind erweckt dieser Eingangssatz in aller Regel nicht gerade höchste Aufmerksamkeit. Dies und alles Weitere zum Buch entspringt persönlicher Erfahrung mit unserem Enkel, der genau zur Zielgruppe dieser Edition gehört.

Zum Glück bedienen sich nur ganz wenige der dreißig AutorInnen dieser Märchenfloskel, und folgerichtig beschreibt sich das Buch auf dem Titelblatt auch als „Märchen und Geschichten für das Vorlese- und Erstlesealter“. Da es für mich als Rezensent nichts Weiteres an diesem Buch zu meckern gibt, muss es wohl recht lesens-, vorlesens- und kaufenswert sein. Und das ist es in der Tat.

Diese von Ernst Wurdack herausgegebene Anthologie entsprang einem Schreib- Wettbewerb, ausgeschrieben im Internet von Hier klicken . Aus den zahlreichen Einsendungen wurden dankenswerterweise dreißig sehr unterschiedliche Texte ausgewählt, so dass es die kleinen Zuhörer kaum langweilen wird. Die Texte sind kindgerecht geschrieben, fast alle auch recht „vorlese-gerecht“; damit meine ich Wort- und Satzstellungen, die dem Vorlesenden einprägsame Betonungen gestatten. Denn ob bei unseren Kleinen eine Geschichte „ankommt“, das hängt auch sehr von der Art des Vorlesens ab. Autoren können dem weniger begabten Vorleser dadurch eine gewisse Hilfestellung bieten.

Verpönt scheint heute das erzieherische Moment zu sein, - der viel geschmähte erhobene Zeigefinger. Ich persönlich denke, dass dies schlichtweg nur eine Frage des WIE ist. Denn auch für so harmlose Geschichten gilt: Kinder zwar nie überfordern, aber durchaus fordern! – Sie zum Fragen anregen, statt hinter jeder Aussage im Text gleich den Erklärbär zu bemühen! Kinder wollen Geschichten, die sie in ihrer Fantasie weiterspinnen und ausschmücken können.

Ich denke, dieses Buch wird solchen Überlegungen weitgehend gerecht. Wir finden die traditionelle Märchenform mit Zauberern, Königen, Geistern und Wichteln in Titeln wie „Das Mädchen und der goldene Fisch“ – „Der Traumzauberapfelbaum“ – „Der Märchenwald“ - „Fridolin Ohnekopf“. Auch Modernes mischt sich darunter; da wird z.B. bei „Der Prinz und der Roboter“ jemand in ein Computerspiel auf Diskette verwandelt.

Geschichten, die etwas mehr realitätsbezogen sind, finden wir in „Heute schien der Mond nur für Anna“ – „Das kleine Auto“ – „Endstation Regenbogen“ - „Mumpel, das Strom-Männchen“ (Huch! – Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor...) – „Vom Jungen, der nicht zur Schule wollte“

Wir lesen auch Texte, die Fabeln ähneln. Überhaupt werden oft Tiere mit eingebunden, große und auch so kleine wie etwa ein Floh namens Florian. - „Die große Liebe des kleinen Wichtel“ – „Rab Rabs Eltern“ – „Das Dudelhuhn“

Träume und Geträumtes spielt natürlich eine große Rolle: „Martina in der Seifenblase“.

Wollt ihr darüber hinaus wissen, weshalb die Zahl 13 zur Unglückszahl wurde? – Kennt ihr das Märchen von der verzauberten Straßenlaterne? – Oder wisst ihr, wo die Bratäpfel herkommen? – Oder habt ihr schon mal eine Vogelscheuche lachen gehört? – Kennt ihr wirklich schon den Mann im Mond, und habt ihr ’ne Ahnung, wie’s einem Fuchs so erging? –Wenn ihr dieses Buch versäumen solltet, werdet ihr und eure Kinder es nie erfahren!

Zuletzt etwas besonders Erfreuliches: Es gibt keine Schauermärchen in diesem Buch; also keine Geschichten, die nur dadurch Interesse zu erheischen suchen, indem sie Kindern Angst bereiten. Die Geschichten sind nummeriert, die jeweilige Zahl illustriert mit einem lustigen kleinen Monster.


„Gute Nacht Geschichten“
30 Märchen und Geschichten für das
Vorlese- und Erstlesealter von
30 verschiedenen AutorInnen.
Taschenbuch, GroĂźformat
Vierfarb-Cover, 118 Seiten
erschienen 2003
zu bestellen unter Hier klicken
ISSN 1618-9647 Band 9
Preis : 7,95 EURO

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6206
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Recht gut gemacht – bis auf die Tatsache, dass sich der Schreiber nicht auf eine Zielgruppe festlegen wollte/konnte:
Da wird am Anfang auf Eltern und Großeltern "anspruchsvoller" Kinder gezielt und ihnen bezüglich qualitätiv guten Vorlesens mit dem Zaunspfahl gewunken, dann werden dem Autor von Kindergeschichten ein paar Tipps gegeben (oder doch eher allgemeine Qualitätsbetrachtungen zur Kinderliteratur angestellt? eine Frage der Lesart), danach wird dem potentiellen Käufer die Vielfalt des Buches ans Herz gelegt (indem eine "langweilige" Aufzählung von Titeln geboten wird – hier kann man erheblich straffen) und schließlich werdet "ihr" angesprochen, was in journalistischen Texten üblicherweise geschieht, wenn man sich an Kinder (oder bestenfalls Jugendliche) wendet…

Besonders der Anfang – wo über die Qualität ds Buches "referiert" wird – und die Drohung „Wenn ihr dieses Buch versäumen solltet, werdet ihr und eure Kinder es nie erfahren!" stehen in stilistischem Widerspruch zueinander. Entweder ich überzeuge die Leute, etwas Gutes zu kaufen, oder ich haue in die "Muss man haben, wenn man in sein will!"-Kerbe.


Ăśbrigens:

quote:
„Da es für mich als Rezensent nichts Weiteres an diesem Buch zu meckern gibt, muss es wohl recht lesens-, vorlesens- und kaufenswert sein.“
…zeugt von einem – vorsichtig ausgedrückt – ausgeprägten Kompetenzbewusstsein und kommt  – bei mir zumindst – nicht wirklich gut an.
Der Satz sagt schließlich nichts weiter als: Da ich es gut finde, muss es gut sein. Natürlich basiert am Ende jede Rezension auf diesem Prinzip (auf: "ich halte das Buch für…"), aber dem potentiellen Leser unter die Nase zu reiben, dass seine Meinung unerheblich ist, wirkt arrogant und ist strategisch unklug.

quote:
Aus den zahlreichen Einsendungen wurden dankenswerterweise dreißig sehr unterschiedliche Texte ausgewählt,…
Man dankt – zumindest so explizit – für Hilfe, nicht für die ordentliche Erfüllung einer Aufgabe. Im Übrigen ist die Auswahl "ganz unterschiedlicher Texte" nicht gut per se – gerade bei Anthologien ist es ebenso erstrebenswert, ein "rundes Buch" (für eine bestimmte Geschmacksgruppe) zu machen.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂĽck zu:  Essays, Rezensionen, Kolumnen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!