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Leselupe.de > Ungereimtes
Ganz fern
Eingestellt am 13. 06. 2005 23:31


Autor
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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

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Ganz fern

Ich bin bei dir,
doch du bist nicht da -
ganz fern ist dein Blick.
Er schreitet vor├╝ber,
ohne sich zu wenden.
Worte erreichen dich nicht,
sie perlen einfach ab;
verweilen nicht -
erst im Rinnstein.
Allein dein Schatten
ist noch anwesend,
Abdruck deiner Seele,
zur├╝ckgelassen,
ohne Substanz.
Ich bin bei dir,
doch du bist nicht da,
wo ich dich suche...
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich f├╝rchte sie nicht mehr.

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Arezoo
???
Registriert: Feb 2005

Werke: 16
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Liebe Cara,

da steckt eine ganze Menge drin. Das hat Substanz!
Bei mir ist es eher selten, dass ich wirklich konkrete Vorschl├Ąge zur Verbesserung machen kann.
Bei deinem Gedicht f├Ąllt mir einiges zur Verdichtung ein, aber es sind nur Vorschl├Ąge...

Ich stelle es ein bisschen um und lasse weg, was mir zu 'gew├Âhlich' erscheint, ja?


Ganz fern dein Blick
schreitet vor├╝ber
ohne sich zu wenden
Worte erreichen dich nicht
perlen ab
verweilen nicht
erst im Rinnstein
Allein dein Schatten
noch anwesend
Abdruck deiner Seele
zur├╝ckgelassen
ohne Substanz
Du bist da
nicht
wo ich dich
suche


Ein sch├Ânes Gedicht, sicher, weil mich die Stimmungslage sehr angesprochen hat.

Liebe Gr├╝├če,
Arezoo
__________________
Das Leben hat zwei Geschichten, die wirkliche und die ertr├Ąumte.
Schim'on Peres

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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

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Hallo auch! :-)

Hallo Arezoo!

Erstmal vielen Dank f├╝r deinen lieben Kommentar und die
M├╝he, die du dir gemacht hast. Ich wei├č es sehr zu
sch├Ątzen, wie intensiv du dich mit meinem Gedicht
besch├Ąftigt hast. :-)

Leider bin ich nicht fr├╝her dazu gekommen dir zu
antworten, viel Arbeit macht meine Zeit knapp, aber
gelesen hab ichs schon vor einigen Tagen.

Eine interessante Verdichtung, die du da versucht hast,
ich f├╝rchte nur, dadurch kommt manches nicht mehr zur
Geltung, was mir wichtig war. Das Gedicht hat einen
konkreten Anlass (ich glaub, alle meine Gedichte haben
den), und das ist die Ferne, die man zu anwesenden,
lieben und wichtigen Menschen f├╝hlen kann, auch wenn
sie einem direkt gegen├╝ber sitzen.

Gerade deine Verdichtung des Anfangs l├Ąsst mir diesen
Punkt zu sehr "hinten runter fallen". Ich werd mir
das Ganze aber nochmal in Ruhe ansehen und danke dir
jetzt schon f├╝r deine hilfreiche Kritik.

Bis bald vielleicht, und liebe Gr├╝├če,
cara
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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

Werke: 1034
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Hallo cara,
bei stark autobiographisch ausgerichteten Gedichten ist es nat├╝rlich schwer ├änderungsvorschl├Ąge einzuarbeiten.
Vielleicht solltest Du einfach mal versuchen ein Gedicht loszulassen und vom Wind der Lyrik treiben lassen (was aber nicht hei├čen soll, dass dieses Gedicht nicht lyrisch w├Ąre).
Mir ist noch Folgendes aufgefallen: Der schreitende Blick und der Rinnstein sind meiner Meinung nach als Metaphern zuwenig in den Inhalt eingebunden, als dass sie schl├╝ssige Assoziationen hervorrufen w├╝rden.
LG
Manfred

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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

Werke: 73
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Hello again! ;-)

Hallo Manfred!

Sch├Ân, dich so bald wieder zu lesen! :-) Danke erstmal
f├╝r deinen Kommentar...

Meine Gedichte freilassen... die kann ich doch gar nicht
halten, so versuche ichs auch nicht. Die schreiben sich,
und ich erkenne ihre Form erst, wenn sie fertig ist. Dann
sagen sie mir oft etwas ├╝ber mich... und ich bin erstaunt
├╝ber ihre Kenntnis...

Dass der schreitende Blick problematisch gesehen werden
k├Ânnte, war mir von Anfang an klar; die Blicke des "Du"
in meinem Gedicht (eines konkreten "Du", das siehst du
schon richtig) sind aber h├Ąufig so... es ist eine
Beschreibung, keine Metapher...

Der Rinnstein... naja, was abperlt und nicht verweilt,
rinnt zu Boden, und gesammelt wirds dann - wenn
├╝berhaupt - im Rinnstein... Aber vielen Dank, dass du
mein Augenmerk nochmal auf diese Stelle gerichtet hast,
mir ist dadurch grad was klar geworden... n├Ąmlich dass
sie zumindest verweilen, die Worte, wenn auch an einem
solch ungem├╝tlichen Ort... sie verschwinden nicht einfach.

Bis bald und liebe Gr├╝├če,
cara
__________________
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NightFly
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2005

Werke: 8
Kommentare: 17
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Hallo Cara,
ich finde, dem Schluss fehlt etwas. Mit der Zeile "ohne Substanz" endet ein Atemzug - und ein neuer beginnt:
"Ich bin bei dir,
doch du bist nicht da,
wo ich dich suche..."
Da fehlt etwas, h├Ârst Du das?: Die vierte und abschlie├čende Zeile. Das "wo ich dich suche" ist ein steigender Klang. Als letzte Zeile m├╝sste dann ein fallender Klang kommen. Ganz einfach gel├Âst k├Ânntest Du das "doch du bist nicht da," noch ein Mal wiederholen:
Ich bin bei dir,
doch du bist nicht da,
wo ich dich suche...
..doch du bist nicht da.
Das verleiht der Melancholie im Gedicht noch den letzten Schliff, finde ich...

Liebe Gr├╝├če

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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

Werke: 73
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Hallo auch! :-)

Hallo NightFly!

Vielen Dank f├╝r deinen Kommentar, ich hab mich schon
gewundert, dass bisher niemand was zum Rhythmus sagen
wollte. :-)

Der Anfang und das Ende sind ja fast gleich, aber nur
fast (die ersten beiden mit der dritt- und vorletzen
Zeile); sehr wichtig ist hier die Betonung, mit der
das Gedicht gelesen w├╝rde (ist wie in der Musik, die
blo├čen Noten und Spielanweisungen sagen f├╝r sich zwar
einiges aus, sie lebt jedoch nur vom gespielt _und_
dann auch geh├Ârt werden...)

Ich *versuchs* mal zu verschriftlichen...

' - - '
Ich bin bei dir, (betont*unbetont*unbet*bet)

- ' - - -
doch du bist nicht da - (unbet*bet*unbet*unbet*unbet)

(die ersten beiden Zeilen)

' - ' -
Ich bin bei dir, (bet*unbet*bet*unbet)

- ' - - '
doch du bist nicht da, (unbet*bet*unbet*unbet*unbet)

- - - ' -
[wo ich dich suche...] (unbet*unbet*unbet*bet*unbet)

(die letzten 3 Zeilen; hinter dem "da" ist eine Art kleine
*Pause*)

Und schon die drei Punkte hinter dem "suche" indizieren ja
die Nicht-Abgeschlossenheit des Ganzen...

Bis bald und liebe Gr├╝├če,
cara
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich f├╝rchte sie nicht mehr.

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