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Leselupe.de > Kurzprosa
Gas
Eingestellt am 20. 05. 2007 13:23


Autor
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Peter D├╝rbaum
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2006

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Seitdem ich eine Dauerfahrkarte besitze, habe ich die Annehmlichkeiten des Busfahrens entdeckt.
Aber etwas Unangenehmes gibt es auch beim Busfahren.
Zu manchen Zeiten f├Ąhrt der Bus nicht, dann m├╝├čte man ein Stunde warten, wie an diesem Morgen.
Die Linie 15 kommt erst in vierzig Minuten, also zu Fu├č bis zur n├Ąchsten Haltestelle.
Ich habe es nicht eilig.
Am Marktplatz gibt es drei M├Âglichkeiten, in die Stadt zu gelangen, warten mu├č ich aber auch hier.
Die Linie 36 kommt in acht Minuten, das reicht, ich habe Zeit.
Der Bus kommt, ich steige ein, wir fahren drei Haltstellen weiter, ohne da├č ein Fahrgast zusteigt.
Wir sind also gut in der Zeit.
Dann steht der Bus vor einer roten Ampel, weiter vorne, da wo die Stra├če leicht nach links biegt, ist irgend etwas im Gange.
Gr├╝n, der Bus setzt sich gerade in Bewegung, als sich weit vor uns ein Feuerwehrwagen auf der Stra├če querstellt und die halbe Fahrbahn blockiert.
Polizeiwagen mit Blaulicht flankieren die B├╝rgersteige.
Vom hohen Bus aus ist schon aus der Ferne alles gut zu beobachten, trotzdem f├Ąhrt der Busfahrer in die abgesperrte Fahrbahn und l├Ą├čt den Wagen bis kurz vor vor der Stra├čensperre ausrollen.
Das war ein Fehler.
In rascher Fahrt schl├Ąngelt sich von hinten ein Transportwagen der Feuerwehr an dem Bus vorbei, der aber die Zufahrt versperrt.
Ein Feuerwehrmann bedeutet dem Busfahrer, da├č er zur├╝cksetzen soll.
Nur z├Âgernd setzt er den Bus zur├╝ck, er ist nerv├Âs, kann nicht nach hinten sehen und der LKW dr├Ąngelt, setzt zudem die Sirene in Gang.
Ihr heulender Ton l├Ą├čt den Bus vibrieren.
Gekonnt schl├╝pft dann das schwere Fahrzeug mit Blaulicht durch die L├╝cke nach vorn.
Ein Feuerwehrmann erkl├Ąrt dem Fahrer, da├č die Stra├če wegen Explosionsgefahr gesperrt sei.
Im gleichen Augenblick treibt ein schwacher Wind Gasgeruch in unseren Bus.
Manche Fahrg├Ąste werden unruhig, verlassen das Fahrzeug und wollen zu Fu├č weiter, aber die gesamte Stra├če ist f├╝r den Autoverkehr und auch f├╝r die Fu├čg├Ąnger gesperrt.
Eine Frau zu meiner Linken meckert und macht sich Sorgen um das Zeitlimit ihrer Fahrkarte, mit der sie noch umsteigen will.Der Fahrer zuckt die Achseln, er ist ├╝berfordert und der Anschlu├čbus ist schon fort.
Genervt biegt er das Mikrofon vor seinen Mund und beschreibt dem Fahrdienstleiter die Lage und da├č er keine Durchfahrt bekommt.
Er erh├Ąlt die Anweisung, an Ort und Stelle zu bleiben und mu├č auf die Hilfe eines Mitarbeiters warten, der in zehn Minuten da sei.
Nun st├Âhnen die Fahrg├Ąste doch auf, weil wir schon eine lange Viertelstunde warten und niemand wei├č, wie und wann es weitergeht.
Auf dem Stra├čenst├╝ck vor uns ist nun Bewegung.
Die schweren Wagen stehen nun quer auf der Stra├če oder wechseln die Stra├čenseite.
Es wird rangiert, um einem weiteren Rettungsfahrzeug und einem Spezialfahrzeug f├╝r die Luftmessung Platz zu machen, die sich eilig durch die schmale Fahrgasse quetschen.
Auf uns wirkt das alles ziemlich chaotisch, aber es mu├č wohl ein Plan dahinterstecken.
Zur gleichen Zeit, als der weisungsbefugte Mitarbeiter am Fahrerfenster erscheint, um beim Zur├╝cksetzen behilflich zu sein, l├Âst sich vorne in der Sra├če der Pulk aus roten und gr├╝nen Wagen auf.
Nach und nach wird die Stra├če wieder breiter - die Polizeifahrzeuge fahren auf die B├╝rgersteige und die schweren Rettungsfahrzeuge bahnen sich ihren Weg zum Fahrbahnrand oder verlassen die Gefahrenstelle, wie der Busfahrer dem Dienstleiter durch das Mikrofon mitteilt.
Die Stra├če liegt wieder breit und leer vor uns.
Es geht weiter.
__________________
ars longa, vita breve

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