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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gaukelei
Eingestellt am 13. 11. 2014 14:43


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Ann-Britt
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Gaukelei

Techno, nicht ihr Fall, dazu das Flackerlicht, das die Bewegungen der Menschen auf der TanzflĂ€che abgehackt aussehen ließ. Und dazu dieser blaue Dunst, der sich beklemmend auf die Atemwege legte. Sie schnĂŒffelte, eindeutig, dieser Geruch. Sie hatte ihn oft genug wahrgenommen, hier hatte sie ihn nicht erwartet. Jedenfalls nicht in dieser Konzentration, und sie ĂŒberlegte, ob es ihr hier gefallen wĂŒrde, wenn der Saal nicht ganz so verqualmt wĂ€re. Ein altes GemĂ€uer, das vor hundert Jahren sicher der Stolz der Dorfgemeinschaft gewesen war, ein Saal mit BĂŒhne und einem fast umlaufenden Balkon, der von alten SĂ€ulen getragen wurde. Was fĂŒr Feste mochten hier gefeiert worden sein! Das Relief ĂŒber der BĂŒhne zeigte Bismarck und hatte sicher viel deutsche Geschichte gesehen. Egal, jetzt war hier Disko angesagt und sie wollte den Abend nutzen. Links von ihr stand an einen der alten Pfeiler gelehnt ein junger Mann, der zur BĂŒhne hinĂŒber starrte. Er war groß und auch nur im Profil zu sehen, dabei sah er um Klassen besser aus als Bismarck. Ein bisschen schlaksig vielleicht und ein bisschen jĂŒnger als sie, aber zumindest sympathisch. Eigentlich stand sie nicht auf Lederjackentypen, doch bei ihm wirkte die so lĂ€ssig, dass sie darĂŒber hinwegsehen könnte. Jetzt schaute er zu ihr herĂŒber und ein kurzes LĂ€cheln huschte ĂŒber seine Mundwinkel. Ein Blick, der NĂ€he suchte, nach Gleichklang forschte. UnwillkĂŒrlich verzog sie die Lippen, nicht zu einladend, aber doch deutlich. Irgendwo in der NĂ€he musste der Kollege stecken, mit dem sie gekommen war. Sie schaute sich um, keine Spur von ihm, nur der junge Mann stand immer noch da. Sein LĂ€cheln wurde breiter, er griff in seine Jackentasche, holte eine Zigarette heraus, die er sofort anzĂŒndete und ihr nach dem ersten Zug auffordernd hinhielt. Sie blickte ihn an, als sie in den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm. Eine schmale Hand schob sich ĂŒber die RĂŒckseite seiner Jeans, kam auf seiner HĂŒfte zur Ruhe. Ruckartig drehte er sich nach links, die Zigarette verschwand aus ihrem Blickfeld, ihr blieb nur der Duft. Sie wollte schon weitergehen, als er sich wieder zu ihr herumdrehte, ihr die Zigarette anbot, mit diesem gewinnenden LĂ€cheln. Da tauchte ihr Kollege neben ihr auf: „Der Saal ist sauber, Mandy!“ Sie lĂ€chelte und in dem Augenblick, als die kleine Hand sich wieder auf die HĂŒfte des Rauchers legte, fasste sie zu, griff nach dieser Hand und der, die die Zigarette hielt und sagte zu ihrem Kollegen gewandt: „Treffer, Dirk, nimm die Handschellen raus!“und zu dem PĂ€rchen: „Drogenfahndung, wĂŒrden Sie bitte mitkommen?“
__________________
Ann-Britt
unterwegs im deutschen Sprachraum

Version vom 13. 11. 2014 14:43

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DocSchneider
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Überraschender Schluss und gute Beobachtungsgabe! Du lĂ€sst den Leser im Ungewissen, um dann zuzuschlagen - wie Deine Prot - hat mir gut gefallen.

LG Doc
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Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermĂŒdendem Lesen. (Virgina Woolf)

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Ciconia
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Hallo Ann-Britt,

ich weiß noch nicht so recht, ob Du ĂŒberhaupt an Textarbeit interessiert bist – vielleicht resultiert Deine bisherige ZurĂŒckhaltung aber nur aus der Unsicherheit eines Neulings. Ich versuch’s trotzdem mal, meine Meinung zu diesem Text rĂŒberzubringen.

Den Plot finde ich gut. Die Geschichte ist flott geschrieben, könnte allerdings ein, zwei AbsÀtze gebrauchen, das lockert den Text ein wenig auf.
Was mich wirklich stört, sind die vielen Wortwiederholungen: dreimal „aber“ in vier Zeilen macht sich einfach nicht gut. Ich persönlich wĂŒrde auch nicht mit so vielen „und“ arbeiten, dadurch werden die SĂ€tze ellenlang. KĂŒrzere, knappe SĂ€tze wĂŒrden wesentlich besser zu der Handlung passen.

quote:
„Drogenfahndung, wĂŒrden Sie bitten mitkommen?“
Hier ist noch ein „n“ zu viel.

Weiterhin viel Spaß bei der LL!

Gruß Ciconia

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Ann-Britt
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Hallo Ciconia,
was das ĂŒberflĂŒssige "n" und dreimal "aber" kurz hintereinander angeht, hast du recht, das habe ich ĂŒberarbeitet. Ansonsten denke ich, dass ich die Syntax der deutschen Sprache gut genug beherrsche, um mit verschachtelten SĂ€tzen arbeiten zu können, die dann notgedrungen lĂ€nger werden. Warum kĂŒrzere SĂ€tze besser zur Handlung passen sollen, erschließt sich mir auch nicht, das ist wenigstens zum Teil doch Geschmacksache. Die Wirkung von Ellipsen, wenn du die meinst, ist mir bekannt, wĂ€re aber hier verfehlt gewesen, zumal man solche Stilmittel doch eher sparsam einsetzen sollte, und einfach kĂŒrzere SĂ€tze empfĂ€nde ich als zu gewollt. Warum sollte ich das machen, wenn es mir nicht so in die Tastatur springt? Das gilt auch fĂŒr mögliche AbsĂ€tze, die einen lĂ€ngeren Zeitraum vorgaukeln wĂŒrden.

Ganz unverstÀndlich ist mir jedoch der erste Absatz deines Beitrags:
Wenn du etwas noch nicht so recht weißt, warum schreibst du das dann?
Was bringt dich dazu anzunehmen, ich sei nicht an Textarbeit interessiert? Bezieht sich das darauf, dass ich mich bisher wenig zu den Texten anderer Mitglieder geĂ€ußert habe?
Und was meint Unsicherheit eines Neulings? Ich bin seit Jahren in mehreren Foren tĂ€tig, Netiquette ist mir gelĂ€ufig, darauf kann sich das nicht beziehen. Ein Unterschied ist mir jedoch aufgefallen: wĂ€hrend es normalerweise verpönnt ist, auf Fehler in Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung hinzuweisen, ist es hier erlaubt. Dabei gehe ich davon aus, dass es sich hauptsĂ€chlich um Tippfehler handelt. Es ist jedes Forum vom Aufbau her fĂŒr ein neues Mitglied eben "neu" und da braucht es Zeit, sich zurechzufinden, wobei es auch noch ein Leben neben dem Internet gibt. Und irgendetwas dazuschreiben liegt mir auch nicht.
Oder beurteilst du mit Neuling meine SchreibfĂ€higkeiten? Das fĂ€nde ich, mit Verlaub, anmaßend.

Wie du oben siehst, kann ich mit Kritik durchaus umgehen, wenn sie berechtigt ist, und da bin ich fĂŒr alles offen. Anders geht immer, und die veröffentlichten Texte muss man zunĂ€chst mal so nehmen, wie vom Autor gewollt.

Aber bitte weiter mit konstruktiven VorschlÀgen!

Ann-Britt
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Ann-Britt
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Wipfel
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Hi Ann,

nicht schlecht, was du da ablieferst. Du beobachtest genau, lÀsst dabei die Spannung steigen. Gut so.

Eine Kleinigkeit: Eine SĂ€ule ist kein Pfeiler und umgedreht. Entweder hat der Saal SĂ€ulen oder Pfeiler. (Rund-)Pfeiler haben keine VerjĂŒngung in sich, keine Wölbung, keinen Schnickschack. Und wenn der Saal schon hundert Jahre auf dem Buckel hat, dann wird der Pfeiler doch nicht noch Ă€lter sein. Dann folglich braucht es die ErwĂ€hnung nicht, dass es sich um einen alten handele:

quote:
Ein altes GemĂ€uer, das vor hundert Jahren sicher der Stolz der Dorfgemeinschaft gewesen war, ein Saal mit BĂŒhne und einem fast umlaufenden Balkon, der von alten SĂ€ulen getragen wurde. ...Links von ihr stand an einen der alten Pfeiler gelehnt ein junger Mann

GrĂŒĂŸe von wipfel

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Wipfel
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Nachtrag: Wenn das GebĂ€ude nicht durch einen Bagger oder einem Erdbeben gleich gemacht wurde, wenn es also noch steht, dann mĂŒsste es heißen:

quote:
Ein altes GemĂ€uer, das vor hundert Jahren sicher der Stolz der Dorfgemeinschaft gewesen war, ein Saal mit BĂŒhne und einem fast umlaufenden Balkon, der von alten SĂ€ulen getragen wird.

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Ann-Britt
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Hallo Wipfel,
das macht mir jetzt Spaß: der von mir beschriebene Saal inklusive Bismarck-Relief hat ein konkretes Vorbild, allerdings könnte ich nicht mehr genau sagen, ob der Balkon von Pfeilern oder SĂ€ulen gestĂŒtzt wurde, wobei beide sich je nach Lexikon dadurch unterscheiden, dass das VerhĂ€ltnis von Querschnitt zur Höhe bei einem Pfeiler grĂ¶ĂŸer als vier sein muss. Das Material spielt keine Rolle, da tendiere ich jedoch bei SĂ€ule zu Stein und Pfeiler zu Holz, was nicht sein muss. Ob diese StĂŒtzen sich nach oben verjĂŒngt haben, wie es bei SĂ€ulen sein sollte, kann ich nicht erinnern. Es ist auch möglich, dass beides vorhanden war. Nachsehen geht nicht, denn der Saal inklusive Bismarck fiel dem Bagger zum Opfer, die Fassade nicht, die steht noch, da wohl unter Denkmalschutz. Hinter ihr wird ein GebĂ€ude errichtet, das Arztpraxen aufnehmen soll, da wird es jetzt mit dem richtigen Tempus schwierig. Aber auch so ist das schwierig, denn der Saal als solcher war zu Disco-Zeiten ja noch der gleiche und immer noch schöner und grĂ¶ĂŸer als die SĂ€le anderer Dörfer ringsum. Daraus ergibt sich jetzt aber auch folgendes, die Disco-Nutzung liegt Jahrzehnte zurĂŒck und wĂ€re dann ja die Basis fĂŒr die erzĂ€hlte Zeit.
Ich hĂ€tte Lust, noch lĂ€nger ĂŒber den Gebrauch der Wörter: SĂ€ule, Pfeiler oder auch StĂŒtze zu streiten, da sie alle als gleichwertige Synomyme fĂŒr etwas benutzt werden, was zum Beispiel eine Gesellschaft trĂ€gt ( der Balkon war ĂŒbrigens lange gesperrt wegen angeblicher Einsturzgefahr...). Ich habe mal den, mal den Begriff gewĂ€hlt, um mich nicht zu wiederholen, eine SĂ€ule bietet nach meinem Empfinden jedoch mehr RĂŒckhalt und wĂ€re umfangreicher als ein schlanker Pfeiler...
Vielleicht könnten wir uns darauf einigen, dass die junge Polizistin in Architektur nicht so bewandert war?
Allerdings wÀre ich dagegen, dass die Unwissenheit der Protagonisten sich im Kontext niederschlÀgt.
Schönen Tag noch!


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Ann-Britt
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