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Leselupe.de > Ungereimtes
Gebet eines Narren
Eingestellt am 12. 11. 2005 13:44


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hgstamm
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2005

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Gebet eines Narren

Betender:

Oh Herr,
ich studiere die Geschichte meines Landes, lerne ├ľkonomie und ├ľkologie. Ich verfolge jede politische Debatte und h├Âre alle Argumente.

Und nun wei├č ich nicht, was richtig ist und was falsch.
Das macht mich besorgt und ungl├╝cklich.

Oh Herr,
ich h├Âre dreimal t├Ąglich Nachrichten, schaue mir Berichte an und lese Magazine. Ich informiere mich detailliert ├╝ber alle wichtigen Ereignisse in der Welt.

Und nun wei├č ich nicht, was wahr ist und was gelogen ist.
Das macht mich besorgt und ungl├╝cklich.

Oh Herr,
ich habe f├╝r jeden ein offenes Ohr, versuche zu helfen, wo immer ich kann. Ich treffe viele Menschen und verstehe mich mit allen gut.

Und nun wei├č ich nicht, wer mein Freund ist und wer mein Feind ist.
Das macht mich besorgt und ungl├╝cklich.

Oh Herr,
ich kann essen und trinken was ich will. Alles ist im ├ťberfluss vorhanden. Ich habe sehr viel gelernt ├╝ber Vitamine, Fette und Kohlenhydrate, Inhalts- und Zusatz- und Farbstoffe.

Und nun wei├č ich nicht, was gesund ist oder was ungesund ist.
Das macht mich besorgt und ungl├╝cklich.

Oh Herr,
meine Sexualit├Ąt ist unbeschwert, frei von ├ängsten und Hemmungen. Ich genie├če die Lust und habe Freude an ihr. Ich bin aufgeschlossen und aufmerksam, z├Ąrtlich und einf├╝hlsam.

Und nun wei├č ich nicht, ob mein Gef├╝hl echt ist oder, ob es unecht ist.
Das macht mich besorgt und ungl├╝cklich.

Oh Herr,
ich w├╝nschte, ich w├Ąre ein Narr! Ich br├Ąuchte mir nicht so viele Gedanken und Sorgen zu machen und k├Ânnte somit einfach nur gl├╝cklich sein.

DER HERR:
Ich habe Deine Worte geh├Ârt.

Du Gl├╝cklicher!
Alles, was Du Dir w├╝nschen kannst, ist in Erf├╝llung gegangen.

Das Land, in dem Du lebst, vereint Menschen wie Dich. Ihr schie├čt nicht aufeinander, sondern streitet mit Worten und entscheidet gemeinsam ├╝ber Euer Wohl.

Du kannst Lesen und Schreiben. Der Zugang zu Informationen wird Dir nicht verwehrt.

Alle Menschen, die Du kennst, sind Deine Freunde. Die einen kennst Du besser, die anderen nicht. Aber keiner trachtet Dir nach Deinem Leben.

Du leidest weder Durst noch Hunger. F├╝r Deine Gesundheit ist gesorgt und wenn Du krank bist, wird Dir geholfen.

Deine Liebe ist gro├č und unverletzt. Schmerzen und Gewalt sind Dir nie widerfahren.

Und weil Du dies alles nicht erkennst, bist Du schlie├člich auch ein Narr.

Du Gl├╝cklicher!
Alles, was Du Dir w├╝nschen kannst, ist in Erf├╝llung gegangen.

__________________
Hans G. Stamm

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