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Leselupe.de > Gereimtes
Gebet.t.et
Eingestellt am 23. 04. 2009 10:16


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Walther
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Gebet.t.et
- vier Carlos liepstes Faisenkint -

Den lieben Gott, den traf ich erst heut morgen.
AngstschweiĂźgebadet lag ich grad im Bett.
„Es wäre schön, wenn ich jetzt Hoffnung hätt’.
Hey, sag, vielleicht kannst Du mir welche borgen?“

„Hätt’st Du's verdient?“ Er lächelte kokett.
„Wenn ich’s bedenk’, ich könnt’ sie Dir besorgen!
Sie liegt ja sowieso in Dir verborgen,
Du musst nur in Dich gehn. Sei doch so nett,

Und schick, anstatt es einfach wegzukramen,
Von dem, was Du da findest, mir ein StĂĽck,
Dass ich’s verschenk’. Den Rest behalte. Amen.“

Ich blieb allein mit mir beschämt zurück.
Wie die, die ihn bei seinen Worten nahmen,
Hab ich geb.r.uddelt und: Ich fand’s, das Glück.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Vera-Lena
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Lieber Walther,

das ist Dir gut gelungen. Mir gefällt die saloppe Sprache, die Du bis zum Schluss durchhältst. Auch das Teilen gefältt mir, das Du dann im b.r.uddeln also ausbuddeln und dann brüderlich teilen noch einmal wiederholst.
Vieles könnte viel einfacher sein, als wir glauben, wenn wir nur mehr guten Willens wären.

Bei Jokob Lorber."Das groĂźe Johannesevangelium" gibt es eine Stelle an die mich Dein Text jetzt erinnert hat:
Ein kleines Fischerboot ist in Seenot geraten. Die Menschen stehen am Ufer und beten. Jesus kommt dazu. Er ist sehr erzürnt und rät den Menschen, doch zuerst einmal das zu tun, was in ihrer eigenen Macht steht und dem Fischer zu Hilfe zu eilen, anstatt alles auf den lieben Gott abzuwälzen.

Weil ich von dem Inhalt so beeindruckt war, habe ich noch nicht einmal gesehen, dass dies hier wieder ein Sonett von Dir ist.

Ja, es gefällt mir sehr.

Liebe GrĂĽĂźe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Walther
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Liebe Vera-Lena,

warum haben es so einfache Wahrheiten so schwer? Warum haben es solche Gedichte so schwer? Weil sie von Glauben und simplen Wahrheiten erzählen?

Eigentlich habe ich ja vier Sonette geschrieben und nicht eines. Kaspar Grimm hat einige Texte über Arno Schmidt veröffentlicht (muß nicht hier sein, aber er hat, und ich lese sie mit Schmunzeln). Von ihm, dem Arno Schmidt, habe ich das mit den dreidimensionalen Texten "geklaut" und hier wieder einmal angewandt.

Das die erste Bedeutungsmatrix liegt schon im Titel mit

* gebetet und
* gebettet

FĂĽr die zweite habe ich die alten ehrwĂĽrdigen Verben:

* "buddeln" ist ein - eher kindliches, weniger zielgerichtetes - "graben"

* "bruddeln" ist ein - eher derbes, halblautes, in der Bart - "schimpfen"

ausgegraben und mit einander verwoben.

Diese beiden Verben schienen das auf sich zurĂĽckverwiesene LyrIch am besten stimmungsseitig zu beschreiben.

So entstehen 4 Dimensionen desselben Texts. Das sind die offentsichtlichen.

Nun habe ich nochmals eine doppelte Bedeutung in den Text geschmuggelt, die an anderer Stelle entdeckt wurde, aber nicht ihre Sprengkraft für die Glaubensgebäude. Ich bin gespannt, ob hier überhaupt eine/r draufkommt.

Danke, vielmals fĂĽr Deinen Eintrag. Ich dachte schon, das geht in der Lupe unter, weil man hier fĂĽr so etwas eher weniger ĂĽbrig hat, habe ich bisher erfahren.

Man kann den Glauben auch mit einem gewissen verständnisinnigen Schmunzeln versehen. Das macht ihn sehr viel menschlicher. Und auch leichter erträglich. Am besten kommt Bedeutungsschwangeres sowieso im Kleid der Leichtigkeit daher. Dann rutscht es besser.

Wie heißt es so schön? Glauben heißt nicht wissen. Aber wer schon nichts weiß, dem hülfe vielleicht manchmal ein wenig Glaube und ein wenig Hoffnung weiter. Letztere ist aber ohne ersteren leider nicht verfügbar.

Lieber GruĂź

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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MarenS
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Ich finde diesen Gott klasse, der kokett lächelt und das Jammertal im Bett leicht ironisch darauf hinweist, man möge ein wenig Ordnung halten, das Erbetene sei nur zugemüllt und nebenbei, falls man fündig würde, solle man doch bitte an ihn etwas abgeben damit er dies (an wirklich Bedürftige) verschenken könne.

GrĂĽĂźe von Maren

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