Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92195
Momentan online:
274 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Geborgenheit
Eingestellt am 16. 02. 2004 21:27


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
YatoYagami
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2004

Werke: 3
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um YatoYagami eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ist auch schon ein bisschen her, seit ich das geschrieben habe.

Widmung: FĂŒr cattĂŒ, der so langweilig war, dass sie *mich* gefragt hat ob ich ihr nicht was schreibe XD *stolz ist*

Geborgenheit

SehnsĂŒchtig sah Christian den Vögeln nach, die den pastellfarbenen Abendhimmel in großen Gruppen bedeckten. 'Wie gern wĂ€re ich auch einer von ihnen... so frei und ungebunden...' Seufzend senkte er seinen Blick gen Boden, Richtung Stadt. Dort, wo sein zu Hause war. Sein GefĂ€ngnis. Sein Grab wahrscheinlich.
Hooterville, typische Kleinstadtidylle. EinfamilienhĂ€user, in Reihe und Glied, deren Bewohner bestimmt genauso alt waren wie sie, keine geborgene AtmosphĂ€re. FĂŒr einen Jungen wie ihn war das nichts. Es gab hier kaum BĂ€ume, Natur und Tiere; das, was er liebte.
Der 15- JĂ€hrige mit den kinnlangen blonden Haaren und den beeindruckenden seegrĂŒnen Augen fĂŒhlte sich hier unwohl, seit er vor 2 Jahren mit seinen Eltern hierher gezogen war. In dieser Zeit hatte er nĂ€mlich herausgefunden, dass er anders tickte als alle Jungs die hier wohnten. Zumindest anders als die, die er kannte. Und hasste. Das waren nĂ€mlich die Jungs, die ihn fertig machten wegen seines androgynen Äußeren. Sie ahnten wohl, dass er anders war. Schwul. Eklig. Abartig.
Sowas bekam er regelmĂ€ĂŸig zu hören. Seine Eltern wussten davon nichts. Christian erzĂ€hlte ja auch nicht viel. Er wollte nicht, dass sich seine beschĂ€ftigten Erzeuger auch noch Gedanken um den perversen Sohn machen mussten. Seitdem zog er sich in die Einsamkeit zurĂŒck.
UngefĂ€hr zwei Kilometer außerhalb der Stadt begann die Freiheit. WĂ€lder, tief und undurchdringlich.
Hohes Gras, zum Verstecken geeignet. Reine Luft, die ihn alles vergessen ließen. So wie auch jetzt. FlĂŒchten vor seiner Gefangenschaft, ein wenig Frieden schnuppern. LĂ€chelnd blickte er wieder den Zugvögeln nach.
Ihre Abreise machte Christian traurig, denn das hieß, dass der Winter nicht mehr fern war, er nicht mehr hierher kommen konnte. Dennoch freute er sich fĂŒr die gefiederten Tiere; sie hatten ihre Freiheit. Ein knackendes GerĂ€usch ließ ihn aufschrecken. Ruckartig drehte er sich um.
"Versuchst du die Ferne zu finden, Kleiner?"
Christian verzog die Lippen.
"Sei nicht so poetisch, Jonas." Dann lachte er. Er musste sich eingestehen, ganz unwohl fĂŒhlte er sich nicht. Wegen Jonas. Der hatte ihn am ersten Tag in der neuen Schule beschĂŒtzt. Ihn interessierte das Gelaber der Anderen nicht. Christian wusste, dass der schwarzhaarige Recke mit dem ZiegenbĂ€rtchen ihn mochte.

'Weil du noch TrÀume hast und dich nicht von dieser Welt aus Stein einfangen lÀsst.'

~ Flashback~

Jonas war Realist. Er lebte ganz konform in dieser Gesellschaft, doch trotzdem unterschied er sich von den anderen. Er liebte die Freiheit und suchte nach ihr. Genau wie Christian, den RealschĂŒler, den der 20- JĂ€hrige gleich am ersten Schultag vor den SchlĂ€gern der Schule gerettet hatte. Der Schwarzhaarige hatte sich sofort verliebt.
Als er den Kleinen hatte rennen, fliehen sehen, vor der Meute von unreifen, unzufriedenen Kindern.
Jonas hatte den sehnsĂŒchtigen Blick nach Freiheit in den Jadeaugen gesehen und dann hatte er ihn einfach an der Hand genommen und war mit ihm gegangen. Die Jungen hatten sich nicht weitergetraut.
In der Zeit darauf hatte sich eine tief gehende Freundschaft zwischen ihnen entwickelt. Jonas brachte Christian jeden Morgen zur Schule und dieser kam danach gleich zu ihm. Zuhause war dieser nur zum Schlafen, doch seine Erzeuger bemerkten das kaum, da sie in ihrer eigenen Welt gefangen waren. So verbrachte der Blonde seine Zeit mit dem 20- JÀhrigen, der seine TrÀume in dieser Stadt aufgegeben, verloren hatte.
Meistens redeten sie kaum. Sie streiften viel durch die Gegend und irgendwann entdeckten sie diesen Platz. Dort saßen sie und sahen sich in die Augen. Und von dem Augenblick wussten sie beide, dass sie etwas miteinander verband. Das GefĂŒhl, jemanden zu haben, dem man vertrauen konnte.

~Flashback ende~


Jonas stellte sich neben Christian und sah warm auf ihn herab. Christian lÀchelte ihn an.
"Dein Gesicht ist wunderhĂŒbsch, so wie der Himmel, der die Abendröte zeigt."
Der 15- JĂ€hrige wurde rot.
"Lass das", maulte er. Doch der amĂŒsierte Gesichtsausdruck in Jonas' Gesicht ließ die dunklen Wolken in Christian verrauchen. Der Schwarzhaarige setzte sich neben ihn. Und sie schwiegen. Teilten zusammen ihr Geheimnis.

Das Geheimnis der grenzenlosen Liebe.


Authors note: Wie gesagt, damit wollte ich auch nur ein GefĂŒhl ausdrĂŒcken, welches sich schwer beschreiben lĂ€sst und sehr individuell ist, das jeder es auf seine Weise erlebt.
__________________
Kawaii Yatochan

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!