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Leselupe.de > Humor und Satire
Gebraucht und fallen gelassen.
Eingestellt am 24. 07. 2003 06:44


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pleistoneun
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Wieder einfach gebraucht und in die Ecke geworfen versuchte sie im Bad des Etablissements wenigstens die Frisur wieder in Ordnung zu bringen. Es war heute schon der dritte und die Arbeit machte vor allem an den Sommertagen keinen Spa├č. Es ist einfach extrem, wenn sich ihr die Kunden direkt nach dem Mahl, im angrenzenden Restaurant, zuwandten und - man mag es kaum aussprechen - sie mit fettigen Lippen und fauligen Z├Ąhnen liebkosten. Wann w├╝rde das endlich aufh├Âren.

Schon als Jugendliche wurde sie in engen Plastikschatullen zur Ruhe gelegt. Kasper-Hauser-Syndrom erlitt sie dennoch keines. Nur der Himmel wei├č warum. Vielleicht, weil der Boden nicht aus Plastik war, sondern aus Pappe. Das brachte wohl die unterschiedlichen Reize, welche man zur ÔÇ×normalenÔÇť Entwicklung brauchte. Vor allem wenn die Pappe nass war - wodurch braucht hier nicht erw├Ąhnt zu werden - f├╝hlte sich der Untergrund so wohlig warm und kuschelig an wie ein Mutterbusen. Nur das Nuckeln wollte nicht so recht munden.

Mit 3 Monaten schon versuchte sie etwas aus ihrer Frisur zu machen und ihre Macher - bei der Behandlung darf man das Wort Eltern sicher nicht in den Mund nehmen - halfen ihr sogar dabei. Die Macher bezeichneten ihr Haar zwar nur als Borsten doch unsere Heldin war stolz auf ihre Frisur.

Sie trug ihr Haar aufgestellt mit blondem Mittelschopf und gr├╝n an den Seiten. Ihr Hals war etwas hypermobil und so wippte der Kopf mit der bunten Pracht immer etwas komisch hin und her. Auch ihrem letzten Kunden gefiel das. Er sch├╝ttelte sie zum Vor- und Nachspiel jeweils heftig. Sie war es gew├Âhnt, das war nicht der einzige Wahnsinnige mit eigenartigen Vorlieben, dem sie ihre Dienste anbieten musste. Es war die H├Âlle.

Sie wusch das ├╝bersch├╝ssige Mittel aus dem Haar und auch die anderen Reste, welche noch darin h├Ąngen blieben. Die z├Ąhe Paste ging nur m├╝hsam ab. Der Ekel stand Ihr ins Gesicht geschrieben. Sogar der Bauch war noch voll von einer Mixtur aus Schmutz und Creme und der Kunde k├╝mmerte sich nur teilweise um die Wiederherstellung ihres Ausgangszustandes. Wozu auch, er bezahlte ja daf├╝r und w├╝rde erst im n├Ąchsten Monat wieder vorbei schauen.

Sie sackte wie jeden Abend ersch├Âpft und entw├╝rdigt zusammen, hing ├╝ber dem Waschbecken und wartete auf den n├Ąchsten Kunden. Was f├╝r ein entw├╝rdigender Anblick.

Doch einmal wird auch unsere Heldin zwischen Bierflaschen und Spritzbesteck zur letzten Ruhe gebettet und mit viel Gl├╝ck nicht von Ratten oder Hunden davon gezerrt. Ja so als Leihzahnb├╝rste des Obdachlosenasyls hat man es nicht leicht.
__________________
http://www.1yl.at/pleistoneun

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