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Leselupe.de > Kurzprosa
Gebrochenes, schwarzes Herz
Eingestellt am 08. 01. 2017 01:57


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Alex Knov
Autorenanwärter
Registriert: Jul 2015

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Ich erinnere mich nicht mehr an viel aus meiner Zeit in Osnabrück. Wahrscheinlich ein Verteidigungsmechanismus meiner Selbst, doch einige Erinnerungsfetzen bleiben bestehen. In meinem Gedächtnis ist alles dunkel. Das liegt wahrscheinlich daran, dass meine Depression im Dezember begann und ich, in den kurzen Stunden in denen die Sonne einmal durch die graue Wolkendecke schimmerte, auf der Arbeit oder am Schlafen war. Ich erinnere mich an traurige Musik, Elliott Smith und Eddie Vedder, und die Musik, die wir zusammen gehört haben: Ed Sheeran, The XX, Hozier… Rotwein aus dem Jugendzentrum, in dem wir zusammen arbeiteten. Pueblo Tabak mit slim Filtern und Becks. Tränen und Panik, gepaart mit dem langsamen Verlust meines Verstandes, welcher unbemerkt vor allen (mich eingeschlossen) daher siecht.

Ich erinnere mich an den kalten Winterabend, in dem ich mit den Tränen kämpfend meiner Mutter erzählte, dass es mir nicht gut geht. Einen Dezember lang, der mir vorkam wie ein ganzes Jahr, abgeschlossen von dem einsamsten Silvester, alleine mit meiner Mutter auf ihrem Balkon.

Und der verzweifelte Versuch der Besserung, gesunde Ernährung und Sport, frühe Schlafenszeiten und geregelte Tagesabläufe. Ein guter Monat, gefolgt von drei schlechten, gefolgt von einem beschissenen, gefolgt von einem mittelmäßigen. Ein Hin- und Hergereiße meines Verstandes. In dieser Zeit habe ich nicht gelebt sondern lediglich versucht, zu überleben, mich von meinen Gedanken abzulenken und aus dem unendlich tief zu scheinenden Loch zu kriechen, welches ich mir selber gegraben habe. Doch genug Erinnerungschaos, fangen wir ganz am Anfang an...

__________________
The fool's the happy one.

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Vagant
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

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Hallo Alex,
nimm diese paar schmalbrüstigen Gedanken, dichte sie einem Charakter an, lass ihn in einer kleinen Szene agieren und mach Fiktion draus, die den Leser unterhält!
Die Tagebücher sensibler Leute sind ja voll mit solcher Texten. Recht so, denn nur dort gehören sie hin. Also ab ins Tagebuch damit, keinem zeigen, und nach drei Monaten – peinlich berührt, vielleicht – die Seite rausreißen und verbrennen.
Oder halt meinem ersten Vorschlag folgen: Eine Geschichte erzählen!
Vagant.

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petrasmiles
Häufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2005

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Hallo Alex,

ich finde es immer interessant, wenn man mir mit einem Text eine Gemütslage näher bringt, die der meinen nicht entspricht.
Gerade Depressionen empfinde ich als besonders 'heimtückisch', weil ein kranker Mensch von außen betrachtet so 'normal' aussieht und wiederum 'normale' Menschen den Abgrund rings um die kranke Person nicht sehen können und der Kranke ihn nicht überwinden kann. Das gelingt Dir.

Dieses 'meiner Selbst' scheint mir ĂĽberflĂĽssig.

quote:
Ich erinnere mich nicht mehr an viel aus meiner Zeit in OsnabrĂĽck. Wahrscheinlich ein Verteidigungsmechanismus meiner Selbst

Ich wĂĽrde mir aber eine 'richtige' Geschichte wĂĽnschen wie auch Dein letzter Satz in Aussicht stellt. So, wie der Text da steht, erscheint er mir fragmentarisch.

Liebe GrĂĽĂźe
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug fĂĽr Gutwerter!

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eisblume
???
Registriert: Jun 2012

Werke: 20
Kommentare: 587
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Hallo Alex,

tut mir leid, aber das ist für mich keine Kurzprosa, sondern wie schon erwähnt wurde, ein Tagebucheintrag. Wenn du diesen Text als Kurzprosastück verstanden haben willst, müsste er mMn deutlich verdichtet werden. Mehr so, dass man zwischen den Zeilen heraus lesen kann, was der Prota durchmacht. Vielleicht liege ich damit falsch, aber gerade bei einer Kurzprosa darf der Leser schon ein wenig gefordert werden und sich das eine oder andere gern auch selbst erarbeiten, zumindest einen Interpretationsspielraum haben. Du servierst hier alles auf einem Silbertablett.

Ich nehme jetzt einmal diesen Absatz:

quote:
Und der verzweifelte Versuch der Besserung, gesunde Ernährung und Sport, frühe Schlafenszeiten und geregelte Tagesabläufe. Ein guter Monat, gefolgt von drei schlechten, gefolgt von einem beschissenen, gefolgt von einem mittelmäßigen. Ein Hin- und Hergereiße meines Verstandes. In dieser Zeit habe ich nicht gelebt sondern lediglich versucht, zu überleben, mich von meinen Gedanken abzulenken und aus dem unendlich tief zu scheinenden Loch zu kriechen, welches ich mir selber gegraben habe. Doch genug Erinnerungschaos, fangen wir ganz am Anfang an...

Im Grunde würde dieser fettmarkierte Teil reichen. Das, was danach folgt, erklärt diesen Teil. Als Leser habe ich dabei das Gefühl, dass du mir nicht zutraust, mir selbst ein paar Gedanken dazu zu machen und meine Schlüsse daraus zu ziehen. Ob das jetzt Schlüsse sind, die du gezogen haben möchtest, ist (für mich) dabei egal. Ist ja auch durchaus spannend, wie unterschiedlich ein Text bei verschiedenen Lesern ankommt.

Der letzte Satz mit den Auslasspunkten erschlieĂźt sich mir dabei nicht ganz. Kommt da noch etwas nach? Wird das eine Kurzprosa mit Fortsetzung?

Noch ein Wort zu deinem Kommentar:
Natürlich darfst du über deine Wehwehchen schreiben und dich auskotzen, du kannst schreiben, worüber du willst – aber wenn es sich dabei eben um Texte handelt, die sich ausschließlich mit deinen Befindlichkeiten beschäftigen und die du sozusagen ungefiltert 1:1 wiedergibst, dann plädiere ich auch dafür, Tagebuch zu schreiben - oder eben, wie bereits schon vorgeschlagen - du bettest alles in eine "richtige" Geschichte ein.

Herzlichst
eisblume

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Vagant
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 25
Kommentare: 409
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Hallo Alex,

wenn man zitiert wird hat man es geschafft. Deswegen zitiere ich mich hier gleich mal selbst:

quote:
Die TagebĂĽcher sensibler Leute sind ja voll mit solcher Texten.

Auch in meinen Tagebücher verstecken sich solche Texte, und auch ich schäme mich manchmal dafür und habe schon so manchen einen verbrannt, manch andere in einem Blog veröffentlicht, wofür ich dann fast noch mehr schäme.

Kollegin Eisblume hat dir ja nun in einer Langversion in etwa das zum Text gesagt, was meine Kurzversion dir sagen wollte.
Beim einfachen Beschreiben eines Lebensgefühls lassen sich zwar wunderschöne Satzgirlanden basteln, aber einen Nutzen für den Leser bringen solchen stilistischen Fingerübungen eigentlich nur, wenn sie im Kontext zu einem Protagonisten (emotinal storytelling, wie der Engländer sagt) oder zu einer Handlung (plotorientiertes Erzählen) stehen.

Der Text kann ja nicht ankommen. Wie denn auch? Ganze Regalwände sind voll mit Romanen in denen der Protagonist alle paar seitenlang mal eine Erinnerung zum Besten gib und darüber reflektiert, um sich damit seinen Standort in der Geschichte zu vergegenwärtigen. Aber das passiert dann halt nebenbei – storydienlich quasi. Solche Passagen herauszulösen um sie als Kurzprosa oder Kurzgeschichte zu verkaufen wird nur bei wenigen Lesern funktionieren.
FĂĽr mich bleibt es (so ganz ohne Bezug zu einem Plot) halt ein Tagebucheintrag.

Das hat nichts mit der Frage zu tun, ob du schreiben kannst oder nicht – das spricht dir damit niemand ab.

Vagant.



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