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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Gedanken
Eingestellt am 07. 06. 2003 21:13


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glutexo
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2002

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Gedanken


Herbst 1989

Es war schon dunkel als ich mich entschloss noch einen Spaziergang runter ans Wasser zu machen.
FĂŒr gewöhnlich trifft man dort niemanden an um die zeit außer vielleicht jemanden der seinen Hund ausfĂŒhrt. Aber heute saß dort ein junges MĂ€dchen am Wasser.
Sie war ganz in schwarz gekleidet, hörte Musik und starte auf das gegenĂŒberliegende alte FabrikgebĂ€ude. Dort wurde noch gearbeitet, LĂ€rm drang aus den kleinen Fenstern und das Licht spiegelte sich im Wasser, es erinnerte mich ein bisschen an einen Sternenhimmel.
Die kleine sah sehr nachdenklich aus. Aber ĂŒber was dachte sie wohl nach? Was beschĂ€ftigt ein junges MĂ€dchen in dem Alter so sehr, dass man es ihr einfach ansah wie schlecht (?) es ihr ging? Ging es ihr schlecht?
Ob sie wohl Liebeskummer hat, oder Probleme zuhause oder in der Schule? Ich schĂ€tze sie so auf 12 Jahre, womit der Liebeskummer wohl auch ausscheidet. Oder vielleicht doch nicht? Bei den heutigen Zeiten weiß man das ja nicht so genau. Was kann jemanden in dem Alter nur so sehr beschĂ€ftigen das andere es einem ansehen?
Ich ĂŒberlegte ob ich zu ihr rĂŒber gehen sollte, fragen ob alles in Ordnung sei. Aber sie sah nicht so aus, als wĂŒrde sie wert auf Gesellschaft und eine Unterhaltung legen. Sie sah aus, als wolle sie einfach nur ihre Ruhe haben. Wahrscheinlich hatte sie ja auch jemanden, dem sie ihre Probleme erzĂ€hlen konnte, haben MĂ€dchen in dem alter doch alle. Oder? Sicherlich ist auch alles gar nicht so schlimm wie es aussieht. Und wenn doch?


Sommer 1999

Ich hatte lange gearbeitet, es war bereits spĂ€t und dunkel draußen als ich nach hause kam, dennoch wollte ich nicht auf meinen Spaziergang verzichten.
Wie so oft ging ich runter ans Wasser.
Ich erschrak als ich dort ankam, dort saß eine junge Frau, so wie damals das kleine MĂ€dchen.
Sie war es, es war das kleine MĂ€dchen von damals!
Nur sie war jetzt sichtlich zu einer jungen Frau herangewachsen. Ihre schwarze Kleidung hat sie gegen etwas flippigere Kleidung ausgetauscht und Musik hörte sie diesmal auch nicht. Aber sie starte wieder auf das alte FabrikgebÀude, doch diesmal spiegelte sich kein Licht im Wasser, in der Fabrik wurde nicht mehr gearbeitet, sie stand leer.
Sie sah traurig aus und ziemlich mitgenommen, mĂŒde irgendwie und doch aufgeputscht. Ob sie wohl Drogen nahm? So wie sie aussah, trieb sie sich offensichtlich in einer dieser Szenen rum in denen man regelmĂ€ĂŸig Drogen nimmt, aber das will ja nichts heißen.
Was sie wohl in der Zwischenzeit alles erlebt hat?
Man konnte ihr ansehen, dass es wohl nicht die besten Jahre ihres Lebens waren. Damals wirkte sie nur nachdenklich und heute traurig und deprimiert, ja irgendwie hoffnungslos so als gebe es keinen Ausweg.
HĂ€tte ich damals vielleicht doch lieber zu ihr rĂŒber gehen sollen? Aber ich kenne sie doch gar nicht, sie muss doch Familie und Freunde haben die sich um sie kĂŒmmern. Ich konnte förmlich die Narben auf ihrer Seele erkennen. Nur auf ihrer Seele? Wie konnte es nur so weit kommen?
Ist sie denn wirklich so allein wie es scheint?


FrĂŒhjahr 2003


Ich saß am Wasser, das Mondlicht spiegelte sich darin wie einst die Lichter der Fabrik. Ich musste an die junge Frau denken. Was wohl aus ihr geworden ist? Wie es ihr jetzt wohl geht? Ob sie wirklich so allein ist wie es damals schien? Wer war sie und wohin ist sie gegangen?

Ich trÀumte vor mich hin wÀhrend ich dem Wind lauschte.
Plötzlich entdeckte ich etwas im Wasser. Ich fischte es heraus, es war eine Flasche mit einem Korken drauf. Eine Flaschenpost, hier? Es war tatsÀchlich ein Brief in der Flasche.
Ich schaute auf’s Wasser zurĂŒck. Ich konnte plötzlich wieder den LĂ€rm der Fabrik hören, wie damals. Das Mondlicht auf dem Wasser schien zu verlaufen, ich erkannte ein Gesicht, es lĂ€chelte, es lief mir kalt den rĂŒcken herunter.
Ich las den Brief


An die zwei liebsten Menschen die ich kenne,
danke fĂŒr alles!

Ich möchte Euch nie wieder verlieren!
Hab euch lieb!

__________________
Du entscheidest, nicht Dein Schicksal!

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