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Leselupe.de > Gereimtes
Gedanken/Regentherapie
Eingestellt am 16. 07. 2001 17:55


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

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Drau├čen regnet es f├╝rchterlich. Die Scheinwerfer eines Taxis blenden mich durch das Fenster des Cafes. Den Cappuchino der vor mir steht schmeckt gut, die Zigarre, die zwischen meinen Fingern qualmt, tr├Ągt passend zur melancholischen Stimmung bei. Ein trauriges, altes Lied von einer Band aus den Siebzigern l├Ąsst meine Gedanken schlie├člich von dem Regen vor den Taxischeinwerfern abschweifen und an dich denken.
Immer wollte ich dir erz├Ąhlen, dass ich dich wundersch├Ân finde. Dass ich bei dir sein wollte, es wundervoll war, sich mit dir zu unterhalten. Niemals hatte ich etwas dagegen, allein zu sein. Ich war gerne bei meinen eigenen Gedanken und Problemen, bis ich dich getroffen habe. Du hast mich verr├╝ckt gemacht. Ich habe alles an dir geliebt. Deine Augen und der glasige Schimmer darin, deine Stimme, dein Haar und seine Farbe, deine Art zu l├Ącheln, deine Haut, dein Geruch, deine Art zu essen und zu trinken, deinen K├Ârper, einfach alles. Wenn ich neben dir gestanden bin, wollte ich dich nur noch fest umarmen, um wahrzunehmen ob du wirklich da, oder nur eine T├Ąuschung meines Geistes bist. Geschmolzen bin ich dabei, wenn du mit mir gesprochen hast. Alles an dir hat dann f├╝r mich gestrahlt. Niemals h├Ątte ich mir ausmalen d├╝rfen, dich zu k├╝ssen. Ich w├Ąre an dem Schmerz gestorben, dass dies nur eine Vorstellung ist.
Die Cappuchinotasse ist leer und von der Zigarre ist auch nur noch ein Stummel ├╝brig. Ich dr├╝cke ihn aus und bestelle einen Scotch mit Eisw├╝rfeln bei der h├╝bschen Kellnerin. Als sie mir aus ihrem zarten Gesicht heraus best├Ątigend zul├Ąchelt, muss ich wieder an dich denken.
Ich wollte dir nicht zu Last fallen, wollte dich nich in eine peinliche Situation bringen und zog es deshalb vor, meine Gef├╝hle f├╝r mich zu behalten. Ich bin gelassen geblieben und konnte diesen Zustand zur Not auch gut schauspielern. Oft war ich dennoch kurz davor, dir etwas Aufdringliches zu sagen. Zum Beispiel, dir von dem Zauber deiner Augen zu berichten. Wie er mich in einem Strudel aus Angst und Freude meiner Gef├╝hle gefangenh├Ąlt. Oder warum ich dir bisher nichts davon erz├Ąhlen konnte. Warum ich Furcht hatte, ich k├Ânnte dich kr├Ąnken und deine Sympathie f├╝r immer verlieren. Lieber wollte ich weiterhin mit dem Schmerz eines blutenden Herzen weiterleben, als von dir f├╝r immer ver├Ąchtlich und ver├Ąngstigt ignoriert zu werden. Unser Leben hat uns nun auseinander gebracht. Wir werden uns vielleicht nie wieder sehen, wenn ich nicht einen Schritt in deine Richtung mache. Ohne Zweifel, ich habe mich in dich verliebt, schw├Ąrme von dir. Ich w├╝rde mein Leben geben, nur um einmal zu erfahren, wie du ├╝ber mich gedacht hast.
Auch das Scotchglas habe ich inzwischen leer getrunken. Es ist sp├Ąt geworden und vielleicht habe ich Lust mich deinetwegen zu betrinken. Dann entscheide ich mich aber anderst und beschlie├če, dass der fallende Regen meine Sorgen lindern wird. Ich bezahle und trete aus dem Cafe in die feuchte, herabschnellende Fl├╝ssigkeit und freue mich, als sie meine brennenden Augen l├Âscht und den Schmerz in meinen Gedanken ertrinkt.

__________________
Sch├Ân, dass wir einmal dar├╝ber sprechen konnten...

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Sternschnuppe
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

Werke: 17
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Hallo Masterplan
Diese Beschreibungen, die du schilderst, sind so real und doch hat man eine Filmszene vor sich. Ich hatte wirklich das Gef├╝hl, als s├Ąsse ich in diesem Cafe, mit einer Zigarre zwischen den Fingern und dem Cappuchino vor mir. Auch sonst hast du ansprechend und fl├╝ssig geschrieben.
Deine Art gef├Ąllt mir sehr gut und ich hoffe, auch weiterhin solche oder ├Ąhnliche Texte von dir lesen zu k├Ânnen!

LG
Sternschnuppe
__________________
"Die wichtigste Stunde
ist immer die Gegenwart.

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