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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Gedanken einer Mutter
Eingestellt am 17. 10. 2001 17:05


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BiaBln
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>>Kinder machen ist nicht schwer, Kinder haben dagegen sehr<< .... nie hÀtte ich geglaubt, wieviel Wahrheit in diesem kleinen, aber feinen Satz steckt.

Heute sitze ich hier und denke ĂŒber diese Worte nach. Ja, sie sind schon zutreffend. Da gibt es hunderte von BĂŒchern, in denen Tips und Tricks zur Kindererziehung stehen, aber irgendwie scheint keiner dieser wohlgemeinten RatschlĂ€ge bei meinen Kindern zu funktionieren.

Viele Stimmen sagen, man wird halt nicht als Mutter geboren, schade eigentlich. DrĂ€ngt sich mir stĂ€ndig die Frage auf, gibt es eigentlich eine perfekte Mutter? War meine Mutter eigentlich perfekt? Naja, als ich selber noch Kind war fand ich das ĂŒberhaupt nicht, aber heute, wo ich selber zwei von diesen kleinen, aber trotzdem sĂŒĂŸen, NervensĂ€gen habe, muss ich sagen, wenn ich wie meine Mutter wĂ€re, dann wĂ€re ich eine gute Mutter. Aber ich bin nicht wie meine Mutter, ich bin ich und darum kann ich nicht wissen, ob ich eine gute Mutter bin. Wie kann ich denn herausfinden, ob ich eine gute Mutter bin? Muss ich das ĂŒberhaupt?

Ich sitze hier vor meinem Computer, tippe diese Zeilen und beobachte dabei meine Kinder, die wieder einmal dabei sind, aus dem Wohnzimmer einen Saustall zu machen. Und ich nehme das schweigend hin. Vorerst einmal. Bin ich deshalb eine gute Mutter, weil sie das dĂŒrfen? Oder bin ich es erst in ungefĂ€hr zwei bis drei Stunden, wenn ich mit meinen Kindern aneinandergerate, weil sie aufrĂ€umen mĂŒssen und nicht wollen? Egal, ich glaube, was ich mache, mache ich verkehrt. Sage ich ihnen jetzt, sie sollen aufrĂ€umen, gibt’s Ärger und sage ich es ihnen spĂ€ter, gibt’s den auch.

Mal nachdenken, was macht eine gute Mutter aus? Die Kinder zu ernÀhren .. gut, das tue ich. Die Kinder einzukleiden .. gut, das ist doch selbstverstÀndlich. Die Kinder mit Spielzeug versorgen .. klar, stÀndig, was aber nach ein paar Tagen meist schon wieder unbeachtet in irgend einer Ecke liegt (nur leider nicht in den Ecke der Kinderzimmer). Naja, das sind alles materielle Dinge und irgendwie selbstverstÀndlich, also bin ich deswegen noch lange keine gute Mutter. Ja, wann denn dann?

Ich habe sogar meiner Tochter zuliebe die ersten 150 PokĂšmonnamen auswendig gelernt, bei den nĂ€chsten 100 habe ich kapituliert. Ich gehe ins Kino mit den Kindern und tue es mir wirklich an, Digimon zu gucken, obwohl ich die nun ĂŒberhaupt nicht mag. Die BettwĂ€sche, die Klamotten, zum GlĂŒck aber nicht das Klopapier, alles mögliche ist mit irgendwelchen Monstern ausgestattet. Mein Sohn will zum Fußball, ich melde ihn an und , eine Trainingsstunde spĂ€ter, wieder ab, weil er nun doch nicht will. Meine Tochter will unbedingt (mit drei Jahren) zum Eiskunstlauf, ich tue mir das an und renne 3 Jahre lang mit ihr zum Training und das jede Woche. Plötzlich will sie nicht mehr, auch gut. Wird sie wieder abgemeldet und ich freue mich, dass ich diese Rumrennerei endlich los bin. Aber, wie sollte es anders sein, nun will sie zum Schwimmen. O.k., warum nicht, wird sie im Schwimmverein angemeldet. Man soll es nicht glauben, sie ist immer noch dabei. Macht das alles eine gute Mutter aus, indem man den Kindern ihr Hin und Her verzeiht und einfach die Augen zudrĂŒckt und durch? Klar, ich denke schon, nicht alle MĂŒtter wĂŒrden das tun. Aber sind sie deshalb schlechte MĂŒtter und ich eine ganz besonders gute? Nein, auch nicht! Ja, was dann?

Mein fĂŒnfjĂ€hriger Sohn hat sich vor einigen Wochen den Arm gebrochen. HĂ€tte ich das als >>gute Mutter<< verhindern können / mĂŒssen? Nein, ich glaube diese Frage gehört hier nicht hin. Jedem Kind kann sowas passieren und nur weil ich die Kinder nicht rund um die Uhr ĂŒberwachen kann, wenn sie runter gehen zum Spielen, bin ich noch lange keine schlechte Mutter. Also, Frage beantwortet, oder?

Also wirklich, je mehr ich nach der Definition zur guten Mutter nachdenke, um so ratloser werde ich. Die Kinder fragen, ob ich eine gute Mutter bin? Nein, das bringt nichts. Sie lieben mich und wĂŒrden sowieso ja sagen. Hallo...ist das vielleicht die Antwort auf meine Frage, ob ich eine gute Mutter bin? Das die Kinder mich lieben. Ja, dass muss es sein. Nein, das ist auch nicht unbedingt die Antwort. Es gibt (leider) auch FĂ€lle, in den Kinder in ihrer Familie mißhandelt und ignoriert werden und trotzdem lieben die Kinder ihre Eltern. (Was ich auch nicht verstehe, wie können Eltern sowas tun und dann auch noch geliebt werden?)

Also wirklich, muss ich mir eigentlich Gedanken darĂŒber machen, ob ich eine gute Mutter bin oder nicht? WĂŒrde ich es nicht vielleicht bemerken, wenn es nicht so wĂ€re? Naja, ich bin jetzt seit sieben Jahren einfache und seit fĂŒnf Jahren zweifache Mutter und Klagen kamen noch keine. Nun, abgesehen von den alltĂ€glichen Beschwerden der Kinder, wie „...wollen nicht schlafen gehen“, „...wollen nicht aufrĂ€umen“, „...bĂ€h, das wollen wir nicht essen“ oder gar „...du bist doof, ich kaufe mir eine neue Mama“ ;-). Na, da stehe ich doch drĂŒber. Nun, um was mache ich mir eigentlich Gedanken. Sollte ich es einfach nicht so weiter laufen lassen, wie bisher?

Aber, wenn ich es recht bedenke, ich habe noch so viele Jahre als Mutter vor mir und will mir spÀter nicht von meinen Kindern vorwerfen lassen, ich war eine schlechte Mutter. Also, muss ich mir zu diesem Zeitpunkt Gedanken machen, bevor es zu spÀt ist. Jemand sollte mal eine Liste aufstellen >>...Du bist eine gute Mutter, wenn...<< und >>...Du bist eine schlechte Mutter, wenn...<<<. Aber könnte ich mich dann eigentlich danach richten? Hat nicht jede Mutter eine andere Ansicht von Erziehung? Wobei sich hier schon wieder die nÀchste Frage aufdrÀngt.

Was ist eigentlich Erziehung?

Bin ich mit meinen Kindern unterwegs höre ich immer wieder „..ihre Kinder sind aber gut erzogen...“. Was tue ich eigentlich? Wie erziehe ich? Na, dass ich nicht lache. Die sollten die Kinder mal zu Hause erleben. Wirklich graue Haare könnte ich manchmal bekommen. Oft tanzen sie mir auf der Nase herum und machen, was sie wollen. Da kann ich erzĂ€hlen was ich will. Bestrafung? Nein, das funktioniert nicht. „Stubenarrest“...na und, gucken sie fern. „Fernsehverbot“... na und, gehen sie runter. „Beides zusammen“ ...na und, verziehen sie sich in ihre Zimmer und spielen. Was sagt mir das? Bestrafung lohnt sich eh nicht, also lasse ich es einfach bleiben. „Dresche“... um Himmels Willen – Nein. Das wĂ€re nun ĂŒberhaupt keine Lösung. Sicher, ich gebe es ja zu, bei meinem Sohn setzt es doch schon hin und wieder mal einen Klaps, aber wirklich, nur ganz selten (und er lacht auch noch drĂŒber, wenn ich außer Sichtweite bin, sowas aber auch). Er kann einen aber auch manchmal zur Weißglut bringen. Ja, aber WAS ist den nun Erziehung?

Mensch, das ist aber wirklich nicht einfach. Und wenn man mehrere Kinder hat wird das Ganze noch komplizierter. Jedes Kind hat eine andere Charaktere. Also mĂŒĂŸten doch bei jedem Kind andere Erziehungsmethoden angewandt werden, oder wie? Was sind eigentlich Erziehungsmethoden. Woher soll ich das den wissen, wenn mir noch nicht mal der Begriff Erziehung klar definiert ist. Frage ich meine Mutter sagt sie mir dies, frage ich meine Schwiegermutter, sagt sie mir das und frage ich eine Freundin (auch mit siebenjĂ€hriger Tochter), die sagt mir jenes. Also, der Begriff Erziehung ist wohl doch nicht so klar zu definieren. Erziehung setzt sich einfach nur aus dem zusammen, was man was tut und wie man es tut. Und jede Mutter macht es anders. Hauptsache ist doch im Endeffekt, dass die Kinder, sind spĂ€ter aus dem Haus, einmal sagen werden „...Du warst eine gute Mutter“.

Und, wenn sie mal eigene Kinder haben, werden sie sich bestimmt mit den gleichen Fragen beschÀftigen, wie ich heute. Aber, eine Antwort können sie von mir nicht erwarten. Ich kenne sie nÀmlich selbst nicht!

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leonie
Guest
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hallo bia

bin selber mutter zweier kinder. Mein großer ist hyperaktiv, also kannst du aus ihm getrost zwei bis drei kinder machen. irgendwie kommen mir deine gedanken mehr als bekannt vor. wenn du andere fragst was erziehung ist, kannst du riesige wĂ€lzer mit erkenntnissen und vorschlĂ€gen fĂŒllen. ich hab es aufgegeben andere zu fragen, da mein sohn ja nicht erzogen, aber meine tochter ein liebes mĂ€dchen ist, nun, da muss meine kleine aber eine andere mutter haben. was eine gute mutter ist, wenn alles gut lĂ€uft, wirst du immer die beste mutti der welt sein, wie gesagt, wenn alles gut lĂ€uft. was du da geschrieben hast, stimmt voll und ganz, doch irgendwann haben unsere kinder nachwuchs und stehen vor der gleichen frage. Ich habe meinem sohn schon gesagt das ich mich sehr darauf freue wenn er mal kinder hat, nachdem er mal wieder einen seiner berĂŒchtigten wutanfĂ€lle hatte und das kinderzimmer aussah als hĂ€tte eine bombe eingeschlagen. Auf seine frage hin bekam er die antwort, dass ich ihm wenigsten ein kind wĂŒnschte, dass ebenso ist wie er, nicht unbedingt hyperaktiv, dass wĂŒnscht man niemanden, aber so richtig schön lebhaft und bockig.
ganz liebe grĂŒĂŸe leonie

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Morgana
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2001

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Hallo,

ich stelle fest, das ich nichts zum Schreibstil sagen kann, weil ich viel zu sehr selbst in der Materie stecke und dir mit deinen getroffenen Aussagen so sehr recht geben muß.
Wie Leonies Sohne ist auch meiner ADS-krank und ich weiß was gemeint ist. Eine gute Mutter sein, das ist schwierig, wenn man sich mit einer solchen Krankheit konfrontiert sieht. Zumeist bin ich heilfroh, wenn es einigermaßen normal lĂ€uft und seine WutanfĂ€lle im Rahmen bleiben. Bin ich jetzt eine gute Mutter, weil ich es nach 9 Jahren geschafft habe, meinen Sohn so an der Kandarre zu haben, das er sich auf Grund der HyperaktivitĂ€t nicht mehr selber in Schwierigkeiten bringt. Oder bin ich eine Rabenmutter, weil ich eisenhart und gnadenlos sĂ€mtliche Vergehen ahnde, die er begeht, um ihm die "Leitplanken" zu geben, die er braucht um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Mir wurde schon gesagt ich wĂ€re eine schlechte Mutter, weil ich viel zu streng bin. (Ausgerechnet von der Rektorin von Pascals Schule.) Tja.... was trifft nun zu? Fakt ist doch - was fĂŒr das eine Kind richtig ist, ist fĂŒr ein anderes vielleicht grundfalsch.
Ich habe beschlossen, das ich mich nicht mehr nach anderen richte, weil ich muß ausbaden, wenn mein Sohn in der Schule schlĂ€gert. Also bestimme ich wie solche Sachen geahndet werden. Irgendwas muß ich dabei richtig gemacht haben. Seit einem Jahr war keine Rauferei mehr und ich habe nicht den Eindruck das mein Sohn unglĂŒcklich ist oder mich haßt, im Gegenteil er erscheint mir ausgeglichener und stolz darauf, das er es jetzt schafft nur mit Worten zuzuschlagen und nicht mit FĂ€usten.

Fazit: Nicht so viele Gedanken machen, denn die Bezeichnung "Gute Mutter" wird doch von anderen verliehen und die stecken nun mal nicht drin in der Familie und der Erziehung und können somit auch garnicht richtig beurteilen was den nun gut fĂŒrs eigene Kind ist. Nicht wahr?

Bright Blessings

Morgana
__________________
Man kann nicht wissen ob man etwas kann oder nicht, bevor man es nicht versucht hat...

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BiaBln
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Hallo Morgana und leonie,

ja, es beruhigt mich doch ungemein, dass ich mit meinen kleinen Problemchen nicht alleine bin.
Bei meinem Sohn wird sich die Tage herausstellen, ob er hyperaktiv ist oder nicht. Dann haben wir nÀmlich ein paar Untersuchungen vor uns, beim Psychologen & Co.!
Und, wie Du, liebe Morgana schon sagst, der Titel "Gute Mutter" wird einem schon von aussen vergeben, aber wer kann das eigentlich beurteilen. Wenn, dann doch nur die Kinder selber, oder?

Gruß Bianka

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leonie
Guest
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hallo bea

keiner kann es beurteilen, selbst die kinder merken es erst wenn sie selbst kinder haben. du musst deinen weg gehen, ohne dich beirren zu lassen. so hab ich es gemacht, und fĂŒr meinen sohn, und auch fĂŒr meine tochter war es genau richtig so. auch wenn es jeden tag aufs neue eine gradwanderung ist, mit der zeit bekommt man ĂŒbung. hĂ€ng dich also nicht zu sehr an diese frage bia, denn wenn du eine antwort bekommst, dann erst spĂ€ter. bis dahin kannst du halt, wie jeder andere auch, dein bestes geben.
ganz liebe grĂŒĂŸe leonie

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Morgana
Festzeitungsschreiber
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Ein weises Wort ....

gelassen ausgesprochen, liebe Leonie. Wir können immer alle nur das Beste geben und hoffen, das es reicht, nicht wahr?
Was mich nur immer wieder verblĂŒfft, wie viele Kinder, besonders Jungen es gibt mit dieser Störung. Vielleicht habt ihr Lust euch mal drĂŒber auszutauschen. Wenn dann aber wohl besser per email. WĂŒrde mich freuen.

Bright Blessings fĂŒr euch und eure Familien

Morgana
__________________
Man kann nicht wissen ob man etwas kann oder nicht, bevor man es nicht versucht hat...

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