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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Gedanken über Ranken
Eingestellt am 01. 07. 2004 21:42


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Thomas Sichelschmied
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2004

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Gedanken
über Ranken




Es zanken meine Gedanken sich zu ganzen Ranken, obschon Ranken auch gerne noch aus anderen Gründen, als nur ob meines Willen wegens zanken.
Und doch ist das willige Zanken meiner Gedanken im Grunde auch wie das unentwegte, wogende Schwanken vollends gereifter Ranken.

Das Zanken ganzer Banken aufgeblühter Ranken, ist mithin wohl auch der Grund warum die Ranken beim täglichen Zanken, das rote Efeu natürlich wie immer vorneweg, beim Wachsen rascheln und prusten anstatt wie ihre Nachbarn die Gedanken nur zu sticheln und Husten.

Ok. Rascheln und prusten, reimt sich nicht auf Zanken, nicht einmal wirklich auf Gedanken. Und Dascheln und Rascheln, was klingt wie verschlagenes Blubbern und Wummern oder Zischeln und Tischeln, wobei Tischeln und Blubbern nicht klingt wie rascheln und wummern, auch beim Prusten und Batsen und das hört sich dann schon eher an nach Wachsen haben die Ranken in den Tiefen ihrer Blätter fast noch mehr als ich bei mir selbst zu bemeckern.


Efeu, Klemantis, Liane, Glyzine in rot, grün und türkis in welchen Strauch ich meine Gedanken entließ? Um welche der Ranken sich meine Gedanken wohl letztlich rankten? Ach, im Grunde ist das alles banal und mir schlussendlich auch völlig egal. Jedoch, die Flut meiner Gedanken, die gleich stinkenden Ranken, zankend über mich selbst und Gottes los im Allgemeinen, auf dieser Welt, der ach so bitterbösen und gemeinen, das Leben wie selbstverständlich verhöhnen, doch auch diese Gedanken, wie gesagt meistens zankend wie Ranken, wollen sich doch bei jemandem bedanken:

Es ist meine Frau, dieser Dank gilt vor allem nur ihr, denn ohne sie, was wäre ich auf diesem öden, verlassenen Stern, dieser schlechtesten aller Welten? Ein wundes Tier vermutlich nicht mehr und auch Lena, unsere Tochter in Bälde, verdankt ihr Dasein nicht dem immergrünem Gewälde, verlorener Ranken meiner Gedanken, sondern vermutlich doch eher ihr.


Aber, um diese Gedanken, die viel zu sanften, in andere Wege zu ranken, gab mir meine Frau heute Morgen keinen Kuss. Das ist natürlich blödsinnig, falsch und auch völliger Stuss, aber es reimt sich nun mal einmal Kuss und Stuss verdammt gut auf das schöne Wörtchen Schluss!

(Daher ist jetzt auch Schluss mit Stuss und ich krieg einen...)

__________________
Thomas Sichelschmied

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