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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gedanken über das Glück
Eingestellt am 08. 07. 2002 11:58


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Zimbra18
Festzeitungsschreiber
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Der Werther, geschundener Protagonist Goethes, dessen Herzensleiden ein trauriges Meer von Menschen seiner Zeit zum Freitod bewegte. Der Werther, dessen Schicksal jeden Weggefährten emotional in den Bann zu ziehen weiß. Der Werther, der arme Thor der Neuzeit. Doch ist er wirklich ein tragischer Held, der zuletzt so grenzenlos unglücklich dahinvegetierte, dass ihm nur die konsequenteste unter den Lösungen, nur die sicherste unter den Fluchten in den Sinn kam? Nein! Der Werther ist in Wirklichkeit der glücklichste Held der Weltliteratur. Denn das Glück ist nicht, geliebt zu werden; das ist mit Ekel gemischte Genugtuung für die Eitelkeit. Das Glück ist, zu lieben und vielleicht kleine, trügerische Annäherungen an den geliebten Gegenstand zu erhaschen. Und der Werther schrieb diesen wahren Gedanken des Glücks innerlich auf, dachte ihn völlig aus und empfand ihn bis auf den Grund. Er machte ihn zum einzigen Inhalt seines nun so reichen Lebens. Als sich dann dieser wertvolle Gedankenschwarm unerwartet im Netz der Zärtlichkeit verfing, als Lotte dem Schmachtenden die höchste aller Annäherungen gewährte, war sein Leben getan. Übrig blieb die Angst, an sich selbst zu ersticken. Und um das Glück zu konservieren, folgte der Tod - die Tat eines vollkommen glücklichen Helden. Der Werther. Das Vorbild unserer Zeit. Er hörte. Er handelte. Ich beneide ihn.

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knychen
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der neue und der alte werther

egal, ob nun der werther des geheimrat's oder der des profi's plenzdorf gemeint ist, das problem der gestalt hast du gut auf den punkt gebracht. falls du es noch nicht entdeckt hast, es gibt eine wundervolle vom altmeister gert westphal gelesene version der urversion auf cd; sehr empfehlens"werth".
aber warum ist dein beitrag nicht bei buchempfehlungen gepostet?
gruß knychen
__________________
kny

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Zimbra18
Festzeitungsschreiber
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Danke für Deine Meinung und die Empfehlung. Werde mal Ausschau nach dieser Version halten...

Aber eine Frage: wo finde ich hier die Rubrik "Buchempfehlungen"??

Liebe Grüße,
zimbra18
(der sich auch weiterhin sehr über Rückmeldungen freuen würde)

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knychen
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nur ganz kurz, schau mal in die bücherecke. sind immer wieder gute tipps und auch meinungen zu büchern, die man selbst schon gelesen hat, zu finden.
gruß knychen
__________________
kny

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hopeless-1
Wird mal Schriftsteller
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ähh, also, komme mir grade leicht ungebildet vor, aber wer ist dieser werther?
also irgendwie scheint der ja was mit literatur zu tun haben (absolut nicht mein fachgebiet).

kann deshalb nur das zu dieser geschichte sagen. zu ihrer schreibweise und dem stil.
sie gefällt mir. diese art bericht erstattung und dann doch diese gefühlseinflüsse.
gut getroffen.

Gruß Hopeless-1
__________________
Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele (Cicero)

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soleil
Häufig gelesener Autor
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Hallo Zimbra,

deine Gedanken zu Werther sind eine interessante kleine Skizze. Ich habe einige wenige Vorschläge dazu unten aufgeführt und eigentlich ist er hier nicht im richtigen Forum, weil es keine Kurzgeschichte ist. (Knychen hat recht!)
Ich hoffe du kannst etwas mit meinen Anmerkungen anfangen.

Viele Grüße
Soleil


Der Werther, geschundener Protagonist Goethes, dessen Herzensleiden ein trauriges Meer von Menschen seiner Zeit zum Freitod bewegte. Der Werther, dessen Schicksal jeden Weggefährten emotional in den Bann zu ziehen wußte. Der Werther, der arme Thor der Neuzeit.

Doch ist er wirklich ein -> der tragischer Held, der zuletzt so grenzenlos unglücklich dahinvegetierte, dass ihm nur die konsequenteste unter den Lösungen, nur die sicherste unter den Fluchten in den Sinn kam? Nein!

Der Werther ist in Wirklichkeit der glücklichste Held der Weltliteratur. Denn das Glück ist nicht, geliebt zu werden; das ist mit Ekel gemischte Genugtuung für die Eitelkeit. Das Glück ist, zu lieben und vielleicht kleine, trügerische Annäherungen an den geliebten Gegenstand zu erhaschen. Und der Werther schrieb diesen wahren -> ich würde "wahr" hier streichen ... Gedanken des -> und hier "des" durch "seines" ersetzen, u.U. mit "seines wahren" Glücks innerlich auf, dachte ihn völlig aus -> zu Ende und empfand ihn bis auf den Grund. Er machte ihn zum einzigen Inhalt seines nun so reichen Lebens. Als sich dann dieser wertvolle Gedankenschwarm unerwartet im Netz der Zärtlichkeit verfing, <- Diese Formulierung gefällt mir sehr gut als Lotte dem Schmachtenden die höchste aller Annäherungen gewährte, war sein Leben getan -> hinfällig? . Übrig blieb die Angst, an sich selbst zu ersticken. Und um das Glück zu konservieren, folgte der -> sein Tod - die Tat eines vollkommen glücklichen Helden.

Der Werther. Das Vorbild unserer Zeit. Er hörte. Er handelte. Ich beneide ihn. Diese kurzen Sätze sind prägnant, aber: 1. Wieso DAS Vorbild UNSERER Zeit?, 2. Wieso nur "er hörte" und 3. "ich beneide ihn" ist ein guter Schluß für deine Gedanken zum Glück.

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