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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gedanken vor dem Tod
Eingestellt am 24. 04. 2005 11:08


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alina s
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2005

Werke: 5
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Sie hatte sich oft gefragt, ob es das wert war.
Und warum sie es sonst ĂĽber sich ergehen lieĂź.
Ob all die MĂĽhen belohnt werden wĂĽrden
Die Mühe zu leben, zu atmen, zu denken, zu entscheiden, zu lieben, zu hassen – all die Alltagsmühen.
Sie kam sich wie eine Aussätzige vor, wo doch all die anderen Menschen sich schon längst daran gewöhnt hatten und es nicht mehr als Last empfanden. Aber sie nicht. Sie kämpfte, sie siegte, sie verlor.
Sie war nicht dumm, konnte sich selbst einschätzen – und dieser Schätzung zu Folge, war sie nicht stark genug, um den Kampf zu bestreiten.

Zunächst war es gar nicht so schlimm, als sie kleiner war und sich keine Gedanken machte.
Dann, als sie anfing darüber nachzudenken, zwischen sein und nicht sein zu balancieren, war sie immer noch zu jung, zu unerfahren und deshalb fand sie auch dann Antworten, Positives und Kleinigkeiten, die sie auf den ‚rechten’ Weg zurückführten.
Aber mit der Zeit, wurde alles intensiviert. Die Gedanken, die Gefühle. Nach jeder Niederlage musste sie kämpfen, um nicht den Mut zu verlieren, und dieser Kampf wurde ihr zu viel.
Es war ein Bilderbuchähnlicher Tag. Sonne, wärme, lachende Gesichter. Genau an diesem Tag lief alles über.
Die Mutmachenden Antworten, die positiven Dinge an ihrem Leben , all diese Rettungsringe hatte sie verbraucht. Es blieb nur die reine Wahrheit, die kitschiger weise so grausam sein kann.

Sie lag auf ihrem Bett, Tabletten in der Hand, und musterte sie ganz genau. Sie hatte sie gezählt, nicht nur einmal. 10, 20, 30 mal hatte sie all ihre schlechten Mathekenntnisse angewandt und auf alle nur möglichen Arten und Weisen die Tabletten gezählt.
Sie waren mittlerweile so warm geworden, von ihrem waren Körper, dass sie – aus angst, sie könnten die Wirkung verlieren - neben sich auf das Bett legte und etwas wartete...

Lustig, wie harmlos und unscheinbar Killermaschinen aussehen konnten.

Es war Zeit, sie wollte auf keinem Fall von ihrer Mutter ĂĽberrascht werden, nicht zu frĂĽh.
Sie kam sich vor wie in einem Film, der eigentlich davor warnen sollte so etwas zu tun – in ihrem Fall aber genau das Gegenteil bewirkte.
Sie hatte sich Informationen und Tipps geholt.

Früher, hätte sie sich nie vorstellen können, solche Tabletten auftreiben zu können. Wo auch?
Früher hatte sie sie auch nie gebraucht – jetzt, vor nicht allzu langer Zeit, als sie mit ihrer Freundin über ‚Schlafmangel und Schlafstörung’ sprach, bot ihr ihre Freundin ganz automatisch diese Dinger an – aber sie hatte ja auch nicht an solch eine Fehlnutzung gedacht...

Etwas bammal bekam sie schon, denn in Filmen mochte ja alles glatt verlaufen, im richtigem leben aber, wusste man nie, ob alles nach Plan geht.
Sie hatte GlĂĽck. Reibungslos funktionierte das, was sie wollte.
Schon bald, hatte sie keine Kontrolle über sich, ihren Körper, ihre Gedanken...

Wie eine Wunderdrogen schlug es auf sie ein. Ohne UNERWĂśNSCHTE Nebenwirkungen fiel sie in Trance.
Und das im richtigen Augenblick – denn nach der letzten Pille fingen plötzlich Zweifel an sich ans Tageslicht zu drängen...

__________________
I have been thinking that I would make a proposition to my Republican friends... that if they will stop telling lies about the Democrats, we will stop telling the truth about them.

Adlai E. Stevenson Jr. (1900-1965)

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