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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gedankengeflüster
Eingestellt am 28. 09. 2004 18:54


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Twinanni
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2004

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Gedankengeflüster

Es war ein heißer Sommertag. Nicht gerade geeignet zum Bahnfahren, aber trotzdem hatte ich mich dafür entschieden. „Ist bequemer “, war mein Gedanke. Doch kurze Zeit später bereute ich diese Eingebung... . Ein Mann war eingestiegen und hatte sich direkt vor mich gesetzt:
Ein wahrgewordener Albtraum, für jeden Menschen, der in einer heißen, stickigen Straßenbahn sitzt: Er roch nach Zoohandlung, hatte fettige Haare, Schuppen und die klischeehafte Alditüte dabei, in der Bierflaschen klimperten.
„IIIIIEH... . Hallo?! Kann der sich nicht mal waschen? Ich muss die Luft anhalten oder mich woanders hinsetzen. Solchen Leuten sollte es echt verboten werden Bahn zu fahren. Obwohl, beim Laufen würde er bestimmt schwitzen und dann noch mehr stinken!“ Ich kicherte über meinen eigenen Witz und vergaß den Vorsatz, nicht einzuatmen. Alle denkbaren Dämpfe stiegen in meine Nase - Das war wirklich zuviel und ich stieg kurzentschlossen aus.
Während ich auf meine nächste Bahn wartete schaute ich mich gelangweilt um:
„Was heute hier alles rumläuft... . Nur Assis... . Nee, oder? Das Mädchen dort hinten sieht ja aus! Total die Tussi, dass seh’ ich doch von hier. Na ist ja typisch und dann hat sie auch noch so ’nen geschniegelten Türkenmacho an der Hand. Boah, dass die sich immer soviel Gel in die Haare klatschen müssen, sieht ja furchtbar aus. Wahrscheinlich passt das so toll zu seinem Image!“
Mein umherschweifender Blick fiel auf eine ältere Frau, die langsam über die Gleisen wackelte. Ein verärgerter Bahnfahrer bimmelte laut, damit sie aus dem Weg ging, doch das schien sie wenig zu stören. „Hoffentlich werde ich nie alt!“, dachte ich innerlich stöhnend, „Dann geht man doch nur noch allen auf den Geist, steht ständig und überall im Weg und erzählt andauernd das gleiche... . Schrecklich! Ah, da kommt ja die Bahn!“
Nachdem ich eingestiegen war, stellte ich erleichtert fest, dass diesmal kein Penner die Luft verpestete. „Die müsste man echt alle mal zusammen in einen Bunker sperren, damit die selbst mal merken, wie sie stinken. So was ekelhaftes!“
Zwei Haltestellen weiter stieg eine verschleierte Frau ein. „Das ist jawohl so was von vorsintflutlich! Wahrscheinlich rennt ihr Mann zu Hause in kurzen Hosen und Unterhemd rum, während sie selbst bei der größten Hitze nicht den Riesenschleier abnehmen darf!“ Mir war immer noch langweilig und deshalb sah ich sie mir etwas genauer an. „Wow, der Damenbart ist ja echt rekordverdächtig. Hat die denn noch nie was von Enthaarungscreme gehört oder ist so was laut Koran auch verboten? Anscheinend, ich sehe solche immer nur mit Schnurrbärten, die ihren Männern Konkurrenz machen könnten!“
Auf Dauer war das Thema nicht so wirklich interessant und deshalb sah ich aus dem Fenster. „Dort ist ja Nadja, die doofe Kuh! Die war schon in der Grundschule so bescheuert. Hm, sieht jetzt noch ziemlich doof aus! Ich hätte an ihrer Stelle die Augenbrauen gleich komplett wegrasiert und mir dafür den blauen Lidschatten über das ganze Gesicht geschmiert. Sieht ja wohl total beknackt aus! Aber die Techno-Frutten sehn ja eh alle gleich aus. Haben bestimmt auch alle genauso wenig im Kopf! Ein Glück bin ich nicht so!“
Als ich schließlich ausstieg, kam mir ein Schwarzer entgegen. Ich hatte einen Rock an und er starrte auf meine Beine. „Hallo, wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“ „Nee lass mal!“ antwortete ich genervt.

„Arrogante Kuh! Bei den Hübschen ist es doch immer so, dass sie sich zu schade sind, für so einen dummen Neger wie mich! Die weißen Mädchen denken doch sowieso, sie stehen über uns. Eigentlich hat sich nichts verändert!!“, dachte er verärgert.

„Das ist ja wieder typisch!“, urteilte ich im Stillen. „Die Türken, die Schwarzen und die Italiener sind doch echt alle gleich! Die kennen das wahrscheinlich noch von zu Hause, dass da jede Frau auf sie zu hören hat und gleich auf die Knie fällt, wenn sie mal zu einem Kaffee eingeladen wird. Püh, soll er doch zurück gehen nach Simbabwe oder so.“
Die Zeit bis zu meinem Anschlusszug wurde langsam knapp, deswegen fegte ich die Treppe hinauf. Dabei hätte ich beinahe eine kleine spanisch aussehende Frau umgerannt. „Das die aber auch wirklich immer im Weg stehen müssen, ist ja ätzend!“ Dachte ich und hetzte weiter.

„Also, ich weiß ja mal auch nicht, die Deutschen sind immer so in Hektik. Ich finde es hier wirklich viel stressiger als zu Hause. Kein Wunder, dass hier so viele Menschen an Herzinfarkt sterben!“ Die Frau schüttelte verständnislos den Kopf und schlenderte weiter.

Im Zug angelangt, schaute ich aus dem Fenster und genoss die vorbeizischende Landschaft, wenn auch nicht für lang. Mir kam es vor, als wären gerade zehn Minuten vergangen, als ich auch schon wieder aussteigen musste.
Kaum im Büro angekommen, teilte mir mein Chef meine Aufgabe zu: Ich sollte an einen möglichst belebten Ort gehen und dort verschiedene Leute spontan interviewen. Mein Gefühl sagte mir von Anfang an, dass das sicher schief gehen würde, aber da musste ich durch.
Die Aktion erwies sich sogar als noch anstrengender als angenommen.
Fast alle waren unfreundlich und bei den ersten fünf Männern, die ich angesprochen hatte bekam ich eine ziemlich harte Abfuhr auf meine nette Frage. „Überhebliche Büroheinis!“ Leider nur innerlich machte ich meinem Ärger Luft.

„Das diese nervigen Menschen einem immer die Zeit stehlen müssen!“ Dachte der erste Mann, während er weiter eilte.
„Oje, da wurde bestimmt wieder die völlig unfähige Praktikantin vom Chef losgeschickt, in der Hoffnung, dass sie das hin bekommt. Sieht zwar gut aus, ist aber unter Garantie strohdoof. Sieht man doch aus hundert Metern Entfernung!“, argwöhnte Zweite. ... .

Endlich hatte ich Glück. Eine junge Frau erklärte sich dazu bereit, mir ein paar Sätze auf das Band zu sprechen. Sie hatte jedoch zu einem schlimmen bayrischen Dialekt, dass ich überhaupt nichts verstand und das Material damit auch unbrauchbar war. „Verdammt, wenn die schon nicht in ihrem bayrischen Kaff ist, kann sie doch gefälligst Hochdeutsch reden, oder?! Aber die Bayern lassen das sowieso immer total raushängen und denken bestimmt noch, wir wären ganz neidisch auf ihren blöden Dialekt!“

„Was schaut denn dieses Mädel jetzt so verärgert, soll froh sein, dass sie mich überhaupt was fragen durfte! Aber mir wurde ja schon daheim gesagt, dass die Ossis total undankbar sind, da ist so was doch total typisch.“ Die Bayerin ging kopfschüttelnd davon.

Genervt ging ich weiter, auf der Suche nach einem neuen ‚Opfer’. Ein fast schon hinfälliger Opi kam mit entgegen und ich fragte ihn freundlich: „Entschuldigung, könnte ich Sie vielleicht einen kleinen Moment aufhalten?“

Doch er winkte nur ab, sah mich an und rief: „Ach, bevor sie mich hier überhaupt irgendwas fragen, ziehen sie sich gefälligst mal ordentlich an. Sie laufen hier ja rum wie einen Nutte!“

Er ging kopfschüttelnd weiter und ließ mich mit offenem Mund stehen.

Fast den ganzen Tag ging es dann noch so weiter, mal erwischte ich Einen oder Eine, die sich bereit erklärten, dann bekam ich wieder irgendeine arrogante Bemerkung an den Kopf geknallt. Es war wirklich zum Ausrasten und abends war ich dann auch dementsprechend schlecht gelaunt.

Miesepetrig machte ich mich auf den Heimweg und bereute es, mich mit einer Freundin verabredet zu haben. Irgendwie hatte ich keine Lust auf den üblichen Smalltalk.
Mela holte mich vom Zug ab.
„Wie sieht sie denn heute aus?“ Fragte ich mich entsetzt und musste mich stark zurück halten, damit mir meine Gesichtszüge nicht entgleisten.
„Hey du, na wie geht’s?“ Erkundigte ich mich stattdessen.

„Was schaut die mich denn schon wieder so arrogant an?! Hab ich etwa was im Gesicht, oder gefällt ihr mal wieder nicht was ich anhabe. Tja, ich hab halt nicht soviel Geld wie du, du verwöhnte Göre. Einzelkind wäre ich auch gern, man muss sich um nichts Gedanken machen und bekommt vorne und hinten alles rein gestopft!“ Dachte Mela ihrerseits gekränkt.

„Mir geht’s gut. Na ja, wie immer halt!“
Wir gingen in ein Café und redeten eine Weile, während wir ein Eis aßen und mein Blick fiel immer wieder auf ihre total abgewetzte Hochwasser-Hose. „Ist irgendwas?“ Fragte sie mich deshalb in einem leicht angesäuerten Tonfall. „Was sollte denn sein?“ Gab ich zurück, obwohl ich natürlich genau wusste, worauf sie anspielte. „Du starrst so auf meine Hose!“
„Ach Quatsch, da äh, da lief nur eben ein Käfer über den Boden, auf den hab ich geschaut, ehrlich!“ „Sei doch nicht so empfindlich!“, dachte ich gleichzeitig, „Es kann doch schließlich keiner was dafür, wie du hier rumläufst!“

„So eine blöde Ausrede!“ Ärgerte sich Mela.

Die Stimmung zwischen uns war angespannt und dadurch wurde es kein besonders lustiger Abend. „Tut mir leid, ich muss schon gehen!“ Sagte Mela schon nach kurzer Zeit. „Ich habe meinem Bruder versprochen, ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen und der geht meistens schon früh ins Bett!“
„Ach na toll, jetzt macht sie wieder eins auf glückliche Familie, wo sie doch genau weiß, dass ich auch gern Geschwister hätte!“ Laut sagte ich jedoch: „Ach, das macht doch nichts, bestell Simon schöne Grüße, ja?!“ „Na logisch!“, antwortete sie, „Tschüss!“

„Tu doch nicht so. Für dich ist Simon doch nur ein kleiner dreckiger Junge, der dir deine Miss Sixty Hose mit Schokolade voll krümelt, sobald er in deine Nähe kommt. Deine scheinheiligen ‚lieben Grüße’ kannst du dir echt sonst wohin stecken.“ Dachte Mela beim Weggehen.

„Man, was war denn mit der heute los? Total überempfindlich!“ Weiter beschäftigte mich das allerdings nicht und es war an der Zeit, meinen Heimweg zu starten.
Am nächsten Morgen wachte ich wie gerädert auf. Meine Augen waren verquollen und ich bekam sie beim besten Willen nicht weiter auf als es in einem Sandsturm erforderlich sein würde. Müde schwang ich die Beine aus dem Bett und schlurfte ins Badezimmer.
„Oh Gott!“ War der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam: Mein Gesicht war übersäht von kleinen ekelhaft aussehenden Pusteln, die sich bis zu meinem Hals und über die Arme zogen. Der Mund war genauso angeschwollen, wie meine Augen und mich überkam plötzlich ein schrecklicher Juckreiz. Fassungslos starrte ich in mein Spiegelbild.
„Nein, dass ist nicht wahr!“, versuchte ich mir einzureden. „Es kann gar nicht wahr sein, niemand bekommt über Nacht so einen Ausschlag. DAS GEHT DOCH GAR NICHT!“ Kurzentschlossen kniff ich meine Augen zusammen, zählte bis zehn und trat mir selbst kräftig auf die Zehen, um mich aus diesem Albtraum zu wecken. Anschließend öffnete ich wieder meine Augen, soweit das möglich war. Es hatte sich natürlich nichts verändert und ich war der Verzweiflung nahe. So konnte ich unmöglich unter Leute, ich sah aus wie ein typischer Fall von Röteln, nur irgendwie widerlicher.
Nur eine Möglichkeit kam in Frage und deshalb griff ich zu Telefonhörer und meldete mich auf Arbeit krank. Auf keinen Fall wollte ich, dass mich einer von meinen Kollegen in diesem Zustand sieht. Wahrscheinlich würde sonst mein rot-gepunktetes Bild auf ewig in ihrer Fantasie herumgeistern und diese Vorstellung fand ich alles andere als begeisterungswürdig.
Mein nächster Anruf galt meinem Hautarzt. „Wir haben bis nächsten Monat leider keine Termine mehr frei!“, schalmeite mir die Krankenschwester auf meine Anfrage hin entgegen. „Und was ist, wenn ich einfach vorbeikomme und warte, bis sich eine Möglichkeit ergibt?!“ Fragte ich niedergeschlagen. „Dann müssen sie aber ungefähr zwei Stunden Wartezeit mitbringen!“ Rief die Schwester scheinbar hoch erfreut.
Mir blieb also keine andere Wahl. Die Zeit schien sich zu dehnen wie ein Gummiband und nichts, aber auch gar nicht konnte mich davon abhalten, alle drei Minuten auf meine Uhr zu schauen. Wenn ich nicht gerade das tat, vertiefte ich mich in eine riesige Zeitung, die sich praktischerweise wie ein Schutzwall vor mir aufbaute.
Endlich kam ich dran. Der Doktor schaute mich kurz an und sagte: „Die Symptome sind ganz eindeutig, sie haben eine Allergie.“
„Ach wirklich!“, dachte ich höhnisch, „Wer hätte denn das jetzt gedacht!“
„Und woher kommt diese Allergie?“ Ungeduldig sah ich ihn an. „Das weiß man leider nicht, sie tritt spontan auf, meisten von einer größeren Stelle am Bauch. Es ist nur bemerkenswert, dass sie bei ihnen sogar auf das Gesicht übergegriffen hat, normalerweise kommen die Flecken nur am Oberkörper bis zum Halsansatz vor!“
„Bemerkenswert?!?!?!“, mein Pech schien sich gerade über mich tot zu lachen.
Bedrückt steuerte ich danach wieder auf meine Wohnung zu, bewaffnet mit einer stinkenden Salbe und der Aussicht, dass die Flecken in circa 8 bis 10 Tagen verschwinden würden.
Daheim angekommen schlief ich fast augenblicklich ein.

„Oh Gott, wie sieht die denn aus?“ Ein Mann starrte mich entsetzt an und ging dann mit einem angeekelten Gesichtsausdruck weiter.
Eine Frau, die neben ihm stand nickte bestätigend und rief verschiedene Leute die vorbeiliefen heran, dass sie sich doch ‚das am grässlichsten aussehenden Mädchen der ganzen Welt’ anschauen sollten’!
Tränen traten in meine Augen, sodass ich die mich umringende Menge nur noch als eine einzige Masse wahrnahm.
„IIIIIIEH!“ Auf einmal stand Mela laut rufend vor mir. Sie sah mich abfällig an. „Sag mal, musst du so auf die Straße gehen? Das ist ja abschreckend, wie du rumläufst!“
Ich schaute sie verwirrt an und sie sagte: „Aber das passt zu dir, endlich sieht man mal dein wahres Ich nach Draußen gekehrt- Außen hui, Innen pfui. Du bist eine falsche intolerante Schlange, weißt du das? “
Auf einmal kamen alle auf mich zu, die ich am Tag davor heruntergeputzt hatte und auch alle über die mir jemals ein böser Gedanke in den Sinn gekommen war.
Sie bewegten sich auf mich zu, Schritt um Schritt vorwärts und schrieen mir dabei ins Gesicht. Immer weiter wurde ich in die Ecke gedrängt, beschimpft, verhöhnt und ausgelacht.
Gerade, als die Frau mit dem Damenbart die Hand nach mir ausstrecken wollte, wachte ich auf.
Mein Herz klopfte bis zum Hals, als ich mich in meinem Zimmer umsah. Mein Blick fiel auf den Spiegel neben der Tür und ich sah in mein frieseliges Gesicht... . Irgendwie konnte ich mich dem Gedanken über Strafmaßnahmen einer höheren Macht nicht entziehen.
Lautlos versprach ich deshalb, nie wieder so herzlos über Äußerlichkeiten herzufallen.






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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Twinanni,
die Idee deiner Geschichte finde ich sehr
hübsch.
Leider ist sie mir viel zu lang.
Ich würde den Teil, in dem sie eine Freundin
trifft, komplett herausnehmen.
Es wird auch so deutlich, was du sagen willst.
Gruß,
Denschie

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Twinanni
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Registriert: Sep 2004

Werke: 18
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Hey Denschi!
Danke für deine Bemerkung, hab schon ganz ungeduldig auf eine Einschätzung gewartet.
Werd mir deine Kritik zu Herzen nehemen und das nächste Mal kurz und knapp bleiben!
Ciao, Anni

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jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6206
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Die Welt ist schlecht und Gott ist groß…

Du würdest erheblich an Länge sparen, wenn du die unsinnigen "Fremdgedanken" weglassen würdest. Erstens kann eine ICH-Erzählerin nicht wissen, was die anderen denken, zweitens entschuldigen diese Gedanken die der Ich-Erzählerin (warum sollte ausgerechnet sie nicht rumzicken, da es doch offenbar ein Grundgesetz menschlichen Verhaltens ist) und drittens: Wieso kriegen die keine Pusteln, da es doch offenbar sowas wie eine Gottesstrafe für Lästern ist? Im Übrigen empfinde ich es als waaaaahnsinnig glaubwürdig, dass ein paar Frieseln so 'ne Zimtzicke läutern! (Wie alt ist der Text? Fünf Jahre? Sechs? Das sind doch Kindergartenmärchen!) Schade dass so ein Sprach-Potential nicht für inhaltlich Akzeptables eingesetzt wird.

Versuch doch mal, einfach nur eine spannende Geschichte zu schreiben statt "Belehrungen" und "Weltverbesserungsvorschläge". Bei dem Drang zu "großen Themen" werden die sich sowieso einschleichen – nur sind sie dann vielleicht leichter verdaulich. Auch wenn das oben sarkastisch klang – das mit dem "Geschichten schreiben" meine ich ernst. Hier ist mal (wieder) jemand, der offenbar ein gutes Gespür für Sprache hat und deshalb alle Kreativität in die Story stecken könnte. Wenn es dir gelingt, komplexe, glaubwürdige Figuren zu schaffen, darf man auf Beachtliches hoffen…
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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