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Leselupe.de > Kurzprosa
Gedankenspielerei
Eingestellt am 18. 08. 2010 16:53


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M├Ąuschen
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2010

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Gedankenspielerei

Regentropfen klopfen an mein Fenster. Immer mehr, immer lauter. Sie begehren hartn├Ąckig Einlass. Warum wollen sie herein? Ich werde es nie erfahren. Nicht, weil sie stumm sind ÔÇô das wei├č ich nicht ÔÇô sondern weil ich sie nicht einlasse.
Warum mache ich ihnen nicht auf?
Man kommt nicht durch das Fenster herein, sage ich mir. Wof├╝r habe ich denn eine T├╝r? Hei├čen Tropfen, die an die T├╝r klopfen, dann Tringeln? Ich kichere in mich hinein, werde dann aber ganz still.
Wenn Kinder ans Fenster klopften, w├╝rde ich sie einlassen. Ich hasse mich f├╝r diese Ungerechtigkeit.
Aber Kinder klopfen nicht ans Fenster, beruhige ich mich. Sie schie├čen h├Âchstens einen Ball durch ein solches und verschaffen sich gewaltsam Einlass. Ohne Klopfen. Ich h├Âre das Glas beinahe splittern.
Der Ball darf herein, die Tropfen m├╝ssen drau├čen bleiben. Will der Ball das ├╝berhaupt? Oder nimmt der getretene Ball den Willen seiner Peiniger an? Menschen treten einander mit Worten, wenn sie nicht die gleiche Meinung haben. Wird es dadurch besser?
Ich werde nachdenklich und lausche einen Moment lang der Symphonie der Regentropfen. Aber wie ich es auch wende, ich trete auf der Stelle. Ich komme nicht weiter. Eine eindeutig zweideutige Metapher. Ich klatsche innerlich belustigt in die H├Ąnde ÔÇô im Takt der Regentropfen.
Ein Abend allein kann sehr einsam sein. Zum Gl├╝ck habe ich meine hunderttausend Freunde, die herein wollen, die ich aber nicht einlasse.
Fies. Ich hasse mich erneut.
Entschieden ├Âffne ich das Fenster. Nicht innerlich. ├äu├čerlich. Aber ich verinnerliche es. Sie kommen herein. Endlich.
Sch├Ân, euch zu sp├╝ren, begr├╝├če ich sie. Sie machen mir keine Vorw├╝rfe, dass ich sie so lange warten lie├č, echte Freunde eben.
Sie sind gl├╝cklich, ich bin gl├╝cklich.
In diesem Moment h├Âre ich sie.
Die Tringeln.

__________________
Wenn Augen der Spiegel zur Seele sind, zerschlage ich ihn dann mit meinen Taten und spucke mit meinen Worten die Scherben aus?

Version vom 18. 08. 2010 16:53

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