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Leselupe.de > Ungereimtes
Gedenken
Eingestellt am 24. 07. 2009 14:39


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Vera-Lena
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Gedenken

Das Feld verdeckt
Unter Weizenhalmen
Die Ähren jung

Ein kleines Warten
Legt mir das Brot
In den Mund
Aufgeopfert das reife Korn
Zermahlen vermischt
Im Feuer verwandelt
Sonnendurchtr├Ąnkt
Erdendurchdunkelt

Geht es in mich ein
Um abermals
Erde zu werden

Meinen Dank
Nimmt es mit




__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Heidrun D.
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Liebe Vera-Lena,

es f├Ąllt es mir richtig schwer, mich kritisch zu ├Ąu├čern, weil mir die Idee, der Zyklus, die deinem Gedicht zugrunde liegen, so gut gefallen.

Hier erscheint mir aber eine schlichtere Sprache viel angebrachter, gerade wegen der Danksagung.

Mein Vorschlag lautet:

quote:
Gedenken

Das Feld verdeckt
Unter Weizenhalmen
Die jungen Ähren

Ein kleines Warten
Legt mir das Brot
In den Mund
Geopfert das reife Korn
Zermahlen vermischt
Im Feuer gewandelt
Sonnendurchtr├Ąnkt
Erdgedunkelt

Geht es in mich ein
Um abermals
Erde zu werden

Meinen Dank
Nimmt es mit
Dir einen besonders lieben Gru├č
Heidrun


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Vera-Lena
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Liebe Heidrun,

Wie soll ich das jetzt erkl├Ąren?

Es geht aus meiner Sicht nicht nur um das Danken und das Sterben und wieder Auferstehen.

Ich wollte auch das "gekreuzigte Korn" selbst miterleben, w├Ąhrend ich diesen Text schrieb. Und da kam mir in den Sinn, dass es zermahlen wird, Feuer ertragen muss, dass es zwar sonnendurchtr├Ąnkt ist, aber genauso auch eine Zeitlang die Dunkelheit der Erde und somit das Abgeschnittensein vom Licht ertragen muss. Und da w├Ąre "Erdgedunkelt" ein zu schwaches Wort. Nein, nein, das Korn muss die Dunkelheit der Erde ertragen, es muss sich aufopfern, wenn es etwas Gro├čes erreichen will, n├Ąmlich dem Menschen dienstbar zu sein bei dessen ├ťberlebensbed├╝rfnissen.

Das Korn selbst bekommt aber auch etwas vom Menschen. Die Dankbarkeit ist ja etwas Geistiges und das Korn kann dieses Geistige mitnehmen in sein n├Ąchstes Absterben und wieder Auferstehen. Und auf diese Weise kann sich die ganze Erde verbessern.

Ich habe hier das Korn nicht etwa "vermenschlicht", nein alles Werden und Vergehen vollzieht sich ├Ąhnlich und das Korn ist nat├╝rlich kein Individuum,sondern eine lebendige Wesenheit als Getreide schlechthin. Dennoch besteht es aus einzelnen K├Ârnern und so ein Weizenkorn ist mir als eine gekreuzigte Wesenheit bewusst geworden.

Eigentlich wollte ich das alles f├╝r mich behalten, aber Dein Vorschlag f├╝r eine schlichtere Formulierung hat mich nun doch dazu gebracht, meine Gedanken zu diesem Text, die bisher noch nicht ge├Ąu├čert waren, preis zu geben.

Ich danke Dir f├╝r Deinen Kommentar und Deinen Vorschlag.
Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena



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Vera-Lena
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Lieber Manfred,

mir selbst war das gar nicht aufgefallen, dass ich so viel in diesen kurzen Text hineingetan hatte. Aber das ist ja immer so, bis man mal ein bi├čchen Abstand hat, das dauert eben.

Nach Deinem Kommentar gef├Ąllt mir dieser kleine Text schon wieder etwas besser. Ja, wirklich, ich stelle ihn mir jetzt vor wie ein Medaillon, so einen kleinen Anh├Ąnger f├╝r eine Kette, in dem man ein winzig kleines Foto von einer Person immer bei sich hat. Aber, wenn man darauf schaut, dann sieht man in seiner Seele die Person insgesamt ganz deutlich.

Wie sch├Ân, dass die Achtung vor der Natur deutlich wird!

Danke f├╝r Deinen verst├Ąndnisvollen Kommentar!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena




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Inu
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Hallo Vera Lena


quote:
Gedenken

Das Feld verdeckt
Unter Weizenhalmen
Die Ähren jung

Ein kleines Warten
Legt mir das Brot
In den Mund
Aufgeopfert das reife Korn
Zermahlen vermischt
Im Feuer verwandelt
Sonnendurchtr├Ąnkt
Erdendurchdunkelt

Geht es in mich ein
Um abermals
Erde zu werden

Meinen Dank
Nimmt es mit

Im Feuer verwandelt
klar ÔÇŽ ich wei├č, was Du meinst, aber es ist nicht ganz korrekt ausgedr├╝ckt, denn wenn man es w├Ârtlich nimmt, w├╝rde es bedeuten, dass das Korn mit den Flammen direkt in Ber├╝hrung kommt, wie zB. Erz beim Schmelzen. W├╝rde ein Korn aber wirklich 'im Feuer verwandelt', w├Ąre es nur noch Asche.


Erdendurchdunkelt
find ich nicht gut gew├Ąhlt. F├╝r mich ist Getreide -sowohl das ├ährenfeld als auch das einzelne Korn - voller Helle, Tag, Sonne, Wohlgeruch. Nichts von dem dunklen, glitschigen Erdboden, aus dem es ja eigentlich nur seine Nahrung sch├Âpft, den es also benutzt. Als Kind gab man mir ÔÇÜHeilerdeÔÇś zu essen. Meine Fantasie verband das mit Grab, Unterirdischem usw. und es schmeckte auch so. Ich wollte keine Erde fressen und musste mich danach gr├Ąsslich ├╝bergeben. Nein, das Wort: erdendurchdunkelt ( auf Korn angewandt) gef├Ąllt mir nicht.

Geht es in mich ein
Um abermals
Erde zu werden

Meinen Dank
Nimmt es mit

Du bringst es fertig, den allt├Ąglichen Vorgang des Essens und Ausscheidens geradezu zum Mysterium zu erheben.
Und der letzte Satz: Aus Deiner Sicht mag auch er ja, wie das ganze Gedicht, stimmig sein, mich ber├╝hrt es aber komisch, wenn du sagst: "Meinen Dank nimmt es mit". Bildlich: Du sitzt vor Deiner eigenen SchÔÇŽ und bedankst Dich ger├╝hrt beim ( nun g├Ąnzlich verwandelten ) Korn usw. Auch eine Sicht der Dinge, aber doch relativ skurril. Mich sch├╝ttelt es ein bisschen beim Lesen. Ob aus Respekt vor Deiner sch├Ânen, hochsensiblen Dichterinnenseele oder vor innerem Glucksen, wei├č ich noch nicht ...

ich gr├╝├č Dich
Inu



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Vera-Lena
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Liebe Inu,

nun hast Du Deine ganz pers├Ânlichen Assozaitionen, bei meinem Text und die kann Dir leider keiner nehmen. Ich musste nie Heilerde essen, deshalb wei├č ich auch nicht, wie so etwas schmeckt. (Den wei├čen Sand aus der "preu├čischen Streusandb├╝chse" habe ich als Kind aber bestimmt ab und zu beim Spielen zwischen die Z├Ąhne bekommen ganz unvermeidlicherweise und der schmeckt nach gar nichts.)

Ich antworte Dir aber lieber auf dem Lupanum, denn um das Mysterium der Nahrungsaufnahme zu entschl├╝sseln, will ich die Angelegenheit doch etwas breiter ausf├╝hren.

Nat├╝rlich hat auch mir die kosmische Intelligenz den Ekel vor meinen Ausscheidungen mitgegeben, denn sie bezweckt ja damit, dass der Mensch nicht wieder das in sich aufnimmt, was der K├Ârper bereits durchgearbeitet hat.

Danke f├╝r Deine Antwort! Alles Weitere dann im Lupanum unter:
" Grobstoffliches und Feinstoffliches".


Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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