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Leselupe.de > Gereimtes
Gedicht eines Dichters dessen Gedicht nicht dichtete.
Eingestellt am 30. 08. 2006 20:56


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guelle
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2006

Werke: 22
Kommentare: 22
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Metamorphose

Der rotgerÀndert Augenglut verloschen,
durch TrĂ€nennaß zur Gicht verdampft.
Des alten Lebens Heu schon lang gedroschen,
des Antlitz ZĂŒg noch hart verkrampft.
Von ewig tönend Mahnung,
mein innerst Ohr jetzt taub,
und aus der röchelnd Brust es schreit:
"So nimm denn ab die eisern Haub!"
Heraus es fÀhrt Erinnerungen Wut
und hartgeballte Faust getaucht in Höllenglut,
zerschlĂ€gt das tönern GefĂ€ĂŸ
in dem ich fest gefĂŒgt,
die schleimig Mask,
die jahrelang mich angelĂŒgt.
Und aus dem eckig Scherbenhauf heraus
ein leuchtend Wesen tritt,
mit scheuer Hand es streichelt mein
Gesicht und spricht:
"Ich, ich bin dein wahres ich,
erkennst du mich den nicht!?"
Und wie ein kleines Kind man wiegt,
ich nehm mich in den Arm
und spĂŒr ein lang vergessenen
glĂŒcklich Funk, vertraut, beschĂŒtzend warm.
Und all die wohlbekannt Empfindungen
mir sagen: "Jetzt bist du daheim!"
Und Gott aus diesem heilig Ort ruft zu:
"Nun bist du frei, nun darfst du sein!"

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

Werke: 209
Kommentare: 4053
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Liebe/r guelle,

herzlich willkommen in der Leselupe.

Ich möchte Dich bitten unter dem Werk ĂŒber die Funktion "bearbeiten" die ZeilenumbrĂŒche so zu setzen, dass die Reime am jeweiligen Zeilenende stehen und zusĂ€tzlich die SchrĂ€gstriche zu entfernen. Das kĂ€me dem Gedicht sehr zugute.

Liebe GrĂŒĂŸe

Elke

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1587
Kommentare: 9731
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Moin Guelle,

kann Enachtigall nur beipflichten. Ansonsten: weiter so. Immer ran an die Dichtung.

Denn wÀrn die Dichter dicht, gÀbs keine Dichtung. Und klar, die ganze Welt nÀhm dann 'ne falsche Richtung.

Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

Werke: 209
Kommentare: 4053
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Hallo nochmal,

jetzt finde ich die Form sehr augenfreundlich.

Eindringliche Metaphern und charakteristischer Ton unterstreichen die plastische Darstellung dieser Metamorphose.

quote:
Heraus es fÀhrt Erinnerungen Wut
und hartgeballte Faust getaucht in Höllenglut,
zerschlĂ€gt das tönern GefĂ€ĂŸ
in dem ich fest gefĂŒgt,
die schleimig Mask,
die jahrelang mich angelĂŒgt


Hier habe ich den Eindruck, es könnte ein Komma fehlen - genau genommen zwei:Erinnerung, Wut und GefĂ€ĂŸ, in dem.

Hier kippt auf einmal das Bild (substanziell) ins Gegenteil:
von "tönern GefĂ€ĂŸ" zur "schleimig Mask". Ist das gewollt?

Trotz alledem anregende Dichtung, nicht zuletzt wegen der antiquiert anmutenden Sprache.

Nochmal herzlich gegrĂŒĂŸt

Elke

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