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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Gefährlicher als Büffel
Eingestellt am 26. 02. 2019 18:20


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Cafard
Routinierter Autor
Registriert: May 2013

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Jack fand Evs Damen gefährlicher als Büffel. Am Morgen hatte ich diesen Satz gelesen, in einer Erzählung von David Constantine. Vorhin stand ich vor der Mandelbrennerei Gagliardi, ich genoß den zweiten Kaffee am Tag. Ich stand an einem hohen roten Tisch, ich versuchte, den kleinen Satz zu erinnern, es hakte und hakte: Etwas mit Büffeln, etwas Abschätzendes über Frauen, eher liebevoll abschätzend. Die genauen Worte bekam ich nicht zusammen. Ich eilte nach Hause, ich blätterte hastig in dem Buch (Wie es ist und war), bis ich die Stelle fand, bis ich erlöst wurde: Jack fand Evs Damen gefährlicher als Büffel.

Und weiter: Sich mit einer Frau zu unterhalten, die sich ausdrücken kann, muss sehr nett sein.

Ich hatte mich kurz mit Frau Gagliardi unterhalten, sie trug eine Strickjacke aus Deutschmarkzeiten, wie sie sagte. Ich weiß nicht mehr, wie wir darauf kamen, alles an ihr gefiel mir, was ich klug für mich behielt. Ich eilte nach Hause, ich ließ den Augenblick Revue passieren: Während ich mich mit Frau Gagliardi unterhielt, dachte ich gleichzeitig über den Satz mit den Büffeln nach; manchmal gerät bei mir alles drunter und drüber, ein genetisches Mitbringsel vermutlich, man braucht sich nichts darauf einbilden, es belastet nur, und vermutlich hatte Frau Gagliardi die ganze Zeit ein befremdetes Gefühl, Genaues werde ich nie erfahren.

Alles an ihr gefiel mir, ich weiß, das ist zu erläutern, ich meine es rein menschlich, die allermeisten Frauen gefallen mir rein menschlich, weil man sich mit ihnen sehr nett unterhalten kann, bis auf ein paar wenige, die gefährlicher sind als Büffel, was mir auf eine andere Art gefallen könnte. Nein. Das führte nur ins Verderben, ich lasse die Finger davon, noch bevor ich mir irgendetwas ausrechnen könnte, weil es so wirkt, als wenn. Ich bin jetzt selbst verwirrt, was ich meine und nicht meine, noch so ein genetisches Mitbringsel vermutlich.

Wirklich ein schöner Kaffee, den Frau Gagliardi da kocht, im dem kleinen Laden das betörend süße Aroma der frisch gebrannten Mandeln, eine Tüte für daheim musste mit, so nebenbei im Schreiben genieße ich ihre köstlichen Mandeln. Sie vernebeln mir die Sinne, was man sich schon gedacht hatte, bestimmt. Die Tüte ist jetzt leer, ich konnte nicht davonlassen.

Leider ist mein Urlaub bald vorbei, ich konnte mir jede Nichtsnutzigkeit leisten, Dinge wie dieses Schreiben, wie diese Streunereien durch die Stadt, draußen eine Suppe essen, wenn es kalt ist, ein Brandy vor dem Café Madrid, und heute keinen abgesetzten Schlusssatz, ein versierter Autor sagte mir, das mache man nicht mehr, ich glaubte ihm das.

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