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Leselupe.de > Ungereimtes
Gegengift
Eingestellt am 03. 06. 2006 00:47


Autor
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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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Gegengift


Wirkt er Wunder, der Stoff
dieser BlĂŒte
der Gattung Selbsterhalt
heimisch
auf schlichten Lichtungen
getrieben
auf Gedeih und Verderb

Wie hoch schÀtzt du
den Wert jenes Vermögens
gemessen an
der Reißfestigkeit des seidenen Fadens
der Leib und Seele
kokonesk umgarnt
in Spannung hÀlt
Mal gravitÀtisch schwebend
Mal gordisch verknotet

Welche Dosis davon brauchen
UnglĂŒcksrabe
LebensmĂŒde
und Sehnsucht nach jenseits von Gut und Böse



© Elke Nachtigall
2. Juni 2006





---Änderung vom 13.06.06------------------------------------
folgende Strophe ersetzt durch die 3. im Text oben

Welch Geschenk
lÀngst vergessener Götter an:
Trotzt dem Unwahrscheinlichen
Mischt sich vermittelnd ein
Befreundet mit Fremden
und Teilt

Heißt einfach Lebensmut

__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Melany
???
Registriert: Jan 2004

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die erste strofe ist genial, danach kann ich leider nicht mehr folgen.

5

lg melany

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

ob die götter da rein gehören mĂŒssen, weiß ich nicht.
du drĂŒckst kunstvoll in teils gewagten bildern aus,
dass der mensch, die kreatur, verteufelt stark am
leben hÀngt. zwischendurch ist man darum regelrecht
aufgemuntert, weil - es geht uns allen so.

bon.

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Regenzauber
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2006

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Das Geschenk an : jetzt fehlt aber etwas, oder ist der Doppelpunkt falsch?

Dann komme ich auch mit "Heißt einfach Lebensmut" nicht zurecht. Hast du nicht etwas zu viel in diesen Text hineingepackt?
__________________
Regenzauber

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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Gegengift, wofĂŒr

@ Melany, danke fĂŒr Deinen Kommentar und schön, dass Dir die erste Strophe gefĂ€llt.

Ich schreibe Texte/Gedichte, die nicht immer gerade und leicht nachvollziehbar sind. Aber sie sind (meistens) vorab lange durchdacht und setzen einen Punkt oder ein Ausfrufezeichen an der Stelle, an der ich mich entscheide, ein Thema "abzulegen".
NatĂŒrlich möchte ich auch, dass sie gelesen und verstanden werden. FĂŒr mich selbst wĂ€chst der Reiz speziell an Lyrik auch mit einer gewissen Art von Herausforderung, den passenden "SchlĂŒssel" nicht immer sofort zu finden, sondern im allmĂ€hlichen Probieren die TĂŒr zum Text zu öffnen. Und das beeinflußt natĂŒrlich die eigene Gestaltung.
Vielleicht hilft es Dir, dass ich die ZeilenumbrĂŒche noch einmal etwas umgestellt habe.
Die zentrale VorĂŒberlegung rankte um die Redewendung "den Lebensmut verlieren", diese etwas antiquiert anmutende aber sehr einfĂŒhlsame Art der Beschreibung der Selbsttötung. (Das erklĂ€rt auch, was mit der "Reißfestigkeit des seidenen Fadens" gemeint ist.) Sie öffnete die Idee, dass dieser fĂŒr selbstverstĂ€ndlich gehaltene - und daher kaum wahrgenommene Aspekt menschlicher Existenz - zu Unrecht ein Schattendasein fristet.
"Lebensmut" ist hier gedacht als Gegengift zu der heute so verbreiteten Sinnentleerung und Todessehnsucht.

@ bonanza, die herangezogenen "lĂ€ngst vergessenen Götter" sind halt an dieser Stelle, da ich auf etwas Ererbtes, Geschenktes, jedenfalls ohne Anstrengung Erworbenes verweise, als die Quelle des angeborenen Naturells oder Temperaments zu verstehen. Auch diese Komponente der Voreinstellung zum Sozialverhalten und der Frustrationstoleranz ist doch mit entscheidend fĂŒr die QualitĂ€t des Überlebenswillens.

@ Regenzauber, Du hast Dir wirklich eine labyrinthische Stelle ausgesucht: nach dem Doppelpunkt stehen Namen. Sicher kennst Du den Film "Der mit dem Wolf tanzt". In Anlehnung an die Gewohnheit der Ureinwohner, Namen nach besonderen FÀhigkeiten oder Begebenheiten zu vergeben, habe ich hier einige m.E. Lebensmut fördernden "Gaben" derart verpackt. Verstehst Du nun den letzten Satz?

Danke fĂŒr die Auseinandersetzung.

Ich grĂŒĂŸe herzlich.

Elke

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inken
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Elke

Vom Inhalt her schön und tiefgrĂŒndig,
von der Form her - trotz Anerkennung deiner Experimentierfreudigkeit -
ein paar kleine Anmerkungen von mir:


Wie hoch
schÀtzt du den Wert
jenes Vermögens
gemessen
an der Reißfestigkeit
des seidenen Fadens
der Leib und Seele
kokonesk (besser:wie ein Kokon) umgarnt
und in Spannung hÀlt?
Mal gravitÀtisch schwebend
Mal (besser: und dann wieder) gordisch verknotet


fĂŒr meinen Geschmack liest es sich so
geschmeidiger, was den Inhalt mehr zur
Geltung kommen lĂ€ĂŸt und in der dritten
Strophe wĂŒrde ich noch nachdenken,
da scheint es mir mit der Form noch besser
zu gehen, aber ich weiß nicht wie.

Die erste Srophe finde ich auch sehr schön,
klar, rhythmisch und gut.

Liebe GrĂŒĂŸe inken

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