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Leselupe.de > Kurzprosa
Gegenüber
Eingestellt am 29. 07. 2008 16:11


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bittersweetsymphony
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2008

Werke: 9
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Ich sitze auf dem pastellfarbenen Hocker vor ihr. Geduldig, fast sanftmütig streichen meine Augen über die trostlose Gestalt, die vor mir sitzt. Ein seelisches Wrack. Sie quält mich mit marternden Blicken und tosenden Worten, die aus ihrem verzweifelten Ich quellen. Gefoltert von verlorener Liebe und lethargischen Menschen; überschwängliche Trauer sprudelt in einem Schwall aus ihr heraus, kaschiert durch unerbittlichen Zynismus. Sie hämmert damit auf mich ein. Unaufhörlich. Wie ein Reibeisen, das mir den kahlen Kopf rasiert. Meine Kopfhaut schält.
Ich sehe sie an. Goldblondes Haar, blaue, tränendurchweichte Augen. Sie mimt ein Lächeln- ein groteskes Bild. Sie versucht noch immer, mir ihr scheinbar idyllisches Glück vorzuspielen. Vergebens. Traumatisiert wirkt sie, unscheinbar und doch unerschütterlich. So standhaft, wie ich sonst niemanden kenne. Und doch so sensibel und am Boden zerstört. Behutsam lege ich einen Arm um ihre Schulter. Angestrengt suche ich nach einem Zeichen in ihren Augen, ein Zeichen, das mir versichert, dass es gut so ist. Nur ein winziges Signal. Aber da ist nur der leere, blasse Gesichtsausdruck. Beängstigend und niederschmetternd.

Version vom 29. 07. 2008 16:11

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R. Herder
???
Registriert: Jan 2008

Werke: 41
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Es gibt keine mir obliegende Pflicht, deine Texte zu kritisieren, auch wenn ich einen kleinen Hinweis zu Rändlichem gebe. Aber gut. Da du so charmant darum gebeten hast, werd ich der charmanten Bitte nachkommen. Deine Kurzprosa krankt an überflüssiger Information, inflationärer Adjektivverwendung und daraus folgend an einer praktisch nicht vorhandenen Atmosphäre, die andernfalls geeignet wäre, diesen konkreten Einzefall ins Allgemeine zu überführen. Statt durch einen bestimmten Tonfall, bestimmte Symbolik, bestimmtes Setting, bestimmte Metaphorik etc. pp. den Leser bei der Stange zu halten, erzählst du ihm einfach, was so alles war, wie es dir das alles so vorkam und was ergo du dir dabei gedacht hast. Zweifelsohne, als Tagebucheintrag völlig ausreichend, jedoch als Lesestück für fremde Zweite und Dritte nur bedingt geeignet. Es fehlen Distanz und Distinktion von Erleben & literarischer Aufarbeitung. Du gibst mir als Leser nichts, woran ich mich orientieren kann. Dazu noch Bilder, die zuerst eine überschwängliche Trauer aufs Ich einhämmern lassen, anschließend allerdings, weiterhin vergleichend, eine Kopfhaut schälen.

Für mehr habe ich jetzt keine Zeit, sorry

Grüße,
René.

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

Werke: 33
Kommentare: 410
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Eieiei... Welche Angefasstheit...

Trotzdem trau ich mich mal, auch meinen Senf dazu zu geben.

"Sie quält mich mit marternden Blicken und tosenden Worten, die aus ihrem verzweifelten Ich quellen." - Also, das heißt, sie ist traurig und oder wütend und starrt dich an?

"überschwängliche Trauer sprudelt in einem Schwall aus ihr heraus, kaschiert durch unerbittlichen Zynismus" - Bisher dachte ich immer, nur Freude oder Glück könnte "überschwänglich" sein.

"tränendurchweichte Augen" - Das ist fast schon komisch.

Was ich damit sagen will, bbs: Wenn man sich erst einmal durch eine Metaphernflut durchkämpfen muss, um endlich zum (in diesem Falle ja nicht sooo komplizierten) Kern der Sache durchzudringen, dann stimmt irgendwas nicht. Offenbar ist dir da der Gaul ein bisschen durchgegangen. Das ist nicht schlimm, das muss auch manchmal sein. Aber bevor du den Lesern einen Text vorsetzt, solltest du ihn schon noch mal ein bisschen auf Diät setzen; sprich: darauf achten, dass er verstanden wird und nicht in Adjektiven und kruden Satzschöpfungen ersäuft. Manchmal ist weniger viel mehr.

In diesem Sinne: auf ein Neues und schöne Grüße


Silvia






__________________
Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unnütz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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bittersweetsymphony
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2008

Werke: 9
Kommentare: 54
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danke für deine kritik silvia

das problem ist, dass ich den text in einem sehr emotionalen moment geschrieben hab...und da sind die eindrücke auf mich nur so niedergeprasselt...dann vergreif ich mich schonmal mit der menge der adjektive und mit den metaphern... und deswegen auch widersprüchliche wörter....

quote:
Also, das heißt, sie ist traurig und oder wütend und starrt dich an

sie ist traurig und wütend zugleich und starrt mich an...das hab ich genauso erlebt und gemeint

quote:
Bisher dachte ich immer, nur Freude oder Glück könnte "überschwänglich" sein.
echt? hmm...hab ich nicht gewusst...


ich merk schon...ich sollte keine persönlichen texte hier reinstellen, die sind alle zu verkompliziert
es fällt mir dann auch schwer solche texte zu überarbeiten...oder ehrlich gesagt kann ich das gar nicht...aber ich werd mir das "auf diät setzen" für meine anderen texte aufheben

lg, n

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